Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1907
- Issue
- Heft 15 (19.4.1907)
- Date
- 1907-04-19
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Leite 8. Die Wahrheit Nr. 15. einst König David seinem toten Freunde zugerufen: tsk ns. Wehe mir um Dich, mein Bruder! Kaum sind die Feiertage vorüber und schon hat unsere Gemeinde einen so schweren Verlust zu beklagen. Unsere Herzensfreude ist zerstört, unsere Fröhlichkeit in Trauer verwandelt, die Krone unseres Hauptes ist gefallen, wehe uns, denn wir haben gesündigt. Sein Wirken im Inneren des Vereines, sein ideales Familienleben, seine vielen, vielen Wohltaten nach allen Richtungen hin, bin ich jetzt leider nicht in der Lage zum Ausdrucke zu bringen, das will ich an dem von unserem Vorstande bestinimten Trauergottesdienste in unserem Tempel zu würdigen versuchen; sein Wirken nach außen aber, finde ich für nötig, hier an dieser Stätte zu erwähnen. Seine aufopfernde Vertretung unserer konservativen Prinzipien bei unserer Muttergemeinde, das war unsere Krone und diese ist gefallen, ::tnn jyvck rr?e: diese ist unersetzlich! isKtsn -2 vb ■na Wehe uns! denn solche Verluste sind nur unseren Sünden zuzuschreiben; den nunmehr in Gott Ruhenden trifft es nicht, er wird auch jenseits wohlgefällig empfangen und gut aufgehoben sein. Seine unzähligen edlen Taten werden für ihn vor dem hohen Gerichte sprechen. -jprr v:sb p-ii* seine vielen mp-is werden ihn auf dem weiten, weiten Weg, den er jetzt zurücklegt, begleiten. -22DQ bs erster mr Er hat sich wohl gebettet und wird sanft schlafen! Amen. Vom Trauerhaufe ans wurde die Leiche — vorbei an der Synagoge in der Leopoldsgüsse — auf den Zentralfriedhof überführt, wo nach ergreifendem Vortrag der Trauerpsalmen durch Oberkantor Schorr, Oberrabbiner Dr. Güdemann die hohen Tugenden und Verdienste des Verblichenen würdigte. An der-Bahre sprachen noch der Präsident Dr'. Alfred Stern namens des Vorstandes der Kultusgemeinde, und öHerr Zolles namens des Synagogenvereines „Bech Israel". Hieraus wurden die sterblichen Reste Salo Landaus zur ewigen Ruhe bestattet. Ans der Wiener Kuttnsgemeinde. (Oeffeiittiche Plenarsitzung des Kultusvorstandes vom 14. April 1907 unter dem Vorsitze des Präsidenten Herrn Dr. Alfred.Ster n. Beginn 10 Uhr vormittags.) Nach Begrüßung der in den Kultusvorstand neueingetretenen Delegierten des XXI. Bezirkes (ehemals Kultusgemeinde Floridsdorf), Herren Dr. Jakob König und Emanuel G r ü n w a l d, widmet der Vorsitzende der vor kurzem Heimgegangenen Präsidentin des Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen- und Arbeiterinnenheimes, Frau Berta Krüger, einen das überaus verdienstvolle und segensreiche humanitäre Wirken dieser edlen Frau würdigenden Nachruf und beglückwünscht hieraus Herrn Kultusvorsteher kais. Rat Bernhard v. Pollak zu der ihm durch Erhebung in den Adelsstand zuteil gewordenen Allerhöchsten Auszeichnung. Kais. Rat Bernhard v. Pollak dankt für die ihm durch den Präsidenten und den Kultusvorstand aus dem ermähnten Anlasse zum Ausdruck gebrachte Sympathie. Im Einlaufe werden bekanntgegeben an Spenden: Dr. Alfred Rapoport Edler v. P o r a d a und namens feiner Schwestern zum Andenken an ihren verewigten Vater. Herrn Dr. Arnold Rapoport Edlen v. Porada, für Wohltätigkeitszwecke X 5000. Ignaz Ehrenfeld für Wohltätigkeitszwecke X 3000. Wilhelm AbelesL Co. im Namen und im Aufträge der Erben nach dem verstorbenen Herrn k. k. Kommerzialrat Sigm. Mendel für das Siechenhaus X 3000. Salo Cohn zur Deckung des Dcfizites der Armenanstalt der israel. Kultusgemeinde pro 1906 X 2800, weiters als Beitrag für die Verpstegung eines stummen Knaben behufs Erlangung der Sprechfähigkeit X 100, zusammen X 2900. Julius Wolf anläßlich der Verheiratung seiner Tochter für diverse Wohlkätigkeitsvereine X 2000. Philipp Frankl f. A. als deffen letztwillige Verfügung für Wohltätigkeitsinstitute X 2000. Leopold Landers anläßlich des Ablebens seines Schwiegersohnes Herrn Albert Steiner für diverse Wohltätigkeitsvereine X 720. Dr. Josef Stern im eigenen und im Namen seiner Brüder behufs Ermöglichung der Beteilung von Bewerbern um die „Adolf und Therese Sternsche Wohltätigkeits-Stiftung". welche aus den Stiftungsmitteln nicht beteilt werden konnten, X 700. Ernst Hirsch für diverse Wohltätigkeitsvereine X 500. Konsul Arnold Marek, Wien, zum Andenken an seine verstorbene Gattin Elise Marek geb. Altmann für diverse wohltätige Zwecke X 300. Moriz | Edler v. Kuffner und im Namen seiner Schwester Frau Katharina Oppenheimer in Frankfurt