Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 20 (25.5.1906)
- Date
- 1906-05-25
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 8. Die Wahrheit Nr. 20. Wie«. Sonytag, den 27. d. M., nachmittags 4\'s Uhr, findet im Tempelverenr des 13. Bezirkes (Penziugersträße 132) die Einweihungsfeier eines neuen Sefer Thora statt. Wie«. Sonntag, den 27. d. M., findet im Tempel zu Ungereigen (Ungarn) die Trauung des Fräulein Erna Reich, Tochter des Wiener Gemeinderabbiners Dr. Reich, mit Herrn Max Keßler, statt. Saaz. (Oberkantorwahl.) Um die bei der israel. Kultusgemeinde Saaz erledigte Oberkantorstelle hatten sich 50 Bewerber gemelder. Kon den zu Probevorträgen eiiigeladcnen Bewerbern hat Herr Oberkantor Josef Reiner aus Karlstadt (Kroatien) in so hohem Maße entsprochen, daß der Kultusgemeindevorstand einstimmig beschlossen hat, von der Berufung weiterer Probekandidaten abznsehen und dem Gesamtausschusse die Anstellung des Herrn Josef Reiner als Oberkantor zu empfehlen. Tatsächlich wurde in der am 16. d. M. abgehalteuen Sitzung des Gesamt-Ausschuffes Herr Josef Reiner mit Stimmeneiuhelligkeit zum Oberkantor der hiesigen Kultusgemeinde gewählt. Herr Josef Reiner hat das Konservatorium in Wien mit Auszeichnung absolviert, ist von hochangesehenen Wiener Persönlichkeiten bestens empfohlen und dürfte die hiesige Kultusgemeinde cm demselben eine sehr gute Akquisttion gemacht haben. r. Komor». (25 jähriges Amtsjubiläum.) Unser hochgeschätzter Oberkautor, Samuel Kurzmann, der in ganz Ungarn als Koryphäe seines Standes bekannt ist, feiert anfangs nächsten Monates sein Äbjähriges Amtsjubiläum. Unsere Gemeinde wird diesen Akt mit Festgottesdiensten am 1. Juni abends und am 2. Juni vormittags begehen, bei welchem Anläße Herr Oberrabbiner Dr. Schnitzer die Verdienste des Jubilars im Rahmen einer Festpredigt würdigen wird. Am Abend bringt der städtische Gesangsverein ein Ständchen seinem 25jährigen Mitglieds dar; am 3. Juni findet eine feierliche Gemeindesitzung statt, bei welcher Gelegenheit der Präses der hiesigen Kultusgemeinde, Herr Advokat Doktor Vasürhelyi, die Festrede hält; zugleich bringen sämtliche Vereine ihre Gratulationen dar und die Gemeinde überreicht ein prachtvolles Geschenk. Abends findet zu Ehren des Jubilars ein Baukett statt, bei welchem eine sehr große Beteiligung zu erwarten ist, denn jedes Gemeindemitglied will aus das Wohl des hochgeschätzten Oberkantors trinken. Sa« Francisco. (Ein jüdischer Bürgermei st er von San Francisco.) Die furchtbare Heimsuchung San Franciscos ruft die Erinnerung an seinen Bürgermeister Josef Sutro wach, dem die pacifische Metropole einen großen Teil ihres Aufschwunges zu danken hatte. Josef Sutro war einer der bedeutendsten amerikanischen Ingenieure. Geboren im Jahre 1830 in Aachen, besuchte er in seiner Vaterstadt die vorzüglichen polytechnischen Schulen, uur noch in jungen Jahren die technische Leitung der ausgedehnten Wollwebereien semes Vaters zu übernehmen. Aber durch die Revolution im Jahre 3848 verarmte die Familie und wurde gezwungen, nach Amerika ouszuwandcrn und sich im Jahre 1850 in Baltimore auzusiedeln. In demselben Jahre jedoch bewog die Entdeckung der kalifornischen Goldfelder Sutro dazu, nach San Francisco zu gehen, wo er geschäftlich tätig war, bis mehrere Jahre später die Entdeckung der Minen iu Nevada ihn dahinzog. Er prüfte dort die Felder und gründete bald in Daytan (Nevada) eine Stampfmühle zur Ausscheidmrg der Silbererze, die von technischen und finanziellen Erfolgen begünstigt war. Das Problem der Konstruktion eines Tunnels als Durchgang durch den Comstockpaß, in welchem durch die große Hitze, die aus der Tiefe der Schachte emporstieg, jede Arbeit unmöglich war, wurde von Sutro gelöst. Im Jahre 1864 reiften seine Pläne. Nach einigen erfolgreichen Ailsttengungeu, amerikanische und