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Die Wahrheit · 1907-05-03 · Heft 17 (3.5.1907) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1907
Issue
Heft 17 (3.5.1907)
Date
1907-05-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr: 17. Die Wahrheit Seite 7. leidigen und angreifen müssen, alles das sei ihm als Präsident nicht recht möglich. . B u d a p e st. Der berühmte Orientalist Hermann V a m b e r y hat einem Interviewer gegenüber die Gerüchte aufs entschiedenste dementiert, nach welchen er getauft sein sollte. Er erklärte; daß es sein größter Stolz sei, , Jude.zll sein, dem Volke anzugehören, das der Inbegriff alles Guten, alles Menschlichen, alles Erhabenen sei. Bekanntlich war es Vambery, der den Empfang Dr. Herzls beim Sultan erwirkte, wie er auch Zangwill aufs wärmste in seinen territorialistischen Bestrebungen unterstützt. Verschiedene Uachrichteu. Wien. (O e st e r r e i ch i s ch - I s r a e l i t i s ch e U n i o n.) Samstag, den <t. Mai, abends *,'*8 Uhr, findet im Restaurant Guth, II., Stefaniestraße 14. die XXII. Generalversammlung der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union" statt. Tagesordnung: 1. Mitteilungen des Vorstandes. 2. Rechenschaftsbericht. 3. Kassabericht. 4. Wahlen in den Vorstand. 5. Anträge und Interpellationen. 6. Diskussion über die Reichsratswahlen. Sollte zur festgesetzten Stunde die zur Beschlußfassung notwendige Anzahl pon Vereinsmitgliedern nicht erschienen sein, so findet um V29 Ühr eine neue Generalversammlung statt, welche laut Vereinsstatuten ohne Rücksicht auf die Zahl der Anwesenden beschlußfähig ist. Wien. Mittwoch, den 15. d. M., 2 Uhr nachmittags, findet im Leopoldstädter Tempel die Trauung des Fräulein Stefanie Heimann, Tochter des Chordirigenten Herrn Julius H e i m a n n, mit Herrn Karl Schnitzler statt. Wien. (Verein Tomech Ewjonixn zur Ausspeisung armer zugereister Israeliten). Dieses, ob seiner ersprießlichen Tätigkeit auf dem Gebiete wahrhafter Humanität und Menschenliebe so populär gewordenen Wiener Wohlfahrtsinstitut 'erfreut sich von Jahr zu Jahr emes größeren Aufschwunges und ist cs msbesonders die Leitung des Vereines, an dessen Spitze Oberkantor M. S ch o r r steht, die durch ihr rast- und selbstloses Bemühen, das Institut zu fördern und auf seiner Höhe zu erhalten bestrebt ist. So wurden an dem verflossenen Pessachfeste im eigenen Ausspeiselokale, II. Große Schiffgasse Nr. 21, nicht weniger als 560 Arme, darunter eine große Anzahl hier garnisonierender Soldaten, stets unter Aufsicht von Vorstandsmitgliedern abends und mittags mit Freitisch bedacht und hiebei besonderes Gewicht darauf gelegt, diesen Enterbten des Glückes und fern von der Heimat Weilenden auch auf fremdem Boden die heiligen Sederabende möglichst weihevoll, gastlich und angenehm zu gestalten. Dajedoch die Anforderungen an den Verein — wie schon aus der angeführten Anzahl der am Pessachfeste Beteilten ersichtlich — sich fortwährend steigert und die Vereinsmtttel zu erschöpfen drohen, sieht sich die Vereinsleitung veranlaßt, demnächst mittelst besonderer Zuschriften an unsere mildtätigen Glaubensgenossen mit der Bitte heranzutreten: dem Vereine in Würdigung seiner segensreichen Leistungen durch ihren Beitritt oder Spendenanweisungen zu unterstützen und solcherart das unseren notleidenden und und unterstützungsbedürftigen Stammesgenoffen zum Wähle gereichende Werk echter, unverfälschter Nächstenliebe zum wahren Ausbaue und zur wahren Entwicklung zu verhelfen. Wien. Freitag, den 26. April, verschied hier in seiner Wohnung, XX., Jägerstraße 26, der Privatier Herr Jakob Bruder nach kurzer Krankheit im 64. Lebensjahre. Der Verblichene war ein vornehmer und biederer Charakter und genoß wegen seiner Herzensgüte die Achtung und Wertschätzung aller, die ihn kannten. Sein Stief- und Ziehsohn ist der im XX. Bezirke hochgeschätzte praktische Arzt und Menschenfreund Doktor Clemens R o ch m e s. Das Leichenbegängnis fand Sonntag, den 28. April, 