Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1908
- Issue
- Heft 38 (25.9.1908)
- Date
- 1908-09-25
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die Wahrheit. Sete 9. Nr. 37. -kantor Minkowsky in klassischem Hebräisch verfaßten .Nisebsbsraeb" endete die Feier in der Synagoge. Zahlreiche Mitglieder der Gemeinde drückten dem Jubilar ihre Sympathie durch Zusendung von Geschenken aus. Konstantinopel, 22. September. (Mitteilung des Deutschen Bureaus der Alliance Jsraslite Universell e.) Die Israeliten von Jemen haben an den Chachambaschi telegrafisch die Bitte gerichtet, er möge dem Sultan gegenüber der Dolmetsch ihres innigsten Dankes für die Verleihung der Konstitution sein und für die möglichst beschleunigte Durchführung der Reformen eintreten. Dieses Telegramm stellt die ersten Beziehungen dar zwischen den Israeliten von Jemen und dem Großrabbinat und den anderen Israeliten der Türkei überhaupt. Der Chachambaschi hat dem Kultusminister von jenem Telegramm Kenntnis gegeben und gleichzeitig telegrafisch an den Vorsteher der Israelitischen Gemeinde in Sanaa (Jemen) die Aufforderung gerichtet, ehestens einen ausführlichen Bericht einzusenden, der über die Zahl der Zsraliten in Jemen, über ihre Tätigkeit und über die Organisation ihrer Gemeinde Aufschluß gibt. Nach Eingang dieses Berichtes will das Großrabbinat an die Israeliten von Jemen eine Delegation entsenden. Dem Chachambaschi Nahoum ist der Medjidjeorden dritter Klasse verliehen worden. Marokko. Am Morgen der Proklamation des neuen Sultans von Marokko, Muley Hafid, sandte der Gouverneur non Tanger ein Telegramm an den Chief Rabbi, worin er ihn ersuchte, in der A l c a z a b a dem Regierungsgebäude des Gouverneurs, zu erscheinen. Am Nachmiltag kam Rabbi M o r d e ch a i B e n g i o, der Chief Rabbi, ein sehr ehrwürdiger Mann. der sich in Marokko allgemeiner Achtung erfreut, in der Alcazaba an. Er war begleitet von den hervorragendsten Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Tangers. Bei seiner Ankunft wurde der Rabbi mit Frendenrusen und Hochrufen auf den Sultan begrüßt. Alle Mauren und alle Inden, welche zur Begrüßung des Chief Rabbi herbeigeeilt waren, trugen Fahnen der verschiedensten Farben und eine Musikkapelle ließ fortwährend ihre Weisen ertönen. Der Gouverneur Hady Abdeslam Ben Abdessadak erwartete den Chief Rabbi am Eingang seines Empfangszimmers, welches ans diesem Anlaß besonders reich mit Teppichen geschmückt war. Außer dem Gouverneur waren noch sämtliche anderen Herren der Regierung anwesend. Als der Chief Rabbi und die Repräsentanten der jüdischen Gemeinde angekommen waren, lud der Gouverneur sie nach herkömmlicher Weise ein, Platz zu nehmen, und eröffnete ihnen dann offiziell, daß Marokko jetzt einen neuen Sultan habe, der nach alter überlieferter Tradition fortfahren wolle, in d en Iud cn Fr eun d e d e s L a n d e s zu sehen und sie mit Gerechtigkeit und Freundlichkeit zu behandeln. Rabbi Bengio dankte dem Gouverneur sehr herzlich, dann sprach er ein Gebet und erteilte dem neuen Sultan seinen Segen. Das Geber und der Segen wurden vom Rabbi natürlich hebräisch gesprochen, und mit tiefer Aufmerksamkeit und Andacht hörten der Gouverneur und seine Begleitung den Segenssprüchen des Rabbi zu, während die ganze jüdische Depuration sich von ihren Sitzen erhoben hatte. Bei ihrem Weggänge schüttelte der Gouverneur jedem einzelnen Mitgliede der Deputation die Hand und dankte ihnen für ihren Besuch und die Versicherung ihrer Treue für den neuen