Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 48 (14.12.1906)
- Date
- 1906-12-14
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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I Redaktion ». Sldminisiianon: Wien, 11/, Novaragasst! 27. Tetepdon Nr. der Druckerei 15302. Unl'evati.’ Die viermal gespaltene . Nonpareille-Zeile 25 Heller. iNdoiiiicinenlSn. Juieitioiis» betrüge und in itllien zahlbar und klagbar. ahrcheit Unabhängige Heiischrifi für Mische Jnterejfen. Erscheint jeden Kreitng. lsloilo: )rDaa Siegel Gottes ist Wahrheit!“ jj Gerugsppei»: ij Ganzjährig ... ff u.— j| valdjährig ... ft. 6.- j! Für (&iiltii3beumte: Ganzjährig ... ff. 10 Ü - ji iNuslinid: j Ganzjährig ...» Mark | K Rubel oder i»> lZcö. Ur. 48. Wie»», 14. Deren»her ILNN». Inhalt: Die Wahlen in den Knltnsvorstand. — Das Lichterfest Chanuka. — Das Gaftmahl des Erzbischofs Stablewsky. — Eingesendet. — Jüdisches Gymnasium in Budapest. — Jüdische Päpste. — Verschiedene Nachrichten. — Feuilleton: Die Rose von Saron. Die geehrten Kerren Abonnenten werden um , freundliche Einsendung des Aöonnementsöetrages! für das laufende Kuartal ersucht, gleichzeitig j bitten wir bei Aeberstedlungen um rechtzeitige! Anmeldung der neuen Adresse.! Mahle»» in den Knltnsvorstand. Mit den am 9. Dezember stattgehabten Stichwahlen, welche zu Gunsten der beiden Kandidaten des Zentral-Wahlkomites entschieden, und den am ll.d.M. durchgeführten Wahlen aus der Kurie der höherbesteuerten Gemeindemitglieder sind die heurigen Kultuswahlen nunmehr beendet. Wenn nun auch die ganze offizielle Liste durchgedrungen ist, so muß man dennoch, bei objektiver Betrachtung der Wahlvorgänge, in den hohen Minoritätsziffern, welche die oppositionellen Kandidaten ereichten, einen moralischen Erfolg der Opposition erblicken, der sowohl vom Vorstande als auch vom Wahlkomitee nicht unbeachtet bleiben, sondern auf seine eigentlichen Ursachen genau geprüft werden sollte. Diese scheinen uns nicht so sehr in der zunehmenden Werbekraft des Zionismus zu liegen, wie von den zionistischen Organen allgemein behauptet wird, sondern vielmehr in einer unleugbaren Mißstimmung und Indolenz, die weite, bisher dem offiziellen Programme getreue Kreise der Wiener jüdischen Wählerschaft erfaßt hat. Schon die Tatsache, daß das offizielle Programm kaum mehr als den zehnten Teil der Wählerschaft zur Urne bringen konnte, gibt zum Nachdenken Anlaß und wird in Zukunft sowohl bei Formulierung des Programmes, als auch bei Nominierung der Kandidaten berücksichtigt werden müssen, und besonders wird es zu vermeiden sein, den Zwiespalt im eigenen Lager in ähnlicher Weise zu nähren, wie es bei der diesmaligen Wahl durch Ablehnung der bisherigen Vorsteher Hermann E l t b o g e n und kais. Rat Wilhelm P o l l a k seitens des Zentral-Wahlkomitees geschah. Im Nachfolgenden registrieren wir das Resultat der Stichwahlen und der Wahlen aus der Kurie der Höherbesteuerten. Bei der am 9. Dezember vorgenommenen Stichwahl wurden 3681 Stimmen abgegeben. Als gewählt erscheinen: Adolf Schramek, Kaufmann mit 2210 Stimmen Kommerzialrat Leopold Simon „ 2113 In der Minorität blieben Dr. Isidor Schali 1 mit 1491 und Banquier Adolf Brecher mit 1475 Stimmen. Bei den am 11. Dezember d. I. durch die höherbesteuerten Gemeindemitglieder vorgenommenen Wahlen in den Knltusvorstand wurden für eine sechsjährige Mandatsdauer Moriz B. Cißler, Holzhändler und Dr. Arthur Kuranda, Hof- und Gerichtsadvokat wiedergewählt und Dr. Leopold Kohrr, Hofu. Gerichtsadvokat und Bernhard Pollack, kais. Rat, Privatier neugewählt. Als Vertrauensmänner (Mitglieder der Bezirkskommisfionen) wurden für eine zweijährige Mandatsdauer gewählt die Herren: Bücher Bernhard, kaiserl. Rat; B e l l a k Julius, persischer Hoflieferant; Ehrenfeld Adolf, Privatier; Doktor Eduard, k. k. Kommerzialrat; E n g e l de Janosi, Alexander, k. k. Kommerzialrat; Fleischl Philipp, Privatier; Granichstäd ten Julius, Großhändler; Herrmann Josef, Möbelfabrikant; H erschm ann Ludwig, Lederhändler; Hirsch Paul, Schuhwarenfabrikant; K l i n g e r Ernst, k. k. Kommerzialrat; K o h n Philipp, Uhrenfabrikaut; K o h n Rudolf, Klavierfabrikant; Kraus Karl, k, k. Kommerzialrat; Kux Wilhelm, Direktor der Eskompte-Gesellschaft; Lederer Gottlieb, Fabriksbesitzer; Lemberger Alois, kaiserl. Rat, Fabriksbesitzer; Lemberger Paul, kaiserl. Rat, Fabriksbesitzer; Lieben Richard, Großhändler; M a u t h n e r Julius, Hausbesitzer; Mendel Siegmund, Kommissionswarenhändler; P e r g e r Gustav, Fabrikant; P o l l a k Friedrich, kaiserl. Rat; P o l l a c z e k Wolf, k. k. Kommerzialrat; Riesz Siegmund, Lederhändler; Schütz Karl, k. k. Kommerzialrat; S e l i n ko Ignaz, Modewarenhäudler; Stern Josef, Dr., Hof- und Gerichtsadvokat; T h o r s ch Alfons, Dr., Börserat, Bankier; T o f f l e r Josef, kaiserl. Rat; V o g l Friedrich, kaiserl. Rat; W e i s h u t Alois, Direktor der Unionbank; Wiener Eduard, k. k. Kommerzialrat; Wolf Ernst, Weingroßhändler, Wolf Julius, Fabriksbesitzer; Z i f f e r e r Donat, Stadtbaumeister. * * Von orthodoxer Seite wird uns über die Teilnahme der der Orthodoxen an den heurigen Kultuswahlen folgendes geschrieben: Die Wahlen sind vorüber. Wer die Wahlarithmetik genau kennt, weiß, daß es die k o n s e r v a t i v e n orthodoxen Elemente waren, die das Zünglein an der Wage bildeten. Jawohl, es gibt auch zersetzende strenggläubige Elemente.