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Die Wahrheit · 1908-06-26 · Heft 25 (26.6.1908) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1908
Issue
Heft 25 (26.6.1908)
Date
1908-06-26
Page
– (sequence 14)
Language
German
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'S eite 14. Die Wahrheit Nr. 25. -L- V. y',f: - ' t \ ‘W- - .p- : und unnütze Zettverschwendung, wie sie überhaupt das Muster einer tüchtigen, wirtschaftlichen Hausfrau war. Au der Seite ihres Gatten, des Fabrikanten Kommerzialrat Sigmund Eisenberger s. A., hatte sie vielfach Gelegenheit, ihre reichen Geistesgaben und ihre Arbeitskraft zu betätigen, und wenn heute die Firma S. Eisenberger zu den angesehensten der Residenz zählt, so ist dies nicht zum Geringsten ihr Werk. Trotz ihrer eifrigen geschäftlichen Tätigkeit fand sie aber immer noch Zeit, sich auf anderen Gebieten zu betätigen; sie verfolgte mit regem Interesse die politischen nnd Tagesfragen, nahni lebhaften Anteil an kulturellen und Humanitären Bestrebitngeu. Denn in dieser hochgesinnten Frau schlug auch ein volles, reiches Herz; strenge gegen sich, mar sie milde gegen andere und kein wahrhaft Bedürftiger hat vergeblich an ihre Hilfe appelliert. Allein auch auf dem Felde der Wohltätigkeit offenbarte sich die Gründlichkeit und Rechtlichkeit ihres Wesens und^ sie erfaßte frühzeitig die Mängel einer veralteten Armenpflege, die sie durch die Gründung des Mariahilfer Frauen- Wohltätigkeitsvereines zu besettigen suchte. Was Cäcilie Eisenberger durch ein Bierteljahrhnndert als Präsidentin dieses Vereines geleistet, das gehört der Geschichte des jüdischen Armenwesens unserer Stadt an. und wenn einmal diese Geschichte geschrieben werden wird, daun tvird der Name Cäcilie Eisenberger darin in goldenen Lettern glänzen. Das Denkmal, das sie sich damit gesetzt, wird bestehen, dauernder als Erz, und die spätesten Geschlechter werden diese Frau preisen, deren Leben gewidmet war der Arbeit und der Nächstenliebe! Das Leichenbegängnis der Verewigten fand am 23. d. M. unter großartiger Beteiligung statt; an ihrer Bahre hielt 'Herr Rabbiner Dr. Taglicht den verdienten Nachruf, der alle Anwesenden aufs tiefste bewegte. Namens des Vorstandes des Frauen-Wohltätigkeitsvereines sprach Frau Hermine Schüller einige herzliche Abschiedsworte, worauf, was von Cäicilie Eisenberger sterblich war, zur ewigen Ruhestätte geleitet wurde. B ■ - y. Verschiedene Nachrichten. Wien. (Der 50jährige Bestand desLeopoldstädter Tempel s.) Aus Anlaß des 50jährigen Bestandes des Leopoldstädter Tempels in der Tempelgaffe fand am 18. d. M., um 10 Uhr vormittags, ein Festgottesdienst statt. Der Tempel, bekanntlich ein Meisterwerk des Architekten Ludwig F ö r st e r, in dessen Atelier der junge Theophil Hansen arbeitete, konnte kaum die große Zahl der Teilnehmer am Feste saffen. Es waren unter andern anwesend : der Präsident der israel.' Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern mit dem I. Vizepräsidenten Dr. Gustav K o h n, die Mitglieder des Kultus- und Bethausvorstandes, der Sekretär kaff. Rat Dr. Lieben. Sekretär Dr. Adler und der Oberrabbiner Dr. G ü d e m a u n, die Rabbiner nnd Kantoren vieler jüdischer Synagogen in Wien, die Obmänner der Gotteshäuser, ferner David Ritter von Gutmann, die Reichsratsabgeordneten Hofrat Kamillo K u r a n d a und Dr. L ö w e n st e i n, Gemeinderat Ferdinand K l e b i n d e r, Bankdirektor Dr. H a m m e r s ch l a g, die kais. Räte Vogel, Dr. S. Krüge r, Gemeinderat Dr. Oskar Hein, Religionsinspektor