Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 42 (2.11.1906)
- Date
- 1906-11-02
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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ctite 8. Dle Wahrheit Nr. 42. schäfte bis zu dem Zeitpunkte der ordentlichen statutarischen Generalversamo;luilg zu führe«. Hoffentlich-wird , die jüdische Oeffentlichkest bis dahin dem Brigitteuauer israel. Unterstützungs-Verein jene Förderung und Subventionierung angedeihen kaffen, welche in diesem Falle als 'überaus notwendig erscheint, wenn mehr Licht und Wärme nach der Brigittenau dringen soll. Dem Gesammtvorstande dieses Vereines mit Herrn Adolf Schreiber an d.er Spitze aber, der trotz aller Widerwärtigkeiten, auf seinen Ehrenposten ausharrt, gebührt die besondere Anerkennung aller edeldenkenden Menschen. N. Ch. Wien. . (Allg e e. Krankenu n d . U n t e r st ü tz n n g s - Verein „M o n t es i o r e".) Der Vorstand dieses Vereines hat den einhelligen Beschluß gefaßt, das dem Vereine seit 20'Jahren angehörende Vorstandsmitglied Herrn Elias Weiß mit Rücksicht auf dessen um den Verein erworbenen Verdienste uud seiner Betätigung auf humanitären Gebiete, zum Ehrenmitgliede zu ernennen. Eine Abordnung des Vorstandes, bestehend aus dem Obmanne Herrn Joses P o l l a k, dem Obmann-Stellvectreter Herrn Leopold Weinwurm uud dem Schriftführer Herrn Edmund Haupt, begab sich zu dem Ehrenmitgliede Herrn Elias Weiß, um ihm den Beschluß des Vorstandes mitzuteilen, wobei der Obmann Herr Jos. P v l l a k das Ehrenmitglieds-Diplom überreichte und in seiner Ansprache das uneigennützige Wirken des auf diese Weise Ausgezeichneten hervorhob. Herr Elias Weiß dankte für diese Ehrung und betonte, daß er diese wohl zu schätzen und würdigen wiffe. Wie». (E i n z e l v e r e i n „F ü u f h a u s" des „Z i o 11".) Montag, den 5. November d. I., 8 Uhr abends, findet im Klubzimmer des Cafe Schwenderhof. XIV., Mariahilferstraße 189, die ordentliche Generalversammlung mir folgender Tagesordnung statt: a) Rechenschaftsbericht, b) Erteilung von Absolutorien, c) Wahlen der Vereinsfunktwnäre, d) Beschlußfassung über eventuelle Anträge der Mitglieder. Die diesmalige Generalversammlung ist mir einem Referate des Dr. S. Krenberger verbunden, der die „neuesten Bestrebungen zur Erwerbung eines Judenstaates" behandeln wird und Aiuräge stellen will, damit auch der Einzelvereiu „Fünfhaus" des „Zion" sich diesen Bestrebungen anschließt. Wien. Sonntag, den 28. Oktober feierte der im II. Bezirke bistbekannte Kaufmann Herr Johann Ko hu (Manufakturhaus, H., Glockengüsse) das Fest des 25jährigen Bestandes seines Geschäftshauses. Herr Johann K o h n, dem von vielen Freunden, sowie von seinem Personale vielfach Ehrungen zuteil wurden, hat aus diesem Anlasse auch Wohltätigkeits-Akte ousgcübt. Wien. Die Barmizwah-Feier des hochbegabten Ghmnasialschülers Paul B e r t h o l d. ältester Sohn des Literaten Samuel H o r n st e i n und der Schriftstellerin Frau Rosa Hornstein, fand in solennster Weise am jüngsten Samstag in der Synagoge in der Großen Schiffgasse statt, wo der Barmizwah die Haftorah in mehr moderner Form vortrug; gleichrpohl wurde die verständnisvolle Art des Vortrages allseitig anerkannt, zumal Jes. 41 eine der schwierigsten Partien zur Rezitation bildet. Nach der Gratulation im Elternhause hielt der Konfirmand eine gefühlvolle und tiefempfundeue Ansprache an die Eltern und Gäste. Czernowitz Der hiesige israelitische Kultusvorstand hat in seiner letzten Sitzung den Unterkantor des Tempels, Moritz Schräger, zum Kantor ernannt und ihm aus diesem Anlässe eine Gehaltserhöhung zuerkannt. Die Ernennung des Herrn Schräger wird angenehm begrüßt werden, da er sich wegen seiner schönen Stimme und seines vortrefflichen Vortrages vieler wohlverdienter Sympathien und Beliebtheit erfreut. Budapest. Unter dem Vorsitze des zum Präsidenten vorgerückten Hofrat Dr. Philipp W e i n m a n n fand im Prunksaale der Pester isr. Religionsgemeinde eine Vorstandssitzung statt, in welcher sich der ergänzte Vorstand konstituierte. An Stelle des Hosrates Dr. W e