Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1908-02-21 · Heft 8 (21.2.1908) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1908
Issue
Heft 8 (21.2.1908)
Date
1908-02-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3062972-3063418-3063426--05313-3072225
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 7 Die Wahrheit Leite 9 Anträge. Ferner findet Nachmittag um 1/24 Uhr eine gesellige Zusammeni kunft mit Vorträgen und Tanz statt, welche gleichzeitig eine Vorbesprechung für das am 4. April im Verdandsheim, YI., Königseckgasse, stattfindende ' große Schonturnen sein wird Regiebeitrag inkl. Garderobe 50 Heller. Um | zahlreiches Erscheinen bittet die Bereinsleitung. Wien. iJüdische Toyu bestalle XY., Herklotzgassr Nr. 21.) Einen überaus reichhaltigen künstlerischen Genuß bot das Komitee, das sich zur Aufgabe stellt, die edlen Tendenzen der Toynbee-Halle in den Wiener westlichen Bezirken zu propagieren, mit dem am 15. d. M. veranstalteten Konzerte den nach Hunderten zählenden Besuchern. Mit vollendeter! Kunst brachten die beiden Töchter des Präsidenren, Frl. Grete und Erna , Samuel y, zwei Sätze ans der Suite von Goldmark auf der Violine! (Frl. Erna Sainuely) und Klavier «Frl. Grete Samirely) zum Vortrage. > Die Gavotte von Rameau sowie die Arie von Bergolesi ernteten stürmischen! Beifall, der noch eine Steigerung fand, als eine der trefflichen Violinistin i von ihrem Lehrer Stojauovic gewidmetes reizendes Tonstück die Zuhörer entzückte. Geradezu frenetischen Beifall lösten die Liedervortrüge der mit > einer herrlichen wohlgeschulten Stimme begabten Konzertsängeriu Frl.! Emmy Heim ans, und unter znstimmeuden Zurufen der begeisterten 1 Zuhörer konnte der Obmann, Herr Oberrevideilt S r r a ch, die Künstlerin \ und deren Gesangslehrerin Frl. M i t t e r zu dem außerordentlichen Erfolge j beglückwünschen. Lebhaft akklamierr waren auch die in wahrer Empfindung! und mit vielem Talent von Herrn Emil Tanz vorgerragenen Dichrnngen Morris Rosenfelds u. a„ die zwischen den Konzertstücken dargeboten wurden. Die Beranstaltuiigen finden im Veremshause feden Samstag abends bei; freiem Eintritt statt. Beginn 7V2 H£n‘- Am 22. d^ M. Vorlesnug eigener! Dichtungen dilich den Schriftsteller Herrn Iork-steiner und Konzert! mit Liedervorträgen des Herrn Kantors F r i e d l ä n d e r. > Linz Am Sonntag, den 9. d. M., wurde Herr Salomon Schwager! ans Kleinmünchen, Vater unseres hochverehrten und verdienstvollen Kultus- : Vorstehers, Herrn Benedikt S ch w a g e r, un hohen Alter von 80 Jahren : zil Grabe getragen. Der Verblichene erfreute sich ivegen seines biederen Charakters und Fromuigläubigkeit des besten Rufes Welch großer Wert- - schätznng sich die trauernde Familie erfreut, ersah man daraus, daß sich! trotz der stürmisch-regnerischen Witterung alle Schichten der hiesigen! .Jndengeineinde und auch ans Kleinmnncheit an dem Leichenbegängnisse j beteiligten. Herr Rabbiner M. Friedman n hielt in der Trauerhalle! eine ergreifende Grabrede uild Herr Oderkantor L ö w e n s o h n versah die 1 gesangliche Trauerfunktion. Graz Sonntag, den 16. Februar a. c., war in unserer Knltnsgemeinde ein doppelter Festtag. Am Vormittag wurde seitens der Gemeinde-; Vertretung und aller konfessioneUer Vereine unser Präses, Herr Bernhard; Bille r, aus Anlas; der Absolvierung seiner unnnlerbrochenen 10jährigen Amtstätigkeit gefeiert. Herr Präses Bernhard Biller wurde vom Präsesi stellvertreter. Herrn David Stern, abgeholt und in den Sitzungssaal geleitet, wo bereits der Knltusrar sowie die Vertretungen der verschiedenen Vereine versammelt waren. Der Präsesstellvertreter hielt ail den Präses