Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1908
- Issue
- Heft 5 (31.1.1908)
- Date
- 1908-01-31
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5. Die Wahrheit Seite 7. greiflich zu mache», daß man auf falscher Fährte sei, so man nur auf äußere Schönheit, auf eine imposante Gestalt einen allzugroßen Wert legen zu dürfen glaubt, da selbst der beste und tenei'fte Wein in einem silbernen oder goldenen Gefäße ungenießbar wird, ' während er in alten unansehnlichen Gesäßen geschmackvoll bleibt." (Taanit. 7.) Die Menschen aber waren leider immer so, haben stets auf äußere Formen und Gesten, aus feine Manieren und theatralische Geberden, auf schöne hohle Phrasen und berückende Redensarten mehr Gewicht gelegt, als auf inneren Gehalt. Li Jioodoia. jireh laenajim. waadonai jireh. lalewow. „Der Mensch schaut nur auf das Aeußere, Gott aber ins Herz." (Sainnel I., 16, 7.) Verschiedene Nachrichten. Wien. Freitag-Abend, den 31. Jänner 1908, Predigt im Leopvldftäbter Tempel. Wien. (I s r a e l i t i s ch e K u l tu s g e m e i n d e.) Spendenliste für die Plenarsitznng am 28. Jänner 1908. Stanislaus Loewenberg noe. der Erben der weil. Frau Amalie Wechsler zur Verteilung an Arme am 24. Jänner 1908 X 2000. Kais. Rat Sigmund Sauber» für die Talmud Thoraschnle K 600. Adolf Schrämet für die Talmud Thoraschule X 400. Familie Baumgarteu anläßlich des 80. Geburtstages des Herrn Emanuel Baumgarten für Arme X 200, für die Jnsasfen des Versvrgungshauses X 100, zusammen K 300. Koloman Tafler für die Talmud Thoraschnle X 200. Marie Stern anläßlich des Todestages ihres Gatten für die Chewra Kadischa X 20. Bethausvorsteher Karl Leinberger für die Talmud Thoraschnle X 50. Anonymus „A d o l f u s" für jüdische Wärinestnben X 13. Hermann E. für Hilfsbedürftige X 10. Ad. Hayek, Mühr.-Ostran, für das Krankenpflegerinuen-Jnstitut X 8. — Für die Brigittenaner Schulküche: Kais. Rat Leopold Sachs X 50. Wilhelm Z i r n e r X 50. N. N. namens einer Stammtischgesellschaft im Eafs Meudl X 20. Familie K o h n X 17. A. R. X 12-50. Philipp Goldmann X 10. Sigmund P., „Hotel Trieft" X 10. A. E. G. X 10. Silvio Roßbach, Reichenberg X 5. Kathi Natzler X 5. Erwin P o l l a k X 4'06. R. Z. in Matzen X 3. „Grete" X 2-50. Karoline W e i ß X 2. F. L u st i g X 2. — Kais. Rat Leopold Sachs für die Bibliothek der Kultusgemeinde: „Stammbuch der Frankfurter Juden", von Dr. Alexander Dietz. Therese W a u t o ch einen Silberleuchter und einen Becher für den Leopoldstädter Tempel. Den Spendern wird der Dank votiert. Im Einlauf werden bekanntgegeben: Zuschrift der k. k. nö. Ststthalterei betreffend die Kenntnisnahme der Konstituierung des Kultus- Vorstandes. Zuschrift des n. ö. Landesausschusses betreffend die Ausschreibung einer Assistenzarztensstelle in der n. ö. Landes-Findelanstalts-Filiale Gersthof, mit der Mitteilung, daß der u. ö. Landesansschuß veranlaßt habe, „daß ui Hinkunft bei den Ausschreibungen von Aerztestellen von der seit vielen Jahren üblich gewesenen Art der Verlautbarung Umgang genommen und rücksichtlich der Zulässigkeit der Beibringung eines anderen Geburts-Dokumentes als des Taufscheines, dem von der Knltusgemeinde geäußerten Wunsche Rechnung gerragen wird". Mitteilung der isr. Knltnsgemeinde Graz von der erflossenen Entscheidung der k. k. n. ö. Statthalterei, betreffend den ungesetzlich erfolgten Religionswechsel eines jüdischen Knaben vor vollendetem 7. Lebensjahr. Dankschreiben des Herrn Emanuel baumgarten für die Glückwünsche des -Vorstandes anläßlich seines 80. Geburtstages. Dankschreiben des Kultnsvorstehers Prof. Dr. Josef P o l l a k anläßlich des Hinscheidens seines Bruders des Herrn Dr. Samuel P o l l a k s. A. Dankschreiben des Vorstandes der Bndapester isr. Knltusgemeinde für die Teilnahme anläßlich des Hinscheideus ihres gewesenen Präsidenten Herrn Sigmund K o h n e r. Dankschreiben des Vereines „Emes Weschulaum" für flen Beschluß des