K a n i tz u. v. a. Nach einem einleitenden Gebet trug Oberkantor Bela G u t t m a n n, begleitet vom vereinigten Chor, den Professor Josef Sulzer dirigierte, den Psalm 134 meisterhaft vor. Dann betrat Oberrabbiner Dr. G ü d e m a n n die Kanzel und hielt eine tiefdnrchdaclite Festrede. Als die Predigt zu Ende war, wurde die heilige Lade ausgehoben und nach einem Umzug mit den Thorarollen sprach Rabbiner Dr. Schmied! das Gebet sür den Landesvater. Dann wurde die Volkshymne gespielt nnd vom Chor gesungen. Zum Schluffe sprach Rabbiuer Dr. David deu Segen. Er gedachte noch der unvergänglichen Verdienste des Oberrabbiners Dr. Adolf I e l l i u e k, des Oberkantors Josef G o l d st e i u und aller Vorstände, die seither der Rasen deckt. Mit einem Schlußgesang endete die Feier. Wien. (50 j ä h r i g e s A m t s j u b i l ä u m des Chordirig e u t e n Julius H e i m a n u.) Samstag, deu 20. Juni d. I., feierte der Chordirigent des Leopoldstädter Tempels, Herr Julius H e i m a n n. das Jubiläum seiner 50jährigen Tätigkeit an der genannten Synagoge. Beim Gottesdienste bemerkte man Vertreter des Kultusvorstandes, mehrere Bethausvorsteher, den Präses der türkisch-sephardischen Gemeinde. Berufskollegen, Beamte der Kultusgemeinde und eine große Schar persönlicher Freunde und Verehrer des Jubilars. Herr H e i m a n n — aus dem Stamme Levi — wurde feierlichst zur Thora gerufen, bei welchem Anlasse Oberkautor G u t t m a n n ein von ihm in klassischem Hebräisch verfaßten Mifcheberach meisterhaft rezitierte. Hierauf hielt Rabbiner Dr. S ch m i e d l in gewohnt geistreicher Arr, auf die Zugehörigkeit des Jubilars an den Levitenstamm anspielend, die Festrede, in welcher er die seltene Pflichttreue und die große Tüchtigkeit H e i m a n n s kennzeichnete. Nun trat der Gemeinderat F. K l e b i u d e r. der in Begleitung der Bezirksräte Helbig, Heß, Pöchhacker und Mensch in dem Tempel erschienen war, vor den Jubilar und verdolmetschte in beredter Weise die Glückwünsche des Bürgermeisters der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien. Hierauf stimmte der Chor, dirigiert vom Sohne des Jubilars. Herrn Rudolf H e i m a n n, den Sulzerschen Festpsalm „Hallelujah" an. Nach dem Gottesdienste fand im Hause des Jubilars die offizielle Gratulation statt. In Vertretung des Kultus- und Bethänsvorständes drückte Herr Kultusvorsteher Dr. Markus Spitzer in einer mit geistreichen Aperyüs geschmückten Ansprache die Glückwünsche des Gesamtvorstandes ans und überreichte das Ehrengeschenk des Vorstandes und das Angebinde des Bethausvorstandes. Herr Sekretär Dr. Adler verlas die anerkennende Zuschrift des Kultusvorstandes und knüpfte hieran die herzlichen Glückwünsche des Beamtenkörpers der Kultnsgemeinde, während der Amtsleiter Braun als Sekretär des Bethänsvorständes die schmeichelhafte Zuschrift desselben zur Verlesung brachte. Oberkaichor Singer überbrachte, in Begleitung des Oberkantors Bane r, Kantors L ö w i t und Sekretärs Dr. L ö w y. in launiger Rede die Glückwünsche dessösterr.