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Die Wahrheit · 1908-10-23 · Heft 41 (23.10.1908) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1908
Issue
Heft 41 (23.10.1908)
Date
1908-10-23
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Die Wadrbeil Nr. 41. staltete, und welche überhaupt nicht für westeuropäische wissenschaftliche Kreise bestimmt war (m der vor dem ersten Bändchen, Jehuda Halevi, gedruckten Ankündigung sagen die Verleger ausdrücklich : spa'P pjjxb Tntsai mi&iBKBi na* rncsirc . ♦ ♦ m msi» “pr am;pb L?'tr br f joswi); daß der Text des Bändchens Al-Charisi (wie übrigens ans Seite 470 genau zu lesen ist), bereits im Jabre 1895 fertig gedruckt war, und zwar ohne daß es mir möglich g e w e s e n w a r, a u s Warschau auch nur eine einzige Korrektur eines e i n z i g e n B o g e n s zu erlange,» (-b -nrax rrn xbw “rann *bp nx marb ibid); daß der Verlag nur ans Entgegenkommen wissenschaftliche Beigaben druckte, darunter Seite 486 einen Beitrag von Professor Bacher.*) Es war mir damals im Munde des Herrn Dr. B. als „Anklage" nur naiv erschienen, aber in der heutigen Wiederholung im Zusammenhänge des Artikels in der ..Oesterreichischeu Wochenschrift" erscheint es geradezu als st r ä f l i ch leichtfertige Behauptung, daß ich in jenem Buche „im Texte selbst die schlechtesten Lesarten biete, um erst in den Noten zu bemerken, daß meine Handschriften anders lesen." Niemand hat mehr als ich die Ungeduld des Verlages beklagt, der aus meine Kollationen im British Museum in London nicht warten wollte und inzwischen den Text nach der Sternscheu Ausgabe mit vereinzelten Randbemerkungen von mir druckte, so daß nichts übrig blieb, als Noten anzuhängen. Wenn aber der Rezensent sich über den wissenschaftlichen Wert der vorangedrnckten ganz von mir herrührenden, „Essegg 1898" gezeichneten reichhaltigen Einleitung und Biographie Charisis informieren wollte, so hätte er ganz andere Gewährsmänner sich suchen müssen. Er hätte erfahren, daß meine bezüglichen Forschungsergebnisse in der Sitzung der Pariser Akademie vom 9. November 1900 anerkennend hervorgehoben -und beinahe v o l l st ä n d i g reproduziert wurden; er hätte darüber in der bedeutendsten Pariser orientalistischen Zeitschrift, im „Journal Asiatiqne" (1901, p. 158—168) den Artikel von Mo'ise S ch w a b „-Notes sur al-Hariziu Nachlesen können; er hätte einen Teil meiner zum ersten Male Charisis Leben und Reisen kritisch beleilchtenden Ergebnisse, auch in meinem Aufsatze: „Al-Charisis Orientreise, Nathan Bajulus und Jonathan ha-Cohen" in der „Monatsschrift für die Wissenschaft des Judentums," Jahrgang 1900, Seite 217—220 gefunden. An sich wäre es ja belanglos für die Beurteilung meiner gegenwärtigen, direkt für w i s s e n s ch a s t l i ch e K r e i s e b e st i m m t e n (nicht, wie der rezensierende sbaa meint, ans ein Lesepnblikum aus „Asien, Afrika, Rußland" gemünzte) großen und kostspieligen, ans den umfassendsten Textsorschungen beruhenden Scheeltoth-Edition, wenn ich im Jahre 1898 (Datum der Einleitung), oder eigentlich 1895, auch den Text jener billigen Taschenausgabe eines belletristischen Buches selbst publiziert und dabei philologische Ungeschicktheit gezeigt hätte. Was lernt man nicht alles in 13 Jahren! Aber der Rezensent meines Probeheftes konnte ganz genau seststellen, daß dies nicht einmal der Fall war und daß die eigentümliche Kritik des Herrn Dr. Brody, den ich nichtsdestoweniger wegen seiner Fachkenntnisse schätze, im Maßslabe wie im Tone (der auch damals von seinen nächsten Freunden scharf mißbilligt wurde) gänzlich verfehlt war. Herr Dr. Freimann, der jetzige alleinige Herausgeber der „Bibliographie" hat. mich bereits vor fünf Jahren besucht, um mir sein Bedauern über jenen, ohne sein Wissen anfgenommenen Artikel anszudrücken. Er hat sich auch in dankenswerter Weise dafür eingesetzt, daß mir die Direktion der Stadt-Bibliothek in Frankfurt a. M. den dortigen Codex der Scheeltoth nach Wien sandte. Herr Dr. Brody selbst aber wird sich sicherlich als Mann der Wissenschaft dagegen verwahren, daß man von seinen aus unrichtigen Boraussetzungen beruhenden Ausstellungen einen derartigen Gebrauch mache. *) Im russische» Titelblatte ist übrigens der Vermerk „nach Handschriften und Druckwerken" gar nicht enthalten und nur angegeben: „Mit E i ule i t u u g und Anmerkungen von Dr. A. Kaminka. Auch im hebräischen Titel gehört mein Name nur zu dem