Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 40 (19.10.1906)
- Date
- 1906-10-19
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Leite 8. Die Wahrheit Nr. 40. gemeinde sollte derartiges nicht Vorkommen. Uebrigens gieng es diesmal im Stadttempel, wo man gewöhnt ist, daß sich alles wie am Schnürchen abwickelt, bei den Hakofoth so kunterbunt und traditionswidrig her, daß wohl der Beistand und Rat eines durch langjährige Uebung mit dem herkömmlichen Brauch vertrauten Funktionärs am Platze gewesen wäre. Wien. Herr Oberkantor Bela G u t t m a n n hat sich mit Fräulein Melanie F a n t l verlobt. Wien. In der am 9. d. M. abgehaltenen Gremialsitzung der Wiener Kaufmannschaft wurde dem seines hohen Alters wegen aus der Repräsentanz scheidenden Gremialrath S. Heit in Anerkennung seiner zahlreichen Verdienste um die Kaufmannschaft und das Gremium die goldene Gremialmedaille verliehen. Wien. (Spenden fürdieOpserderJudenmassakres in Rußland.) Die „Israelitische Allianz zu Wien" erhielt weiters solgende Spenden: Wie n: Hosrat S. R. v. Hahn K 500 (Siedlce), Ernst Hirsch X 500, A. Stern & Sohn K 500, Anonym K 800, „Für die Opser der verdammenswerten Ablenkuugspolitik" X 201, Anonym X 200, H. W. (Siedlce) X 200, „Eine Mutter" (Waisen) X 150, Vorstand des Tempelvereines für den XIX. Bezirk (im Belhause während der hohen Feiertage gespendet) X 120, Salomon Fischer X 100, I. & S. M. X 100, S. L- Riesz X 100, Emanuel Schweinburg (Siedlce) X 100, Dr. Adolf Stein X 100, I. & W. Blumka (Siedlce) X 50, „Siebenter Oktober 1906" X 50, Dr. Max Deutsch X 30, Ingenieur Ludwig Kallir X 25, Joses Werkheimer (Siedlce) X 25, Siegfried Werthcimer (Siedlce) X 25, Sigmund Altschul X 20. Dr. E. X 20, Rudolf und Jda Deutsch X 20, E. F. (Siedlce) X 20, Glaubaus für Gutsatz in St. Petersburg X 20, Rosa Lasus X 20, Rosa Pollak (Siedlce) X 20. Sophie Schwarz (Siedlce) X 20, W. K. X 20. A. B. in T. X 20. Jakob Hirsch (Siedlce) X 10, I. Kramer X 10. A. F. (Siedlce) X 10, Rosa Kaposi und Louise Spitzkopf < durch Herrn Rabbiner Dr. I. M. Bocbi X 10, Alois Reich, XVI., X 10, Julius Frankel, II.. X7 Adolf Bauch X 6, Franz Reingruber X 6, Mag. pharm. Bernhard Rosenfeld (durch Herrn Otto Fischer) X 6, I. Eysler X 5, Jacques Fifchhof, Maskirspende, X 5, Philipp Kahane, Tempelspende (Siedlce) X 5. H. I. X 5, L. K. X 4, Ungenannt sein wollender durch I. Kantor Schiller X 3 40, K. D. (Siedlce) X 3, S. Kugel (Siedlce) X 3. Budape st: Alex. Horvath & Sohn X 10. Buenos-Ayres: Jgnatio Strauch durch Herrn D. Rotter X 100. E r a j o w a : Jsak I. Beligradeauu fils X 5000. E g b e l l: Szanto Lajos X 2. Giersch: Jakob Fuchs (durch Herrn Rabbiner Dr. Goldberger in Marienbad) X 10. I a r m e r i tz: B. L E. F. X 16. I g l a u: C. Kubicek X 10. Krakau: (durch Herrn Dr. Adolf Groß): Dr. A. Groß, Advokat, X 30, Benjamin Schächter X 15, H. N. X 10. Dr. Eugen Reiter, Advokat in Lemberg, freiwillige Strafe des Herrn Fabian X 10, F. W. als nicht angenommenes Honorar von der Ortsgruppe des Postbeamtenvereines X 5, David Mendel jr., anstatt Versendung von Neujahrswünschen X 2, Dr. Isidor Schwager X 2 (sämtliche für Siedlce). Litten bei Karlstein: Max Zenkendorf X 5. Marienbad: Albert Lapper X 6, Dr. S. Prager (Tempelspende für Siedlce) X 10. M i st e k: Distriktsarzt Dr. S. Fried X 5, Salomon Tauber (Siedlce) X 40. Prag: durch Herrn Dr. A. Rosenbacher: Direktor A. Maschin X 100, Leopold Sachs, Großhändler X 100, M. Weiner X 10, C. Weiß (Waisen) X 5. R i c a n : Schreiber Singer (Siedlce) X 5. Roiowitz: E. Bondy (Siedlce) X 5. S l a t i n a: Hugo Deutsch X 10. S m i ch o w: Daniel Schulz X5. St. Pölten: Vorstand der Kultusgemeinde, Tempelspende X 20. Triest: Marie Fischer (Siedlce) X 5. Villach: Ein Reisender X 10. W i s o w i tz: K. S. (Siedlce) X 10. Z a b l o c i e : Vorstand der Kultusgemeinde (Siedlce) X 50. Hiezu die bereits ausgewiesenen X 13.298-87, zusammen bis 15. Oktober K 22.606-27. Weitere Spenden werden erbeten und im Bureau der „Israelitischen Allianz zu Wien". I., Weihr burggaffe 10, zwischen 9 und 1 Uhr einzeln bestätigt. (Postsparkassenkonto Nr. 8152.) Wien. (Jüdische Toynbee -Halle, Wien, XX., Othmargasse 46.) Wir eröffnen im Lokale der Religionsschule der Kultusgemeinde Wien I., S e i t e n st e t t e n g a s s e 2, II. Stock, solgende unentgeltliche Kurse (Einschreibegebühr X1.