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Die Wahrheit · 1906-11-02 · Heft 42 (2.11.1906) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1906
Issue
Heft 42 (2.11.1906)
Date
1906-11-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 41. Seite 9. Die Wahrheit W e st in d i e n, M ex i ko, S ü d a m e ri ka: D. Antöninä, von Nordbräsilien kommend, 26. Oktober 10 Uhr 20 Min. abends auf der Elbe. D. Bolivia, nach Westindien, 28. Oktober 4 Uhr morgens Cuxhaven passiert. D. C a l e d o n i a, 27. Oktober in Colon. D. C o n st a n t i a, von Westindien kommend, 28. Oktober 8 Uhr morgens von Havre nach Hamburg. D. Dania, 26. Oktober von Progreso. D. Kehdingen, nach Mexiko, 27. Oktober 9 Uhr abends von Antwerpen. D. König Friedrich August, nach dem La Plata, 28. Oktober 8 Uhr 40 Min. mörgsins Dover passiert. D. Nicaria, 25. Oktober von Güayaquil. D. P o l y n e s i a nach der Westküste Amerikas; 28. Oktober 7 Uhr 25 Min. morgens Cuxhaven passiert. D. Prinz Sigismund von Mittelbrasilien kommend, 27. Oktober 3 Uhr 30 Min. morgens auf der Elbe. D Rngia, nach Mittelbrasilien, 28. Oktober 1 Uhr 40 Min. nachm. Vlissiirgen passiert. D. Sevilla, nach dem La Plata, 26. Oktober St. Vincent passiert. D. St. Cro ix, von Mexiko nach Havana kommend, 27. Oktober 5 Uhr nachm, in Havre. D. St. Jan; nach Havana und Mexiko, 28. Oktober 8 Uhr morgens in Cadiz. D. Troja, nach Südbrasilien, 26. Oktober 9 Uhr abends von Lissabon. Ostasien : D. Ambria, ans der Ausreise nach Ostasien, 25. Oktober Sägres passiert. D. A r c a d i a, 27. Oktober 10 Uhr morgens von Nagasaki. D. B r i s g a v i a. 27. Oktober morgens von Yokohama. D. C h r i st i a n i a, ans der Ausreise nach Ostasien, 28. Oktober 4 Uhr 45 Min. morgens Cuxhaven passiert. D. D a c i a, 26. Oktober 9 Uhr abends von Moji. D. Habs bürg. 28. Oktober 9 Uhr morgens von Shanghai. D. Helvetia, auf der Heimreise von Ostasien, 26. Oktober nachm, von Port Said. D. Hohenstaufen, auf der Ausreise nach Ostasien, 26. Oktober 7 Uhr morgens in Lissabon. D. Nubia, von Newyork nach Ostasien, 28. Oktober von Aden. D. N n m a n t i a. 28. Oktober von Iökohama. D. R h e n a n i a, auf der Ausreise nach Ostäsien, 29. Oktober in Singapore. D. Sambia auf der Heimreise von Ostäsien, 27. Oktober 9 Uhr abends auf der Elbe. D. Saxonia, änf der Heimreise von Ostasien, 26. Oktober Sagres passiert. D. Senegambia, 27. Oktober nachm, von Penang. D. S n e v i a, 23. Oktober von Colombo nach Aden. D. Silesia, auf der Heimreise von Ostasien, 26. Oktober 7 Uhr abends von Havre. D. Spezia, von Antwerpen kommend, 26. Oktober 3 Uhr 30 Min. nachm, auf der Elbe. D. Teutonia, 27. Oktober in Hankow. Diverse Fahrten: Bergnügungsdampfer Meteor nach dem Mittelmeer, 26. Oktober in Las Palmas angekommen und we.itergegangen. 