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Die Wahrheit · 1907-04-12 · Heft 14 (12.4.1907) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1907
Issue
Heft 14 (12.4.1907)
Date
1907-04-12
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite H. Die Wahrheit Nr. 14. Witwen und Waisen. Die Bewerber müssen in einer Gemeinde, welche mindestens fünfzig Mitglieder zählt, wenigstens durch zehn Jahre das Amt in würdiger Weise verwaltet haben. Beamte großer, notorisch reicher Gemeinden sind ausgeschlossen. Die Würdigkeit der Bewerber, sowie die Dienstunfähigkeit sind nachzuweisen. Unbelegte oder mit Urkunden in fremden Sprachen belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Ungestempelte Gesuche sind längstens bis am 30. Juni jedes Jahres unter der Adresse: „Vorstand des Prediger Mannheimer-Vereines" in Wien, 'L, Eßlinggasse 7, zu übersenden. Wien. (Verein zur Unter st ützung isr. Handwerker und Kleingewerbetreibender.) Mittwoch, den 17. April, 7 Uhr abends präzise, findet im Sitzuugssaale der israel. Kultusgemeinde, I., Seitenstettengafie 4, H. Stock, die XViLL. ordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Begrüßung der Mitglieder mid der Gäste durch den Vereinsvorstand. 2. Vorlage des Jahresberichtes für das Vereiusjahr 1906 und Verlesung desselben durch den Schriftführer. 3. Bericht der Zensoren und Beschlußfassung über denselben. 4. Vortrag des Herrn kais. Rates Johann Lichten st adt: „Am ersten Mai in London". 5. Neuwahl von Vorstandsmitgliedern. 6. Wahl der Zensoren. 7. Eventuelle Anträge von Mitgliedern. Wien. (Vereinzur Hebung der Gewerbe.) Am Samstag, den 20. d. M., um ftz8 Uyr abends, findet in Kuhners Restaurant, I., Adlergafie 6, die XVII. ordentliche Generalversammlung des Vereines mit folgender Tagesordnung statt: 1. Jahresbericht des Vorstandes. 2. Kassabericht. 3. Wahl des Präsidenten. 4. Wahl von zwölf Vorstandsmitgliedern. 5. Wahl von zwei Revisoren. 6. Wahl des Schiedsgerichtes. 7. Aenderung der Statuten. 8. Anträge und Interpellationen. Wien. Der Vorstand der Univeisitätsklinik für Ohrenkranke im Allgenieinen Krankenhause, Hofrat Dr. Adani Politzer, tritt mit Schluß des heurigen Studienjahres in den Ruhestand. Hofrat Dr. Politzer wurde im Jahre 1835 zu Alberti in Ungarn geboren und gehört der Wiener Universität seit dem Jahre 1861 an. Wie«. Jäh und unerwartet ist ein edles, nicht nur dem engeren Familienkreise, sondern allem Hohen und Guten und der reinsten Menschenliebe gewidmetes Leben abgeschmtten worden. Am 3. d. M. ist Frau Berta Krüger, die Begründerin und Präsidentin des Kaiserin Elisabeth- Lehrmädchen- und Arbeiterinnenheimes, die erst vor wenigen Monaten die unendliche Freude hatte, dieses schöne Werk ihres langjährigen, nimmermüden Wirkens eröffnet zu sehen, nach kurzer Krankheit im 43. Lebensjahre gestorben. Wer je Gelegenheit hatte, die weitverzweigte humanitäre Tätigkeit dieser edlen Frau näher kennen zu lernen, der mußte staunen über diese geradezu männliche Energie, die sie in der Verfolgung ihrer idealen, menschenbeglückenden Ziele entwickelte, und über die seltenen Ausdauer und Hingebung, mit welcher sie dem Dienste der Humanität oblag. Ihr Heimgang ist nicht nur für den tiefgebeugten Gatten, med. Dr. kais. Rat S. Krüger, und für ihre Kinder ein unersetzlicher Verlust, sondern es trauern um sie auch viele edle und hochherzige Frauen und Männer, die mit ihr nach gleichen Zielen strebten, und unzählige Unglückliche und Verlassene, denen sie durch ihr Wirken Stab und Stütze war. Diese Trauer fand einen spontanen und erhebenden Ausdruck in der imposanten Teilnahme an dem Leichenbegängnisse, das Sonntag, den 7. d. M., am Zentralfriedhofe stattsand. Als Oberkantor Gurt mann die wehmutsvollen Grabgesänge anstimmte und nachher Rabbiner Dr. Schmied! mit bewegten und beredten Worten die hohen Tugenden der Verblichenen pries, klang manches unterdrückte Schluchzen durch den ernsten Raum der Leichenhalle und zahlreiche Tränen flofien dem Andenken dieser edlen Frau, die mit ihren Werken der Liebe und Barmherzigkeit ihrem Namen ein ewiges Denkmal gesetzt hat. Sie