—), an denen Unbemittelte teilnehmen können: Englisch, für Anfänger: Montag und Donnerstag, von 81/2 bis 9*/2 Uhr abends, für Vorgeschrittenene: Montag und Donnerstag von 71i2 bis SVj Uhr abends. Stenographie, für Anfänger: Dienstag von S1^ bis 9^/2 Uhr abends, für Vorgeschrittene: Dienstag, von 7V2 bis 8^ Uhr abends. Deutsche Sprache und Literatur: Mittwoch 71/2 Uhr abends. Anmeldungen: Samstag, 20. Oktober, 8 Uhr abends, I., Seitenstettengasse 2, II. Stock, unter Mitbringung der Einschreibgebühr. Nachträgliche Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. Vom 3. November d. I. ab finden in der Toynbeehalle XX., Othmargasse 46. täglich um 1/28 Uhr abends populär-wissenschaftliche Vorträge statt, deren Programm allwöchentlich in den jüdischen Blättern veröffentlicht wird. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Der Obmann Dr. I. Sa muely. Wien. Anläßlich des Geburtstages Sr. Majestät Sultan Abdul Hamid fand am 1. Tag Sukkoth im Tempel der türk. Gemeinde ein Festgottesdienst statt. Es erschienen der Botschafter Mahmud Red im Pascha mit den Botschaftsräten. General-Konsul Baron Dirsztay, Statthaltereirat Graf Lamezan, Polizeileiter Kende, Baurat Stiaßny in Vertretung der Wiener Kultusgememde, sowie der Vorstandlder türk. Gemeinde mit dem Präses Adutt an der Spitze. Die Feier begann mit einem Orgel- und Harfen-Präludium, welches ausgezeichnet von Willy Löwit und Prof. Moser ausgeführt wurde, worauf ein Festpsalm vom Oberkantor Bauer und Chor vorgetragen wurde. Rabbiner Papo hielt die Festrede, und hierauf wurde das Gebet für den Sultan rezitiert. Mit der Absingung der Hymne schloß die erhebende Feier. Der Chor stand Unter Leitung des Dirigenten Kantor Löwit. Wien. Nach längerer Zeit hat sich das Simchat-Thorafest in der türk. Gemeinde besonders feierlich gestalret, indem zwei würdige Mitglieder, die Herren I. Alumli und D. I. Sussin, als Chatanim vom Vorstande beehrt wurden und ihre Mission nach alt-traditioneller Weise ausgeführt habeni Trotz des Trauerjahres nach ihren fei. Müttern haben die beiden Herren gerne diese Mizwah ausgeübt. Wien. Herr Direktor Ephraim Cohn, seit nahezu 20 Jahren Leiter der Edler von Lämelschule in Jerusalem, weilt gegenwärng zum kurzen Besuche im Interesse dieser Anstalt in Wien Herr Ritter von Zepharovich, k. u. k. österr.-ung. Konsul in Jerusalem, schreibt in seinem Berichte vom 26. März d. I. über die Lämelschule: „Man weiß nicht, was man mehr bewundern soll, das gründliche Wissen und die gediegene Methode der Lehrer oder die Hohe Intelligenz und den ernsten Lerneifer der Schüler. Es ist eine Musteranstalt in jeder Beziehung". Die Lämelschule hat bekanntlich am 26. Juni d. I. ihr 50jähriges Jubiläum gefeiert, aus welchem Anlässe der Minister des.kaiserlichen Hauses und des Aeußeren der Schule das Bildnis Sr. Majestät des Kaisers geschenkt hat. Die Reden, welche bei der Jubiläumsfeier vom k. u. k. österr.