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Die Wahrheit · 1907-01-25 · Heft 4 (25.1.1907) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1907
Issue
Heft 4 (25.1.1907)
Date
1907-01-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Die Wahrheit Nr. 4. zirke reichen Boden finden nnd nach ihrer bisherigen Tätigkeit früher erwarten lasten, daß sie auch in diesem Sinne wirken werden. Nachdem noch Herr Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Isidor Spielmann jun. Interpellationen an den Vorsitzenden inbetreff des Austrittes einiger Mitglieder, der Teilnahme der Revisoren an den Ausschußsitzungen, der Fernhaltung des Zwanges zum Besuche des Jugendgottesdienstes und der Revision der Kassa bei der Uebergabe von einem Kassier an dem andern gerichtet- und scharf seinen eigenen Standpunkt betont hatte, sprach Herr Isidor B e r n f e l d dem Obmanue unter allseitiger Zustimmung den Dank und Lob für sein vielseitiges und umsichtiges Wirken aus. Die Neuwahlen ergaben die Wiederwahl der bisherigen Funktionäre, mit Ausnahme zweier Ausgeschiedener, für die Herr emeritierter Advokat Dr. Alfred Beck emtral. Als Ausschuß-Stellvertreter wurden die Herren Jakob König, R. Löwit und Philipp Weil, als Revisoren die Herren Gustav L ö b l, Franz Josef Klein und Advokat Dr. Isidor S p i e l m a n n gewählt. Der Ausschuß selbst wählte zum Obmanue Herrn Dr. S. Krenberger, zu Obmann-Stellvertretern die Herren Hermann K u n e r und Jean Hertzka, zum Kassier Herrn Samuel H o f fm a n n, zum Stellvertreter Herrn Isidor B e rn f e l 5, zum Schriftführer Herrn Gustav Jacob, zum Stellvertreter Herrn Dr. Ernst K a r m a n n. Beiräte sind die Herren: Dr. Alfred Beck, Isidor G ü n s, Ferdinand Herzog, Jakob Popper, Emanuel Schwarz, Josef S m e t a n a. Wien. (Jüdischer B i l d u n g s- und Geselligkeitsverein für den XVI. und XVII. Bezirk.) Die anerkennenswerten Bestrebungen, jüdische Geschichte und Literatur im Vereine mit allgemeiner Wissenschaft den weiteren Schichten unseres Volkes zugänglich zu machen, finden auch im XVI. und XVH. Bezirke Geltung, wo sich unter der Aegide der dortigen Notabilitäten der ..Jüdische Bildungs- und Geselligkeitsverein" am Sonntag, den 20. d. M. im Caffee Renaissance unter großer Beteiligung konstituiert hat. Der junge Verein, der zu schönsten Hoffnungen berechtigt und schon heute über 150 Mitglieder zählt, begann seine Tätigkeit mit dem geistvollen Vortrage des Herrn Rabbiners Dr. I. M. Bach über das Thema „Welteroberer in ihrer Stellung zu den Juden!" Bei der hieraus vorgenommenen Wahl wurden nachstehende Herren in den Ehrenbeirat einstimmig gewählt: Herr Rabb. Dr. I. M. Bach, der Obmann des Bethausvorstandes Herr Ed. Politzer, der Obmann der Bezirkskommission Herr Leop. T r e b i t s ch und Herr- Bernhard Trnka. In den geschäftsführenden Ausschuß die Herren Ing. Fritz Epstein, Präsident, Siegfried R o s n e r und Jur. Rudolf Sinnreich, Vizepräsidenten, Rud. Politzer und Moriz S ch m i e d e k, Schriftführer, Alfred L ö w y, Kassier, Gustav Funk und Otto Koränyi, Revisoren uud als Vorstandsmitglieder die Herren Alfred B a u m g a r t e n, Ing. Max E p st e i n, Ing. Alfred M e r o r y, Robert Glücksmann, Dr. Ernst Hilfreich, Isidor Hahn, Alfred Klei n, Dr. Sigmund S i l b e r st e i n, Jur. Arthur I i m r e i ch, Gustav Waldmann. R. P. Wien. Sonntag, den 27. Jänner, ^4 Uhr nachmittags, findet im Sitzungssaale der israel. Kultusgemeinde, I., Seitenstetteugaste 4, die Generalversammlung des „Verein zur Bekleidung und Unterstützung armer alter fflämtei israel. Konfession" statt. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Kassabericht. 3. Bericht der Revisoren. 4. Referat über die Statistik der uns zugehörigen Schützlinge. 