i n m a p n wurde Magnatenhausmitglied Sigmund Kornfeld Vizepräsident; in ihren alten Stellungen verblieben der Kultusvorsteher Ludwig Adler, der Wohltätigkeitsvorsteher Sigm. L. Breitner und der Oekonomievorsteher Max Grünbaum. Hiezu kommen nun die neuen Männer: Kaffenvorsteher Josef Hatva ny-Deut sch deHatvan und der Unterrichtsvorsteher Dr. Wilhelm Grauer. Budapest. Letzten Sonntag fand um die Mittagsstunde im großen Tempel in der Dohany utcza eine glänzende Trauung statt. Im Beisein eines vornehmen und zahlreichen Publikums führte der Oberbeamte der Ungarischen Allgemeinen Creditbank Herr Wilhelm Fuchs das Fräulein Irene Adler, eine Nichte des Kultusvorstehers Ludwig Adler, unter das Trauzelt. Oberkantor Professor Adolf Lazarus besorgte unter Assistenz der Tempelsänger den kantorellcn Teil der Traufeier, wobei er mit einem herrlichen Sologesang geradezu brillierte. Oberrabbiner Doktor Samuel K o h n erteilte dem jugendlichen Paare den Segen der Religion und hielt dabei eine prächtige Ansprache an die Neuvermählten. — Etwas später führte Herr Josef L ö w, Dirigent einer Liqueurfabrik, der Sohn des Schriftstellers Albert L ö w, das Fräulein Ilona Berger, Tochter des Simon Berger, Vertreter der Wiener Fabriksfirma Kitschels Erben, unter den Trauhimmel. Kantor Israel Licht fungierte dabei. Den Trauakt vollzog Oberrabbiner Dr. Samuel K o h n, wobei er eine gehaltvolle Traurede hielt. 8. Budapest. Herr Emil Neuschloß, Chef der Holzhandlungsfirma Carl Neuschloß & Sohn, hat vor jetzt 25 Jahren im türkischen Tempel zu Wien seinem Ehebunde mit seiner Gemahlin Anika B env enisti die Weihe der Religion geben lassen. Er beging nun das Fest der Silberhochzeit uud spendete aus diesem freudigen Anlasse für verschiedene humanitäre und gemeinnützige Zwecke 12.000 Kronen. Budapest Oberkantor Tkats wurde am vergangenen Freitag einer besonderen Ehrung .teilhaftig, indem ihm im Namen der Besucher des Rombachtempels ein kostbares Ehrengeschenk überreicht wurde. Um halb 3 Uhr nachmittags erschien in seiner Wohnung eine Deputation und überreichte ihm ein paar prachtvolle Silbergirandvlen und einen Silberbecher, auf dem iy schönen hebräischen Persen seipen .Leistungen Anerkennung gezollt wird. Herr Max Herz l richtete an den Oberkäntor eine herzliche Ansprache, in welcher er der. entzückenden Leistungen desselben an den jüngsten Feiertagen gedachte. Herr Tkats dankte in ungarischer Sprache gerührt für die Ovation. Zinn Schluffe überreichte Tempelvorsteher Arnold Koyn dem Oberkäntor-eine mit zahlreichen Unterschriften versehene Adresse^ . Budapest. Dieser Tage ließ die (Pester Chewra Kadischa die. im sogenannten Waitzner Friedhofe ruhenden sterblichen Ueberreste des' im Jahre 1858 verstorbenen kön. priv. Großhändlers,, weil. Julius L i iH(t e,fiste r u, Chef der bestandenen bestrenommierten yguptstädlischen . Großhandlungsfirma Julius L icht enstern «L Co., und seiner Gattin, der im Jahre 1850 dahingefchiedenen Frau Charlotte, Tochter des hochgelehrten und hochangesehenen Adam Adler, unter strenger Einhaltung aller religiöser Vorschriften exhumieren und auf den Zentralfriedhof (isr. Abteilung) überführen. Die Gebeine dieser Eheleute ruhen nun in einem, in zwei Teile geteitlen einfachen Holzsarge, welcher in der schwarzdrapierten Zeremonieuhalle aufgestellt wurde. Von hier aus fand die feierliche Beisetzung statt. Außer den beiden Töchtern folgten der Bahre die beiden Schwiegersöhne Ludwig Adler, Kultusvorsteher der Pester isr. Religionsgememde, und D. H. Spitzer. Letzrerer trat vor den. Sarg und sprach ungefähr folgendes: „Was der profettsche Seher Ezechiel uns überlieferte: „Siehe, ich öffne eure Gräber- und lasse euch steigen aus euren Gräbern. Und du, Menschensohn, nimm dir ein Holz und schreibe darauf: Für Jehuda und seine Genossin" gilt auch uns. Heute haben wir es erlebt und mit unseren Augen mitangeseheu ... . Bevor wir dich, verehrter Vater Jehuda beit Peszl, und dich, geliebte Mutter Schendl baß Hendl, in das neue, nun auch gemeinsame Grab zu danerydcr Ruhe betten, wollen wir, euere Kinder, die