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Die Wahrheit · 1906-11-09 · Heft 43 (9.11.1906) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1906
Issue
Heft 43 (9.11.1906)
Date
1906-11-09
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seile 8. Die Wahrheu jfr- 43. und trotz seines Alters, er starb im 78. Lebensjahre, scheute er nicht das schlechteste Wetter und nicht, die höchsten Stockwerke, um das edle Werk zu fördern und das Stammkapital zu vergrößern, von dessen Zinsen, eine große Anzahl Prager Hochschüler während der Studienzeit unterstützt, die Rigorosentäxen erlegt und die Etablierung der jungen Doktoren bestritten wurden Auf dem Wege zu seinen Spendern, in Ausübung seines- Samariterwerkes stürzte er vor 14 Tagen bewußtlos auf der. Straße zusammen und hauchte am 2. November in den Armen seiner Tochter seine Seele aus. Friedrich Freund wqr. ein hochgebildeter, stets freiheitlich und fortschritlich gesinnter, überzeugungstreüer Jude, der in modernen Wiffenschasten (er beherrschte acht Sprachen) ebenso bewandert war wie im talmudischen Wissen. An seiner Bahre trauern die Witwe, mit welcher er in 56jähriger glücklicher Ehe verbunden war, 7 Söhne, 18 Enkel und 8 Urenkel. Das Andenken an sein Wirken« wird in dem von ihm gesanimelten Stiftungsfonde fortleben für alle Zeiten. Linz. Sonntag, den 28. v, M., fand im hiesigen isr. Tempel die glänzende Trauung des Fräuleins Eugenie Süß, Kaufmannstochter, mit Herrn Kamillo Reiter statt, zu welcher sich ein distinguiertes Publikum ohne Unterschied der Konfession einfand und die Räume des Tempels dicht füllte. Am darausfolgenden Sonntag, den 4. d. M., 3 Uhr nachmittags, fand ebenfalls im hiesigen Tempel die Trauung des Fräuleins Hermine R e i n i s ch aus Wels mit Herrn Isidor L i ch t e n st e i n in Anwesenheit eines zahlreichen Publikums statt. Die Trauerfunktionen versahen Herr Rabbiner M. Fried mann und Herr Oberkantor L ö w e n s o h n in ausgezeichneter Weise. Linz. Samstag, den 3. d. M., fand im hiesigen Tempel die Barmizwah-Feier des Realschülers Wilhelm Schwager, Sohn des hier hochgeschätzten Kuttusvorstehers Herrn Benedikt Schwager, und die Barmizwah-Feier des Gymnasialschülers Otto G e r st l, Sohn des Hof- und Gerichtsadvokaten Herrn Dr. Gustav G e r st l, statt. . Der Vorstand der isr. Kultusgemeiude hatte sich hiezu eingefunden. Die moderne und deutliche Vortragsweise der Haftorah fand allseitige Anerkennung und wurden sowohl den beiden wackeren Konfirmanden als auch den Eltern derselben von überall die herzlichsten Gratulationen übermittelt. Herr Rabbiner M. F r i e d m a n n richtete an beide erhebende Ansprachen und Herr Oberkantor L ö w e n s o h n leitete den Gottesdienst in solenner Weise. Brünn. (F ü n fz i g j ä h r i g e s D o k t o r j u,b i l ä u m.) Die philosophische Fakultät der Leipziger Universität hat dem mährischen Landesrabbiner Herrn Dr. B. Placzek zum fünfzigjährigen' Doktorjubiläum das Jubeldiplom übersendet, bei welchem Anlasse der Dekan, Herr geheimer Hofrat Prof. Dr. E. Beckmann, den Glückwünschen der Fakultät ehrenvollen Ausdruck gab. Brünn. (David Mandl.) Am 1.'November wurde hier ein Mann zu Grabe getragen, der nicht nur zu den Gründern der hiesigen Kultusgemeiude zählte, sondern auch zu ihren eifrigsten Förderern. Es gibt wohl keine Wohlfahrtseinrichtung in ihr, die an ihm nicht eine wahrhaft eifrige, unterstützende Kraft verloren hätte. Krankenpflege nnd Waisenhilss-Berein, Proseminar und Chewra Kadischa, sie alle sahen ihn an ihrer Wiege stehen, er gehörte bis vor einigen Jahren, da schwere Krankheit ihn heimsuchte, zu den tätigsten Vorstandsmitgliedern jener Vereine. Und wie rührig war seine Arbeit im Kuratorium des Landesmassafondes! Doch, so vielseitig seine Tätigkeit auch gewesen sein mag, die mit wenigen Worten wohl kaum umschrieben werden kann, war er doch auch der eigentliche Begründer und Erweiterer