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Die Wahrheit · 1906-12-21 · Heft 49 (21.12.1906) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1906
Issue
Heft 49 (21.12.1906)
Date
1906-12-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
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')h\ 49. Die Waiuljeic Leite 9. 44 Jahren. Den Einnahmen von 69.968.51 Kronen stehen die Ausgaben von 126.407-23 Kronen gegenüber, es ergibt sich somit ein Defizit von 55.438.72 Kronen, welches durch die Kassa der Pester Jsraelitengemeiude gedeckt wurde. (Unter diesem Titel hat die Gemeinde seit dem neunjährigen Bestände des Kinderspitals schon 331.295-04 Kronen beigetragen.) Unter den Einnahmen figuriren die Scadtgemeinde und die Pester Chewra Kadischa mit je 10.000 Kronen. — Das Kinderspital hat 3 gründende Mitglieder, welche zusammen den Betrag von 150.794-68 Kronen spendeten. An Bettstiflltngen sind von 49 Personen insgesammt -59.500 Kronen eingezahlt worden. 13 Woltäter haben dem Spitale 26.411-60 Kronen zugeführt. Von 120 unterstützenden Mitgliedern erhielt das Spital 44.822 Kronen. Endlich spendeten 111 Personen für das Spital 3602 Kronen. Auch gingen dem Spitale ansehnliche Naturalien zu. Den edlen Spendern wird der innigste Dank abgestattet. Noch haben wir zu erwähnen, daß das Ministerium des Innern bisher 12.000 Kronen, die Haupt- und Residenzstadt Bttdapest 80.000 Kronen und die Pester Chewra Kadischa ebenfalls 80.000 Kronen als Subvention der Spitalskassa zuaeführt haben?_D. H. 8. Verschiedene Unchrichte». Wien. Sonntag, den 23. Dezember 1906. präzise 10 Uhr vormittags, findet eine öffentliche Plenarsitzung des Vorstandes der israel. Kultusgemeinde im Sitzungssaale, 1., Seitenstettengafie 4, 2. Stock statt. Tagesordnung: 1. Beschlußfassung über eine gegen die stattgehabten Wahlen eingebrachte Einwendung. 2. Agnoszierung der Wahlen in den Kultusvorstand. 3. Festsetzung der Voranschläge der Einnahmen und Ansgaben der Kultusgemeinde für das Jahr 1907. Wien. (Jüdische T o y n b e e - H a l l e, XX., Othmargasse 46.) Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Beginn der Vorträge: An Wochentagen um l;'a8 Uhr abends, Samstag, Sonn- und Feiertage 7 Uhr abends. Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle mau an den Obmann, Herrn Dr. I. S a m uely, I., Fischerstiege 6, adressieren. W o ch e u p r o g r a in in : SaniStag, den 22. Dezember : Konzert. Arrangement Herr Prof. M e l l i o n. Sonntag, den 23. Dezember: „Eindrücke einer Palästinareise." (Mit Skioptikon.) Herr Rabbiner W. Reich ans Baden. Montag, den 24. Dezember: „Die Tatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens." (Zyklus IV.) Herr Professor Dr. W. Jerusalem. Dienstag, den 25. Dezember: „Anonyme Briefe." Graphologin Fräulein Dolphine P o m p 6 e. Mittwoch, den 26. Dezember: Konzert. Arrangement Herrn B i r n b a u m. Donnerstag, den 27. Dezember: „Bilder aus der Volkswirtschaft." Herr Leopold Spitzer. Freitag, den 23. Dezember: Bibelvortrag. Samstag, den 29. Dezember: Konzert. Arrangement Herr Stock. — Sonntag, den 16 d. M., fand in der Toynbee-Halle eine Channka-Festjause statt, bei welcher 280 arme Schulkinder der Brigittenau, durch Sang und Spiel erheitert, bewirtet und mit Näschereien und Spiell'achen beschenkt wurden. Vor der Jause erläuterte der Lehrer des Knabenhortes, Herr R o s e n h e ck, die Bedeutung des Chanukafestes, worauf in feierlicher Weise das Anzünden der Lichter erfolgte. Glückstrahlend verließen nach dreistündiger Unterhaltung die kleinen Gäste den Festranm. ' Wien. Der „W iener Synagogensänger-Verei n" hat mit dem Samstag, den 15. d. M., zur Chanukafeier und I. Gründungsfest im Konzertsaale des Hotel „Bayrischer Hos" veranstalreteu Festkonzerte geradezu eine Sensation geschaffen und nicht nur bewiesen, daß er, ohne die strengste Kritik zu scheuen, sich an die höchsten Aufgaben der Gesangskunst heranwagen darf, sondern auch in den weitesten Kreisen der Gemeindemitglieder die Sympathien für seine