Kultusvorstandes betreffend die Errichtung einer Mikwah. Dankschreiben des Ehepaares Moritz und Fanny Buchhalter für die -Gratulation des Knltusvorstaudes anläßlich ihrer goldenen Hochzeit. Wien. Donnerstag, den 30. Jäiurer, 7 Uhr'abends, findet im Tempelgebände, VIII., Neudeggergasse 12, die ordentliche'Generalversammlung des Tempelbauvereines des VIII. Bezirkes der Stadt Wien statt. Wien. (Vortragszyklus aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur.) Donnerstag, den 6. Februar 1908, präzise '/z8 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekten- Dereines, I., Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn k. k. Regiernngsrates Bros. Dr. Wilhelm Jerusalem statt. Thema: „Spinoza und das Judentum." Eintritt frei, ohne Karten. Wien. (Jüdische Toynbee-Halle.) Die letztwöchentlichen Konzerte der Toynbee-Halle wiesen qualitativ und qnailtitaiiv ein glänzendes Programm auf. Samstag, den 28. Dezember haben die Sängerinnen Frl. P i n e s und Frl. Helmer, sowie die Pianistin Frl. K o r d a lebhafteste Anerkennung gesunden. Am 18. Jänner d. I. ernteten die Sängerin Frl. Grete H o l m, Pianist Cornelius Czerniawski, ein Schüler Leschetitzkys, der Violinist Herr Buchbinder nnd Kapellmeister Stolz vom Theater an der Wien, welcher eigene Liederkompositionen feinfühlig begleitete, reichen Beifall. Stürmisch akklamiert wurde die Arrangeurin der beiden Abende, Gesangsmeisterin Frau Else Freund-Funk. Den Konzertabend, welcher am 25. d. M. in der Toynbee-Halle stattfand, hatte die Gesangspädagogin Frl. Hilda G o 1 d b e r g arrangiert. Bassist A l tm a n n, Baritonist Schwarz, Tenorist N e u m a n n, die Sängerinnen Frl. Hamm erschlag nnd Frl. Weiß, durchwegs Schüler derselben, legten Proben reichen Könnens ab. Frl. Zellermayer erwies sich als treffliche Pianistin. Wohlverdienter Applaus lohnte die schönen Darbietungen dieses Abends. Wien. (K ü n st l e r a b e n d und Ball.) Einen gesellschaftlich und künstlerisch gleich großartigen Erfolg hatte die Veranstaltung zu verzeichnen, die am Montag, den 20. d. Ai. zugunsten dreier eminent wohltätig wirkender Institutionen u. zw. des „Verein zur Errichtung und Erhaltung von Horten für schulpflichtige Kinder", des „Kaiserin Elisabeth Pflegerintten-Jnstitures" und des „Verein zur unentgeltlichen Verpflegung Brustleidender auf dem Lande" in den Sophiensälen startfand. Parkett .und Logen waren bis auf das lehre Plätzchen von einem vornehmen Publikum besetzt, das mit einer bei derartigen Veranstaltungen seltenen Ruhe und Aufmerksamkeit den erlesenetr Geuüffen lauschte, die das geschmackvoll gewählte Programm bot. Männer der Gelehrtenwelt. Industrie und Haute finance hatten in ansehnlicher Zahl mit ihren Familien der Einladung des Komitees Folge geleistet. Nach einigen von der Kapelle des Musikdirektors Johann Müller uilter dessen persönlicher Leitung exakt vorgetragenen Piecen leitete die Violinistin Frl. Erna S a m u e l y den Abend mit der trefflichen Wiedergabe zweier Konzertstücke ein. Der schöne, vorzüglich geschulte Baryton des Berliner Konzertsüngers und Gesangmeisters Gustav Friedrich und dessen vornehme Vortragsweise failden lebhafte Anerkennung. Ihr starkes Talent bewies Lia R o s e n in ernsten und heiteren Rezitationen, mit denen sie größte Wirkung erzielte. Lauten Beifall erntete Hofopernsüngerin Grete F o r st für den Vortrag einiger Koloratur-Arien und mit hellem Jubel begrüßt, mußte Kammervirtuose Alfred Grünfeld immer wieder Zugaben leisten. Nunmehr leitete Frau Peppi Glöckner-Kramer in ihrer bekannt wirkungsvollen Weise durch Liedervorträge den heiteren Teil des Abends ein. Bnrgichauspieler Otto Treßler, dessen humoristische Vorträge wahre Lachsalven erregten, wurde lebhaft akklamiert. Den Abschluß des Akademie-ProgrammeS im großen Saale bildeten die temperamentvoll oorgetragenen Lieder des Frl. Lomse Kartousch, und nun begann daselbst ein vornehmes