Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1908
- Issue
- Heft 50 (25.12.1908)
- Date
- 1908-12-25
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 50 Die Wahrveil :eite 0 -Rssligionslehrer L. W i e s n e r über „Die B i b e l s ch u l e und der Unterricht an derselbe u" sprechen wird. Gäste bestens willkommen. Wien. Der „Wiener Synagogensänger-Verein" veranstaltet Samstag, den 26. Dezember 1908, um 9*/* Uhr abends, im Festsaale des Hotel „Post", I., Fleischmarkt (Eingang Drachengasse 1), ent Kaiserjnbiläums- Konzert unter gefälliger Mitwirkung der Herren Bsla G u t r m a n n und Don Fuchs, der k. k. Hofopernsänger Josef Schwarz und Juan Spiwak, des Komponisten Leo E r d st e t n, des 11jährigen Pianisten Felix H u p k a, des Herrn M. M e n tz e r, eines Horn-Quartettes und mehrerer anderer namhafter Knnstkräfte. Zur Aufführung gelangen außer den solistischen Darbietungen der Genannten, Männerchöre von Brahms, Grieg, Haydn, Goldmark und Heuberger. Das Reinerträgnis dieser Veranstaltung fließt dem Unterstützungsfoilde für kranke Wiener Tempelsänger zu. Karten ä K 3, 2, 1 sind erhältlich beim Obmanne S. L e m b e r g e r, II., Schmelzgasse 7, beim Kassier -Dr. Leo L e m p o r t, II., Malzgasse 4, bei allen Mitgliedern und im Cass Reklame, H., Praterstraße 34. Wie». (Jüdische T o y n b e e - H a l l e.) Samstag, den 20. d. M., nachmittags, fand in der Toynbee-Halle. die Chanuka-Kinderjause statt, an welcher 340 der ärmsten Kinder aus der Brigittenau teilgeuommen haben. Fachlehrer S. K u h n e r hielt die Festrede, Lehrer G r o ß m a n n mit den Zöglingen des Ottakringer Knabenhortes als Chor nahm unter den üblichen Gesängen das Anzünden der Lichter vor. Nach Spiel, Gesang und Borträgen wurden die Kleinen mit einer ausgiebigen Jause bedacht und mit Kleidiingsstücken, Schulrequisiten, Spielzeug und Süßigkeiten beschenkt. Abends wurde in überaus würdiger und feierlicher Weise die Chanukafeier für die Toynbee-Halle-Besucher abgehalten, zu welcher, lebhaftest akklamiert, sich der Präsident der israel. Kultusgemeinde, Herr Dr. Alfred Ster n, eingefnnden hatte. Herr Gotthold Friedländer versah die kantorale Funktion und in einer inhaltsreichen und schwungvollen Rede erläuterte Rabbiner Dr. Armin A b e l e s die religiöse Bedeutung des Festes. Nach der „Teepause" — allabendlich wird jedem Besucher Tee und Gebäck uneutgeltlich verabfolgt — bildete ein Konzert den Abschluß des Abends. Die vorzüglichen Stimmittel und verständnisvoller Bortrag des Herrn Friedläuder kamen da in Tenor-Arien und Liedern vorwiegend jüdischer Meister zu schönster Wirkung. Lebhaften Beifall erntete Fräulein Stern für ihre trefflichen Darbietungen am Klavier. Wien. In der am 8. d. M., stattgehabten Generalversammlung des Vereines „Die Szenitzer in Wien" wurden nachstehende Herren einstimmig in den Vorstand gewählt: Zum Obmanne: Oberkantor Jakob Bauer; zum Obmannstellvertreter: Josef Back; zum Kassier: Max S ch u l m a n n; zum Schriftführer: Alois Mandler; zum Schriftführerstellvertreter : Max Stärk; zn Ausschußmitgliedern: Ignatz M a n d l e r, Josef B e l l a k, Max R o t h o l z. Josef