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Die Wahrheit · 1907-02-15 · Heft 7 (15.2.1907) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1907
Issue
Heft 7 (15.2.1907)
Date
1907-02-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Seite 7. Nr. 7. Die Wahrheit Ireik. Polenaufstaiide 1863." Herr M. Fuchs gelb. Freitag, den -2§. Februar: Bibelvörträg. Samstag, den 23. Februar: Konzert. Artanffhmetit: Oberkantör Alfr. Kötiig. Sonntag, den 24. Februär: „Ueber Seidö." (Mit Skioptiköü.) Herr Siegfried Schneck. Wien. (Heiterer Künstlerabend.) Die Nachfrage um Karten ffür diese zu Gunsten des Vereines zur Errichtung und Erhaltung von Horten für schulpflichtige Kinder in Wien am 21. d. M. in den S.ofiensälen stattfindende Veranstalkung ist eine ungemein rege, so daß der Sofiensaal au diesem Abend ein vornehmes gesellschaftliches Bild bieten wird. Ein gediegenes künstlerisches Programm, der Devise des Äbends entsprechend, wird mannigfache Ueberraschungen bringen. Die wenigen noch verfügbaren Karten werden im Bereinsbureau, IX. Universitätsstraße 4 (nachm. 4—6 Uhr) abgegeben. Der Beginn der Akademie ist für präzise 9 Uhr festgesetzt. Wien. (Aufnahme von skrofulösen Kinder n). Die Aufnahme von skrofulösen Kindern zur Entsendung in die Kolonien .Hall und Darkan hat bereits begonnen und wird am 5. März geschlossen. Später eingelanfette Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. Eltern und Vormünder haben mit den Kindern persönlich zwischen 4 und 7 Uhr nachmittags im Vereinsbureau des „Kaiser Franz Josefs-Ferienheim" DL, Türkenstraße 17, behufs Anmeldung zu erscheinen. Wien. Der Ausschuß des Verbandes der israel. Religionslehrer in den österreichischen Mittelschulen hielt am 6. Februar 1907 unter dem Vorsitze seines Obmannes Herrn Rabbiner D'r. F e uch t w au g eine Sitzung Lib, in welcher über die Schritte Bericht erstattet wurde, die zum Zwecke der Erhöhung der Remuneration für die nicht definitiven Religionslehrer und ihre Altersversorgung rc. unternommen wurden. Es wurde beschlossen, zu diesem Zwecke mit einer Petition an das hohe Ministerium für Kultus und Unterricht heranzutreten und dieselbe in der allernächsten Zeit zu überreichen. Hierauf erstattete Herr Rabbiner Dr. David, der auch zur Sitzung geladen wurde, die Fortsetzung seines Referates betreffs eines neu .zu schaffenden Lehrplanes für Mittelschulen, woran sich eine eingehende Diskussion knüpfte und einige Leitsätze angenommen wurden. Die Fortsetzung der Beratung wurde auf die nächste Sitzung im März vertagt. Wien. Am 16. d. M., nach Sabbathansgang, findet die Vermählung des Liquidators der Wiener Kultusgemeinde, Herrn Emil Katz, mit Fräulein Rudi Stößler statt. Wien. Die Jury der Ceres-Preiskonkurrrenz, die bekanntlich mit 15.000 Kronen dotiert ist, wird bereits zusammengestellt; sie besteht aus folgenden Mitgliedern: Professor Adolf Heß, Direktor der Fachschule des Gremiums der Hoteliers Wien, F. K e d v e s s y, Küchenchef des Jokey- Clubs, Jean P o v o n d r a, Zentralvorstand des Verbandes der Köche Oesterreichs, Franz Stadler, Küchenchef Sr. Durchlaucht des Fürsten von Montenuovo, dem Vorstand der Nährmittelwerke „C e r e s" und dem Leiter des Publizitätsbnreaus der Georg S ch i ch t-Akt.-G es. — Weitere Kooptiernngen sind Vorbehalten. Wie wir hören, wird auch ein Damenkomitee zugezogen, daß besonders bei Verteilung der Preise für Volkspreise Mitwirken soll. Einem vielseitigen Wunsche entsprechend wird der Einsendertermin für die Mehlspeis-Konkurrenz bis 31. März erstreckt, damit auch die vielfach üblichen Osterbäckereien mitkonkurieren können. Wien. (Wohltätigkeitsa k ademie). Sonntag, den 3. Februar fand in den Sophien-Sälen die diesjährige große Wohltätigkeits-Akademie des Brigittenauer israel. Frauen-Wohltätigkeits-Vereines statt. Dieselbe nahm einen sehr animierten Verlauf. Ein überaus distinguiertes Publikum, dessen Zahl weit über 2500 Personen betrug, erfüllte die lichtdurchflossenen Räume der Sophien-Säle. Das auserlesene Programm wurde von der beliebten Kapelle Johann Müller durch den glänzenden Bortrag einiger Musikstücke eröffnet. Hierauf brachte Frl. Jenny Reingrub er einige heitere Gedichte zum Vortrag. Nun