- ung. und dem kaiserlich deutschen Konsul gehalten wurden, sind s z. peröffentlicht worden. Während die Anstalten des Hilfsvereines, die sich um die Lämelschule gruppieren und unter derselben Leitung stehen, ausschließlich von diesem unrerhalten werden, hat die Lämelschule fortgesetzt unter finanzielles Not zu leiden. In einer Zuschrift an den um die Schule hochverdienten Direktor Cohn vom 1. September d. I. plaidiert Herr Konsul Ritter von Zepharyvich dafür, die Lämelschule finanziell besser zu stellen, und betrachtet es als eine Anomalie, daß eine von Oesterreichern gegründete, unter österreichischem Schutze stehende Lehranstalt, deren Kurator die israelitische Kultusgemejpde in Wien ist, so wenig Unterstützung aus Oesterreich erhält. Bekanntlich hat der Hilfsverein der deutschen Juden vvr.drei Jahren ein Lehrerseminar an die Lämelschule angegliedert und in seiner letzten Sitzung beschlossen, auch eine Handelsrealschnle im Anschlüsse an die Lämelschule zu errichten. Wien. Samstag, den 13. d. M. ist der ehemalige Selchwarenfabrikant und Begründer der Firma D. L ö w y, Herr David L ö w y, nach längerem Leiden im 66. Lebensjahre gestorben. Das Leichenbegängnis fand Dienstag, den 16. d. M. unter Teilnahme zahlreicher Verwandter und Bekannter statt. Nachdem Obcrkantor Gnttmann unter Assistenz der ersten Kantoren Schiller. und Jurberger das „Hazur tomim“ in ergreifender Weise rezitiert hatte, widmete Rabbiner Dr. Schmieds dem Dahingeschiedenen einen ehrenden Nachruf, indem er dessen Redlichkeit und Pflichttreue, sowie seinen regen Familiensinn und sein gutes. Herz rühmtei Wien. Eine hochachtbare Familie ist durch das am 7. Oktober erfolgte Hinscheiden des Herrn Arnold Fried jung, Bureauchef der Nordwestbahn, in tiefe Trauer versetzt worden. Um den Verblichenen trauern seine hochbejahrte Mutter, dessen Bruder, der bekannte Schriftsteller Heinrich Fried jung, sowie dessen Gattin und Kinder und Schwiegereltern P o d i b r a d. Ein inniges Familienleben hat der Tod mit eiserner Hand zerrissen. Wien. Samstag, den 13. d. M-, verschied nach langer, schwerer Krankheit Herr David M e y e r s o h n, Sohn des Herrn Rabbiners M a y e r s o h n, im Alter von 22 Jahren. Der Verstorbene stand trotz seiner Jugend im Rufe eines hervorragenden Talmudgelehrten, der außerdem auch dem Studium weltlicher Wissenschaften mit Erfolg oblag. Sein bescheidenes Wesen und sein grundehrlicher Charakter erwarben ihm die Sympathien aller, die mit ihm in Berührung traten. Das Leichenbegängnis fand Montag, den 15. d. M., unter zahlreicher Beteiligung statt. Wien. Am Rüsttage zum Versöhnungstage wurde der im Alter von 22 Jahren verstorbene Sohn des Kantor L ö w i n g e r vom Bethause Stumpergasse zu Grabe getragen, womit zugleich viele Hoffnungen und Erwartungen der Eltern in die Erde versenkt wurden. Der gebeugte Vater, dessen tiefe Gottesfurcht eine feste Stütze im Leben bildet, hatte noch die Fassung, am'Grabe seine Angehörigen mit dem Hinweis auf den Patriarchen Abraham zu trösten. Die allgemeine Teilnahme möge ihn ausrichten. Wien. Am Rüsttage zum Sukkothfeste wurde der langjährige Kurarzt Dr. Moritz M o d r y von RoLnau im Alter von 77 Jahren beerdigt. Oberrabbiner Dr. Güdemann widmete dem Heimgegangenen einen ehrenden Nachrufundl. Kantor Schüller versah die liturgische Funktion. Mistelbach. Am Bersöhnungstage starb hier der 10jährige Sohn des Kantors Regner nach längerer Krankheit. Bei der Beerdigung fungierte der Bruder des Leidtragenden, Kantor Ed. Regner aus Wien. Eiwanowitz. Am 7. d. M. hielt der isr. Kultus-Ausschuß behufs Vornahme der Neuwahl eines Gemeinde-Vorstehers eine Sitzung ab und wurde Herr Jakob Spitz einstimmig zum Vorsteher, Herr Moritz Pollak zum Stellvertreter und Herr David H erz l zum Beirat gewählt. Herr I. Spitz hielt, eine Ansprache, in der er zunächst für die auf ihn gefallene Wahl dankte. Dann widmete er dem dahingeschiedenen Vorsteher, Herrn Alois Löb l, einen warmen Nachruf und beantragte zum Schluffe, daß das Bild des verewigten Vorstehers zur Erinnerung an seine langjährige Wirksamkeit im Sitzungssaale angebracht werde, welcher Antrag einhellig angenommen wurde. Boskowitz. Die hiesige Gemeinde hat seit der Aufnahme des neuen Oberkantors und Religionslehrers, Herrn I. L. R a b i n o w i c z, so manche Neuerung zu verzeichnen und hauptsächlich ist hervorzuheben, daß unser beliebter Oberkantor es verstanden hat> während der kurzen Zeit seiner Tätigkeit bei der hiesigen Gemeinde einen geregelten Gottes-