B i r u b a u m, Heinrich Heller, Isidor Breuer; zu Revisoren : Bernhard P a s k u s z. Josef I e l l i n e k. Wie». Der „B r i g i t t e n a u e r israel. Fraueu-Wohlt ä t i g k e i t s - B e r e i n" veranstaltete Sonntag, den 13. d. M.. in den Lokalitäten des Brigittenauer israel. Kindergartens seine XIII. ordentliche Generalversammlung. Dieselbe erfreute sich eines guten Besuches seitens der Mitglieder und Vertreter vieler humanitärer Vereiile Wiens. Die Präsidentin des Vereines, Frau Dr. Enulie Weiß, eröffnete als Vorsitzende die Versammlung, konstatierte die Beschlußfähigkeit und begrüßte aus das herzlichste die Mitglieder sowie die zahlreich erschienenen Gäste. Es hatten sich eingefunden: Als Vertreter des Verbandes zur Unterstützung armer israel. Wöchnerinnen und des Frauen-Wohltätigkeits-Bereines „Frauenhaft", Frau Rosa Z i f f e r e r, des Kaiser Jndiläums-Ferienheims, Frau Dr. Friedman n, des Frauen-Wohltätigkeits-Bereines „Zuflucht", Frau Dr. Berta H o p f i n g e r und Frau Professor G u t m a n n, des israel. Bolksküchen-Vereines, Frau Dr. Nanny David, der israel. Kinderbewahr- Anstalt, Frau Julie Max, des Simmeringer Frauen-Bereines, Frau H e r m a n n, des Armenamtes der Knltusgemeinde, Herr Rudolf Kraus, des Brigittenauer Tempelvereiues, Herr Hermann E l t b o g e n. des Brigittenauer israel. Unterstützungs-Vereines, die Herren Jakob K o h n und Sigmund F r o m m e r, der „Brüder", Herr Heinrich W e i n er, des ..Freundschaftsbund", Herr Neuhaus, u. v. a. Entschuldigt hatten ihr Fernbleiben: Frau Baronin Charlotte Königswarte r, Frau Hofrat Elise G o m v e r z, Dr. Alfred Berger, Herr Rabbiner Dr. Ärmiu A b e l e s. Hierauf erteilte die Vorsitzende dem Beirate des Vereines, Herrn Josef Kohn, das Wort zur Erstattung des Tätigkeitsberichtes für das abgelaufene Vereiusjahr, welcher mit einigen Worten und Ziffern das Werk des Vereines im Jahre 1908 schilderte. Er wies daraus hin, daß für die Armenpflege im XX. Bezirke der ansehnliche Betrag von X 15.507.— verausgabt wurde, daß znsämmen mit dem unter der ersprießlichen Leitung des verdienstvollen Obmannes, Herrn Heinrich Weiner, stehenden Vereine „Die Brüder" und mit dem Israel. Unterstützungsverein die stattliche Anzahl von 368 armen Schulkindern im XX. Bezirke mit vollständiger warmer Winterkleidung und guten Schuhen beteilt wurde, daß Dank des Vereines zur Unterstützung armer israel. Wöchnerinnen, 216 Wöchnerinnen, d. i. mehr als 35% aller in ganz Wien von dem genannten Verbände unterstützten Wöchnerinnen, mit einem Anfwande von X 8171.— bedacht wurden. Der Brigittenauer israel. Franeu-Wohltätigkeits-Verein sieht in diesem Verbände, einer Schöpfung des W i e n e r K u l t u s - V o r st a n d e s anläßlich des 5 0 j ä h r i g e u Regier u n g s - I u b i l ü u m s Sr. M a j e st ü t, welchem die meisten israel. Frauen-Wohlthätigkeits-Vereine unter vollständiger Wahrung ihrer Autonomie augehöreu und der unter dem segensreichen Präsidium der hochherzigen Frau Baronin Charlotte K ö n i g s w a r t e r und Frau Rosa Zifferer so ruhmvoll wirkt, ein hervorragendes Beispiel gedeihlichen Zusammenwirkens zu einem großen edlen Zwecke. Redner stattete sodann .allen Mitgliedern und Gönnern den Dank für ihre Förderung ab, hob insbesondere hervor, daß der löbliche Kultusvorstand „in Anerkennnng des gedeihlichen Wirkens des Vereines" demselben eine Subvention von X 800.