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Die Wahrheit · 1908-05-15 · Heft 19 (15.5.1908) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1908
Issue
Heft 19 (15.5.1908)
Date
1908-05-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1 Nr. 19 Die Wahrsten Seite 7 Ägyptischem Gebiet), Ualka'it-Wohei-Tscholga und zurück (siehe Seite 87/89 seines Berichtes). Für meinen Weg werde ich die Angaben von Abbadie und Halevy als Grundlagen nehmen. Ich will alle von diesen beiden Gelehrten genannten Provinzen durchreisen. Ich will den Blauen Nil überschreiten, um in Godscham einzudringen, Damot und Agumedär durchqueren, Knara. Adschasar mtb^ Tagessa, östlich vorn Tana, besuchen. Danach will ich hinaus nach Dembya und Gondar, nördlich vom Tanasee, wieder hinab nach Begemender und endlich nach Balassa und Simen. Von Simen geht mein Weg nach Ermatschoko und llalkart. Hieranr dnrchschneide ich Tacass, gehe nach Schira, Tsembila und von dort durch Axnm und Adua zurück über Erythrea. Verschiedene Uachrichte». Wien. (I f r a e l i t i i ch e K u l t n s g e m e i n d e.) Die für Sonntag, den 17. Mai 1908, 10 Uhr vormittags anberanmte öffentliche Plenarsitzung des Knltnsvorstandes findet nicht statt. Wien. (K a i s e r F r a u z - I o s e s - I n b i l ä u m s - T e m p e l.) Auf Grund einer allerhöchsten Ermächtigung ist die Bewilligung erteilt worden, daß der Tempel des Tempelvereines im X. Bezirk die Bezeichnung: „K a i s e r F r a n z - I o s e f s - I u bi l ä u m s - T e in p e l für de n X. W i e n e r G e m e i n d e b e z i r k" führe. Die diesbezügliche Verstündigung hat folgenden Wortlaut: An den Herrn Obmann des Tempelvereines für den X. Gemeindeberirk Favoriten in Wien, zu Händen des Vertreters Herrn Dr. Gustav Lang st e i n, Hof- und Gerichtsadvokat, Wien. Der Herr Minister für Kultus imd Unterricht hat mit Erlas; vom 14. April 1903 Z. 1948 über Ansnchen des Jfraelirifchen Tempelvereines für den X. Gemeindebezirk Favoriten, in Wien, auf Grund Allerhöchster Ermächtigung gn bewilligen gefunden, daß der von diesem Vereine errichtete Tempel die Bezeichnung „Kaiser Franz-Josef-Jnbiläums-Tempel für den X. Wiener Gemeindebezirk" führe. Hievon wird der Verein unter Rückschluss der Beilagen der Eingabe vom 28. Feber 1907 in Kenntnis gesetzt. Für den k. k. Statthalter. Wien. Fräulein Frieda K o h n, Tochter des Landesschulrates Dr. Gustav Kohn, Vizepräsident der Wiener israel. Kultusgemeinde, hat sich mir Herrn Med.-Dr. Leopold K n o p f, Assistent der allgemeinen Poliklinik, verlobt. Wien. Samstag, den 9. d. M. fand im Tempel in der Seitenstettengasse die Barmizwah des Sohnes des Reichsratsabgeordneten Dozenten Dr. Arthur M a h l e r statt. Der Konfirmand, an den Oberrabbiner Dr. G ü d e m a n n nach Bortrag des üblichen „Mffcheberach" durch Oberkantorstellvertreter Ton F n ch s eine eindrucksvolle Ansprache hielt, las mit vielem Verständnis die Haftara. Der Vater des Barmizwah, sowie besten Großvater und dessen Onkel, Kultusvorsteher Max Frau k, wurden aus diesem Anlässe zur Thora gerufen und spendeten namhafte Beträge für wohltätige Zwecke. Nach Beendigung des Gottesdienstes brachten die zahlreich anwesenden Freunde der Familie dem Konfirmanden und dessen Eltern die herzlichsten Gratulationen zum Ansdrucke. Wien. (E i n A pp e l l an un s er e Iu g e nd.) Gelegentlich einer Ansprache an einen Barmizwah-Knaben hob am vergangenen Sabbat Herr Rabbiner D'r. S ch m i e d l, anknüpfend an den Text von der Omer- Zählung, mit Bedauern die geringe Zahl der Andächtigen in den Wochentagen beim Mariw-Gebete und der Sephira hervor und wandte sich an unsere Heranwachsende männliche Jugend mit dem Wunsche, dieselbe möge sich rege an diesem und dem sonstigen Gottesdienste in Begleitung auch ihrer Lehrer — die