5. Wahl von 10 Vorstandsmitgliedern mit dreijähriger Funktionsdauer und 3 Revisoren mit einjähriger Funktionsdauer. 6. Anträge und Interpellationen. Nach Erschöpfung der Tagesordnung : Vortrag des Herrn Rabbiner Tr. David Feuchtwang. Bräun Fräulein Elsa He ller, Tochter des Herrn Oberkautor Josef Heller in Brünn, hat sich mit Herrn I. U. Dr. Leopold Stern, Sekretariats-Konzipisten der isr. Kultusgemeinde in Wien, verlobt. Gewitsch. Herr Arnold S ch i n k o w i tz, Oberkautor in Gewitsch, hat sich m>t Fräulein Laura Kusel aus Baden vermählt. Tobitschau. Am 20. d. M. feierte in Boskowitz (Mähren) im Kreise seiner Familie und Angehörigen der pensionierte deutsche Staats¬ und Religionslehrer, Herr Lazar Storch, Vater des bekannten Wiener Musikers Herrn S. Storch, seinen 80. Geburtstag, aus welchem Anlaste dem Jubilar von nah und fern unzählige Gratulationen und Wünsche zugingen. Als Tobitschauer Kind erfreut er sich wegen seiner großen Gelehrsamkeit und streng religiösen Lebenswandel in seiner Muttergemeinde besonderer Beliebtheit, Hochachtung und Wertschätzung. Möge es dem Jubilar vom Allmächtigen gegönnt sein, in vollkommener Rüstigkeit und Geistesfrische diesen Tag noch recht zahlreich zu begehen. Lemberg. In Kolomea hat eine zahlreich besuchte Versammlung von Zionisten, Sozialdemokraten und radikalen Ruthenen beschlosten, nur solche Mandatswerber zu unterstützen, welche sich verpflichten werden, dem Polenklub im Reichsrate nicht beizutreten. Die Vertrauensmänner der zionistischen Partei haben in einer in Lemberg abgehaltenen Versammlung eine Resolution angenommen, nach welcher den Reichsratskanditaten dieser Partei die Verpflichtung auferlegt werden soll, die Bildung eines jüdischen Klubs im Reichsrate anzustreben und den parlamentarischen Klubs anderer Nationalitäten irr keinem Fall beizutreten. Die zionistischen Abgeordneten dürfen mit anderen nationalen Parteien Bündnisse und Kompromisse in welcher Form immer nur ohne Beinträchtigung der jüdischnationalen Individualität abschließend Die zionistische Vertrauensmännerversammlung beschloß, nicht nur in den sogenannten jüdischen Wahlbezirken, sondern auch in allen Bezirken mit kompakter jüdischer Bevölkerung eigene Kanditaten aufzustellen. In einer Zuschrift an den „Wiek Nowy" erklärt Minister Graf Dzieduszycki, daß die Nachricht, er habe der zionistischen Partei in Galizivn fünf Ueichsrats'maudate für den Fall des Eintrittes ihrer Abgeordneten in den Polenklub angeboten, unbegründet sei. Wohl habe er aber in privaten Unterredungen mit Zionisten betont, es müsse als Bedingung was immer für einer Verständigung der zionistischen Partei mit der polnischen Wahlorganisation als Verpflichtung der Zionisten angesehen werden, daß die aus ihren Reihen etwa zu wählenden Abgeordneten dem Polenklub beitreten und daselbst allen Bestimmungen der Klubstatuten sich unter-- ordnen. Die Mandate haben die Wähler und nicht die Negierung zu verteilen. Wer sich um die Unterstützung irgendwelcher Reichsratskanditaturen durch die Polen bewirbt, habe sich an den Nationalrat zu wenden. Lemberg. (Jubiläumsfeier des Vereines Schomer Israel.) Am 30. Januar feiert der erste jüdische politische Verein in Galizien „Schomer Israel" seinen 40jährigen Bestand im großen Saale des Handwerkervereines „Jad- Charuzim", wobei die hiesigen jüdischen Musiker zumeist jüdische Gesänge vortragen werden.