— und außerdem eine solche von K 600.— zur Anschaffung von Schuhen gewährte. Herr Kohn gab eine kurze Uebersicht über die bisherige Tätigkeit des Vereines, der für die öffentliche Armenpflege im XX. Bezirke bisher den Betrag von X 126.544.— aufgewendet hat. Hierauf verlas die Kassierin, Frau Anna G o l d n e r, den Gebahrungsausweis pro 1908, indem sie hervorhob, daß der Verein, welcher eine Thesaurierung seiner Einnahmen, die Zweckivendeu ausgenommen, grundsätzlich vermeide, bloß mit einem Saldo von X 15.— ins neue Berenisjahr träte und mit großer Besorgnis dem enormen Andrange Notleidender eutgegensehe, der sich von Jahr zu Jahr durch die Ansiedlung zahlreicher armer Familien aus dein Osten der Monarchie außerordentlich steigere. Sodann ergriff die Kontrollorin. Frau Katarina Kohn. das Wort zum Koutrollberichte und richtete an die Anwesenden einen warmen Appell, die Interessen des Vereines nach besten Kräften zu fördern. Reichlicher Beifall lohnte die trefflichen Ausführnngen der Rednerin. Nun hielt Herr Dr. Heinrich Schreiber einen geistreichen Vortrag über „Wesen und Begriff der Armut und Wohltätigkeit". Nachdem die Präsidentin dem bewährten Redner unter dem Beifall aller Anwesenden gedankt hatte, schloß sie die Versammlung. Wien. (Silber ne Hochzeitsfeier.) Am 19. d. M. beging der wegen seiner Herzensgüte und seines selbstlosen und hingebungsvollen Wirkens sich großer Sympathien erfreuende Herr Karl Freund mit seiner Gattin Al a r i e, geb. T a n s s i g, das Fest der silbernen Hochzeit. Als Obmann-Stellvertreter der Topnbee-Halle, Vorstandsmitglied der jüdischen Kinderhorte. Beirat des Vereines „Kaiser Fraiiz-Jvsefs-Ferienheim" und Ausschuß-Mitglied des „Oefterreichischen Kaiser Fcaiiz-Josefs-Jubiläums- Seehospizes" ist Herr Freund unermüdlich im Dienste der Nächstenliebe tätig und insbesondere die jüdische Bevölkerung der Brigittenau weiß diesen Mann, der in aller Stille zn helfen bemüht ist, wohl zu schätzen. Von den vielen Kundgebungen, die dem Jubelpaare zur Silberhochzeit als Ehrungen zuteil geivorden, ivar die der armen jüdischen Proletarier, welche die Toynbee-Halle besuchen und dort allabendlich nun seit Jahren Herrn Freund wirken sehen, die herzlichste und rührendste. Sie hatten ganz heimlich die Professionisten aus ihrer Mitte bestiiilliit. welche die Halle für den 19. d. M. in Festschmuck kleideten. Ein trefflich gelungenes Bild des Herrn Freund war über dem Podium angebracht und von dem ältesten Paare ans der Mitte der Toynbee-Hallen-Besncher wurden Herr und Frau Freund zu der improvisierten Feier abgeholt. Gleich edel, wie ihr Gatte, wirkt Frau Freund als Ehrendame der Toynbee-Halle und der Kinderhorte und so ist es klar, daß die Glückwünsche, die ans dem Munde der Veranstalter kamen und die jeden der Anwesenden mit Rührung erfüllen mußten, wann und echt klangen. Möge es dem trefflichen Paare