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Die Wahrheit · 1908-01-10 · Heft 2 (10.1.1908) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1908
Issue
Heft 2 (10.1.1908)
Date
1908-01-10
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Sette 10. Die Waürdett Nr. 2. I. £). B. B -Loge. Eveleth (Minnesota): Einw. 6000, 60 Juden. Fargo (North Dakota): Einw. 14.000. 200 Inden, meist aus Rußland; Schochet. Fort Dodge (Iowa): 200 Inden, Reformtempel. Fort Smith (Arkansas): 150 Juden; Reformtempel. Fort Scott (Kansas): Einw. 12.000. 60 Juden. Fort Worth 1 (Texas): 750 Juden; Resormtempel, orthodoxe Synagoge und mehrere jüdische Vereine. Gainesville (Texas): 150 Juden; Resormtempel und 2 andere jüdische Vereine. Galena (Kansas): Einw. 9000, 50 Juden. Grand Forks (North Dakota): Einw. 14.000. 300 Inden, hauptsächlich aus Rußland; Religionsgemeinde. Hannibal (Missouri): Einw. 20.000. 50 Inden. Hibbing (Minnesota): Einw. 10.000. 200 Juden, meist aus Rußland; Religionsgemeinde und 1 I. 0. B. B.-Loge. Houston (Texas): 2500 Juden; Resormtempel, 2 orthodoxe Synagogen und mehrere andere jüdische Vereine. Hutchonson (Kansas): Einw. 12.000. 16 Inden. Jndependence (Kansas): Einw. 14.000. 16 Juden. Jola (Kansas): Einw. 12.000. 64 Juden. Joplin (Missouri): Einw. 42.000. 150 Juden. Kansas City (Missonri): Einw. 250.000. 5000 Juden; Resormtempel und orthodoxe Synagoge. Leavenworth (Kansas): Einw. 21.000. 75 Inden. Linkoln (Nebraska): 130 jüdische Familien, 40 aus Deutschland, 50 ans Rußland; Resormtempel und orthodoxe Synagoge. Little Rock (Arkansas): 2000 Inden; Resormtemvel, orthodoxe Synagoge und andere jüdische Vereine. Marshall (Texas): 250 Juden: Resormtempel. Minneapolls (Minnesota): Einw. 250.000. (Juden in Minnesota 1300.) Moberly (Missonri): Einw. 12.000. 20 Juden. Muscaiine (Iowa): 30 jüdische Familien. Mnskogee (Indian Territory); 75 Juden. Oklahoma City (Oklabama): 500 Inden; Resormtempel und andere jüdische Vereine. Ortumwa (Iowa): 100 Inden. Palestine (Texas): 20 jüdische Familien; orthodoxe Synagoge. Paris (Texas): Einw. 10.000. 15 Juden. Pine Bluff (Arkansas): 450 Juden; Tempel und mehrere andere jüdische Vereine. Pittsbnrg (Kansas): Einw. 18.000. 50 Inden. Pueblo (Colorado): Einw. 40.000. 350 Juden (200 aus Rußland, Polen und Ungarn); Resormtempel und orthodoxe Synagoge. Quincy (Illinois): Einw. 40.000. 125 Juden; Tempel und eine andere jüd. Religionsgemeinde. Rock Island (Jinois): 500 Juden ans Rußland und einige aus Deutschland; orthodoxer Tempel und mehrere jüdische Vereine vorhanden. San Antonio (Texas): 1200 Juden; Resormtempel, orthodoxe Synagoge und mehrere jüdische Vereine. San Franzisco. (Juden in California: 28.000.) Sioux City (Iowa): 200 jüdische Familien (160 aus Rußland); Reformtempel, orthodoxe Synagoge. Superior (Wisconsin): Einw. 40.000. 500 Juden, meist aus Rußland; 2 Religionsgemeinden. St. Joseph (Missouri): 350 jüdische Familieit (300 aus Rußland und 50 aus Deutschland); 2 orthodoxe Synagogen, I. O. B. B. Loge und mehrere andere jüdische Vereine. St. Paul (Minnesota): 4000 Juden; Reformtempel und orthodoxe Synagoge, mehrere jüdische und zionistische Vereine. Texarkana (Texas): 100 Juden. Topeka (Kansas): Einw. 40.000. 160 Inden. Trinidad (Colorado): Einw. 10.000. 125 Juden (60 aus Rußland); Resormtempel. Virginia (Minnesota): Einw. 8000. 80 Juden. Waco (Texas): Einw. 25.000. 200 Juden. Webb City (Missouri): Einw. 15.000. 25 Juden. Wichita (Kansas): Einw. 28.000. 