10 Uhr vormittags, unter Teilnahme zahlreicher Leidtragender und Honoratioren des Bezirkes statt. Die kantorale Funktion versah sowohl im Trauerhäuse als auch am Zeutralfriedhofe Herr Kantor Juda Roman in ergreifender Weise. X. Ott. Prag. Bei der am 27. April stattgehabten Hoftafel wurde der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde-Repräsentanz, Dr. Arnold R o s e n b a ch e r, dem Monarchen vom Statthalter Grafen Coudenh o v e vorgestellt. „Es ist zum drittenmal, Majestät," sagte Dr. Rosenbacher, „daß ich das Glück habe, Eurer Majestät die Huldigung der Prager israelitischen Gemeinde zu unterbreiten." Der Kaiser erwiderte: „Ich bin von der Loyalität der Gemeinde überzeugt." Dr. Rvsenbacher bemerkte weiters: „Ich erlaube mir Eurer Majestät zu bemerken, daß Eure Majestät heute, nach zwanzig Jahren, wo ich das erstemal das Glück hatte, Eure Majestät zu sehen,, ebenso frisch und gesund aussehen, wie damals." Der Kaiser meinte: „Ja, aber älter." Dr. Rosenbacher sagte: „Das ist eben das Schöne, daß Eure Majestät trotz des höheren Alters die volle Gesundheit und Frische bewahrt haben." Der Kaiser fragte hierauf: „Sie haben viel zu tun?" Dr. Rosenbacher antwortete: „Allerdings war wegen der Assanierung viel zu tun. Aber es ist alles gut abgelaufen, unsere Stiftungsplätze und Stiftungsbauten wurden nicht geschmälert, teilweise gewannen sie sogar, besonders was die Stiftung, die den Namen Eurer Majestät trägt, betrifft." — In Prag-Weinberge wurden der Vorstand der Kultusgemeinde Dr. Skall und der Rabbiner Dr. Weiner, die erschienen waren, dem Kaiser die Huldigung der Gemeinde darzubringen, durch huldvolle Ansprachen ausgezeichnet. Gablonz a. N. Am 2. Mai begeht Herr Jakob R a u s n i tz, Beamter der hiesigen Gemeinde, mit seiner Gattin Netti das Fest der silbernen Hochzeit. Luhatschowitz. Der Sohn des Herrn Rabbiner Dr. F c a n k l- Grün in Kremsier. Herr Dr. Siegfried Frankl. Sekundararzt am Stephäniespital in Wien, wurde zum Kurarzt in Luhatschowitz ernannt. Kremsier Sonntag feierte die durch ihre Liebeswerke berühmte Präsidentin des israelitischen Frauenoereines, Frau Rosa Simon, ihren 70. Geburtstag. Aus diesem Anlasse wurde die Jubilarin vielfach beglückwünscht und vom Frauenverein, und von der Kultusgemeinde durch eine seltene Ehrung ausgezeichnet. Die Deputation des Frauenoereines überbrachre unter anderem als Ehrengeschenk einen kostbaren Ring, der die Inschrift trägt: „Der israelitische Frauenverein serner Präsidentin." Herr Rabbiner Dr. Frankl und Herr Kultusvorstand K n ö p s e l m a ch e r hoben in ihren herzlichen Ansprachen die Berdlenste hervor, die Frau Simon durch ihr seit mehr als ein Menschenalter zum Wöhle der Armen und Kranken entfaltetes uneigennütziges Wirken sich erworben hat. Tiefgerührt dankte die Jubilarin in längerer Rede, deren schwungvolle Form und vom Herzen kommender Inhalt alle Zuhörer mächtig ergriff. Im Namen der Kinder sprach für die der Mutter zuteil gewordenen Ehrungen der älteste Sohn, Professor Dr. Simon aus Brünn, einen warm empfundenen Dank ans. Olmirtz Unter großer Beteiligung fand Montag, den 22. April, Nachmittag um 4 Uhr, das Leichenbegängnis des Gründers und Herausgebers des „Mährischen Tagblatt", Herrn Josef G r o a k. statt. In dem Leichenzuge schritten die Herren: Bürgermeister Karl ,Brandhuber, Vizebürgermeister kais. Rar M z i k mir den Gemeinderäten N i e t s ch e, Direktor Föhne -Weiß und den fast vollzählig erschienenen Mitgliedern des Stadtverordneten-Kollegiums, die Vorstände der isr. Knltusgemeinde mit dem Präsidenten Herrn Dr. Eben, statthaltereirat Baron G a sitz e i m b. die ehemaligen Abgeordneten P r i m a v e s i und H r u b a n, Vertreter der Olmützer Kreditbank, deren Präsident der Verblichene gewesen, mit Direktor Löw an der Spitze. Oberfinanzrat Dr. Fried, eine Osfiziersdeputation des k. u. k. Infanterie-Regimentes Nr. 93 u. v. a. Nachdem Oberkantor Schlesinger, begleitet von den Kantoren 5 t ö ß l e r und Friedländer, den Trauerpsalm vorgetragen hatte, würdigte Rabbiner Dr. Oppenheim die hohen Tugenden des Verblichenen und richtete Worte erhebenden Trostes au die Hinterbliebenen. Ung.