Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1907
- Issue
- Heft 6 (8.2.1907)
- Date
- 1907-02-08
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10. Die Wahrheit Nr. 6.! I i %. % heilen desselben aufzählte. Jedem anderen gegenüber hätte Hanna in einem gleichen Falle eine spöttische Miene aufgesetzt, vor diesem interessanten Fremden wagte sie es nicht, so fest war sie in dem Bann seiner liebenswürdigen Erscheinung verstrickt. Binder fing fast unvermittelt an: . Herr Sommer hat mir Sie Frau Bräuer genannt. Bitte, gnädige Frau! Sind Sie eine Verwandte jenes Adolf Bräuer, welcher vor einigen Jahren in Triest einen tragischen Tod fand?" „Das war mein Gatte!" schrie Hanna auf. „Sie kannten ihn, mein Herr?" „Er war mein Freund," antwortete Binder. „O, erzählen Sie mir von ihm, viel, alles, was Sie wissen." Binder kam dem Wunsche der Witwe nach und erzählte ihr alles, was man eben in Triest von dem Tode des Unglücklichen wußte und was man ihr auch seinerzeit amtlich zugestelll hatte. Aus den Augen der verlassenen Frau perlten große Tränen bei dieser Erinnerung an den ihr so früh entrissenen Gatten; krampfhaftes Schluchzen ließ ihren ganzen Körper erbeben. Sommer war um die arme Frau beschäftigt und versuchte sie zu ttösten, während er dem Gaste fast unwillig ein Zeichen machte, seine aufregende Erzählung zu beenden. Als sich Hanna etwas beruhigt hatte, bat sie den Erzähler fortzufahren und ihr nichts zu verschweigen. Sie' fühlte sich kräftig genug, alles zu erfahren. Dieser jedoch behauptete, daß es für sie genug der Aufregung sei, daß er aber ein anderesmal, ihre Erlaubnis vorausgesetzt, das Weitere erzählen werde. Hanna gab dem Fremden ihre Visitkarte mit ihrer genauen Adresse und bat ihn, sie doch einmal auch in ihrer Wohnung zu besuchen, wenn es seine Zeit erlaubte, um ihr daselbst Ausführliches über seinen Verkehr mit ihrem Gatten, auch etwas über dessen letzte Lebenszeit zu erzählen. Binder nahm sreudigst die an ihn ergangene Einladung an und versprach, sie schon nächsten Sonntag zu diesem Zwecke besuchen zu wollen. Sommer hat unterdessen einen Fiaker kommen lassen, in welchem er selber die noch immer aufgeregte Frau nach Hause begleitete. Der nächste Sonntag fand Frau Hanna in großer Erregung. Sie hatte die ganze Zeit über, welche seit ihrer Begegnung mit dem Fremden verflossen war, keine Minute ausgehört, an diese zu denken. In der vollständigen'Abgeschlossenheit von jedem geselligen Verkehr, wie sie in Wien lebte, bildete diese Begegnung ein Ereignis für sie, dessen Wiederholung sie mit begreiflicher Spannung entgegensah. Zu ihrem eigenen Schrecken ertappte sie sich bei dem sündhaften Gedanken, daß sie den Boten selbst mit größerer Sehnsucht erwartete, als die Botschaft, die er ihr bringen sollte. Ein Blutwelle überzog ihr bleiches Gesicht. Die Situation, in der sie sich dem fremden Manne gegenüber befand, welcher ihr Näheres über den Tod des Gatten sagen sollte, schien ihr so überaus ähnlich jener zu sein, worin sich Maria Schwertlein in Goethes erhabener Faustdichtung befand. Voll innerer Scham verhüllte sie bei dieser Vorstellung das erglühende Angesicht. Derart beeinflußt erschien sie Sonntags vor dem Gast, den sie in den Salon hatte führen lassen, so befangen, so fast mädchenhaft schüchtern. Aus Furcht vor einem abermaligen Handkusse reichte sie ihm nicht einmal die Hand zur Begrüßung, sondern wies ihm einen Sessel dem Divan gegenüber an, worauf sie selber Platz genommen hatte. „Erzählen Sie!" bat Hanna nach kurzer Begrüßung. „Das will ich, gnädige Frau! Doch nichts von dem Tode, sondern von dem Leben desjenigen, der unseren Herzen gleich teuer gewesen ist. Wir sprachen sehr oft von Ihnen, gnädige Frau! Er wurde nicht müde, Ihren hohen Geist zu rühmen, Ihren ungewöhnlichen Bildungsgrad bei Ihrer Bescheidenheit und Herzensgüte. Wie oft schilderte er mir seine Sehnsucht nach Ihnen und den Kindern, ^xroxos, wo sind denn diese, die sanfte Klara und der wilde Karl?" „Wie, Sie kennen ihre Namen?" (Fortsetzung folgt). K. k. priv. wechselseitige Brandschaden-Berficherungs- Anstalt in Wien. Aus dem von dem Oberkurator der Anstalt, Abt Alexander Karl, in der Versammlung des Ausschussesi am 22. Jänner 1907 erstatteten Berichte sind nachstehende Gebarungs-Resultate zu entnehmen: In der Gebäude-Versicherungs-Abteilung hat sich die Zahl der Versicherungen auf 105.564 und die Versicherungssumme auf 1.978,899.007 X erhöht; in der Mobilar-Versicherungs-Äbteilung ist die Zahl der Versicherungen auf 52.564 und die Versicherungssumme