unmittelbar vorhergehenden rrnpni bru Kiaa er. IH. Die Ir r tümer des R e z e n s en t e n der „O e st. W och e n s ch r i f t". Der Grniidirrtnm, das Printern. Pseudos, an dem selbst der scheinbar sachliche Teil der Besprechung leidet, ist seine sonderbare Meiillmg, es sei in einen kritischen Text, entgegen dem schon im Worte selbst liegenden Prinzip, ohne Wahl und System alles Mögliche hineinzubringen. Seine größten Gebrechen sind die gänzliche Unkenntnis des Wesens einer wissenschaftlichen Edition und die Waghalsigkeit, mit der er sich über das Material ein Urteil erlaubt, von dem er nur einen verschwindend kleinen Bruchteil erst aus meiner Arbeit bis jetzt sehen kann. So kommt er zu den grotesken Bemerkungen: „Unbegreiflich ist, warum die (nach seiner Ansicht) wichtige Stelle ... im Texte der Edition ganz fehlt". „Vergleicht man ... so macht man die nun nicht mehr überraschende Wahrnehmung, daß die ed. pr. einen vollständigeren Text und häufig korrektere (!) Lesarten besitzt". Was weiß er davon? Wie kann er das beurteilen? Weiß er, was die Codices noch alles bieten? Daß sie überhaupt erst das Verständnis für die Komposition des Buches erschließen? Letzteres könnte er übrigens, wenn er Verständnis für den Inhalt hätte, aus den so wichtigen, den Mss. zu verdankenden ,-wnn-Notizen und aus meiner Anmerknng. S. 10, Nr. 49, erfahren. Er könnte auch ans meinem Anssatz im „Hakedem“, II, p. 20 ff. lernen, daß erst mit Hilfe der Handschriften, nach Ausscheidung alles Unechten, ein Urteil über Verhältnis der Sch. zum Jernschalmi möglich wird. Er könnte u. a. im Probebogen, S. 8, Anm. 38 sehen, wie eine Verlegenheit der Dezisoren mit Bezug ans rmp u1 k i pm v ♦ ♦ .patsn ■«bsö spn jom das die Druckwerke bieten, durch meine Handschriften beseitigt wird. Der Rezensent beginnt seine Darlegungen mit der Produzierung seiner eigenen krassen Unwissenheit, indem er die belustigende Mitteilung macht, daß die „Scheeltoth" u. a. auch „sine anno“, „sine loco“ mit dem Kommentar „papn nbxiv" erschienen sind — obwohl auf den Titelblättern der drei Teile dieser Ausgabe ganz deutlich die Daten „Wilna 1861" bezw. „1864" und „1867" zu lesen sind. Dem Herausgeber der „Oest. Wochenschr." wird sicherlich niemand verargen, wenn er von den „Scheeltoth" nicht viel weiß und auch jenen großen, allerdings nur für Gelehrte gemachten Kommentar, ein Monumentalwerk talmndischer Gelehrsamkeit, in seinem Leben nicht gesehen haben sollte: Dr. Blochs Verdienste um das Judentnm liegen ja auch ans ganz anderem Gebiete. Aber sein Gewährsmann, der ihm die flüchtigen bibliographischen Daten verschaffte, nm das dem persönlichen Hasse gewidmete Pamphlet zu verbrämen, hätte seine zur Dekoration bestimmte dürftige Wissenschaft doch nicht lediglich, wie ich zu seinen Gnnsten vermnte, aus Benjakobs Lexikon holen sollen, wo — ans einem Grunde, den ich ihm nicht verraten will— statt Ort und Zeit, zu seinem Mißgeschick hohnlächelnd ihm drei Punkte entgegenstarrten. Dabei scheint der Gewährsmann auch nicht zii wissen, was „sine loco“ heißt, denn zwei Zeilen weiter ist diese Edition „abermals" in „Wilna bei Rom" (soll heißen „Romm") erschienen. Nach diesem Spezimen von Gründlichkeit kommt die frappante Weisheit — ich weiß nicht, welcher Ignorant sie Herrn Dr. B. aufgebunden hat — der „einfache, gerade, dem wissenschaftlichen Zweck am meisten dienliche Weg wäre unzweifelhaft" ein Neudruck der editio princeps mit Beifügung der Varianten gewesen! und anknüpsend daran die Jnsinnation, die zu charakterisieren ich mich enthalte, der Herausgeber hätte durch Zugrundelegung einer alten Handschrift die Arbeit der Kontrolle entzogen! Der Kritikus scheint vom wissenschaftlichen Betriebe keine Ahnung zu haben und nicht zu wissen, daß ebenso wie die editiones principes, so auch die Handschriften in den Bibliotheken allen Gelehrten zur Verfügung stehen. Er verschweigt ferner, daß im Geleitwort zum Probeheft über die benützten Manuskripte, die sämtlich in Europa und von denen zwei in Wien sind, genau Rechenschaft gegeben ist. Er weiß offenbar gar nicht, daß die vom wohlmeinenden Machsor - Kommentator Jochanan Treves durch unzulängliches Textverstündnis gründlich verpfuschte editio princeps der Scheeltoth in den Ausgaben von Wilna und Dyhrenfnrth eben nur in ihrer ganzen Unbrauchbarkeit genau wiederholt ist und daß es die oberste Aufgabe -der

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