Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1907
- Issue
- Heft 48 (13.12.1907)
- Date
- 1907-12-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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dir, 48. Die Wahrheit Seite 7. delegierten Vertreter der Kultusgemeinde, ferner die Vertreter folgender Vereinigungen: „Frauenhort", „Verein zur Unterstützung Israel. Handwerker und Kleingewerbetreibender", „Verein zur Hebung der Gewerbe", „Kaiserin Elisabeth Lehrmädchen- und Arbeiterinnenheim"; Herrn Emil Horner äls Vertreter des Bankhauses S. M. v. Rothschild, die Herren Rabbiner Dr. E. David, Dr. L. Ma n d l. Dr. M. Rosenm amt; die Vertreter der Presse, sowie Herrn Reichsratsabgeordneten Dr. Julius Ofner. Die Herren Oberrabbiner Tr. Moriz. G ü d e m a n n, Dr. M. G r u n w a l d, Dr. D. F e u ch t w a n g und Dr. Heinrich P o l l a k haben ihr Fernbleiben entschuldigt. Der Vorsitzende widmet dem verschiedenen Gewerbe-Oberinspektor, Herrn Reg.-Rat Michael Kulka einen warmen Nachruf (die Anwesenden erheben sich zum Zeichen der Trauer von ihren Sitzen! und wird der einmütigen Trauerkundgebnng im Protokoll Ansdruck gegeben. Aus dem Berichte, den der Obmann des Vereines, Herr Dr. Bela Taussig verliest, entnehmen wir, daß die Zahl der Vermittlungen im abgelaufenen Jahre eine weitere Steigerung von ungefähr 10°/0 erreicht hat. Es wurden 3578 gegen 3304 Plazierungen im Vorjahre durchgeführt, wovon der größte Teil auf dauernde Vermittlungen entfällt. Während das Amt in den ersten fünf Jahren 10.000 Vermittlungen erzielte, konnte der Verein nach weiteren drei Jahren 20.126 Vermittlungen Hinweisen. Dieses Resultat ist umso bemerkenswerter, als durch die Stagnation .im Baugewerbe ein ergiebiges, vom Vereine eröffnetes Feld der Tätigkeit für unqualifizierte Arbeiter in diesem Jahre fast völlig versagte. Nur durch die anderweitige günstige Geschäftslage, welche einen großen Bedarf von Arbeitskräften erforderte, war es möglich, den Kreis der Auftraggeber zu erweitern (hiezu zählen die Magazins-Berwaltnngen verschiedener Eisenbahnen» und so den Ausfall im Baugewerbe wett zu machen. Die Zahl der Besucher an den verschiedenen Schaltern betrug im abgelaufenen Geschäftsjahre 39.185. Besonderes Interesse erweckte bei dem Ausweis über die Landesangehörigkeit der vermittelten Arbeitnehmer die Tatsache, daß von 569 angemeldeten Russen 512 plaziert wurden. Sowohl der Präsident der israel. Kultusgemeinde, Herr Dr. Alfred Stern, als auch der offizielle Vertreter der Kultusgemeiude, Herr kais. Rat Jonas Weil, nahmen die Gelegenheit wahr, ihre vollste Anerkennung anszusprechen und den Vorstand des Dankes der Kultusgemeiude für bte überaus ersprießliche Tätigkeit zu versichern. Der Bericht wurde einstimmig genehmigt. Dem Herrn kaiserl. Rat Carl Hirsch, der sich veranlaßt gesehen hat, seine Stelle als Kassier des Vereines niederzulegen, wurde über Antrag des Vorstandes für seine mehrjährige Tätigkeit der 'Dank votiert und die Wahl des Herrn Eduard Schwarz zum Kassier zur Kenntnis genommen. Wiewohl es bisher gelungen ist, den Arbeitsnachweis von Jahr zu Jahr fortschreitend auf eine gewisse Höhe zu bringen, so niuß der Verein doch bemüht bleiben, damit eine minder günstige Epoche ihn nicht unvorbereitet treffe, den Arbeitsnachweis. weiter auszugestalten und immer weitere Kreise von Arbeitgebern für die humanen Bestrebungen dieses Institutes zu interessieren. Alle Freunde und Gönner des Vereines, die der bisherigen Tätigkeit des Arbeitsnachweis-Bureaus ihre Sympathie bewiesen, mögen auch fernerhin in ihren Freundes- und Bekanntenkreisen die gemeinnützigen Tendenzen dieses Institutes propagieren, ans daß sich jeder bei Bedarf von Arbeitern und