tiefbewegt euere Bahre umstehen, euch um Verzeihung dafür bitten, daß wir, durch die Verhältnisse dazu gezwungen, euere stille Grabesruhe stören mußten. Ihr seit jetzt nicht nur im Tode, sondern auch im Grabe vereint. Schlafet weiter den süßen Schlaf der Gerechten. Engel des Friedens mögen euere neue Ruhestätte umschweben. .Adonai elohe jisröel, Adonaj, der ewige Gott Israels, sei mit euch und mit uns allen letzt und jmmerdar! Amen." — Nun wurde der Sarg ins Grab gesenkt. Am offenen Grabe hielt der Rabbiner Pr. Morsz Weisz eine kurze, aber inhaltsreiche Denkrede. Mit der Verrichtung per vorgeschriebenen Gebete endete die würdige Tranerfeier. Nagy?Kanizsa. Im nahen Felsö-Süncz reichte der hauptstädtische Kaufmann Otto P i ck dem Fräulein Hedwig L ö m e n f e l d, Tochter des hpchqngesehenen Gutspächters Joachim L ö w e » f e l d, die Hand zum Nimmerwiederlaffen. In dem an das Herrenhaus angrenzenden Parke ward ein großer Teppich ausgebreitet und auf demselben der Traubaldachin aufgestellt. Den liturgischen Test der Traufeier besorgte Altmeister Oberkautor Musikprofessor Leon K ü r t s ch m a r o f f. Den Trauakt vollzog Oberrabbiner Dr. Eduard N e u m a n n, welcher, da seitens des Bräutigams viele Ausländer zugegen wqren, eine deutsche und eine ungarische Ansprache an das junge Paar richtete. Auch an dem Festmahle nahm der Oberrabbiner teil, wobei er in geistreicher Weise eine Taselrede hielt. Dr. 8-r. Beuthen. Der langjährige Vorsteher der Chewra Kadischa. Herr A. Kamm, welcher sich infolge seiner großen Frömmigkeit und seines hervorragenden Wohltätigkeitssinnes allgemeiner Verehrung erfreute, ist nach kurzem schwerem Leiden verschieden. Das Leichenbegängnis fand unter großer Beteiligung statt. Aus Kattowitz O.-S. wird mitgeteilt, daß Herr Oberkantor I. Singer gelegentlich einer Vorlesung des Vortragsmeisters Ernst von Poffort, sich in hervorragender Weise als Künstler auszeichnete. Geheimer Rat von Possort las Enoch Arden und Oberkantor Singer hatte die von Dr. Richard Strauß für die Rezitation geschriebene melodramatische Musik am Klavier zu vermitteln. Herr Oberkantor I. Singer, der ja qls geistlicher Sänger und gediegener Musiker in unserer Stadt und in unserem Kreise sich schon längst eines ehrenvollen Rufes erfreut, bleibt, kraft seines kantoralen Amtes leider als öffentlicher Sänger weiteren Kreisen vorenthalten; deshalb anerkennen wir freudigst diese seine uns entgegengebrachte wahrhaft künstlerische Mitwirksamkeit. Meister von Possort schloß sich der Oberkantor Singer allgemein gezollten Anerkennung herzlichst an, indem er angesichts des Publikums seinem Mstpartner anerkennend die Hand drückte und ihm nachträglich sein Bild mit der Widmung „Dem Meister Singer" und zugleich das von Schilling komponierte Musikwerk zu Wildenbruch „Hexenlied" dezidierte. Eine solch' außeramtliche künstlerische Betätigung eines jüdischen Kantors verdient als nachahmeudes Beispiel, öffentlich gewürdigt zu werden. Die Red. Hamburg. Die Hamburg-Amerika-Linie meldet: Nordamerika: D. A l b a n o. 26. Oktober 5 Uhr morgens in Newyork. D. Armenia, nach Newyork, 26. Oktober 3 Uhr 25. Min. nachmittags Prämie Point passiert. D. Artemisia, von Philadelphia kommend, 26. Oktober 1l Uhr 20 Min. nachts, auf der Elbe. D. Barcelona, 26. Oktober in Philadelphia. D. Batavia, von Newyork kommend. 27. Oktober 6 Uhr 20 Min. morgens aus der Elbe. D. Blücher. 28. Oktober 8 Uhr morgens in Newyork. D. Galicia, 26. Oktober von Neworleans nach Hamburg. D. Hamburg, von Genua nach Newyork. 26. Oktober 7 Uhr 30 Min. abends von Neapel. D. K a i s e r j n A u g u st e Victoria, nach Newyork, 27. Oktober 8 Uhr 15 Min. morgens Lizard passiert. D. M q r k o m a n i a, von Gglveston koyrmend, 26. Oktober 5 lfhr 15 Min nachm, auf der Elbe. D. P e n n s y l v a n i a, nach Nechyo.rk, 28. Oksober 9 Uhr abends von Boulogne syr M?r- D. Pretoria, 27. Oktober 4 Uhr npchm. von Newyork über Plymouth und Cherbourg nach Hamburg. D. Rapallo, 25. Oktober 6 Uhr nachm, in Key West. D. S a l a m a n c a, 26. Okt. 5 Uhr nachmvon Nervport News nach Hamburg.