europäische Kapitalisten für sein Unternehmen zu interessieren, gründete er am 4. Februar 1865 The Sutro Tunnel Company, nachdem er vom Kongreß die erforderliche Konzession erhalten hatte. Im Jahre 1879 löste er seine Verbindungen mit der Gesellschaft und kehrte nach San Francisco zurück, wo er während der Kearnyaufstände und Sand-lot Agiratton seine ganze Kraft einsetzte, um wieder geordnete Verhältnisse zu schaffen, da er die allgemeine Hoffnungslosigkeit und das Mißtrauen in die Zukunft der Stadt nicht teilte. Auch der materielle Erfolg dieser Zuversicht blieb nicht aus; durch die Terrains, die er während der Unruhen erwarb, wurde er einer der reichsten Leute des Pacific-Abhanges. ungefähr den größten Teil des Gebietes von San Francisco nannte er sein Eigentum; einschließlich Sutro Heights, welche er m einen prachtvollen öffentlichen Park verwandelte, der nach seinem Tode das Eigentum der Gemeinde wurde. Im Jahre 1894 wurde Sutto zum Lordmayor von San Francisco gewählt. Er war ein reger Sammler von Büchern und Manuskripten und hintcrließ eine Bibliothek von einer Viertel' Million Bücherm. einschließlich 135 seltener hebräischer Manuskripte — die größte jüdische Bibliothek in der Welt — die nun alle durch den Brand vernichtet worden sind. Er starb in San Francisco am 8. August 1898. M. Adler. „Unterwegs." Von M. Gorodesky. „Statistik der Juden in den mohammedanischen Ländern." (II.) Schluß. — Preis des Heftes Mk. 0 60. Luxusausgabe Mk. 120. Ktcrätnr. „Ost ««d West." Illustrierte Monatsschrift für modernes Judentum. Herausgegeben und redigiert von Leo W i n z. (Verlag von „Ost und, West", Berlin W. 8., Leipzigerstraße 31/32.) Inhalt des Aprilheftes; „Neue Bahnen." (Zur Reorganisation der „Alliance Israeli te Universelle“.) „Gut' Ort." (Gedicht.) Bon Siegbcrt S a l t e r. „Jüdische Ranen-" köpfe." (Mit 22 prachtvollen Illustrationen.) Bon Prof. Tr. C L. S ch i/i ch. „Zu dem Auffatz von Prof. Schleich über 'Jüdische Rassenköpfe'." Von Dr. A. Sandler. „Kain und Abel in der bildenden Kunst// (Mit 5 Illustrationen.) Von Dr. A. K u t n a. „Der jüdische Essay." Vou Fabius Schach. „Moritz Steinschneider." (Mit 2 Illustrationen.) Vp/i Dr. A. Bi rum. „Ein autogravhes Huldigungsschreiben an Sabatai Sabi." (Ein Beittag zur Psychologie fies Messianismus.) (Mit 1 Faksiiyile.) Bon Dr. M. Gaster. „Fritz Mauthner." (Mit 1 Illustration.) Don Doktor Bolkswirtschast. Wiener Bank-Berein. In Gemäßheit des § 49 der Statuten werden die Aktionäre des Wiener Bank-Verein zu einer außerordentlichen General-Versammlung eingeladen, welche am 13. Juni 1906, vormittags 11 Uhr, in Wien, I., Herrengasse 8, stattfindet. V e r h a n d l u n g s g e g e n st a no: Beschlußfassung über die Erhöhung des Aktienkapitals um 30 Millionen Kronen und über die darauf bezughabenden Statutenä n d e r u n g e u. Nach § 46 der Statuten sind zur Stimmführung in der Generalversammlung nur jene Aktionäre berechtigt, welche seit wenigstens vierzehn Tagen vor dem Zusammemreteu derselben mindestens fünfundzwanzig Aktien nedst Coupons bei der Gesellschaftskasse oder den sonst hiezu vom Administrationsrate bestimmten Stellen erlegt haben. Je fünfundzwanzig Aktien geben das Recht auf Eine Stimme (§ 47 der Statuten). Die stimmberechtigten Herren Aktionäre werden daher eingeladen, ihre Aktien samt Coupons bis spätestens 30. d. M.: in Wien bei der Liquidatur des Wiener Bank-Verein (I., Herrengaffe 8); in Aussig a./E., Bielitz-Biala. Brünn,. Budapest, Czernowitz, Fried ek-Mistek, Graz, Karlsbad, Klagenfurt, Konstantionopel, Lemberg, Marienbad. Prag, Proßnitz, St. Pölten, Teplitz, Villach und Wr.