Religionslehrer sollen zu den.f l e i ß i g ft e n Besuchern des Gotteshauses gehören —. einfinden. Das Gotteshaus werde dann auch nicht während der Woche sovereinsamt daslehen. Die Worte machten tiefen Eindruck. Wien. Am 10. Mai ist in Abbazia der daselbst zur Erholung weilende kais. Rat Adolf Llchtbla u, Herausgeber des „Gambrmns", plötzlich gestorben. Der Verblichene entfaltete nicht nur eine fruchtbare literarische, sondern auch eine weitumfassende gemeinnützige Tätigkeit, und gehörte zu den populärsten Persönlichkeiten der Wiener Gesellschaft. Besonders der Verband der Fachschriftsteller, dessen Gründer und Präsident Adolf Lichtblau war, sowie der Tempeloereiu im IV. und V. Wiener Gemeindebezirk, für dessen Förderung und Entwicklung er seit Jahrzehnten eifrig tätig war, werden durch - seinen allzufrühen Heimgang von einem unersetzlichen Verlust betroffen. Das Leichenbegängnis findet Freitag, den 15. d. M-, am hiesigen Zentralfriedhofe statt. Wien. (Verein zur Hebung d e r G e w e.r b e i n W len.) Am Samstag, den 9. Mai d. I. fand bei zahlreicher Beteiligung-der Mitgliedschaft unter dem Vorsitze des Präsidenten ' B r o d die XVIII. o r d entliche General-Versammlung .dieses Vereines statt. Aus dem von dem Präsidenten erstatteten Jahres-Berichte konnten die Anwesenden, darunter eine stattliche Anzahl von Architekten und. Baumeistern, entnehmen, welche Fülle ernster Arbeit dieser Verein auchimabgelaufenen Jahre geleistet hat und wie die Leitung dieses Gewerbe-Verbandes in wärmster Weise für die Interessen des Handels- und Gewerbestandes bemüht ist. Reicher- Beifall der Versammlung lohnte-die-Ansführungen' des Vorsitzenden. Hierauf erstattete der Kassa-Verwalter Herr S. Steiner den Kassa-Bericht, welchem auf Antrag des Revisor I u e r unter Beifall das Adsolntorium erteilt wurde. Sodann hielt Herr Sradtbaum e i st e r und Bezirksrar Edmund Melcher einen Borcrag über: „D i e Uu terfaiigung eines vier Stock hohen bewohnten Hauses im IX. Bezirke." Der Vortragende verstand es geradezu meisterhaft über das an und für sich trockene Thema in derart populärer und inrereffanter Form zu sprechen, daß die Versammlung mit sichtlichem Interesse den Ausführungen des Vortragenden folgte und seine Bemühung durch reichen Beifall entlohnte. In schwunghafter Weise dankte der Präsident '-Sr ob dem Vortragenden für seinen hochinteressanten und belehrenden Vortrag. In einer Debatte, nahm Herr Baumeister S ch w a d r on das Wort. Herr B u ch w a l d drückte dem Präsidenten, sowie dem Vorstande im Namen der ganzen Versammlung für deren zielbewußte Tätigkeit den Dank aus, worauf der Präsident mit dem Danke für das Erscheinen die XVIII. ordentliche General-Versammlung schloß. Wien. (Tempelbauverein des VIII. Bezirkes der Stadt Wie n.) Sonntag, den 17. d. M.. 10 Uhr vormittags, findet im Jofefstädter Tempel, VIII., Neudeggergaffe 12. die Mädchen- Ko nf i r m a t i o n statt. Wien. (Erstes israel. R e k o n v a l e s z e n t e n h e i m für arme Frauen und Kinder. Vereinskanzlei: VIII., Neudeggergaffe Nr. 12.) Sonntag, den 17. Mai 1908, 11 Uhr vormittags, findet mt Sitzungssaals. VIII., Neudeggergaffe Nr. 12, die XI. ordentliche G e lt e ra l v e r s a nt m l n n g statt. Tagesordnung : 1. Rechenschaftsbericht pro 1901. 2. Kassabericht pro 190t. 3. Erteilung des Absolutoriums. 4. Wahl der Revisoren. 5. Siatutenändernng. 