humanitären Bestrebungen außerordentlich gefördert. Der Dank für die in allen Teilen ausgezeichnet gelungene Veranstaltung gebührt in gleichem Maße den Solisten, Oberkantor Bela Guttmann und I. Kantor Don Fuchs, den Dirigenten Professor Josef Sulz er, Chormeister Leon Erd stein und Chormeister Isidor L ö w i t, wie den übrigen Mitwirkenden Professor S. Storch, Herrn M. M e n z e r und der ganzen wackeren Süngerjchar, wie dem Vereinsporstande mit ihrem unermüdlich wirkenden Obmanne. Herrn S. Lemberg er. Nachdem letzterer die zahlreich versammelten Festgäste und insbesondere den für den Verein besonders fürsorglich bedachten 1. Vizepräsidenten der Kultusgemeinde Dr. Gustav K o h n, den die Versammlung lebhaft akklamierte, begrüßt hatte, nahm das Konzert mit der von Professor Storch meisterhaft gespielten Mendelssohnschen Orgelsonate seinen Anfang, und nun reihten sich Chor- und Solovorträge in wohltuender Abwechslung aneinander. Es wäre wirklich schwer zu entscheiden, welcher Aufführung die Siegespalme gebührt, ob dem von Prof. Sulzer temveramentvoll dirigierten und mächtige Wirkung erzielenden großen Snlzerschen „Halleluja h", der in Wien mit solcher Klangwirkung noch nicht gehört wurde, oder den ausgezeichneten vom Chormeister Ecdstein mit vornehmer Ruhe geleiteten und fein nuancierten deutschen Chören von Schubert, Brahms, Brüll, Grieg rc., oder den stimmungsvollen von Chormeister Löwit mit großer Sicherheit dirigierten traditionellen Chorwerken „Uwechen" von M. Goldstein, für Männerchor bearbeitet von I. Löwit, und „Haneros" von I. Porth — alle wurden vom Publikum, in gerechter Würdigung der gebotenen Leistungen, lebhaft akklamiert. Wahre Beifallsstürme aber erweckten in den Solovorträgen der mächtige, in allen Lagen edel und vornehm klingende Bariton Bela Guttmanns, der besonders im „Hallelujah" und im Männerchor von Grieg zu voller Geltung kam, sowie der brillante, die höchsten Höhen leicht erklimmende Tenor Don Fuchs', der mit einer Arie aus der Oper „Andrs Chenier" und der Stretta aus „Troubadour" glänzte. Nachdem gegen Mitternacht die Gesangsvocträge beendet waren, ergötzte Herr Waldemar vom Carltheater durch gelungene heitere Borträge und hierauf beschloß ein Tanzkränzchen den schönen Abend, auf dessen Erfolg der „Wiener Synagogensänger-Berein" stolz sein kann. Wien. Am 16. d. M. fand die von der Talmud Thora-Volksschule II., Malzgasfe 16, im Berhanse II., Fugbachgasse 7, veranstaltete Chanukafeier statt. Nachdem Herr Lehrer F r i e d l ä n d e r, der als tüchtiger Sänger bekannt ist, mit schöner Stimme Mincha vorgebetet hatte, zündete er die Chanukalichter an, worauf der von Herrn Lehrer Lüftschütz trefflich geleitete Chor das Haneraus Halolu sang. Herr Oberberlehrer Jakob K o h ii hielt eine mit reichem Beifall anfgenommene und alle Zuhörer erhebende Ansprache, dann trugen herzige, kleine Jungen deutsche und hebräische Gedichte so hübsch vor, daß jeder davon entzückt sein mußte. Mit der Absingnng der Volkshymne schloß die schöne Feier. Dieselbe lieferte anfs neue den Beweis, daß die Schule wirklich hervorragendes. sowohl im Deutschen als auch im Hebräischen, leistet und deshalb die größte Förderung vordient. Wien. Am ersten Chanukatage überreichte eine Deputation von Damen und Herren aus dem Kreise der Mitglieder des Synagogenvereines „Beth-Jsrael" dem Oberkaiiror M. Schorr in Anerkennung seiner ausgezeichneten Wirksamkeit und zum Ansdrucke der Sympathie für ihn, eine silberne Menora init folgender Jnschr.fr: „Dem verdienstvollen Oberkantor M. Schorr von den Damen des Synagogen-Bereines „Beth Israel" in tiefster Verehrung gewidmer." Wien, l S y n a g o g e n v e r e i n „Beth I s r a e l".) Seit dem 50jährigen Regierungsjubiläum Sr. Majestät unseres allergnüdigsten Kaisers Franz Joseph I. findet alljährlich im Dezember, der Stiftung des Vereines „Beth Israel" gemäß, die Ausheiratung eurer armen würdigen Waise statt. Auch Heuer wurde die Feier in Gegenwart des Obmannes und des gesamten Vorstandes festlich