-Brod. Hier verschied vorige Woche die hochbetagte und bis in die letzten Tage noch rüstige Frau Freidl Weiß bartel im Alter von 109 Jahren. Wenige Tage vor ihrem Tode startete sie noch einigen befreundeten Familien in der nächsten Nachbarschaft einen Besuch ab, um sich gleichsam in unbewußter Ahnung von ihnen zu verabschieden. So sinkt die alte Generation ins Grab, um einer neuen, freien, modernen Zeit Platz zu machen. Sie ruhe sanft! — Vor einigen Jahren starb daselbst der Talmud-Lehrer des Predigers Dr. I e l l i n e k, Rabbi Mosche Bramme r, 109 Jahre alt und im vorigen Jahre der Talmud-Gelehrte und Rabbinats- Assessor F. Klein, ein Schüler des „Ottatttuna 8c>tsr", im Alter von 93 Jahren, der letzte Zeuge der großen Vergangenheit unserer Gemeinde. Czeraowitz. Am 27. April ist im Sanatorium Fürth in Wien der Bürgermeister von Czernowitz, Dr. Eduard Reiß, gestorben. Die Leiche dieses ebenso verdienstvollen als allgemein verehrten Mannes wurde hieher zur Bestattung überführt. Sowohl der Gemeinderat als auch der Kultusvorstand haben in außerordentlicher Sitzung Trauerfeiern veranstaltet, in denen die hohen Verdienste des Dr. Reiß mit beredten Worten geschildert wurden. Von der hohen Wertschätzung, die der Verblichene auch in den höchsten Regierungskreisen genoß, zeugen die Zuschriften des Ministers v. D e r s ch a t t a, des Statthalters Prinzen Hohenlohe und des Landespräsidenten Dr. v. B l e y l e b e n an die Gemeinde Czernowitz. Vom Statthalter Prinzen Hohenlohe traf folgende Depesche ein: „Tief ergriffen durch die Nachricht des Ablebens des hochverehrten Herrn Bürgermeistes, gedenke ich mit innigster Teilnahme Jhrer/Stadt in dem Augenblicke eines unendlich schweren Verlustes. Ich werde dem edlen Mann und unermüdlichen ausgezeichneten Vertreter seiner Vaterstadt stets dankbare und treue Erinnerung bewahren, und bitte Sie. den Ausdruck meiner Teilnahme der Stadtvertretung zu übermitteln. Hohenlohe." Vom Minister v. D e r s ch a t t a ist folgendes Telegramni eingelaufen: „Gemeinderat Czernowitz. Bitte anläßlich des schweren Verlustes, den die Gemeinde durch Ableben ihres hochverehrten Bürgermeisters erlitten hat. den Ausdruck aufrichtiger Teilnahme zu empfangen. Derschatta." Hamburg. Die Hamburg-Amerika Linie meldet: Nordamerika: D. Arcadia, nach Newyork und Philadelphia, 27. April 10 Uhr 50 Min. morgens Lizard passiert. D. A r m e n i a, 27. April 2 Uhr nachm, in Halifax angekommen und 7 Uhr abends nach Philadelphia weitergegangen. D. Arte m i s i a, nach Boston, Newyork und Baltimore, 27. April 9 Uhr 15 Min. morgens Lizard passiert. D. Blücher, nach Newyork. 27. April 9 Uhr 15 Min. niorgens Lizard passiert. D. Diadem, von Galveston kommend. 28. April 12 Ühr 30 Min. mittags Dower passiert. D. G r a f W a l d e r s e e, nach Newyork. 29. April 6 Uhr 15 Min. morgens Prawle Point passiert. D. K a i s e r i n A u g u st e Victoria, von Newyork kommend, 27. April 6 Uhr 30 Min. nachm, auf der Elbe. D. M a n ch e st e r M e r ch a n t, 26. Avril 10 Uhr abends in Newyork. D. No r d stj e r n e n, nach Montreal. 27. Aprrl 11 Uhr, 40 Min. morgens Cuxhaven passiert. D. P a t r i c i a, 27. Avril 3 Uhr nachm, in Newyork. D. Pretoria, 26. April 7 Uhr abends von Newyork über Plymouth und Cherbourg nach Hamburg. We st Indien, Mexiko, Südamerika: D. Caledonia, 28. April in Havana. D. D a c i a, von Mittelbrasilien kommend, 26. April St. Vincent passiert. D. Dania, nach Havana und Mexiko, 28. April 4 Uhr 45 Min. morgens Cuxhaven passiert. D. H e r m e r s b e r g, 27. April in Progreso. D. I st r i a, von der Westküste Amerikas kommend, 29. April 6 Uhr 50 Min. morgens auf der Elbe. D. Karthago, von Mittelbrasilien kommend, 28. April 12 Uhr mittags von Funchal. D. L a P l a t a mm

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