Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1906-09-28 · Heft 38 (28.9.1906) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1906
Issue
Heft 38 (28.9.1906)
Date
1906-09-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3062972-3063316-3063354--04469-3071313
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Sir. 38. Die Wahrheil TW? eite < Nach dieser Darstellung würden also die Juden, die die meiste Veranlassung zur Revolution aufs Messer hätten und die am meisten wegen ihrer Teilnahme an der revolutionären Bewegung zu leiden haben, gewissermaßen feurige Kohlen auf die Häupter der russischen Machthaber sammeln, sogar noch als — Rebellen. Verschiedene Nachrichten. Wien. Vom Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde Wien wird hiemit bekanntgegeben, daß am Schemini-Azeres, Donnerstag, den 11. Oktober d. I.. im Saale des Hotel „Post", I., Fleischmarkt 16 und im Saale des Hotel „Zentral", II., Taborstraße 8, um V*9 Uhr vormittags, anläßlich der Maskir-Andachten feierliche Gottesdienste abgehalten werden. Die Veranstaltung dieser Gottesdienste erfolgt zur Abhaltung des großen Andranges zum „Maskir" in den Gemeindetempeln. Der Emtritt ist frei. Karten werden nicht ausgegeben. Wien. (B i b e l s ch u l e f ü r M i t t e l s ch u l e n, I., Seitenstettengasse 2.) Die Einschreibungen an der Bibelschule für Mittelschüler, zu denen sich Schüler von der I. Klasse aufwärts bis einschließlich der TV. Klasse melden können, finden am 30. September, zwischen 9 und 10 Uhr vormittags und am 1. Oktober, zwischen 4 und 5 Uhr nachmittags, 1., Seitenstettengasse 2, II. Stock, in der „Religionsschule" statt. Wien. Die Einschreibung zum Unterrichte an der Bibelschul e, 11., Rembrandtstraße 34, findet Sonntag den 30. September d. I., von 10—12 Uhr vormittags, un Schullokale (II., Rembrandtstraße 34) statt. Wien. (SpendeufürdieOpferderJudenmassakres in Rußland.) Die „Israelitische A l l i a n z zu Wie n" erhielt weiters folgende Spenden: Wien: Albert L a n d a n K 1500 (für Siedlce). Wilhelm Z i e r e r K 1000, M. I. R. 3 (für Siedlce) X 500, Leopold Louri 6 (für Siedlce) X 300, Dr. M. Adolf X 100, Doktor Jakob Engel ^für Siedlce) X 100, kals. Rat Arnold Fröhlich K 100, Aron Weil X 75, Ludwig und Lucie Bauer X 50, Doktor Ludwig Gelber, Hof- und Gerichtsadvokat, X 50, M. H e i m X 50, Ignaz I. Stein (als Kranzablösungsspende für das Grab des verstorbenen Bergingenieurs Paul Stein) X 50, Joses T o ch (für Siedlce) X 50, Dr. S. E. X 30 (für Siedlce), Salomon Herzl X 25, I. B. (für Siedlce) X 20, Josef Eckstein X 20, k. k. Kommerzialrat Moriz Hacker X 20, Gustav L i ch t e nst e r n X 20. B. M. X 20, S. M. (für Waisen) X 20. Leopold Ehrlich (für Siedlce) X 10, B. H. X 10, Ignaz Hirschl X 10, Bernhard Stern jun. & Hirsch X 10, Heinrich Feigelstock X 6, F. G o l d st e i n X 6, L. B. E h r l i ch (für Siedlce) X 5, Th. Klein X 5, „Bella (für Siedlce) X 4, Moriz Lang X 3, F. Ernst X 2, C. P. X 2. Jakob Fischer X 1-06; L. F. F.-Franzensbad X 60, Baruch K o h n-Koftel, Kultusvorsteher, X 50, Jozsef S t e i n e r-Kapuvar (für Siedlce) X 20; Marienbad: durch Herrn Dr. S. Prager: Dr. R e i n h o l d X 12, P r e n i n g e r X10, Wachtel X 5, G o l d st e i n X 5, Hermann Kraus X 2, Fräulein Meyer X 1; Dr. Josef W e i ß-Mödling (für Siedlce) X 20; Prag: durch Herrn Dr. Arnold Roseubacher: Jsak Taussig X 40. E. H. (für Waisen) X 10; Josef Stransk y-Sadska X 50; hiezu die bereits ausgewieseneu X 6940°81, zusammen bis 25. September K 11.399 87. Weitere Spenden werden erbeten und dankend bestätigt im Bureau der „Israelitischen Allianz zu Wien". I., Weihburggasse 10. zwischen 9 und 1 Uhr vormittags oder mittels Postsparkassenkonto Nr. 8152. Wien. (D i e r u s s i s ck e n W a i s e n ki n d e r.j Wie wir erfahren, sind von den 8 russischen Waisenkindern, welche die „Israelitische Allianz zu Wien", Ende Juli d. I. zur Erziehung übernommen hat, 