Angestellten jeder Art an das Amt wende. Wien. Die MN 3. Dezember, 4 Uhr nachiilittasis, in der israelitischen Kinderbewahranstalt, II. Schiffamtsgasse 15, veranstaltete Chanukafeier wurde mit einem vom langjährigen Gesangslehrer der Anstalt, Professor Rotten st ein, gespielten Präludium eingeleitet, worauf ein Schüler der Anstalt — ein etwa 4 jähriger Knabe — das Chanukalicht mit Rezitierung der Berochos in der üblichen Melodie anzündete. Nach dieser Zeremonie hielt Herr Direktor Max Fischer eine Ansprache und begrüßte den Vorstand und die erschienenen Festgäste, namentlich die überaus verdienstvoll wirkende Präsidentin, Frau von Ster n, welche volle 40 Jahre der Anstalt als Präsidentin vorsteht. DieKleinen trugenhierausnoch mehrere reizendeLiedchenvor und mit Absingung der Kaiserhymne schloß die würdige Feier. Nach derselben wurden 300 Kinder mit einer gntenJause bewirtet mit) auch mit Winterkleidern beschenkt. Anwesend waren vom Vorstande Präsidentin v. Stern, Baronin Königswarter, Hofrätin Elise Gomperz, Sophie v. Bauer, Pauline Kauder, Nelly v. Gomperz, Frau Dr. Landau und Baurat R. v. Goldschmidt, ferner der Präsident der Knltnsgemeinde Dr. Stern, k. k. Bezirksschulinspektor Prof. Schwalm, Rabbiner Dr. Bach und Frau, Rabbiner Dr. Feuchtwang, Frau Rabbiner Dr. David, Frau Rabbiner Dr. Grnnwald, Oberkantor Bauer, Bethausvorsteher Beck, die Vizepräsidentin des Lehrmädchenhortes Frau Regine Mayer, Frau Dr. Frischauer, Frau Dr. Bondy, Frau Dr. Neurath, Frau Direktorin Ullmann, Frau Richard v. Stern, Inspektor Pros. Kanitz, Herr Albert Mayer, Frau Schulmann vom Lehrmädchenhort, Fräulein Ernestine Beck vom Pollak Rudinschen Kindergarten und Frau Dr. Redlich. Wien. Im Vereinshause des „Theresien-Kreuzer- Vereines zur Unterstützung a r m e r i s r a e l. S ch u lkinder", H. Untere Augartenstraße 35, fand Mittwoch, den 4. Dezember, 5 Uhr nachmittags, in Anwesenheit der Damen und Herren des Vorstandes und zahlreicher Festgäste die Verteilung von Winterkleidern an die Zöglinge des Vereines statt, an welche sich die Besichtigung der Mädchen-Arbeitsschule und der Arbeitsräume des Knabenhortes anschloß. Die zweckmäßige Einrichtung der beiden Institute, sowie die ausgezeichneten Resultate, die von denselben erzielt wurden, fanden allgemeine Anerkennung. Der Vorstand des Vereines besteht aus folgenden Damen und Herren: Emilie v. Pfeiffer, Lina Hellmann, Jenny Mautner, Ernestine Thorfch, Irma Freiin v. Mayer-Ketichendorf, Julie Goldfchmiedt. Pauline Weisweiller, Engenie Frieß, Rosa Weil, Aurelie Weiß. Fritz Singer, Dr. Alfred Berger, Dr. Alexander Hirsch. Wien. Die diesjährige Channkaseier des theologischen Vereines, die am 5. Dezember l. I. stattgefunden hat, nahm einen überaus glänzenden Verlaus. Der prächtige Festsaal des Hotel „Bayerischer Hof" war bis aus das letzte Plätzchen dicht gefüllt. Unter den erschienenen Gästen wären besonders hervorzuheben.: Herr Rektor Dr. Adolf Schwarz, Hofrar Prof. Dr, D. H. Müller, Prof. Dr. S. Krauß, Lektor Friedmann, die Herren ReichsratSabgeordneten Dr. S t r a u ch e r, Dr. M a h l e r und Dr. Gabel; die Herren Rabbiner Dr. F e u ch r w a n g, Dr. T a g l i ch t, Dr. Bauer und M e y e r i o h n, Herr Dr. Nathan S a m u e l y, Präsident der Toynbee-Halle, Dr. Isidor Schallt, Dr^Leopold K a h n, Dr. Wach st e i n. Orcsschulrat Heit, Lrtssttmlrat Sekretär Fuchs, Oberkantvr Baue r, Dr. Z i v s e r u. v. a. Das Programm war überaus reichhaltig. Sowohl die schöne Eröffnungsrede des Herrn Präsidenten Dr. Kupfer, als auch der von Herrn L ö w y verfaßte und von Herrn Karveles in wirkungsvoller Weise vorgetragene Prolog fanden reichen Beifall. Auch die beiden Festreden, die deutsche des Herrn H a l