4). O c e a n a, 27. Oktober von Alexandria. D. Poseidon, 29. Oktober 2 Uhr 30 Min. morgens Holtenau passiert. D. S a v o i a, 25. Oktober nachmittags in Muscat. Literatur. Die Herzensstimmen. Der Lemberger Oberkantor, Herr Jsak H a l p e r n, welcher mit seinem überwältigenden Gesänge, mit feinen erschütternden und sanften Tönen alle Zuhörer beim öffentlichen Gottesdienste begeistert, erquickt und weihevolle Stimmung bewirkt, der auch — um das treffliche Schlagwort des Oberkantors der Wiener Kultusgemeinde, Herrn Josef Singer, in diesen geschätzten Blättern Nr. 35 zu gebrauchen — eminent zu „s a g e n" versteht, hat soeben sieben Kompositionen veröffentlicht, welche die volle Aufmerksanckeit aller fachmännischen Kantoren verdienen, da sowol die Texte (hebr. und Jargon) als auch die Kompositionen von bedeutendem Werte sind. Außer dem '"na 72 (für Biolin und Piano) und- [VS ns 7,*C7 <Text von Rabbiner Dr. Guttmann in Lemberg), sowie 'B7PV 7*72 (Text non Dr. Kornblüth) sind die übrigen Texte von Oberkantor Halpern verfaßt, der ein bedeutendes Wissen des Hebräischen' bekundet, während alle Musikkompositionen von ihm selbst ausgearbeitet sind. Ja, die Texte und die Musik ergreifen das gefühlvolle jüdische Herz mächtig und gewaltig; es sind Stimmen, die nicht verhallen, sondern bleibende Wirkung ausüben. In den Stücken X'O17 'T.-p 7N12 und P’K N2'V wird der harte Kieselstein in einen Wasserquell verwandelt a'ö iri?üb ttröbii, wird das verstockteste Herz erweicht und entlocken dem Auge Tränen der Trauer und Wehmuth, sowie Klagen über das verödete Zion und das verfolgte und verkümmerte Israel. In den Stücken 2py ’“Oy K'rn und 7Kb m’K verklingt ein treues Herz, teilnahmsvoll und hoffnungsreich, vertrauensvoll auf Erlösung und Freiheit, mit Dank dem Gotte der Erlösung und Freiheit. Und darum sollen diese Stimmen nicht verhallen, sondern voll und ganz ertönen dem Heiligen des Weltalls von Allen, die es fühlen und begreifen, daß diese Töne das Echo der inneren Seelenstimme sind, die einen unwiderstehlichen Zauber ausüben. R. D. K. Feuilleton. A«S dem russisch-türkischen Krieg (1877). (Fortsetzung.) Mein Ziel war nun Krakau. In einer Woche hatte ich die österreichische Grenze ohne irgend ein Hindernis erreicht und war mit Hilfe eines russischen Grenzgendarmen und mehrerer Rubeln nach Galizien gekommen. Nun mietete ich mich in dem ersten Dorfe bei einer Bäuerin ein und ließ von hier aus einen Brief an meine Frau gelüngen> die von dem bis jetzt Vorgefallenen noch nichts wußte. Zwei Tage hatte ich hier in größter stutze zugebracht und mich fast vollends erholt. Am Morgen des dritten Tages wollte ich durch ein Telegramm meine Frau auffordern, das Geschäft der Schwester zu übergeben und sofort zu mir zu kommen, da ich nach ihr sehr bange. Es war gegen neun Uhr. Ich lag im Fenster des einstöckigen Hauses und erwartete sehnsüchtig den Briefboten. Da kam plötzlich ein Gendarm unter das Fenster und rief auf Polnisch hinauf, ich solle herunterkommen. Ich stellte mich, als ob ich ihn nicht verstünde, und schwieg. Er kam nun selbst herauf und befahl mir, meine Dokumente vorzuweisen. Ich zuckte mit den Achseln, um ihm ein Zeichen zu geben, daß ich ihn nicht verstehe. Als er dies sah, führte er mich beim Arm in das Rathaus. Ich wurde nun vor einen älteren Mann — meiner Meinung nach der Dorfrichter — gestellt, der von mir, ebenfalls auf Polnisch, meine Dokumente verlangte. Da ich schwieg, fragte