noch viele, viele Jahre gegönnt sein, sich der wohlverdienten Sympathien zu erfreuen, zur Freude und zum Wähle jener, denen ihr Wirken gilt. Wien. Der Hietzinger israel. Franenverein, der es sich zur Aufgabe gemacht har. die von der israel. Kulrusgemeinde zu Pflegeparteien gegebenen verlaffeueu Kiilder zu inspizieren und diese Tätigkeit durch seine Borstandsdameu in nicht genug anerkennenswerter Weise ansführt, beging Samstag abends im Saale des Hotel Schönbrunn sein diesjährige Chaunk-ifeier. Nach Entzünden der zwei Chanukalichter begrüßte die Präsidentin Frau Laura Kreuberger die zahlreich erschienenen Freunde des Vereines, unter diesen Herrn Rabbiner Dr. Grunwald. den Obmann der Bezirkskommission Herrn S. M o h r, Herrn Sekretär Dr. Adle r, Frau Amalie Beck, den Beamten der israel. Knltnsgemeinde Herrn Rudolf K r a u s und Frau re., ebenso die mit den Pflegeeltern erschienenen 72 Kinder Eryebende Ansprachen und Lobesreden für die Bereinstätigkelt wurden von Herrn Rabbiner Tr. Grunwald, Herrn Mohr, Herrn Direktor Krenberger gehalten; nach einem von Herrn Dr. Grunwald auf den Kaiser ansgebrachteu Hoch wurde die Volks- Hymne gesungen. Tie Kinder erhielten nebst kompletter Bekleidung, auch Spielzeug oder Bücher und einen Jausenkaffee mit Bäckerei. Für die außerordentlich gute Behandlung des schwerkranken Pfleglings Cilli R o t h st e i n erhielt dessen Pflegemutter nach einer schönen Ansprache eine Prämie und wurden die Pflegemütter ermahnt, sich gerade diesen ihren Schützlingen gegenüber besonders brav und fürsorglich zu zeigen. Der Vorstand des Vereines besteht aus den Damen: Frau Laura K r e n b e r g e r (Präsidentin). Gisela Z i r n e r, Hermiue B e r n f e l d. Eugenie H o f f m a u n. Helene Jakob. Cäcilie S m e t a it a, Regina K lt n e r. Franziska B i rm a n n. Josefine K a h a u e. Miua Baad, Sofie Wolf, Rosa Pop p.e r, Adele Heller, Jda S ch l e i f f e r. Wien. Am 21. Dezember ist Frau Eva K i s ch n e r geb. Margulins, die Gattin des Kantors am Leopoldstädter Tempel Herrn Elieser K l s ch n e r, nach lang ein Leiden gestorben. Triesch. In der am 18. Oktober l. I.. stattgefnndenen Generalversammlung der Knltusgemeinde Triesch wurde die durch das im September dieses Jahres erfolgte Ableben Sr. Ehrwürden des sel. Rabbiners Herrn Dr. M. L. Ster n, erledigte Stelle einstimmig Herrn Rabbiner Kalniau Nürnberger verliehen, der fein Amt am 29. November angetreteu hat. Bon einer Abordnung der Knltnsgemeinde aufs herzlichste begrüßt, hielt Herr Rabbiner Nürnberger beim Nachmittagsgottesüienste seine mir allgemeinem Beifalle anfgenommene Antrittsrede, in der er gelobte, getreu dem Vorbilde seiner Amtsvorgänger wirken und speziell seine ganze Kraft der Erziehung der Jugend im jüdischen Sinne widmen zu wollen. Herr Rabbiner Nürnberger absolvierte das Gymnasium in Brünn, studierte mehrere Jahre an der Jeschibah zu Preßburg und besuchte das Hildesheimersche Rabbinerseminar zu Berlin. — Am 1. Dezember abends fand anläßlich des 60jährigen Regierungsjnblläums Sr. Majestät Kaiser Franz I Josef I. im reichgeschmückten Tempel ein Festgottesdienst statt. Nach den *'*• .MAAS