Herrscher von Marokko. Der Gouverneur sprach während einer geraumen Zeit mit Mr. Jsaac M. Nahon, einem der hervorragendsten Mitglieder der jüdischen Gemeinde, mit dem er auf sehr freundschaftlichem Fuße steht, und wiederholte ihm, daß die Juden nicht zu befürchten brauchten, während des neuen Regimes nach irgendeiner Richtung hin belästigt zu werden. Aus Jerusalem kommt die Nachricht, daß daselbst der bekannte jüdische Maler Samuel H i r s ch e n b e r g im 43. Lebensjahre gestorben ist. Die jüdische Kunst verliert mit ihm einen ihrer genialsten Vertreter. Unter seinen Bildern, die zumeist Szenen aus dem jüdischen Leben bieten, ist das Gemälde, welches mit packender Lebenswahrheit den Zug verfolgter russischer Juden in die Fremde darstellt, am bekanntesten. Hamburg. (H a m b u r g - A m e r i k a - L i n i e.) Die nächsten Abfahrten von Post- und Passagierdampfern finden statt: Nach Newy o r k: Die Postdampfer: President Grant 26./9., Kaiserin Auguste Viktoria 1./10., Pennsylvania 3./10., Schnellpostd. Deutschland S./iO, Patricia 10./10. Nach Boston: Die Postdampfer: Belgravia 29./9., Bosnia 16./10. Nach Baltimor e: Die Postdampfer: Belgravia 29./9.. Bosnia 16./10. Nach Philadelphia: Die Postdampfer: Barcelona 30./9., Armenier 16./10. Nach Neworleans: Postdampfer Sevilla 13./10. Nach Quebek-Montreal: Postdampfer Nordamerika 26./9. Nach Westindien: Die Postdampfer: Patagonia 1./10., Odenwald 5./10., Bolivia 7./10. Nach Mexiko: Die Postdampfer: Albingia 28./9., Cheruskia 3./10., Kronprinzessin Cecilie 14./10. Nach Ostasien: Die Postdampfer: Scandia 30./9., C. Ferd. Laeisz 12./10., Jstria 15./10., Brisgavia 30./10. Nach Wladiwostok: Dampfer C. Ferd. Laeisz ab Hamburg 12./10. Arabisch-Persischer Dienst: Postd. Hispania ab Hamburg 17./10. Kiteratnr. 8käer Iia8storu8 iiescliömös. Gebete für das Seelenheil der Hingeschiedenen, eingeführt in den Synagogen des Kultnsgemeindesprengels Mährisch-Ostrau. Nebst einigen von Rabbiner-Stellvertreter Dr. R. F a e r b e r verfaßten und mit dessen freundlicher Bewilligung aufgenommenen Jahczeitsgebete. Zusammengestellt und herausgegeben von R. Klaeger, Kantor und Sekretär in Mähr.-Ostrau. Selbstverlag. Die Pietät ist eine der Grundsäulen unserer heil. Religion. Die rcänengetränkten Fäden kindlicher Liebe und Erinnerung an die unvergeßlichen Eltern, welche in zauberhaften Schwingungen über Gräbern schweben, sie sind es. die heilte vielfach noch als die starken Ankertaue sich bewähren, an welchen sich die nachgeborenen Geschlechter in den Fluten der Sorge und Mühsal hoffnungsstark klammern. Die bevorstehenden erhabenen Festtage, sie gereichen diesen Zauberfäden zur Festigung. Darum ist das Erscheinen des vorliegenden liturgischen Büchleins gerade gegenwärtig so aktuell. Die übliche Seelenfeier erscheint hier zum Gebrauche jedes Andächtigen in einer systematischen Reihenfolge, damit jedermann an derselben in stiller Andacht „aktiv" sich beteiligen könne. Soweit die Aktualität des Büchleins. O r i g i ir e l l an demselben erscheinen die bisher nirgends sonst vorhandenen Gebete unmittelbar nach dem Entzünden des I a h r z e i tslicht e s. Deren Autor. Herr Dr. F a e r b e r, har durch dieselben eine empfindliche Lücke ergänzt. Die Sehnsucht, nach dem Emporlodern des Jahrzeitsflämmchens. gleichsam eine stille Zwiesprache der Liebe und der Erinnerung mit unseren geliebten Verklärten zu halten. Hier erscheint sie znm ersten Male befriedigt, und zwar in einer ergreifenden Diktion unserer Muttersprache, deren sanfter Ton jedem Leidtragenden aus der Seele gesprochen erklingt. Das Buch, dessen Ausstattung dem pietätvollen Zweck angemessen ist, sei darum den p. t. Gemeinden, sowie Privaten besteiis empfohlen. X. Dr. S. M. Oft und West Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Herausgegeben von Leo W l n z. Verlag von O st u u d W e st. Berlin 8. 