Ballfest, für welches Ballettmeister Julius Singer das Tanz-Arrangement übernommen hatte. Der kleine Sofiensaal war indessen in ein „Gemütliches" verwandelt worden. Eine Reihe von Kunstkräfteir — allen voran Frau Mela Mars mit Kapellmeister Bela L a s z k y — sorgte hier bis in die frühen Morgenstunden für die Unterhaltnng der Gesellschaft. Den schönen Zwecken dieser höchst gelungenen Beranstalrung wird gewiß ein reichliches Erträgnis zufließeu. Alle Anerkennung gebührt dem tüchtigen Komitee, das mit Geschick und Umsicht seine Aufgabe gelöst hat. Wien. Sonntag, den 26. Jänner ist der Religionslehrer Philipp O e h l e r zu Grabe getragen worden. In schlichter Bescheidenheit und ohne jede Bordrünglichkeit, nur seinem hohen Berufe zu leben, die Liebe zur angestammten Religion in die Herzen der Jugend zu pflanzen und ferne eigene Kinder zu tüchtigen Menschen und guten Inden heranzubilden, das war das Lebensziel dieses Mannes, der von der breiteren Oeffentlichkeit nur wenig gekannr, von seinen Berufskollegen aber geschätzt und geachtet wurde. Groß war die Schaar der Leidtragenden, die sich besonders aus Fachkreisen in der Zeremonrenhalle am Zentralfriedhofe versammelte. Die kantorale Funktion versah I. Kantor Schleifer vom Fünfhauser Tempel mit tiefer Empfindung, worauf Rabbiner Dr. Grünwald dem Verblichenen einen kurzen, aber gehaltvollen Nachruf widmete. Es sprachen ferner Religionsinspektor Professor Dr. Lang fel der, in Vertretung der israelitischen Knltusgemeinde, Religionsinspekror Professor K a n i tz für die Lehrerschaft, Religionslehrer Breuer für den Lehrerverein „Esra" und der Neffe des Verblichenen, Rabbiner Dr. Löwin aus Nikolsburg namens der Familie. Am Grabe nahm Rabbiner Kramer als langjähriger intimer Freund mit bewegten Worten Abschied von dem Verblichenen. Mit der Rezitation des „DI mole rachamim" durch Herrn Kantor Inda Roma n waren die letzten Ehren, die einem verdienstvollen Bildner der jüdischen Jugend erwiesen wurden, beendigt. Wien. Der israelitische Religionslehrerverein „E s r a" veranstaltet Sonntag, den 9. Februar d. I., 7 Uhr abends, in der Religionsschule der Knltnsgemeinde, I., Seirenstetteugasfe 2, einen Vortragsabend. Herr Rabbiner Dr. M. Rosen m a n n wird über „Die jüdisch-aramäischen P a p y r i f u n d e in Assuan n n d Elephantine und deren Bedeutung f ü e die B i b e l k u n d e" sprechen. Gäste herzlichst willkommen. Wien. Am 5. Februar, 8 Uhr abends, findet in der „Urania", 1., Wollzeile 24, der I. Künstler-Abend des Mädchen- und Franenvereines „Krankenbesuch" (Biknr Chaulim) unter freundlicher Mitwirkung der k. k. Hofburgschanspielerin Frl. Lia Rose n, sowie des Herrn Ferdinand G r e g o r i. Mitglied des k. k. Hofbnrgtheaters, starr. - Da sich für diese vornehme Veranstaltung sehr reges Interesse knndgibr nnd keine weiteren Einladungen ergehen, werden die P. T. Mitglieder höflich aufmerksam gemacht, sich für Sitze rechtzeitig vormerken zu wollen. Karten k X 10, 6, 5, 4, 3, 2. 1 erhältlich bei: Lea Bond i, II, Untere Augarrenstraße 38, Telephon 22157; Betty L e n ch t m a n n, II.. Stefaniestraße 10. Telephon 15736; Musikalienhandlung Hugo Knepler. I., Habsburgergasse 2, Telephon 3103. und beim Komitee. Wien. (Jüdische Toynbee-Halle, XV., Herklotzgasse 21.) Der Eröffnnngsabend am 25. d. M. wurde zu einer besonders gelungenen Veranstaltung. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Obniaun des Lokalkomitees, ergriff Herr Rabbücer Dr. G r u n w a l d das Wort, um. in einer den bekannten Meister des Wortes kennzeichnenden Art, die Bedeutung der Toynbee-Halle im allgemeinen und besonders für die westlichen Bezirke zu schildern. In überschwänglichen Worten gedachte er der Verdienste jener Männer, denen diese segensreiche Institution ihr Wesen und Wirken verdankt. Seine Ausführungen klangen in dem besonderen Danke an den Leiter dieser Veranstaltungen im XV. Bezirke, Herrn Oberrevidenten