eine schwungvolle Ansprache, in welcher er dessen Verdienste gedachte und welche mit einem dreifachen Hoch auf den Gefeierten endete. Hierauf wurde das vom Kultusrate gewidmete Oel-Porträt des Präses enthüllt; daran schlossen sich Ansprachen au den Gefeierten seitens aller Vereine, sowie der Beamtenschaft, welche der Präses einzeln erwiderte. Nachmittags fand die Jnstallationsfeier des neugewählteu Rabbiners, Herrn Dozenten Dr. David Herzog, statt. Mit dem 1 Nhr-Eilzuge traf derselbe hier ein und wurde am Bahnhöfe vorn Präsidium der Knltusgemeinde und der Chewra Kadischa erivartet. Im Wartesaale 1. Klasse, den der Stationschef bereitwilligst zur Verfügung stellte, begrüßte Herr- Präses Biller den Herrn Rabbiner mit einigen Worten, worauf die Versammelten in langer Wagenreihe in die Stadt fuhren. Ilm 3 llhr wurde der Herr Rabbiner vom Präsesstellvertreter, Herrn David Ster n, die Frau Rabbiner von Frau Laug zur Fahrt in den Sitzungssaal abgeholt, wo sich bereits der Knltusrat mit dem Präses, ferner der Vorstand der Chewra Kadischa, des Fraueuvereiues, des Vereines Matnoth. Anijim, des akademischen Vereines Charitas, des Vereines Zion, des jüdischen Turnvereines, sowie Deputationen aus Klagenfnrt, Judenbnrg, Leoben und Csakathurn versammelt haben. Herr Präses Biller hielt hier an den Herrn Rabbiner eine längere Ansprache, desgleichen die Vertreter der Vereine und Deputationen, worauf der Herr Rabbiner jedem Einzelnen kurz erwiderte. Hierauf begaben sich die Versammelten in geordnetem Zuge in die bis auf das letzte Plätzchen dicht besetzte Synagoge. Präses und Präsesstellvertreter sowie der Rabbiner betraten das Almeminor, wo ersterer nenerdings an den Herrn Rabbiner eine Ansprache hielt, in welcher er vorerst des Heimgegangenen Rabbiners Dr. Samnel M ü h s a m gedachte, dann dem neuen Rabbiner Handschlag und Gelöbnis abnahm und ihm Rabbinersitz und Kanzel anwies, worauf der Rabbiner die Antrittsvr-'digt hielt. Die würdige Feier schloß mit einem Gebete für den Kaiser und die kaiserliche Familie sowie für die Würdenträger. Von Honoratioren waren in der Synagoge erschienen: Landeshauptmann Graf A t t e m s, Korpskommandant F. M. L. P o t i o r e k, Oberlandesgerichtspräsident Dr. R. v. P i t r e i ch, Herreiihausmitglied Dr. Ignatz Graf A t t e m s. Bürgermeister Dr. Franz Graf, Bnrgermeisterstellverrreter Ertl, Oberstaatsanwalt Hofrat A m s ch l, Polizeidirektor Regiernngsrat R. v. W e y d a. Statthaltereirat Freiherr v. C a m e r l a n d e r, Statthaltereirat Edler v- S ch i ck h, Regiernngsrat Direkcor Dr. S t e i n w e n t e r, Hauprmann K r e i p n e r in Vertretung des Platzkommandanten, Vikar Färber und viele andere Persönlichkeiten. Ihr Fernbleiben haben entschnldigt: Statthalter Graf Manfred C l a r n und A l d r i n g e n. Landespräsident von Kärnten Robert Ritter v. Hein, ' Landesprüsideut von Krain Theodor Freiherr v. Schwarz. Ztatthalterei-Vizeprüsldent Dr. Eugen Net oliczka, Hofrat der Statthalterei Dr. Karl König, Landesschulinspektor L. L a m p e l und viele Andere. Von Auswärts kamen zahlreiche Entschuldigungen und Gralnlarionen, u. a. von Oberrabbiner Dr. G ü d em a n u, Wien, Oberrabbiner S t e i n. Tyrnau, Rabbiner Dr. G r u nw a l d, Wien, Dr. B r e t t h o l z, Triest, Ehrlich. Körmend. Dr. Ern st, Warasdin, Allgem. ö ft. isr. Bund, Wien, von den Kulcusgemelnden: Wien, Prag. Smichov, Baden, Wr. Neustadt, Linz, Agram, Essegg, Tpruan, Steiuamanger, Gr.