begangen. Vor der Trauung hielt im Zeremoniensaale der Vorstand. Herr S. Deiches, eine schwungvolle, von patriotischer Begeisterung getragene Ansprache an das Brautpaar, in der er die Ursache dieser Stistung und die Bedeutung der heutigen Feier in beredten Worten schilderte. Die Rede klang in einem Segensspruch und ein dreimaliges Hoch auf Se. Majestät aus. in das die Festversammlung begeisterteinstimmte. Hierauf intonierte Oberkantor Herr M. Schorr samt Chor die Bolkshymne. In der festlich erleuchteten Synagoge vollzog daun Herr Rabbiner M a y e r s o h n den Trauungsakt» womit diese patriotnche würdige Feier ihren Abschluß fand. Wien. Sonntag, den 23. d. M., 4 Uhr, findet im Sitzungssaale der israel. Kultusgemeinde I. Seitenstettengasse Nr. 4, II. Stock, die IV. ordentliche Generalversammlung des Mädchen- und Frauenvereiues „Krankenbesuch" (Bikur Cyaulim) statt und wird bei derselben Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang einen Vortrag halten. Wien. Der Brigittenauer israel. Frauen Wohltätigkeits-Verein veranstaltete Sonntag, den 9. d. M. in den Lokalitäten des Brigittenauer israel. Kindergartens seine XI. ordentliche Generalversammlung. Dieselbe erfreute sich eines überaus starken Besuches seitens der Mitglieder und illustrer Gäste als Vertreter vieler humanitärer Vereine Wiens. Die Präsidentin des Vereines Frau Dr. Emilie Weiß eröffnete als Vorsitzende die Versammlung, konstatierte die Beschlußfähigkeit und begrüßte aufs herzlichste die Mitglieder, sowie die sehr zahlreich erschienenen Gäste. Es hatten sich eingefunden als Vertreter der Frauen- Wohltätigkeits-Vereine: Für den II. Bez., Präsidentin Dr. Berta Krüger, Berta Käs. Emma Frankl, für den VIII. Bez. Berta Makler, für den XU.—XV. Bez. Emilie Milhofer, für den XVIII. Bez. Präsidentin Charlotte Leuchtag, des Knabeuhorts im XV. Bez. Präsidentin Jnni Schnabl, der „Zuflucht" Präsidentin Laura Goldschmiedt, Dr. Berta Hopfinger, des Brigittenauer Tempel-Vereines Obmann Hermann Eltbogen, Jakob Goldner, Leopold Preßburger, des Kinderbekleidungs-Vereines „Die Brüder" Obmann Heinrich Weiner, des Vereines zur Unterstützung israel. Handwerker und Kleingewerbetreibender Emil Jelinek, des „Freundichaftsbund", Obmann I rlius Wortitz. des Vereines zur Unterstützung jüdischer Knrbedürftlger Obmann Dr. Isidor Braun, Prof. Salzmann u. v. a. Bei Erstattung des Tätigkeitsberichtes für das abgelausene Bereinsjahr, wies Herr Beirat Kohn darauf hin, daß für die Armenpflege im XX. Bez. der ansehnliche Betrag von Kr. 14.106 aufgewendet wurde, daß zusammen mit dem unter der ersprießlichen Leitung des verdienstvollen Obmannes Heinrich Weiner stehenden Vereine „Die Brüder" 365 arme Schulkinder mit guten Schuhen und Winterkleidern bedacht wurden, daß, dank dem Verbände zur Unterstützung armer israel. Wöchnerinnen, die stattliche Zahl von 211 Wöchnerinnen aus dem XX. Bez., d. i. mehr als 35°/0 aller iu ganz Wien Dom genannten Verbände beteilten Wöchnerinnen mit einem Aufwande von Kr. 7162 unterstützt wurde. Der Brigittenauer israel. Frauen-Wohltätigkeits-Verein sieht in diesem Verbände, einer Schöpfung des Wiener Kultusvorstandes, -dem 14 Frauen-Wohltätigkeits-Vereine Wiens unter vollständiger Wahrung ihrer Aiuonomie augehören, der unter dem segensreichen Präsidium der hochherzigen Frau Baronin Charlotte Königswarter so ruhmvoll wirkt, ein hervorragendes Beispiel gedeihlichen Zusammenwirkens zu einem großen edlen Zwecke. Redner gab zum Schluffe eine kurze Uebersicht über die bisherige Tätigkeit des Vereines, der für die offene Armenpflege im XX. Bez. den Betrag von Kr. 132.174 bereits aufgewandt hat. Hierauf verlas die Kassierin Frau Anna Goldner den Gebabrungs-Ausweis pro 1906, indem sie hervorhob, daß der Verein bloß mit einem Saldo von Kr 32 ins neue Bereinsjahr träte und mit großer Besorgnis dem enormen Andrang Notleidender entgegensähe, der sich durch die Ansiedelung zahlreicher aus Rußland flüchtiger Familien im!;

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