-Neustadt bei den Zweiguiederlaffnngen des Wiener Bank- Verein; in Triest bei der Banca Commerciale Triestina; in Berlin bei der Deutschen Bank und der Dresdner Bank; in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Vereinsbank, der Frankfurter Filiale der Deutschen Bank und der Dresdner Bank; in Stuttgart bei der Württembergischen Vereinsbank; in München bei der Bayerischen Filiale der Deutschen Bank nnd der Filiale der Dresdner Bank; in Zürich bei der Schweiz. Kreditanstalt und beim Schweiz. Bankverein; in Basel bei der Schweiz. Kreditanstalt, beim Schweiz. Bankverein und bei der Aktiengesellschaft von Speyr L Co. zu deponieren. Die Aktien sind, von arithmetisch geordneten und vom Einreicher eigeuHstndig Unterzeichneten Konsignationen lund zwar bei der Liquidatur in Diezr in zwei, bei den sonstigen Deponierungsstellen in dxei Exemplaren) bxgWet, einzureichen. Ein ExeniMvr der Konsignationen erhält der Deponent mit der EmpfangsbestatigMtz versehen zurück und gleichzeitig wird gemäß § 54 der Statuten die LegiriMationskarte für die Teilnahme an der General-Versammlung erfolgt/ welche auf den Namen des Deponenten lautet und nur für die bez/ichstM Person oder deren gehörig legitimierten Bevollmächtigten Geltung htzt. Wien, den 22. Mai 1906. Wiener Bank-Verein. Ayglck-Oefterreichische Bank. (Kundmachung.) Zufolge Beschlusses Mi am 27. März 1906 stattgehabten ordentlichen Generalversammifing unserer Aktionäre und der diesbezüglich erhaltenen Vollmachten firiW der Generalrat behufs Durchführung der Erhöhung des A \t i snkapitals von 48 Millionen Kronen auf 60 Millionen Kronen jöÖiÖOO neue mit je L 240 volleingezahlte Aktien, welche an dem ErträgrMe der Bank vom 1. Jänner 1906 an partizipieren, zur Ausgabe. Auf, Grund der dem Generalrate zustehenden Ermächtigung wird den Inhabern der devitalen im Umlaufe befindlichen 200.000 Aktien (Nr. 1—200.000) das HSzugsrecht aus 32.000 Stück neue Aktien zum Preise von L 290 vro Aktie Zuzüglich 5 Prozent Zinsen von diesem Betrage ab 1. Jänner 1906 in dep Weise eingeräumt, daß je 25 alte Aktien das Anrecht zum Bezüge von psei neuen Aktien geben (bezw, je 7 alte Aktien das Anrecht auf eine neue. 13 alte auf 2 neue, 19 alte auf 3 neue Akien). Aktienbruchteile oder Zertifikate aus Bruchteile von Aktien werden nicht ausgegeben. Die Anmeldung des Bezugsrechtes hat bei sonstigem Verluste desselben vom 28. Mai bis inklusive 6. Juni 1906 bei der Liquidatur der Anglo-Oesterreichsfchen Bank in Wien, bei dem Wechselhause der Anglo-Oesterreichischen Barfk in Wien, bei der Anglo-Anstrian Bank in London, bei den Filialen der Anglo-Oesterreichischen Bank in Aussig, Bodenbach, Brünn, Budapest, Prqm Teplitz, Trautenau, Triest und bei der Bank-Kommandit-Gesellschaft Hofmann & Kottlarzig in Pilsen, während der bei diesen Stellen üblichen Geschäftsstunden zu erfolgen. Aktionäre, welche das Bezugsrecht auszuüben beqMchtigen, haben dasselbe mittels einfacher Konsignation anzumelden unfi. unter Einem die zum Bezüge berechtigenden Mäntel der alten Aktien befrsibringcn, welche nach Vornahme einer, die erfolgte Ausübung des BMgsrechtes ersichtlich niachendeu Abstempelung zurückgestellt werden. Formulare werden bei den Anmeldestellen ausgefolgt. Bei der Anmeldung m* Bezugsrechrcs sind auf jede zu beziehende neue Aktie L 50 zuzüglich H^Wrozent Zinsen vom 1. Jänner 1906 bar einzuzahien. Der Restbetrag von L 240 zuzüglich 5 Prozent Zinsen vom 1. 'Jänner 1906 bis zum Dahlungstage ist ~ bis spätestens 5. Juli 1906 bei derselben Stelle, .bei welcher die Anuvldung erfolgte, bei sonstigem Blrluste jedes Anspruches aus der gcleisteteten Anzahlung, auf einmal bar cinzuzahlen. Bei der Anglo-Austrian Bank in London sind die Einzahlungen zum Londoner Tageskurse der Devise Wien zu leisten. Gegen Rückstellung der die Vollzahlung ausweisenden Bestätigung bezw. Bestätigungen werden die neuen Aktien vom 5. Juli 1906 ab ausgefolgt. Wien, 22. Mai 1906. Aug ly- O e st err ei ck> i s ch e B a n k. Hstsniiett stsruteädteL feinstes« ft^areJ’Hanzen* Frischen Kokosnüssen^