3 nach Wien gebracht worden, 1 Knabe im Alter von 15 Jahren und 2 Mädchen von 13 bezw. 8 Jahren. Das ältere Mädchen wurde im Mädchenwaisenhause der Charlotte Merores-Jtzeles-Stiftung, das jüngere im Gutmannschen Mädchenwaisenhaus in der Ruthgasse untergebracht. Der Knabe wird einem Berufe zugeführt, welcher ihm ermöglichen wird, sich nach wenigen Jahren eine Existenz zu gründen. Andere 5 Kinder, u. zw. 4 Mädchen im Alter von 10, 8, 6 und 4 Jahren, sowie 1 Knabe von 21j2 Jahren, Geschwister, deren Vater während der Massakres ums Leben gekommen ist und deren Mutter infolge des Pogromes irrsinnig geworden, werden für Rechnung der „Allianz" in einer mährischen Stadt unter Leitung einer bewährten Lehrerin erzogen. Einzelne, bereits im vorigen Jahre nach Wien gekommene Waisen wurden von der „Allianz" separat versorgt. Wien. Herr Dr. Armin A b e l e s, Rabbiner der Wiener israelitischen Kultusgemeinde, hat sich mit Frl. Fanny Pappenheim, Tochter des Herrn Wilhelm P a p p e n h e i m, verlobt. Wien. Fräulein Irma T a u s s i g, Tochter des Obmannes des Vereines für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Herrn Dr. Bela T a u f s i g, hat sich mit dem Prokuristen der Unionbank, Herrn Otto K a tz, verlobt. Wien. Von einem schweren Schicksalsschlage wurde die Familie des Vorstands-Mitgliedes im Bethausverein des 3. Bezirkes Herrn L. Adler betroffen, dessen einziger, hochbegabter Sohn Siegfried am Rüsttage des Neujahrsfestes im Alter von 21 Jahren bei großer Beteiligung der Verwandten und Bekannten zu Grabe getragen wurde. Herr Rabbiner Dr. Abeles richtete an die trauernden Hinterbliebenen Worte des Trostes und der aufrichtigsten Teilnahme; im Namen des Vereines sprach Herr Jur. Dr. Leo Ehrenthal und für die nächsten Freunde Herr Dr. Auerbach. Der tiefgebeugte und betrübte Vater des allzufrüh Verstorbenen erinnerte in einer kurzen Ansprache an die beabsichtigte Opferung Jsak's durch den Patriarchen Abraham, woran ja das Fest gemahne, und suchte die Seinen durch den Hinweis auf die göttliche Allweisheit zu beruhigen. Die Kantoren L e v y und Schwarz versahen ihre Funktion in höchst ergreifender Weise. Dem Heimgegangenen aber werde die ewige Seligkeit im Jenseits zu Teil. rr2“rj*n Klattau Der unlängst verstorbene Brauhausbesitzer Herr Salomon L ö w y hat ein Stipendium per X 2000 für jüdische Mittelschüler gestiftet; das Verleihungsrecht har der Kultusvorstand in Klattau inne. Der Sohn des Verblichenen, Herr Franz Lanner, hat znm Andenken an seine Gattin und an seinen Vater zwei Stiftungen von je X 500 gegründet. — Der Vorstand unserer Kultusgemeinde hat in Anbetracht ihres verdienstvollen Wirkens den Herren Lehrern Moses Berka und Alex. Baum sowie dem Religionslehrer Rabbiner Dr. Siegfr. B r e t zu Neujahr besondere Remunerationen im Betrage von je X 100 verliehen. — Der Gottesdienst am letztgenannten Feste war bei uns ein wahrhaft erhebender; die Reden des Herrn Rabbiner Dr. B r e t sowie die Gesangsleistungen des Herrn Oberkantor G r ü u w a l d, dem der von Dr. Reiser dirigierte Chor zur Seite stand, erzielten die oben geschilderte Wirkung. Drohobycz. Der hiesige Gerichtsfekretär Dr. Jakob Horowitz wurde vom Justizminister zum Landesgerichtsrat für das Kreisgericht Tarnopol ernannt. Miskolcz. Der Gottesdienst am ersten Neujahrstage im hiesigen sephardischen Tempel wurde durch einen peinlichen Zwischenfall gestört. Der 78jährige Bernhard L e i b o v i t s wurde beim Herausheben der Thora aus der Bundeslade plötzlich unwohl; er stürzte zufamiuen und gab sofort den Geist auf. Nach Fortschaffung der Leiche trat wieder Ruhe ein. Eywanowitz. Mittwoch den 19. d. M. n'n wurde Herr Alois L ö b l unter großer Beteilignng aller Kreise der Bevölkerung und vieler Honorationen zu Grabe getragen. Alois Löbl war durch mehr als V4 Jahrhundert Vorstand der isr. Gemeinde und erfreute sich wegen seines gediegenen Charakters, seiner hohen Bildung