a. M. anläßlich des Sterbegedächtnistages ihres Vaters für Arme der Bezirke XVI und XVII X 280. Doktor Otto Eckstein noe. der Erben nach Emanuel Podiebrad für jüdische Arme X 100.. Karl Figdor für den Spitalsfond X 100. Dr. Jakob Engel für das Siechenhaus X 100. Kais. Rat Bernhard v. Pollak als Beitrag für die Verpflegung eines stummen Knaben behufs Erlangung der Sprachfähigkeit X 100. Anton Winter anläßlich des Todestages seines Vaters zur Verteilung an Arme X 100. Moriz Gottlieb als Kranzablösungsspende für den sel. Herrn Jakob W i n t e r n i tz zur Ausspeisung armer Schulkinder X 20. „Anonymus" anläßlich des christlichen Osterfestes für isr. Arme X 20. Herr und Frau Alexander Kal lir für die Schulküche XX. X 20. Sarah v. Ster n, Erlös aus dem Weiterverkäufe eines Belsitzes im Stadttempel für die isr. Kinderbewahranstalt X20. Willy Reine r-Karlstadt für die rumänischen Juden X 20. Anonymus für den isr. Waisenverein X 10. „Humanitäre Tischrunde" als Kcanzablösungsspende für weiland Leopold König stein für einen Armen X 10. Josef Schostal für arme russische Juden X 6. Jenny und Fritzi zur Verteilung an Arme X 5. Für die Brigittenaner Schulküche: Administration der „N e u e n Freien Presse" l< 30; Friedrich Pollak. Wien VI., X 20; F. E r n st, Wien I, X 2; G. K n e p l e c, Wien XVIII., X 2. Weiters befinden sich im Einlaufe ein Tankschreiben des Herrn Dr. Adolf H o f f m a n n für die Gratulation des Kultusvorstandes anläßlich feines 85. Geburtstages. Dankschreiben der Frau Helene R o s n e r für die Aufnahme des Namens ihres sel. Gatten, Salomon Rosner f. A. in die Haskarah des Gemeindebelhauses XVI., Hubergasse 8. Dankschreiben des Vorstandes des israel. Volksschulvereines „Talmud Thora" für die vom Kultusvorstande zum Neubaue eines Schulhauses bewilligte Subvention per X 30.000— Dankschreiben des Ehepaares Leopold und Rosalia Lilienfeld für die Glückwünsche und das Ehrengeschenk des Kultusvorstandes anläßlich ihrer goldenen Hochzeit. Dankschreiben der Administrativbeamten für die erfolgte Neu-Systemisierung. Mitteilung der k. k. n. ö. Statthaltern betreffend Zurückziehung der Auflösungsanzeige des Tempelvereines im X. Bezirk. An die Verlesung des Einlaufes knüpft der Vorsitzende die Mitteilung, daß das Vertreter-Kolleginm die Delegierten des X. Bezirkes zu Verhandlungen eingeladen habe, deren Ergebnisse dem Plenum werden vorgelegt werden, i Weiters gibt er bekannt, daß bei der am 7. April a. c.! stattgehabten Wahl zu Vertrauensmännern für den XXI. Ge-! meindebezirk die Herren C z n c z k a Simoti, Dukes Gabriel, | Glaser Jakob, Mandl Heinrich, Neu mann Max und I Schwarz Moriz gewählt wurden. Da im Sinne des Statutes | eine gleiche 2hi$at)l von Vertrauensmännern durch den Kultusi Vorstand zu berufen ist, wird über Vorschlag des Präsidiums die Berufung der Herren Dr. Brüll Ferdinand, Buchwald Ignaz, F a n t o Emil. F l e i s ch m a n n Ignaz. G r ü n w a l d Ignaz und Weiniger Salomon genehmigt, so daß nunmehr die Konstituierung des Bezirkskollegiums erfolgen kann. Kais. Rat Sachs richtet nachfolgende Interpellation an den Präsidenten: „Die Dr. Blochffche Wochenschrift hat in der Nr. 14 vom 5. April 1907 eine Zuschrift des Herrn Präsidenten Dr. Alfred Stern ddto. 1. April 1907 an den Vorstand des Synagogen-Vereines „Beth Israel" veröffentlicht. — Ich erlaube mir an den geehrten Herrn Präsidenten die Anfrage, ob er geneigt wäre, bezüglich dieser seiner Zuschrift Aufklärung zu erteilen?" Präsident Dr. Stern: Auf die an mich gerichtete Interpellation habe ich folgendes zu erwidern: Die in Rede stehende Zuschrift an den Vorstand des Synagogenvereines „Beth Israel" gerichtet, enthielt die Bemerkung, daß der in der Generalversammlung des Synagogenvereines ..Beth Israel" vom Obmann- Stellvertreter, Herrn Max R o s e n s e l d, erstattete Bericht, insoweit er einen Vorfall behandelt, welcher zur Zeit der Wahlen in den Kultusvorstand vielfach besprochen wurde und auch Anlaß zu einer Intervention von meiner Seite bot. den Tatsachen nicht entspreche. Zu dieser vollkommen richtigen Publikation haben mich folgende Umstände veranlaßt: * In der Einleitung des in derWochenschrift vom 24. Märzl.J. enthaltenen Berichtes über die Generalversammlung findet sich die Bemerkung, daß als Delegierter der israel. Kultusgemeinde Herr Baurat S t i a ß n y anwesend war. Nachdem nun im Verlaufe der Versammlung verschiedene Anwürfe gegen den Kultusvorstand und gegen dessen Präsidenten vorgebracht worden sind, habe ich zunächst Herrn Banrat Stiaßny hierüber befragt und