der jetzigen Synagoge und derjenige, welcher alle Einrichtungen unseres Gottesdienstes traf; was an dem Hingeschiedenen besonders zu rühmen ist, das war sein gutes jüdisches Herz, das keine Ungerechtigkeit dulden, kein Leid sehen konnte, ohne ihm zu Hilfe zu eilen. Er brachte in das etwas erkaltete jüdische Gefühl unserer Gemeinde die pulsierende Wärme, die sich weniger in schönen Worten als in herzerfreuenden Taten äußerte. Was nützen auch die schönsten Reden, wenn das Herz fehlt? das war sein Wahrspruch. Ein bedeutender Geist, und, was mehr ist, ein warmes Herz ist mit ihm aus unserer Gemeinde geschieden, und je seltener dies in unseren Tageu gefunden wird, desto kostbarer ist es. An seiner Bahre trauert eine tiefgebeugte Witwe, für die es ein erhebendes Gefühl gewesen sein mag, daß am Todestage ihres Gatten, ihr Schwiegersohn, Ulrich von T r e n k h e i m, zum Generalmajor ernannt wurde. Welch eine Ehrung des Judentums liegt doch in dieser Tatsache. Allgemeines Stannen erregte es, daß den Nachruf auf den Ver- Verblichenen nicht der Rabbiner Placzek hielt, der auch nicht die Weihe der neuen Synagoge vorgenommen hatte. Man ist es hier schon gewohnt, viel zu fragen, ohne Antwort zu erhalten. Mähr.-Budwitz. Am 1. November I. I. beging Herr Kantor und Neligioslehrer Adolf K o h n mit seiner wackeren Gemahlin das Fest der silbernen Hochzeit. Aus diesem Anlasse liefen zahlreiche Gratulationen und Ehrengeschenke ein und erschienen in der Wohnung des Jubelpaares Abordnungen der Kultusgemeinde und des isr. Frauenhilssvereines. Die herzlichen Ansprachen der Vorstandsdame Frau Freund und des Kultusausschnßmitgliedes Herrn Fische! zeugten von der großen Beliebtheit, deren sich die Gefeierten hier erfreuen. Namens der Familie sprach oer älteste Sohn, Herr Hermann K o h n, Kantor und Religionslehrer in Klobouk, in gefühlvollen Worten, die auf alle Anwesenden rührenden Eindruck machten. Hierauf wurde auf das Jubelpaar toastiert und tiefbewegt dankte Herr Adolf K o h n für die aufrichtigen Ehrenbezeugungen. Im Laufe des Tages kam auch der Jamnitzer Rabbiner Dr. Marmorstein um seine Freunde persönlich zu beglückwünschen. Mährisch-Ostrau. Eine interessante Verlobung hat hier statt-' gefunden. Der Generalsekretär der Pester israel. Religionsgemeinde, Dr. Julius W e j s z b n r g, hat sich mit Fräulein Jda Spitze r, Tochtßr des hiesigen Fabriksbesitzers Josef Spitzer, verlobt. “ Hrohobycz. Se Majestät der Kaiser geruhte dem Redakteur und^ Herausgeberder „Drohobyczer Zeitung", Herrn A. H. Z u p n i k, den Allerhöchsten Dank für die im Leitartikel seines Blattes am 18. August l. I. dargehrachte und amtlich höheren Orts vorgelegte Gratulation aussprechen zu lassen. . Komorn. Der hiesige städtische Gesangsverein feierte am 3. d. M. in überaus solenner Weise das 25jährige Jubiläum der Mitwirkung des Oberkaurors S. K u r z m a n n als erster Tenor im Vereine. Abends wurde dem Jubilar ein Ständchen gebracht, wobei die schönsten Lieder zur Aufführung gelangten und die städtische Repräsentanz mit dem Stuhlrichter Zs in de ly überreichte mit einer Ansprache eine prachtvoll ausgestattete Adresse. An dem aus diesem Anlasse veranstalteten Bankette nahmen sämtliche Kapazitäten der Stadt, auch die reformierten und katholischen Geistlichen, teil. Budapest. Auch die neue Honvedmannschaft wurde dieser Tage beeidigt. Aus diesem Anlasse fand für die isr. Honvcdrekruten im israel. Tempel in der Tabakgasse ein Gottesdienst statt, welchem u. A. die Vorsteher Ludwig Adler und Dr. Wilhelm Grauer und Tempelvorsteher Dr. Julius Adler anwohnten. Den gesanglichen Teil des Gottesdienstes besorgte Oberkantor Adolf L a z a r u s, während Rabbiner' Dr. Julius Fischer in seiner Rede auf die Heiligkeit des Eides hinwies. Budapest.. Das Bethaus für den VIII. tind IX. Bezirk mußte behördlich gesperrt werden, weil es den Bauvorschriften nicht entsprochen hat. Die