er mich auf Russisch, woher ich komme. Ich gab wieder keine Antwort. Da wandte er sich zu den anderen, die an dem Tische saßen, und sagte, daß ich kein russischer Deserteur, sondern vielleicht ein Rumäne sein dürfte, man solle mich laufen lassen. Ich glaubte schon, der Gefahr entronnen zu sein, als einer den Vorschlag machte, mich zur Vorsicht zu untersuchen. In den Taschen fand man wohl nichts Verdächtiges, doch, als ich meine Oberkleider abgelegt hatte, erkannte man an der Märke die russische Militärswüsche — und mein Schicksal ward besiegelt. Ich wurde sofort in eine Zelle gebracht, in der ich bis zum nächsten Morgen verblieb. Um sechs Uhr holten mich vier Gendarmen ab, die mich bis zur Grenze führten und der russischen Grenzwache übergaben. Diese legre mir nun Handfesseln an, und ich wurde mit vier anderen Deserteuren zur Bahn befördert. Hier sammelte sich bald eine mitleidige Menschenmenge um uns her, die unsere Taschen mit Geld füllte. Auch bat sich der Bahnhof-Restaurateur von der Wache die Erlaubnis aus, uns bewirten zu dürfen. Ich hatte schon so viel mitgemacht, daß ich gänzlich gleichgiltig wurde gegen das, was weiter kommen sollte. Der Zug fuhr ein, wir wurden allein in einem Coups untergebracht und nur von einem Gendarmen bewacht, der uns, bald nachdem sich der Zug in Bewegung gesetzt hatte, die Handfesseln abnahm und dann immer auf und ab ging. Nach etwa halbstündiger Fahrt, gerade als der Gendarm am anderen Ende des Coupss angelangt war, eilten zwei der Deserteure von ihren Sitzen zur Türe, rissen diese auf und sprangen vom Zuge ab. Der Gendarm wollte nach — doch es war zu spät; der Zug hatte bereits eine zu große Strecke zurückgelegt. Fast beneidete ich die Flüchtigen, obwohl sie sicher zerschmettert wurden. Gegen Mittag langten wir in Lodz an, wo uns fünf Gendarmen erwarteten. Diese führten uns in ein festungsartiges Haus, in welchem wir mit vielen anderen Häftlingen in einem engen dumpfen Raum untergebracht wurden. Am Nachmittag wurden alle in den Hof gelassen. Ich hatte schon vom Bahnhof aus, da ich durch Zufall das Ziel der Fahrt erfahren hatte, an meine Frau telegraphiert, daß ich mich im Gefängnisse zu Lodz befinde. Da benachrichtigte mich gegen acht Uhr der Gefängnisaufseher, daß meine Frau hier sei, er dürfe sie aber nach seinen Vorschriften nicht zu mir lassen. (Schluß folgt.) Kefchäflsnoliz. Körper und Nerven. Die Wlstenschaft hat nachgewiesen, daß der menschliche Organismus zum Gedeihen hinreichende Mengen Fett nötig hat. Ganz besonders wichtig ist eine ausreichende Ernährung mit Fett auch für die Nerven, was durch neuere Forschungen überzeugend nachgewiesen ist. Leider sind die bei uns gebräuchlichen Speisefette tierischen Ursprungs sehr teuer, zum Teil auch schwer verdaulich. Da ist es denn ein Segen für die Hausfrau, daß ihr jetzt im Ceres- Speisefett aus feinsten Kokosnüssen ein ideales Fett zur Verfügung steht, mit dessen Hilfe sie ihre Familie, den Forderungen eer Wissenschaft, des Geschmacks und der Bekömmlichkeit entsprechend — gut und billig — ernähren kann.

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