ruhe in Frieden! ,T2'S'3'n Wien Unter ungewöhnlich großer Beteiligung der hervorragendsten kommerziellen und sonstigen Wiener Gesellschaftskreise fand Donnerstag, den 4. April */,11 Uhr vormittags vom Trauerhause I., Johannesgasse 14 das Leichenbegängnis des Seniorchef der Eisenfabriksfirma A. Herm. Frankl L Söhne, Wien-Budapest, des Herrn Philipp Frankl, statt, der nach längerem Leiden am 2. d. M. im 58. Lebensjahre verschieden ist. Der Verblichene war ein tüchtiger Kaufmann von genialer Konzeption, der hervorragendsten Anteil an dem großen Ausstieg seines Hauses hatte, dabei aber auch ein seelenguter, edler Mensch, der zahlreichen humanitären Bestrebungen ein warmes Herz und eine milde Hand entgegenbrachte. Sein Heimgang wird nicht nur in seiner Familie, sondern auch in weitesten Kreisen schmerzlich empfunden. Die kantorale Leichenfunktion versah Oberkantor Singer und an der Bahre wurden noch nach dem Nachrufe des Oberrabbiner Dr. Güdemann von 'mehreren Rednern tiefempfundene Abschiedsworte gesprochen. n'S'X'STi Wie«. (HietzingerFrauen-Wohltätigkeitsverein.) Sonntag, den 14. April, 6 Uhr abends, findet im Hietzinger Ottakringer Bräu die erste Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Kaffabericht. 3. Antrag auf Aenderung der Statuten. 4. Anträge und Interpellationen. 5. Wahl des Vorstandes. Wie«. Im engsten Familienkreise fand Montag, den 8. d. M., die Trauung des Frl. Frieda T o n e l l o, Tochter des im vorigen Jahre verstorbenen Restaurateurs Tonello, mit Herrn Julius Schlesinger, Sohn des Herrn Wilhelm Schlesinger, statt. Den Trauungsakt vollzogen Oberrabbiner Dr. Güdemann und Oberkantor Guttmann. Wien. Sonntag, den 14. d. M. 1/2B Uhr nachmittags findet im Leopoldstädter Tempel die Trauung des Fräulein Elsa Enge! mit Herrn Remy Friedmann, Beamter der Wiener Kultusgemeinde, statt. Wie«. Sonntag, den 7. d. M., verstarb hier nach kurzem Leiden Herr Moritz Iell i n e k, Hausbesitzer und Großfuhrmann im n. Bezirke, Hofstettergaffe, im Alter von 66 Jahren. Der Verstorbene war ein schlichter braver Mensch und erfteute sich infolge seiner Biederkeit und eines unbeugsamen Rechtlichkeitssinnes allgemeiner Achtung und Wertschätzung. Er war ein strenggläubiger Jude, der im stillen viel Gutes übte, und seit vielen Jahren Vorstandsmitglied des Bethauses „Am Bolkert". Das Leichenbegängnis, an welchem nebst zahlreichen Freunden der Familie der Gesamtvorstand der Fugbach-Synagoge mit dem Obmanne Kultusvorsteher Ad. Schram ek an der Spitze teilnahmen, fand Dienstag, den 9. d. M., statt. Im Trauerhause sprach Rabbiner A b e l e s und am Friedhöfe Rabbiner Dr. S ck m i e d l. Die kantorale Funktion versah Oberkantor G u t t m a n n. Wien. Mittwoch, den 10. d. M., fand unter zahlreicher Beteiligung das Leichenbegängnis des im H. Bezirke bestens bekannten Fabrikanten, Herrn Leopold K ö n i g st e i n, statt. Der Verblichene war ein überaus wohltätiger, edler Mensch und ein guter Jude. Rabbiner Dr. Schmiedl widmete dem so früh Dahingeschiedenen einen warmen Nachruf. Wie«. Sonntag, den 7. d. M-, 1 Uhr mittags, fand im Tempel des XX. Bezirkes die Trauung des Herrn Dr. Maximilian Brünne r mit Frl. Madeleine Schreiber statt. Der Senior der Brigittenauer Judenschaft, Herr Adolf S.chreiber, hat seine jüngste Tochter ausgeheiratet. Die Feier in dem mit Blattpflanzen reich dekorierten Götteshause trug einen mehr familiären Charakter, da bloß Anzeigen von der am 7. stattfiildenden Vermählung ohne Angabe von Ort und Zeit versendet wurden. Den Trouungsakt vollzogen Herr Rabbiner Reich und Herr Oberkantor Bass er mit Chor und Orgelbegleitung. Unter den wenigen Intimen, welche sich im Tempel einfanden, bemerkten wir die Herren : kais. Rat Dr. Lieben, die Kultusvorsteher Dr. L ö w y und S ch r a m e ft Präsident Hermann E l t b o g e n, Josef Wünsch, Dr. R o s e n t h a l, Direktor Heller, Direktor Fischer, Direktor Urbach, Dr. Klemens R o ch m e s. Dr. W e i ß e n st e i n, den Vizepräsidenten des Vereines reisender Kauflente, Herrn Emanuel Frankl, Realitätenbesitzer Jakob G o l d n e r u. A. Wie« (Silberne Hochzeit.) Das