b e r st a m und die hebräische des Herrn Z i s r i n o w i t s.ch, welche sich durch vollendete Form und reichen Inhalt anszeichneten und wirkungsvoll vorgetragen wurden, wurden mit stürmischem Applaus ausgenommen. Zum Gelingen des Abends trugen besonders viel bei die brillanten musikalischen Darbietungen der Herren Oberkautor G u t r m a n u und O. uarti u, des Kompouisten Dr. Leo Asche r, des Konzertmeisters I. Z i m b l e r, der Cellisten H. Kreisler und des Konzertsängers Und). Stürmische Begeisterung rief hervor die Deklamation jnngjüdischer Gedichte durch Herrn Schauspieler Theodor Weiß. Den Schluß des Abends bildete der von Herrn Dr. Viktor K u r r e i n zu diesem Zwecke verfaßte und von Bereiusmitgliedern ausgesührte Ulk „Im Konkurs", der viel zur Belustigung des Publikums beigerragen hat. Wien. Mittwoch, den 4. d. M.. veranstaltete der Hietzinger Frauenwohltärigkeitsverein im großen saale des Ottakringer Brün eine Chanukafeier. Ein sehr distinguiertes Publikum aus allen Bezirken wohnte der würdigen Feier bei. Herr Kantor F r i e d l ä u d e r entzündete die Chauukalichter und brachte das Chanukalied mir einem Terzett zum Bortrage. Dann hielt Herr Dr. K r e n b e r g e r eine kleine Ansprache an die Kinder, worauf die Bescherung stattsand. 24 arme Kinder wurden vollständig mit Kleider und Wäsche ausgestattet und von den Bereinsdamen festlich bewirtet. Um das Gelingen des Festes waren besonders die Vorstandsdamen bemüht, allen voran Frau Z i r n e r. Die zahlreichen Gäste kvnnren nicht umhin, den jungen Verein für sein eifriges und humanes Wirken zu beglückwünschen. Wien. Kürzlich hatten wir Gelegenheit, den jugendlichen Wunder- Chasen, Leib F e i n st e i n aus Jsmaili bei Kischinew, im Betlokale des Vereines „Scdomre Haddaß" zu hören. Obwohl erst 13 Jahre alt, besitzt er bereits große Gewandtheit nn Vorrrage jüdischer Rezitative, wie auch in der künstlerischen Wiedergabe des alten Chasonus mit den bekannten Kombinationen, Wiederholungen und unvermitlelteii Uebergängen, so daß man fast aus dem Staunen nicht herauskam. Dabei har das schmächtige Jüngerl eine prächtige, kräftige Altstimme, zuweilen zeigt er auch Koloratur, obgleich ihm hierin das bereits bemerkbare Mutieren hinderlich ist. Bedauerlich ist es immerhin, daß sein Vater und Bruder für ihn dieses unerfreuliche Brot des Wanderlebens wählten und es nicht vorzogen, diesen hochbegabten Knaben unter der Leitung des Oberkantors Minkowski in Odessa noch ferner zu belassen. Möge er in der Residenz wohlmeinende Freunde unter den Kantoren finden! — n. Baden Das ans Anlaß des Regierungs-Jtlbilänms Sr. Majestät des Kaisers von der israelitischen Kultusgemeiude Baden gestiftete „Kaiser- Jubiläums-Stipendium" im Betrage von X 240.— für würdige Schüler am hierortigen Gymnasium, wurde Sonntag, den 1. d.. 11 Uhr vormittags, an die Schüler Max L a ck e n b a ch e r. Robert B r e u e r, Rudolf K o h ii und Robert Insel, verliehen. Die Ueberreichung erfolgte in feierlicher Weise in der Direktionskanzlei des bezeichileten Lehrinstitutes in Gegenwart der Herren: Gymnasialdirektor Julius Benesch, Rabbiner W. Reich, Kultuspräsidenten Moriz Lettner, Beirat Dr. Emil Raab und der Väcer der Stipendiaten. Herr Direktor Benesch richtete in seiner voll väterlicher Gesinnung gehaltenen Ansprache an die Schüler die Mahnung, aus ihrem Lebenswege sich stets das erhabene Bild Sr. Majestät des Kaisers vor Augen zu halten, in ihrem geistigen und sittlichen Streben nie zu ermüden und die Anerkennung ihrer Mitmenschen sich verdienstvoll zu erwerben. Diesem folgten die ebenfalls warmempsilndenen Ansprachen Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners W. Reich und Kultuspräsidenten