Pester isr. Religionsgemeinde wird nun einen neuen Tempel für diese Bezirke bauen lassen. Letzten Freitag Abend hat nun in dem bereits aufgelassenen Gotteshanse der feierliche Schlußgottesdienst stattgefunden, wobst Rabbiner Dr. Simon H e v e f i eine tiefempfundene Abschiedsrede hielt- Budapest. Hofrat Friedrich N e u m a n n de G ä. r d o n y, der im volkswirtschaftlichen Leben Budapests Jahrzehnte hindurch eine hervorragende Rolle innehalte und sich in allen Kreisen der hauptstädtischen Gesellschaft großer Wertschätzung und lebhafter Sympathien erfreute, ist nach längerem Leiden im Alter von 66 Jahren gestorben. Hofrat v. Neumann war Mitglied des Börseurats, Vizepräsident des Handelsgremiums, Vizepräsident des Aufsichtsrates der ungarischen Staatseisenfabriken, Vizepräsident des Beirates der kön. ung. Postsparkasse, Mitglied des Kommunikationsrates, Direktor der ung. Escompte- und Wechslerbank, Zensor der österr.-ungar- Bank, Präsident der Louisen-Dampfmühl-Gesellschaft, Mitglied des leitenden Komitees der Budapester Handelsakademie re. Für seine Verdienste ist er von Sr. Majestät wiederholt ausgezeichnet worden, io durch die Verleihung des ungarischen Adels, des Ordens der Eisernen Krone III. Klasse und des Titels eines Hofrats. An seiner Leichenfeier beteiligten sich die höchsten Kreise der hiesigen Sozietät. Rözsahegy. Der Präsident der hiesigen israel. Kultusgemeinde, Jakob Klein, wurde mit Stimmeneinhelligkeit zum Stad trichtergewählt. Szeged. Der hiesige Dampfmühlenbesitzer. Bernhard Back de Begavür, welcher seine gesellschaftliche Stellung und sein bedeutendes Vermögen als Jude sich verschaffte, kehrte dem Judentum den Rücken und trat mit seiner Frau und seinen zwei kleinen Kindern vom Judentum zum christlichen Glauben über. Der Taufpate war der Bürgermeister Geyrg L ä § a e. Den Taufakt vollzog der Cisterzienserabt Bonifazius Platz. Bihar Nagy-Bajom. Herr Bernat Marmorstein, der hier über ein halbes Jahrhundert wohnhaft gewesene allgemein geachtete Kaufmann, ist Dienstag, den 23. Oktober, nach kurzem Leiden im Alter von 79 Jahren gestorben. Das Leichenbegängnis hat am 25. unter zahlreicher Beteiligung stattgefunden. Zu der Leichenfeier waren viele Trauergäste von den Nachbargemeinden der ganzen Gegend erschienen und die gesamte städtische Bevölkerung hatte sich eingefunden, um dem Verblichenen, der sich bei Lebzeiten größter Hochachtung erfreute, die letzten Ehren zu erweisen. Als besondere Ehrenbezeugung veranlaßte der Vorstand der hiesigen Gemeinde, daß man die Bahre in den Tempelhof bringe, wo der Sohn des Verblichenen, Herr Bezirksrabbiner M a r m o r st e i n aus Szenicz, eine tiefempfundene, ergreifende Trauerrede hielt, Um den. Verblichenenen trauern sieben Söhne und 2 Töchter, die tiefgebeugte Gattin, die alle von Nah und Fern herbeieilten, und die Teilnahme der ganzen Stadt ist ihnen zugewendet. ,n,3'!K,3,n Hamburg. Die Hamburg-Amerika-Linie meldet: .NordamerikarD. Acilia, nach Philadelphia, 4. November 1 Uhr nachm. Lizard passiert. D. Amerika, von Newyork kommend, 2. November 1 Uhr 30 Min. nachm. Dover passiert, 3. November 10 Uhr morgens auf der Elbe. D. Baden ia, 2. November 9 Uhr morgens in Boston. D. Barcelona, 3. November 11 Uhr morgens von Philadelphia nach Hamburg. D. Batavia, nach Newyork, 4. November 2 Uhr nachm. Dover passiert. D. B e l g r a v i a, von Baltimore kommend^ 2. November 10 Uhr 50 Mn. morgens auf der Elbe. D. Bethanio, nach Boston und Baltimore, 2. November 9 Uhr 20 Min. abends Cuxhaven passiert. D. Brasilia, 4. November 2 Uhr nachm, in Newyork. D. G ali ci a, von Galveston kommend, 4. November von Newport News. D. Graf W a l d e r s e e, 3. November 9 Uhr morgens von Newyork über Plymourh und Cherbourg nach Hamburg. D. H a n s e a t, 2. November 5 Uhr morgens von Montreal nach Quebec. D. K a i s e r i n Auguste

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