aus 390,100.517 X gestiegen. Der Gesamt-Versichcrungsstand beider Abteilungen erhöhte sich daher im Jahre 1906 um 68,932.113 X und beträgt 2.368,999.524 K. Die Zahl der Versicherungen ist von 156.921 auf 158.128 gestiegen. In der Stadt Wien hat sich die Versicherungssumme abermals, und zwar um 59,766.020 X und in dem übrigen Teile Niederösterreichs um 734.246 X gegen das Vorjahr erhöht. Die Prämien-Einnahme betrug in der Gebäude- Bersicherungs-Abteilung 1,773.712 X, in der Mobilar-Versicherungs-Abteilung 569.678 X und in der ganz selbständigen Hagel-Versicherungs- Abteilung 64.632 X — zusammen 2,408.022 X —, erhöhte sich daher' gegen das Vorjahr um 24.095 X. An Schaden-Vergütungen wurden für Gebäude. 762.806 X, für Mobilien 242.382 K und für Hagelschäden 132.550 X zuerkannt. An Zinsen von den verschiedenen Vermögensbeständen wurden 344.134 X vereinnahmt. An gesetzlichen Feuerwehrbeiträgen wurden 40.371 X, an Feuerwehren und Gemeinden zur Anschaffung von Löschgerätschaften freiwillige Beiträge in der Höhe von 13.680 X und als Remuneration für besonders erfolgreiche Löschhilfe bei Bränden 7688 X verausgabt. Die Betriebsrechuung weist folgende Gebarungs-Ueberschüsse aus: In der Gebäude-Versicherungs-Abteilung 377.175 X, in der Mobilar- Versicheruugs-Abteilung 41.834 X; in der Hagel-Bersicherungs-Abteilung hat sich ein Gebarungs-Abgang von 3508 X ergeben, welcher aus dem Reservefonde dieser Abteilung gedeckt wurde. Der Ueberschuß der Mobilar- Bersicherung fällt statutengemäß dem Reservefonde zu; dagegen werden von dem Ueberschusie in der Gebäude-Bersicherungs-Abteilung den Mitgliedern 356.364 EL — das sind 20% ihrer im Jahre 1906 vorgeschriebenen uormalmäßigen Versicherungsbeiträge — rückerstattet, beziehungsweise auf ihre Beitragsleistungen im Jahre 1907 gutgeschrieben; der Rest mit 20.811 X wurde dem Abteilungs - Reservefonde zugewiesen. Die Anstaltsfonde erhöhten sich gegen das Vorjahr um,45.486 EL und betragen zusammen 8,321.089 X; hievon entfallen auf den Reservefond der Gebäude-Versicherungs-Abteilung 6,534.720 X, auf jenen der Mobilar-Bersicherungs-Abteilung 1,155.425 X und auf den Reservefond der Hagel- Versicherungs-Abteilung 630.943 X. Butter wird billiger. Wenn man Butter bis zu zwei Drittel mit dem feinen „Ceres" Speise-Fett vermengt, verändert sich der Buttergeschmack fast gar nicht, denn-.„Ceres" Speise-Fett ist kein Surrogat, sondern reines Pflanzenfett ohne jeden Nebengeschmack, es wird in den Nährmittelwerken „Ceres" aus der Kokosnuß selbst gepreßt; dabei ist „Ceres" Speise-Fett halb so teuer wie Butter und viel billiger als Schmalz. Alle Speisen und die delikatesten Bäckereien kann man mit solchen. Mischungen erzeugen. Rezepte mit gemischtem Fett werden auch bei der „Ceres"-Preiskonkurrenz angenommen, doch muß mehr als die Hälfte des Fettes „Ceres" Speise-Fett sein. .— Krapfen, mit „Ceres" Speise-Fett zubereitet, sind wohlschmeckender und leichter verdaulicher als alle andern. Allgemein Depositen-Bank. Der Verwaltungsrat beehrt sich hiemit, die stimmberechtigten Aktionäre der Allgemeinen Depositen-Bank zur welche Donnerstag, den 21 Februar 1907, vormittags II Uhr, im Sitzungssaal des Anstalts-Gebäudes (I, Schottengasse 1) stattfinden wird, einzuladen. 'X’aigfes-OxcLaa.-u.aa.g-: 1. Rechenschaftsbericht und Bilanz für das Geschäftsjahr 1906, 2. Bericht der Revisoren 8. Beschlussfassung über die Verwendung des Reingewinnes. 4. Wahl von zwei Mitgliedern des Verwaltungsrates. 5. Wahl des Revisionsausschusses, bestehend aus drei Mit- . gliedern und einem Ersatzmanne. Die Herren Aktionäre, welche ihr Stimmrecht ausüben wollen, werden eingeladen, nach § 18*) der Gesellschafts-Statuten ihre Aktien wenigstens 8 Tage früher, d. i. bis spätestens in kl. 13. Februar 1907 bei der Allgemeinen Depositen-Bank (I., Schottengasse 1) zu hinterlegen. Der Rechnungsabschluss pro 1906 wird den zur Generalversammlung legitimierten Herren rechtzeitig zugesendet werden. wWi en, am 4. Februar 1907. Der Verwaitungsrat. *) ( 18. — Jeder Aktionär ist in der General-Versammlung zu so vielen- Stimmen berechtigt, so vielmal er 10 Aktien besitzt. — Aktien, auf Grund derer in einer General-Versammlung ein Stimmrecht ausgeübt werdon soll, müssen samt den noch nicht fälligen Coupons wenigstens 8 Tage vordem Tage der Versammlung, an einem vom Verwaltungsrate kundgemachten Orte deponiert werden. (Nachdruck wird nicht honoriert.) I X 11 i r <l ii 4 b fl i d i % ii f f ii s i <1 •0 11 9 3 x 5 ■9 f d b b b fl f e 1 v i ti Z n 11 b ii ü d n S j d g ei 2