120 Juden. Weber die Rechtlosigkeit der rumänische» Inden veröffentlicht Pros. v. Bar, der ausgezeichnete Staatsrechtslehrer und frühere freisinnige Parlamentarier, in der „Revue de droit international“ ein fesselndes Essai, dem wir das Nachstehende entnehmen: „Die beiden Prinzipien, nach denen die Nationalität eines Individuums bestimmt werden kann, sind das jus soli und das jus sanguinis. Um nach dem jus soll die Staatsangehörigkeit zu bestimmen, genügt die Tatsache, in dem betreffenden Lande geboren zu sein. Für die Bestimmung der Staatsangehörigkeit nach dem jus sanguinis muß die Staatsangehörigkeit des Vaters oder eines früheren Vorfahren festgestellt werden, der durch einen besonderen Akt eine bestimmte Staatsangehörigkeit erworben hat. Da in praxi die Bestimmung der Nationalität durch das sus sanguinis vielfach unmöglich oder äußerst schwierig ist. so muß sie durch das jus soli oder. durch einen besonderen Akt der Aufnahme in den einzelnen Staatsverband ergänzt werden. Hierbei darf weder die Rassenverschiedenheit, «och Unterschiede der Sprache und der Konfession ein Grund dafür sein,, um einer Person das Recht einer bestimmten Staatsangehörigkeit abzusprechen. Während nun in den anderen Staaten die Inden die — freilich vielfach beschränkten — Rechte des Staatsbürgers genießen, hängen sie in Rumänien von dem Gutdünken der Regierung ab, die siebald als Ausländer, bald als rumänische Staatsangehörige behandelt. So hat einerseits der Appellationshof iu Bukarest in seiner Entscheidung vom 13. März 1903 dahin erkannt, daß ein Jude, der in Runiäuieu von dort ansässigen Eltern geboren ist, keinerlei Strafe unterliegt, wenn er, trotzeiner Ausweisung auf administrativem Wege, nach Rumänien zurückkehrte, weil er iu keinem anderen Staate angenommen worden ist. Im Gegensatzdazu liegt eine Entscheidung des Kassationshofes in Bukarest vor. nach der ein iu Rumänien von dort ansässigen Eltern geborener Jude als Ausländer a u s g e w i e s e n werden kann, obgleich er gar seiner Militärpflicht genügt hat und früher einen rumänischen Paß erhalten hat. Abgesehen von der ungerechten Bedrückung, die diese widerspruchsvolle Behandlung der Juden enthält, widerspricht sie obendrein den Bestimmungen des Berliner Vertrages, nach denen laut Artikel XiOIV und XLT niemand in Rumänien auf Grund von Unterschieden der Religion und Konfession von der Nutznießung bürgerlicher und politischer Rechte ausgeschlossen werden kann. Deshalb hätten, bemerkt Professor B a r zum Schluß, die unterzeichneten Mächte des Berliner Vertrages das Recht und die Pflicht, Rumänien an die Einhaltung dieser Bestimmungen zu erinnern. — An solchen Ermahnungen hat es bisher gewiß nicht gefehlt; die Balkanfrageist aber für alle Großmächte ein Kräutlein Rührmichnichtan geworden. Werschiedene Uochrichte» Wien. Freitag-Abend, den 10. d. M., Predigt im Stadttempel. Wien. (Vortragszyklus aus jüdischer Geschichte. Literatur und Kultur.) Donnerstag, den 16. Jänner 1907. präzise 1/28 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architektenpereines, I., Escheubachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Max- G r n n w a l d statt. Thema: „Aus dem inneren Leben der Juden." Mit Vorführung von Lichtbildern. Eintritt frei, ohne Karten. Wien. Se. Majestät der Kaiser hat dem Kustos an der k. k. Universitätsbibliothek in Wien, Herrn Dr. Salomon Frankfurter, das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens verliehen. Wien. Erzherzog Rainer besuchte am 8. d. M. das