42. Organ der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft der „Alliance Jsraslite Universelle". 8. Jhg. Heft 8/9. Ang.-Sevt. 1908. Inhalt: „Tagebuchblütter." Bon Dr. A. C o r a l n i k. I. Langeweile. II. Tudela. III. Marieka. die 'Namenlose. IV. Die Flammeurolle. V. Theodor Herzl. „Der Weg ins Freie." Von Dr. Hugo Berg m a n n. „Berliner Ausstellnngen." „Der Patriarch Jakob in der bildenden Knust." (II.) (Mit 18 Jllustr.) Von Dr. G. Kur n a. „Zur Geschichte des jüdischen Theaters." Bon Samuel M e i s e l s. „Eine jüdische Intervention in Marokko vor fünfzig Jahren." Von Dr. Eugen W o l b e. „Lo mir iveinen " Jüdisches Volkslied, i Noten.) „Moses." (Oratorium?. Bon Dr. L e i m d ö r f e r. „Israel Baal-Schem, der Stifter des Chassidismus." i Mit 5 Jllustr.) Von Dr. L. Bern seid. „Die Kinderlose." Bon Jtzchak S ch a m i. „Lieder des Gebetes." Bon Theodor Z l o c i st i. Mitteilungen aus dem Deutschen Bureau der „dl l l i a n c e I s r a s l i t e U n i v e r s e l l e" : I. Erklärung. II. Die Israeliten in Rumänien. III. Die Israeliten in Marokko. IV. Die Falascha-Expedirion der Alliance Jsraslite Universelle. V. Der Jahresbericht der I. C. A. für 1907. VI. Die Schule der Alliance Jsraslite Universelle in Mossul (Mesopotamien). (Mit 2 Jllustr.) VII. Notizen, a) Siebenzigster Geburtstag, b) Der neue Chacham Baschi der Türkei, c) Das russische Hilfswerk. d) Bochum er Zentral-Armen-Berband. e) Frankfurt a. M. München, g) Konstanz, h) Frau Geheimrat Mayer Cohn, i) G. Polak Daniels-Rotterdam, st) Neue immerwährende Mitglieder. — Inserate. Austritte ans dem Judentum. Friederike Reicher, Arzrensgattiu, geb. 10. Juli 1879 in Wien, I., Schottenring 14. Siegmund Leopold Burger, verheiratet, geb. 8. April 1873 in Wien, XIV., Tillergaffe 6. Ottilie Fischer, Private, ledig, geb. 24. März 1886 in Pfraumberg, XIX. , Gatterburggasse 21. Ella Geiringer, Gymnasiastin, geb. 25. April 1890 in Wien, I., Wallnerstraße 9. Adele Geiringer, Private, ledig, geb. 11. Februar 1886,1., Wallnerstraße 9. Rosa Meitner. Private, ledig, geb. 26. Juni 1886 in Wien, I., Eßlinggasse 15. Stefanie Strauß. Private, verheiratet, geb. 10. September 1880 in Wien, XIX., Blaasstraße 10. Pauli ne Alt sch ul. Private, ledig, geb. 21. Juni 1380 in Wien, XX. , Wasnerstraße 27. D r. Richard Strauß, Advokat, verheiratet, geb. 19. April 1872 in Horitz, XIX., Blaasstraße 10. Gustav Feßler, Eiseubahnbediensteter, ledig, geb. 25. August 1885 in Gänserndorf, III., Kolonitzgasse 10. Schaje Berger, verheiratet, geb. 11. Februar 1849 in Lemberg, H., Taborstraße 87. Fritz S ch w e i n b u r g. Mediziner, ledig, geb. 25. April 1885 in Wien, IX., Nußdorferstraße 10. Karl F e l d m a n u. Dienstmann, ledig, geb. 4. Jänner 1875 in Brezina, Ü., Obere Donaustraße 63. Viktor Pollak, Techniker, ledig, geb. 4. April 1884 in Wien, XIII., Maxinstraße 2. Paula v. Medve geb. Scheer. Ministerial-Konzipistensgattin, geb. 5. Oktober 1878 in Budapest. I., Bäckerstraße 24. Friederike Spitzer. Private, ledig, geb. 2. Septemper 1881 in Wien, IV., Schwindgaffe 20. Bruno B a u m g a r t e n, ledig, geb. 15. Mai 1881 in Wien, XV., Mariah Uferstraße 183.