6. Anträge und Interpellationen. — Gäste willkommen. Wien. Sonntag, den 31. Mai 1908, präzise 10 Uhr vormittags, findet rn den Räumlichkeiten des isr. Hnmanirätsvereines „Wien" B'nai B'rith, IX., Universitätsstraße 4, eine außerordentliche Generalv e r s a m m l u n g des „H i l f s v e r e t n e s für die notleidende jüdische Bevölkerung in G a l i z i e n" statt. Tagesordnung : Wahlen in die Vereinsleitung. - Der Beschluß der letzten ordentlichen Generalversammlung, die Zahl der Mitglieder der Vereinsleitung voll 30 auf 42 zu erhöhen, wurde seitens der Staatsbehörde zur Kenntnis genommen. Es ist nunmehr die Wahl von 12 Mitgliedern für die Vereinsleitnng voiznnehmen. Sollte die Versammlung nicht beschlußfähig sein, so findet eine halbe Stunde später eine neue Versammlung mit derselben Tagesordnung statt, die ohne Rücksicht auf die Zahl der Anwesenden unbedingt beschlußfähig ist. Wie». Der Israeli tische Humanitärs-Verein n:rn zur Ausstattung heiratsfähiger Mädchen, II., Große Sperlgasse Nr. 32—34, der durch seinen früheren Vorstand so unliebsames Aufsehen erregte, hat in der am 11. Mai stattgehabten Generalversammlung eine völlige Neukonstituierung des Vorstandes vvrgenommen, der nunmehr ein gedeihliches Wirken des Vereines anbahnen soll. Gewählt wurden: Präsident: Heinrich Taub, Weinhändler, II. Zirkusgaffe 38. Vize-Präsident: Bernhard G r ü n f e l d, Spirituosenhändler, II., Große Sperlgasse 15. I. Schriftführer: Hugo Klein, Cafötier. II., Zirknsgasse 14. II. Schriftführer : Adolf Holzer, Kaufmann. IX., Hahngasse 26. I. Kassier: Emanuel Taub, Konfektionsgeschäft, II.. Glockengasse 13. II. Kassier: Ferdinand Sperber. Kaufmann, II.. Gr. Sperlgasse 32. Kontrolore: Josef Fuchs, Sekretär der isr. Kulmsgemeinde, II., Ferdinandsstraße 23. Gustav Kohn. Disponent. II.. Gr. Stadtgutgasse 7. Ausschuß: Julius L e i t n e r, Fabrikant. II., Untere Donaustraße 39. S. M. H ö n i g sb e r g, XV., Krantzgasse 20. David K. G a n s l. Bettfedernhändler, II., Taborstraße 17. Simon Schlesinger. Fleischhauer. XX.. Wallensteliistraße 16. Adolf Fischer, Möbelhäudler, XVI., Ottakringerstraße 29. Dav d R a b b, Spirituosenhändler, II., Förstergaffe 8 Wien. Der „E r st e O e st e r r. Rechtsschutz-Verein für Hausierer" in Wien und der Bethausverein „Freundschaft und Brüderlichkeit" veranstalten, wie alljährlich, am 17. Mai l. I. um 6 Uhr abends, als am Sterbetage nach ihrem Ehreumitgliede und Protektors des Herrn k. k. Kommerzialrat Ignaz Zucker s. A. in ihrem Tempel, II.. Taborstraße 59 (im Hofe. Hochparterre», einen Traner-Gottesdienst und laden -sowohl alle Mitglieder beider Bereute, als auch alle Verwandte und Bekauute des so je Dahiugeschiedenen, zur Teilnahme an dieser Tranerfeier höflichst ein. Den Nachruf wird Se. Ehrw. Herr Lekror Friedmann halten. Der gemeinschaftliche Besuch des Grabes findet am selben Tage um ^10 Uhr vormittags statt. Zusammenkunft bis 8 Uhr früh im Tempel II., Taborstraße 59, bis ^»10 Uhr beim I. Tor des Zentralfriedhofes. Budtveis. »Eine Synagoge au» bem 14. I ährst it n d e r t.j Beim Niederreißen des in der Sterneckgaffe gelegenen Hauses Nr. 219 wurden Spuren alter Gotik und Reste von Sgrafittomalereien anfgefunden. Da dies der Vermutung Raum gab, daß es Banreste einer alten Synagoge seien, wurden die Temolierungsarbeiren mit großer Vorsicht fortgesetzt, und man fand tatsächlich nach Entfernung einer Mörtelschichte hebräische Inschriften, deren eine man auch entziffern konnte. Dieselbe ist ein Bibelspruch und lauter: „liebe das Gute, meide das Böse Diese Entdeckung hat hier lebhaftes Interesse hervorgerufen, und auch der Verein zur, Erhaltung jüdischer Denkmäler in Wien hat die Budweiser Kultusgemeinde aufgefordert, sich dafür einzusetzen, daß womöglich das aufgefundene merkwürdige Baudenkmal erhalten bleibe. Es wurden von dem bereits freigelegten Teile des alten Bethauses Photographien abgenbmmen, und die Forschungen werden fortgesetzt. Wie aus den im Budweiser Stadtarchiv Vorgefundenen Aufzeichnungen zu ersehen ist. stammt die Synagoge aus dem 14. Jahrhundert, da sie schon rm Jahre 1380 erwähnt wird und bereits 1341 König Johann von Luxemburg die Ansiedlung

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