Atelier des Malers David K 0 h n und saß dem Künstler anderthalb Stunden zu einem Porträt. Dann besuchte der Erzherzog Kohns Schnlatelier, in dem die Damen eben bei der Arbeit waren. Der Erzherzog besichtigte die Arbeiten der Schülerinnen und sprach sich über dieselben sehr lobend aus^ Wien. (Verein z u r H e b n n g d e r G e w e r b e, I., Wipplingerstraße 25.) Dienstag, den 14. Jänner 1906, um 8 Uhr abends, im Saale Nr. 1 des „Hotel Post". I., Fleischmarkt 16: 1. Experimentalunst Demonstrationsvortrag über „Seide und Kunstseide", von unserem Mitgliede Herrn Siegfried S ch n e k, Chef der Firma Jakob Schneks Söhne, Seidenfärberei-Besitzer. (Auch für Damen sehr interessant.) 2. Freie Diskussion. Wien. (T e mpelvereindes XIII. Bezirkes derStadt Wien.) .Mittwoch, den 15. Jänner, 8 Uhr abends, findet im kleinen Saale des „Ottakringer Bräu", XHI/i Auhofstraße 1, die vierte 0 r d e n t l i ch e G e n e r a l v e r s a m m l n n g mit nachfolgender Tagesordnung statt: 1. Genehmigung des Protokolles der dritten ordentlichen Generalversammlung. 2. Rechenschaftsbericht des Ausschusses. 3. Wahl der Revisoren. 4. Eventuelles. Wien. Zu Gunsten des Kranken-, Witwen- und Waisen-Unterstützungs - Fondes des Kranken-, Witwen- und Waisen-Unterstützungs- Bereines „Ch esed schel Emes" (Wahre Wohltätigkeit), I., Sterngasse Nr. 2, findet Sonntag, den 12. d. M., 1/a3 Uhr nachmittags, eine Wohltätigkeits-Matinee im Carltheater statt. Zur Ausführung gelangt Dellingers melodienreiche Operette „Don Cesar". Wien. Der älteste der im Bezirke Brigittenau tätigen Heilkünstler^ der Tier- und Wundarzt Jakob R a d l m e s s e r, Schwiegervater des ebenfalls seit Jahren hier amtierenden Krankeukassenarztes, Herrn Dr. H i r s ch,. starb vorige Woche im hohen Alter von 79 Jahren. Breslau. Geh. Justizrat Dr. Freund wurde bei der jüngsten Stadtratswahl zum 22. Male wiedergewählt und erfolgte dessen Wahl zum Vorstände einstimmig. Chicago. (Ein jüdischer Nobelpreisträger.) Denen, die in Amerika nach einem strengen Einwanderungsgesetz schreien, wird eine gute Lehre gegeben dadurch, daß ein aus Strelno in Posen eingewanderter Jude vor kurzem den Nobelpreis gewonnen und daduräi die amerikanische Wissenschaft zu hohen Ehren gebracht hat. Es ist dies Professor Albert Abraham M i ch e l s 0 n in Chicago, der mit seinem Vater Samuel M i ch e l s 0 n vor 50 Jahren nach Amerika kam und als Professor der Physik an der Universität Chicago zu großem Ansehen gelangt ist. Michelson ist erst nach einem ungewöhnlichen Umwege auf die wiffenschaftliche Laufbahn geraten. Mit 17 Jahren lvard er Unteroffizier der amerikanischen Marine und blieb 12 Jahre in dieser Stellung. Dann ward er Instruktor der Physik und Chemie au der Naval-Academy zu Annapolis in Maryland, 1689 ward Michelson, der inzwischen in New- Uork und Washington wissenschaftlich tätig gewesen war, zum Professor ernannt, seit 1893 lehrt er in Chicago. Er Hab hauptsächlich auf dem Gebiete der .Optik und besonders der Interferenz des Lichtes gearbeitet. Seine wichtigste Erfindung ist das sogenannte Stufenspektroskop, ein Apparat, der das Licht sehr weitgehend spektral zerlegt. Berühmt ist auch sein Versuch, den Einfluß der Erdbewegung auf die Fortpflanzung des Lichtes festzustellen, der freilich nur einen negativen Erfolg hatte. Michelson ist Mitglied der Akademien zu London und Paris; er hat auch vor einigen Jahren die große Rumford-Medaille erhalten.

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