-Kanisza, Innsbruck. — Abends wurde ein glänzendes Festbankett abgehalten. Den Reigen der Reden eröffnere Herr Präses Biller mit einem stürmisch akklamierten Toaste aus Seine Majestät den Kaiser, worauf noch viele Toaste auf den Rabbiner sowie auf die verschiedenen Würdenträger der Knltnsgemeinde folgten. Brünn. (I ü d i s ch e r K n l r n s w ä b l e r v e r e i n.) Bei der am 12. d. M. staltgefnndenen Generalversammlung wurden folgende Herren in den Ausschuß gewählt: Obmann : Adolf S ch a l l i n g e r : Obmannstellvertreter : Dr. Th. H a a s, Leopold F i s ch h o f; Schriftführer : Redakteur Max H i ck l. Max Lustig; Kassiere: Kornelius S r r a ch, B. T i n t it e r; Ausschüsse : Sigm. H i ck l, Max Singe r, A. Singer: Revisoren : Leo B a n m g a r t e n, Mor. W e l l i s ch. Marienbad. Ter in voriger Nummer dieses Blattes veröffentlichte Nekrolog über Herrn Ignaz F i s ch l bedarf einer Richtstellnng, indem daselbst mirgeteilt ivnrde, das; der Tempel unter dem Vorsteher S. Sin g e r erbaut wurde, während es richtig „nnrer dem Vorsteher S un o n" heißen soll. Gleichzeitig sei ans einen Irrtum aufmerksam gemacht, den der Artikel in der „Oesterr. Wochenschrift" enthielt. Derselbe begann mit den Worten: „Der Marienbader Knltnsprüsideiir ist tot", während Herr Jgn. Fischt schon seit 18 Jahren nicht mehr dem Kultusvorstande angehört. Holics. Die hiesige Gemeinde veranstaltet Sonntag, den 23. d. M.. 2 Uhr nachmittags, einen Trauergoltesdienst anläßlich des Ablebens ihres hochgeehrten Rabbiners Hermann P o l l a ch. Zur Abhaltung der Trauerrede wurde Herr Bez'rksrabbiner M a r m o r e k ans Szenicz berufen. Herm -Mestec. Vor kurzem ist hier im hohen Alter der als bedeutender Talmudgelehrter bekaniite Rabbiner Dr. Nehemias K r o n b e g. verschieden und wurde unter allgemeiner Trauer und vielfachen Ehrenbezeugnngen zur Erde bestattet. Die Gemeinde verliert einen anfopfernngsfähigen und entfagnngsreichen Seelsorger, dessen Andenken nie entschwinden wird. Er ruhe in Frieden! Tyrnau. Herr Osias K o v f st ü ck, Oberkantor der hiesigen Israel. Knlrusgemeiiide, hat sich mit Frl. Honora, Tochter des Kansmannes Herrn Isaak G r ü n b e r g in Kamenetz-Podolsk l Rußland) verlobt. „Esther." Dramatisches Fragment in zwei Aufzügen von Franz Grillparzer. Um drei Aufzüge vermehrt und beendigt von S. Bineta. Dritter A u t z u g.*) Saal im königlichen Schlosse. Auf der rechten Seite des Borgrnndes ein tevpichbehangener Tisch mit Stühlen. Der König kommt mit Esther durch die Mittellüre, hinter ihr Hofleute. die im Hintergrund bleiben. K ö n i g. Sei ruhig, liebes Weib! Es ist das Schicksal Der Könige, daß, wie der weite Aether, Sie einerseits die Gipfel aller Größe Und andrerseits des Abgrunds düstre Nacht Ulnivaunen und durchdringen. Lust und Weh. E st h e r. Wärs irgend sonst ein unvermeidlich Schlimmes; Dock daß um meinet-, meinetwillen dir Ein Unheil droht; nein, ich ertrag' es nicht! König. So glaubst Du alio: mir um deinetwillen? Ich fürchte fast, daß, weil du mir gehörst. Dein Dasein man bedroht, und irre nichr. Denk' ich den Ort, von wo der Anschlag kam. Die Menschen, die als Werkzeug man ersehn. Find' ich, daß — abgerechnet jene Scheu, Mit der die Majestät den Schlichtsten, Letzten In unsichtbaren Banden hält und bindet — Kein Vorteil leuchtet der verruchten Schar Ans ihres Königs, meinem Untergang. Indes der deine ihrer Hoffnung schmeichelt. (Zu einem ans dem Gefolge.! Wo ist der Mann, der jenen Zettel gab? Der A n g e r u f e n e (vortrerendi. Er kam. begehrte Einlaß bei der Königin, Und als man, wie natürlich, es verweigert. Schrieb er die Zeilen, die ich eben gab. Und ging und mar seitdem nicht mehr gesehen. (Er zieht sich zurück., *) Die kleingedrnckren Geivräche sind der Schluß des Grillparzerschen Fragmentes.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.