- Natürlich wird auch der politischen Situation gedacht werden. B. R. Preßburg. Oberkantor Abraham Schwaczkin, der vor Monaten nach abgehaltenem, mit großem Beifalle ausgenommenem Probevortrage von der Repräsentanz der orth. isr. Kultusgemeinde zum Oberkantor erwählt wurde, erfreut durch seinen meisterhaften Gesang, seine klangvolle T e n o r st i m m e, sowie durch seine tüchtige Leitung des Chores jeden Freitag und Samstag seine Zuhörer in ganz besonderer Weise. Der große Tempel ist speziell am Freitag Abend von Andächtigen überfüllt, die mit Interesse dem Gottesdienste folgen. Während der kurzen Zeit seiner hiesigen Wirksamkeit hat Oberkantor Schwaczkin sich einen bedeutenden Ruf erworben, so daß viele Freunde eines guten vortrefflichen Gesanges sich stets im Tempel ein finden und denselben vollbefriedigt über den Kunstgesang Schwaczkius verlassen. Oberkantor Schwaczkin hat vor kurzem einen sehr schmeichelhaften Ruf nach einer bedeutenden isr. Gemeinde Ungarns erhalten, doch hat derselbe diesen Ruf bedingungslos refusirt. Berlin. Dem Hauptkantor der hiesigen jüdischen Gemeinde, Herrn . A. F r i e d m a n n. der jüngst sein 25jähriges Amtsjubiläum beging, ist der Titel „königlicher Musikdirektor" verliehen worden. * Hamburg. (Hamburg-Amerika-Linie.) Die nächsten Abfahrten von Post- und Passagierdampfern finden statt: Nach New- York: Die Postdampfer: Alesia 26./1., Amerika 30./1., Graf Waldersee2./2., Prinz Sigismund 5./2., Batavia 9./2., Kaiserin Auguste Victoria 16./2., Pretoria 23./2., Patricia 2./3. Nach Boston: Die Postdampfer: Badenia 23./1., Silvia 30./1. Nach Baltimore: Die Postdampfer: Badenia 23./1-, Silvia 30./1. Nach Philadelphia: Die Postdampfer: Pallanza 16./1., Barcelona 26./1., Armenia 6./2. Nach W e st i n d i e n: Die Postdampfer : Holsatia 24./1., Schwarzburg 25./1. Nach Mexico: Die Postdampfer : Allemania 18./1., St. Jan 18./1., Albingia 29./1. Nach O sta s i e n: Die Postdampfer: Brisgavia 30 /I., Belgravia 30./1., Senegambia 10./2., Rhenania 20./2. A r a b i s ch - P e r s i s ch e r D i e n st: ein Dampfer 28./2., Postdampfer Canadia 31./3. Zürich. Große Aufregung herrscht unter den zahlreichen während der letzten Jahre hier eingewanderten russischen Familien. Während bis vor kurzer Zeit jeder russische Einwanderer aus einen sogenannten Garantieschein zweier Züricher Bürger hin unangefochten hier leben durfte, verlangt die Regierung jetzt plötzlich, daß die unglücklichen russischen Flüchtlinge einen Paß beibringen, lind erkennt die Desertion vor dem russischen Militärdienst nicht mehr als genügenden Grund an, um die Einwanderer als politische Flüchtlinge zu charakterisieren. Diejenigen also, die von vornherein nicht klug genug waren, um ihre Zulassung unter diesem Titel zu beanspruchell, vielmehr offen erklärten, daß sie mit Rücksicht auf den russisch-japanischen Krieg dem Militärdienst entgehen wollten, sind dadurch am härtesten betroffen, und das ist umso bedauerlicher, als es sich zumeist um Handwerker handelt, die sich hier ganz gut ernähren konnten. Ein großer Teil der Ausgewiesenen wird seine Zuflucht wohl in Amerika suchen. Daß von Seiten der maßgebenden Persönlichkeiten alles geschieht, um die Härten der Ausweisungsbefehle zu mildern, darf angenommen werden. Für die Zukunft scheint uns alles darauf anzukommen, daß die neueintreffenden russischen Flüchtlinge von vornherein als das anerkannt werden, was sie wirklich sind: politische Flüchtlinge im eigentlichsten Sinne des Wortes. Elsa-Fluid und Elsa-Pillen in ganz. Oesterreich gestgttet: Wie wir erfahren, haben sämtliche Statthaltereien vom k. k. Ministerium des Innern den Erlaß erhalten, daß der Vertrieb nnd die -Ankündigung der bekannten Präparate: Feller's wohlriechendes Pflanzen-Essenzen-Fluid mit der Marke „Elsa" und Feller's ableitende Rhabarberpillen mit der Marke „Elsa" erzeugt vom Apotheker Eugen V. Feller in Stubica (Kroatien) in ganz Oesterreich gestattet sind.

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