und seiner vielgeübten Wohltätigkeit der allgemeinen Wertschätzung und des größten Vertrauens aller die ihn kannten. Dies kam auch außer der bereits erwähnten großen Teil-, nähme beim Leichenbegängnis, noch in unzähligen Kondolenzen zum Ausdruck. Am Friedhofe würdigte der alte Herr Rabbiner die hervorragenden Verdienste des Verblichenen um die Gemeinde und beklagte den Verlust, den die Gemeinde hiedurch erleidet. Ferner nahm der Vorstand-Stellvertreter. Herr Jakob Spitz, in kurzen aber inhaltsvollen Worten im Namen des Vorstandes und der Gemeinde von dem Verstorbenen Abschied und sprach den trauernden Hinterbliebenen ein „Gott tröste Euch" zu. Hierauf beschloß Herr Oberkantor Heckpern mit einem vortrefflich in jeder Beziehung dargebrachten D'ttPn xbfc bx die Trauerfeier in erhebender Weise. — Leider hauchte auch am 2. Tag .“TCEn tfftn Frau Pauline Spitz, Gattin des Vorsteher-Stellvertreters Herrn Jakob Spitz, ihre reiue Seele nach langem qualvollen Leiden aus. D:e Dahingeschiedene, eine wahre *7>Tt rtPX, erfreute sich wegen ihrer Frömmigkeit und Güte der größten Hochachtung und Beliebtheit bei der gesamten Bevölkerung. Unter großer Teilnahme fand Sonntag das Leichenbegängnis statt. Den beiden Verewigten wird die Gemeinde ein Andenken für alle Znten bewahren. G. D. Jaslo Am 16. d. M. fand hier die feierliche Einweihung der mit einem Kostenaufwande von X 200.000 erbauten neuen Synagoge statt. Dem Einweihungsakte, der sich überaus feierlich gestaltete, wohnten auch die Spitzen der kommunalen und Staatsbehörden des Ortes und der Umgebung bei. Um das Zustandekommen dieses längst ein Bedürfnis gewordenen Werkes haben sich besonders Herr Kultuspräsident Wolf Z i m e t, die Herren Kulmsräte L. Werner, A. M. O r n st e i n. M. Einziger und Herr kais. Rat B. Steinhaus, Präsident des „Kreditvereines für Gewerbe und Handel", verdient gemachr. Herr kais. Rat Steinhaus hat aus den Mitteln des von ihm mustergültig geleiteten Kreditvereines X 4000 dem Baufonds zugewiesen. Elberfeld. Oberkantor Hermann Zivi, dessen symphonisches Tonbild „Ueber Babylon nach Rom" neulich mit großem Erfolg hier aufgeführt wurde, ist dieser Tage mit einem größeren Chorwerke erfolgreich an die Oeffenrlichkeit getreten. Die „Bad. Landeszeitung" schreibt: Zu den Festlichkeiten am badischen Fürstenhof ist ein „K ö n i g s p s a l m" erschienen, welcher von dem zu Müllheim i. B. geborenen und in Elberfeld bei der israelitischen Gemeinde als Obeckantor fungierenden Herrn Hermann Zivi komponiert und den Großherzoglichen Herrschaften zur Feier der gegenwärtigen seltenen Tage gewidmet ist. Der Großherzog hat die Widmung huldvollst angenommen und den Komponisten ermächtigt, das Werk samt Widmung zu veröffentlichen. Berlin. Dem „Lokalanzeiger" wird aus Petersburg gemeldet: Aus bester Quelle wird versichert, daß demnächst ein Regierungskommuniquv über die Judenfrage veröffentlicht werden wird, durch das die Einschränkungen administrativer Art für die Juden, so insbesondere die für sie vorgeschriebenen Niederlassungsbeschränkungen aufgehoben werden sollen. Künftig wird ihnen das Reckt verliehen, ihren Wohnsitz in Rußland nach Belieben zu wählen. Die Ausarbeitung aller übrigen Gesetze über die Gleichberechtigung der Juden soll der nächsten Reichsduma Vorbehalten bleiben. Die Hochschulen dürfen schon jetzt studierende Juden in unbeschränkter Zahl aufnehmen. - Hamburg, den 24. September 1906. Die Hamburg-Amerika-Linie meldet: D. A l e s i a, auf der Heimreise von Ostastien, 23. Sevtember Gibraltar passiert. D. A m b r i a. auf der Heimreise von Ostasien, 22. September nachts von Havre. D A m e r i k a, 22. September 9 Uhr morgens, in Newyork. D. A n d a l u s i a. 22. September 3 Uhr nachmittags auf der Elbe. D. Artemisia, nach Philadelphia, 23. September 5 Uhr 54 Min. nachmittags Prawle Point passiert. D. Assyria, von West»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.