-ungar. Kantoren-Vereines. Oberkantor Guttmann übergab den künstlerisch reproduzierten Mischeberach nnd nach seinen innigen Worten sprach Herr Grodzensky namens des Männerquartetts, das einen Silberpokal deni Jubilar überreichte, worauf der Männerchor die Hymne „Die Himmel rühmen" meisterhaft znm Vortrag brachte. Im Namen des „Vereines zur Bekleidung armer alter Männer", dessen langjähriges Mitglied Herr Heiman n ist, sprach dessen Präsident Isidor Schwarz herzliche Glückwünsche als Geleite zum sinnigen Geschenke dieses Vereines. Das Mitglied des Knabenchores, Armin W e l t n e r, richtete innige Worte an den Jubilar und übergab das Gruppenbild des Knabenchvres, der den „Tag des Herrn" zu Gehör brachte. Herr Professor Josef Sulz er sandte seinem beliebten Mitarbeiter gleichfalls ein wertvolles Ehrengefcbent. Die Glückwünsche des Männerchores vom Stadttempel, der unter Führung seines Dirigenten Herrn Josef Z e l l u i k erschienen war, brachte letzterer in herzlichen Worten I zum Allsdruck und überreichte das Ehrengeschenk. Im Namen des Synagogensänger-Vereines brachte Obmann S. L e ui b e r g e r als sinniges Geschenk einen schön verzierten Taktstock nnd beglückwünschte den Jubilar. Als Beweis der großen Sympathien und Wertschätzung, deren sich Julius H e i m a n n in deu weitesten Kreisen erfreut, dienen die zahlreichen Kundgebungen, die ihm von nah und fern zngekommen. Eine besondere Auszeichnung ward dem Jubilar zuteil durch bas persönliche Erscheinen des greisen Seelsorgers Dr. Schmied!. Im Kreise der Kollegen, die der Jubilar am Samstag Abend zu sich eingeladen hatte, wurde noch eine recht gemütliche Schlußfeier begangen, wobei Humor und Kunst in launigen Reden und ansgezeichneten gesanglichen Darbietungen reichen Ausdruck fauden. Wien. Sonntag, den 28. Juni, 3 Uhr nachmittags, findet im Tempel, XX., Kluckygasse, die Trauung des Frl. Berta E l t b o g e n, Tochter des hochverdienten Obmannes des Brigittenauer Tempelvereines, Herrn Hermann E l t b o g e n, mit Herrn Richard Dubsky statt. Wien. Der hohe k. k. niederösterr. Landesschulrat hat mittels Erlaß vom 14. Mai 1908, Z. 436, Herrn M. G. Allenberg, Kantor. Bürgerschni-Religions- und Talmud-Thoralehrer in Liesing-Wien, behufs Eröffnung einer hebräischen Sprach- und Bibelschule im Wiener Polizeirayon die Kouzeisiou erteilt. Danksagung. Anläßlich meines 50jährigen Bernfsjubiiänms sind mir so überaus zahlreiche ehrende Kundgebungen zngekommen, daß ich mich außerstande fühle, jedem Einzelnen zu danken. Ich entbiete demnach auf diesem Wege zuvörderst dem Vertreter und Dolmetsch der Glückwünsche des Bürgermeisters der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien, der Bezirksvertretung des II. Bezirkes, der löbl. Presse, dem verehrten Vorstande und den geschätzten Bethansvorständen der Wiener israelitischen Kultnsgemeiude, dem ehrw. Rabbinate, den Herren Oberkantoren, den Korporationen, den lieben Kollegen, Freunden nnd Bekannten, sowie allen, die durch Wort nnd Schrift und sonstige Beweise ehrenden Gedenkens meine Jubelfeier verherrlicht hatten, den innigsten tiefgefühltesten Dank. Julius Hermann, Chordirigenl am Tempel der Leopoldstadt. Danksagung. Für die schöne Widmung, mit welcher unser Dirigent Herr Kantor Josef K i j e w s k y unseren Verein ausgezeichnet hat, indem er seinem verbreiteten Werke den Namen „Schir chodosch“ beilegte, sagen wir ihm auf diesem Wege unserem herzlichsten Dank. Auch bitten wir Herrn Kijewsky, unseren Verein auch ferner mit seinem musikalischen Talente und mit seiner Tatkraft helfend zur Seite zu stehen. Der Israelitische M ä n n e r g e s a n g s v e r e i n ,,861m' Chodosch“ in Pozsony. Für die hiesige Synagogen-Gemeinde werden mr Mine Cborsänoer -m gesucht. Gehalt, je nach den Leistungen, 40, 50, 60 Mark monatlich und darüber. — Baldige Meldungen sind zu richten an __ , _. , £a. Birnbaum, Oberkantor der Synagogengemeinde Königsberg (Pr.) Schnürlingstrasse 25.

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