sang Herr Otto T r e ß l e r, von -rauschendem Applaus belohnt, einige Konplets. Herr Louis Treu mann entfesselte mit seinen besonders gelungenen Darbietungen wahre Beifallsstürme. Sodann folgte der Clou des Abends. Frau Mizzi Günther und Herr Otto Treßler sangen zwei entzückende Duette. Diese Novität auf künstlerischem Gebiete, welche man hier zum erstenmale hörte, erntete nimmerendenwollenden Beifall. Auch die Lieder, welche Frau Mizzi Günther hierauf sang, riefen jubelnden Applaus hervor. Zum Schluffe trug Frl. Mila Barry einige reizende Kouplets vor, welche das Publikum mit überreichem Beifall lohnte. Nach der Akademie trat der Tanz, dessen Arrangement dem bewährten Tanzmeister Julius Singer oblag, in seine Rechte, soweit in dem dichten Menschengewoge von Tanz die Rede sein konnte. Das Komitee hielt seinen Einzug und eröffnete den Tanz, an der Spitze folgende Paare: Frl. Charlotte Goldner, Herr Dr. Max Saxl; Frl. Anita L ö w en h e ck, Herr Bodanetzky; Frl. Winternitz, Herr Alfred Dukes; Frl. Trude Schwarz, Herr Leicht. Die Kotillon- Quadrille, welche von 900 Paaren getanzt wurde, zeigte dem Zuschauer ein herrliches, farbenprächtiges Bild und die vielen reizenden Mädchen- - knospen und schönen Frauengestalten, welche nach den feurigen Weifen Wiener-Walzerknusik im Tanze auf- und abwogten, boten ihm einen unvergeßlich schönen Anblick. Erst gegen 3 Uhr früh lichtete sich das Gedränge und iiüN konnte sich die Jugend mit vollem Eifer dem Tanzvergnügen widmen. Mit dem Morgengrauen endete diese in jeder Hinsicht gelungene Veranstaltung. Das Reinerträgnis ist recht ansehnlich. Der gesamte Bereinsüörstand sowie das Komitee mit Herrn Dr. Jakob Roth als Obmann haben sich um den Abend Verdienste erworben. Der Brigittenauer Frauen- Berein hat durch diesen alle Erwartungen übertreffenden Erfolg neuerdings glärizsnd bewiesen, welch großer Beliebrheit seine Veranstaltungen in der Wiener-Gesellschaft sich erfreuen, umsomehr, als es bei der Kürze des heurigen Faschings sehr schwierig war, ein derartig allgemeines Interesse im großen Püblikum für eine Wohltätigkeits-Veranstaltung zu erwecken. Wie«: Moses M i r s k y, der 12jährigeKünstsänger, veranstaltet Montag, den 18. d. M., 8 Uhr Abends im Prachtsaale des Hotel „Bairischer Hof" H, Täbbrstraße 39, sein erstes Konzert in Wien. Möses Mirsky, der jüngste Wunder sänge r, hat bereits einen bedeutenden Ruf als Künstler. Mirsky nimmt unter den sogenannten Wunderkünstlern einen ersten Platz ein. Der kleine Sänger ist eine interessante Erscheinung. Im Besitze einer sehr schönen, klangvollen Mezzo-Sopranstimme. die er mit seltener Begabung behandelt, bringt Mirsky Lieder von „Schubert", „Beerhofen",'„Rubinstein" u. s. w. mit fast vollendeter Kunst zu Gehör, sein Piano, Crescendo, Diminuendo, fein seelischer Bortrag sind derart staunenswert, daß er mit Recht von den hervorragendsten Musikkritikern zum Kunstsänger gestempelt wurde. Moses Mirsky hat in Amsterdam, Haag, Leipzig, Hamburg, Frankfurt a. M. Triumpfe gefeiert. Es wurde ihm die Auszeichnung zu Teil, vor der Königin-Mutter Emma der Niederlande singen zu dürfen, wofür der junge Künstler mit Gunstbezeugungen überschüttet wurde. Mirsky erhielt vom Musik-Verein in Amsterdam die goldene Medaille. Leider.kam Mirsky zur ungelegendsten- Zeit nach Wien, wo keiner der hervorragenden Konzertsäle frei ist und er daher gezwungen ist, um nicht die Zeit müssig zu verbringen, im einzigen freien Konzertsaal zu konzertieren. Für dieses Konzert gibt sich lebhaftes Interesse kund. Wir behalten uns vor. über dasselbe ausführlich zu rezensieren. J. L. Wien-Floridsdorf. (Hebräische r-F ortbild ungskurs für Mittelschüler). Der vom Herrn Bezirksrabbiner Dr. M. R o s e n m ä n n mit Beginn des Schuljahres errichtete Fortbildungskurs für Mittelschüler hat sich glänzend bewährt. Sonntag, den 10. d. M. vormittags fand die Semestralprüfung aus dem durchgenommenen Stoff statt, welche ein sehr günstiges Resultat ergab. Herr Bezirks-Rabbiner Dr. M. Rosen m a n n und Herr Max N e u m a n n, Obmann, sprachen dem Kursleiter, Herrn Bürgerschul- und Talmud-Thoralehrer Jonas Eibenschütz, die vollste Zufriedenheit aus. Prag. l.A u s unserer K u l t u s g