Ehepaar Jakob und Anna G o l d n e r. Realitätenbesitzer in Wien, XX., Klosterueuburgerstraße 34, begeht am 20. d. M. das Fest der silbernen Hochzeit, und es scheint uns eine Ehrenpflicht zu sein, dem wackeren Jubelpaare aus diesem Anlässe einige anerkennende Worte zu widmen. Seit einer Reihe von Jahren in der Brigittenau seßhaft, zählt die Familie G o l d n e r zu den angesehensten und geachtesteten jüdischen Familien dieses Bezirkes. Dre Devise dieses Ehepaares war stets: „Jereh eth Adonaj weaseh tow." Wahre Religiosität, die in der Betätigung alles Guten und Edlen ihren Ausdruck findet, ist mit Schlichtheit und Bescheidenheit gepaart. Seit dem Bestände des herrlichen Gotteshauses in der Kluckygafse gehört Herr Jakob G o l d n e r dem Tempelvorstande an und dieses Beth-Elohim bedeutet für ihn seine höhere Welt. An keinem Samstag und Feiertag, wie überhaupt bei keiner religiösen Handlung fehlt Herr Goldner im Tempel, und so mancher Schmuck, wie Sefer Thora, ein wertvolles Paroches, das Traubaldachin u. v. a. sind Liebesgaben des Ehepaares Goldner. Frau Anna Goldner, eine Dame von feinster Geistes- und Herzensbildung, ist Vorstandsdame und Kassierin des Brigittenauer Frauen-Wohltätigkeits- Veremes und widmet ihre ganze Kraft und Zeit dieser Humanitären Institution. Bei der kürzlich stattgefundenen Vermählung der ältesten Tochter des Ehepaares Goldner kamen die Sympathien, deren sich die Familie in den weitesten Kreisen der jüdischen Bevölkerung erfreut, in eklatanter Weise zum Ausdruck, und der aufrichtige Wunsch Aller geht dahin, daß es dem Jubelpaare gegönnt sein möge, auch noch den Tag der goldenen Hochzeit zu begehen. Wie«. Herr Jakob Landau, Schüler des Oberkantor Bauer, welcher bereits an den verflossenen hohen Festtagen im Tempel des XIX. Bezirkes mit großem Erfolge fungierte, wurde nun daselbst als Erster Kantor gewählt und hat am jüngsten Peßachfeste sein Amt angetreten. Herr Kantor Landau erfreut sich infolge seiner beachtenswerten Stimmmittel und seiner schönen Vortragsweise allgemeiner Beliebtheit. St. Pölten. Unser Litteraturverein hat am 24. März einen Ehrentag von besonderer Denkwürdigkeit gefeiert. Am Nachmittage erschien eine Abordnung des Vereins-Vorstandes mit dem Präsidenten-Stellvertreter, Kultusvorsteher Siegfried Schwarz, an der Spitze in der Wohnung des Herrn Rabbiners Dr. Schächter und überreichte diesem das Ehrendiplom. Sodann begaben sich die Herren zum Bahnhof zum Empfange des Herrn Rabbiners Dr. Julius Max Bach aus Wien und seiner Frau Gemalin. Abends 8 Uhr fand im k. k. priv. Schießstattsaale eine solenne Festsitzung statt. Vereinspräsident Rabb. Dr. Schächter und Kultus - Vorsteher Siegfried Schwarz hielten Begrüßungsansprachen, worauf Rabbiner Dr. Bach unter wahren Beifallsstürmen eine ganze Stunde über „Die allgemeine Volksschule bei den Juden" sprach. Nun pries Rabbiner Dr. S ch ä ch t e r in schwungvollen Worten Herrn Dr. Bach als hervorragenden Redner, der das staunenswerte Talent besitzt, durchdachte Gedanken dem großen Publikum nahe zu bringen und sie in belehrenden und spannenden Erzählungen, getragen von gesundem Humor und köstlichem Mutterwitz, wiederzugeben, und überreichte demselben unter einer Beifallssalve des Publikums das herrlich ausgestattete Ehrendiplom.- Jetzt folgte die Akademie, an der sich namentlich die Herren Hermann Krausz, Isidor Reiß und Otto Ruppert vom hiesigen Stadttheater, sowie die Damen Rosa B o n d y, Olga Reiniger und Vally Reiß hervortaten. Besonders brillirte Frl. B o n d y mit ihrer prachtvollen Sopranstimme, Den Schluß des Festes bildete ein äußerst animiertes Tanzkränzchen. Linz. (D e korirun g s f ei er.) Eine seltene und wahrhaft erhebende Feier war es, die Sonntag den 7. April 1907, IlJft Uhr vorm, im festlich geschmückten Tempel zu Linz anläßlich der Dekorirung des Rabbiners F r i e d m a n n, der durch die Verleihung des Ritterkreuzes des Franz Josefs-Ordens ausgezeichnet wurde, stattfand. Das im hellen Lichterglanze erstrahlende Gotteshaus war schon vor 11 Uhr in allen seinen

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