e m e i n d e). Die Verhandlungen der löblichen Repräsentanz unserer Kultusgemeinde erfreuen sich einer allgemeinen Nichtbeachtung seitens der Herren „Angehörigen". Das ist freilich nicht sehr zu verwundern. Bietet es doch schon eine gewiffe Schwierigkeit, sich die Kenntnis davon zu schaffen, daß überhaupt eine; Sitzung der Repräsentanz stattfindet. Nach dem Statut besteht für das! Präsidium der Repräsentanz keine Verpflichtung öffentlich bekanntzugeben, j wann sie ihre Sitzungen abhält. Trotzdem wird jede Sitzung durch Anschlag j einer Kundmachung an das Tor des Rathauses verlautbart. Es mag dies > wohl auf Grund irgend einer althergebrachten Uebung oder eines automatisch i sich wiederholenden Beschlusses der Repräsentanz geschehen. Von den zirka 3400 Steuerträgern der israelitischen Kultusgemeinde Prag werden wohl? nur wenige von dieser Einrichtung Kenntnis haben, ebenso wie die wenigsten j wissen dürften, daß die Sitzungen der Repräsentanz „in der Regel" öffentlich i sind und daß der Zutritt zu denselben „nach Maßgabe des vorhandenen j Raumes" den „männlichen erwachsenen Angehörigen" gestattet ist. Der! Anschlag an den Türen des Rathauses ist eben nicht mehr zeitgemäß und i für den Ziveck einer Verlautbarung nicht mehr geeignet, denn es dürfte j heutzutage sehr wenige „Angehörige" geben, welche regelmäßig in j die Gegend des jüdischen Rathauses kommen. Es würde uns sehr freuen,! wenn dieser Hinweis Veranlassung geben würde, daß die löbl. Repräsentanz! einen geeigneteren Modus für die Verlautbarung ihrer Sitzungen und! der Verhandlungsgegeustände wählen würde. Dann würde gewiß das > Interesse der Steuerzahler ein regeres werden, was wiederum für die! Herren Mitglieder der Repräsentanz sicher nur vom Vorteil wäre. Denn, j welche Befriedigung kann es diesen Herren bieten, wenn sie im Schweiße > ihres Angesichtes über das Wohl und Wehe ihrer Gemeinde beraten und beschließen und von dieser ihrer überaus annerkennenswerten Arbeit und nicht zu unterschätzenden Leistung keine Menschenseele was erfährt. Und doch gewinnt der aufmerksame Zuhörer bei den Verhandlungen der Repräsentanz den Eindruck, daß die Juden in Prag mit ihrer Repräsentanz nicht gerade schlecht gestellt sind, wenn auch die Wahl dieser Körperschaft auf Grund eines arg rückständigen Statuts erfolgt. Es wird gewissenhaft beraten und gründlich gearbeitet. Vielfach bewegt man sich zwar gar zu sehr in den tief ausgefahrenen Geleisen ziemlich veralteter Ansichten. Das ist jedoch nicht zu verwundern, wenn man bedenkt, daß die meisten der Herren schon Jahrzehnte hindurch ihren Platz einnehmen und die Majorität sich aus ziemlich alten Herren rekrutirt. Die wenigen jüngeren Herren befinden sich auch tatsächlich hie und da in der Opposition, richten aber in den meisten Fällen gegen die feste Phalanx der Alten nichts aus. Bon besonderem Interesse waren heuer die Budgetverhandlungen. Das Resultat wird jeder Steuerträger aus seinem Steuerzettel erfahren. Es tritt nämlich im Jahre 1907 eine 15°/0tge Steuererhöhung in Kraft. Der Grund hiefür liegt darin, daß die Gemeinde eine Anleihe von X 400.000 aufnehmen und verzinsen muß. Dieser Betrag wird benötigt für den Umbau und die Erweiterung des Rathauses und einen Bau, welchen die Gemeinde in der Joachimsgaffe aufzuführen hat. Diese beiden Bauten werden an X 250.000 kosten. Nebstdem wird die Gemeinde den neuen Tempel in der Jerusalemgasse für X 150.000 übernehmen, nachdem der Vorstand dieses Tempels so trefflich zu wirtschaften verstand, daß er mit etwa dem gleich hohen Betrage passiv geworden ist. Wie dieses kleine Beispiel zeigt, ist die allgemein verbreitete Ansicht nicht richtig, daß die Repräsentanz der Prager Kultusgemeinde nichts anderes zu tun hat, als Stiftungen zu verwalten. Ihre Verhandlungen (welche zumeist am Sonntag von 11—1 Uhr stattfinden) bieten vielmehr gar manches intereffante Moment und sind wohl wert, das volle Jntereffe der Steuerträger in Anspruch zu nehmen, waS unsere weiteren Berichte wohl beweisen werden. Prag. (Afike Iehuda). Es gereicht uns zur ganz besonderen Freude feststellen zu können, daß dieser Verein unter der Aegide seines

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