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Die Wahrheit · 1906-04-06 · Heft 14 (6.4.1906) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1906
Issue
Heft 14 (6.4.1906)
Date
1906-04-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. Die Wahrheit. Nr. 14. Nach der Tee-Pause folgt der zweite Teil des Abends, welcher zumeist zu einer Vorlesung aus Werken jüdischer Autoren, aber auch aus Werken nichtjüdischer Schriftsteller benützt wird. Mittwoch und Sonntag folgt der Pause ein sogenanntes Hatbkonzert, d. h. ein den halben Abend dauerndes Konzert. Der Freitag ist dem Bibel-Vortrag reserviert und jeden Samstag findet ein den ganzen Abend äusfü ll ende s Konzert statt. Wir bieten im Winter-Semester ungefähr 25 solcher Veranstaltungen, an welchen unsere Gäste mit den Werken berühmter alter und moderner Komponisten bekannt gemacht werden. Das Sommerhalbjahr, das sind die Monate April bis August, ist den unentgeltlichen Lehrkurseu gewidmet. Es wurde Unterricht erteilt: zweimal wöchentlich in en g li s ch e r Sprache an ca. 25 Schülerinnen, zweimal wöchentlich Französisch, ebenfalls an ca. 20 Schülerinnen, viermal wöchentlich Stenographie — iu zwei Abteilungen — an Schüler. Die Erfolge waren nach Versicherung der hochherzigen, selbstlosen Lehrkräfte fast durchwegs vortrefflich. Der A u s g e st a l t u n g dieser L e h r k u r s e soll in Zukunft ein besonderes Augenmerk gewidmet werden. Wir beabsichtigen, nicht nur neue, ersprießlich scheinende Lehrkurse, wie solche für Buchhaltung, M a s ch in s ch r ei b e n zu kreieren, sondern vor allem die Lehrzeit auch aus das Wintersemester auszudehnen, und somit ein weiteres Lehrziel anzustreben, dessen Endzweck eine wesentliche Förderung der Erw erb s sä h i g k e i t der Schüler bedeuten soll. Alle diese genannten Veranstaltungen beanspruchen aber einen größeren Aufwand von Geldmitteln, als sie bisher der Toynbee-Halle zur Verfügung gestellt waren. Der Vorstand der Toynbee-Halle erlaubt sich daher an alle Glaubensgenossen, denen die Hebung des ethischen Niveaus, die Förderung der. E r z i e h u n g, Bildung und Erwerbsfähigkeit der unbemittelten jüdischen Volksschichten am Herzen liegt und sich in Betätigung echter Menschenliebe an einem segensreichen sozialen Werke beteiligen wollen, die Bitte zu richten, durch Zuwendung von Mitgliedsbeiträgen, Spenden oder Sti ft e r b ei tr ä g en die finanzielle Basis der „Toynbee-Halle" festigen und sichern zu helfen. Beitrittserklärungen wolle man an den I. Schriftführer des Vereines, Herrn Ernst Götzl, IX. Liechtensteinstraße 38, richten. Tempel Uerem Me Mieden «nd Margarethen. Vom Vorstande der Wiener israel. Kultusgemeinde erhalten wir folgende Zuschrift: An die geehrte .Redaktion der „Wahrheit" in Wien. In dem in Ihrem geschätzten Blatte vom 30. März 1906 unter dem Titel „Tempelverein für Wieden-Margarethen" erschienenen Berichte über die am 25. März d. I. stattgehabte Generalversammlung des erwähnten Vereines finden sich einige Angaben, die den Tatsachen nicht entsprechen. Zur Richtigstellung dieser Angaben ersuchen wir, von nachstehenden Mittellungen gefälligst Kenntnis zu nehmen: Nach vielen Verhandlungsphasen und nach einer großen Zahl von Besprechungen, in welchen präsidialiter betont wurde, daß hypothekarische Schulden, welche den Betrieb belasten, von dem Kultus-Vorstände kaum gestattet werden dürften, und nachdem der Vereinsvorstand mit Zuschrift vom 21. Februar 1906 erklärt hatte, den Nachweis eines vorhandenen, resp. zugesicherten Baufonds von K 100.000.— zu erbringen, sobald der Verein von der Kultusgemeindedie Zusicherung eines Beitrages von K 60.000.— erhallen haben wird, erging am 28. Februar 1906 an den Tempelverein seitens des Kultusvorstandes folgende Zuschrift: „Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde hat in seiner Plenarsitzung vom 25. Februar 1906, in welcher Ihr Ansuchen vom 21. Februar 1906 in neuerliche Beratung kam, beschlossen, Ihrem Vereine eine Bausubvention von K 60.000.— (sech zigtaus en d Kr o n en) zu bewilligen unter der Bedingung, daß und sobald der Verein nachweist, daß er die restlichen zum Grundankaufe und zur Errichtung des Tempels nötigen Mittel ohne jede hypothekarische Belastung des Tempels aufgebracht habe. Hiebei wurde ein Fassungsraum von zirka 600 Personen und als selbstverständlich gemäß den rituellen Vorschriften die Ostlage des Tempels angenommen. Gegenüber dem vorliegenden Projekte sind einzelne Bedenken aufgetaucht und haben sich zufolge Anregung der Plenarversammlung die Herren Vorstandsmitglieder: Hofrat Siegmund Tausfig, Baurat Theodor Ritter von Goldschmidt, kais. Rat Wilhelm Pollak und Architekt Oskar Marmorek bereit erklärt, über Ihren Wünsch dem Vereine in dieser Angelegenheit mit ihrem Rate zur Seite zu stehen." Aus dieser Zuschrift geht hervor, daß nicht, wie wiederholt im Berichte unrichtig angegeben ist, ein Darlehen, sondern eine nicht rückzahlbare Bausubvention in der Höhe von L 60.000 bewilligt wurde. Die Annahme eines Fassungsraumes von 600 Personen entspricht den seinerzeit geäußerten Absichten des Vereinsvorstandes. Daß an die Flüssigmachung der erwähnten Subvention seitens des Vorstandes gewisse Bedingungen geknüpft wurden, entspringt einer durch vielfache Erfahrungen begründeten Voraussicht des Kultusvorstandes, welche auch im vorliegenden Falle durchaus am Platze ist. Im Aufträge des Präsidiums Dr. Theodor Liehen, Sekretär Uerschirdene Nachrichten. Wien. (M a s k i r - A n d a ch t.) Vom Vorstände der israelitischen Kultusgemeinde Wien wird bekannt gegeben, daß am achten Tage des diesjährigen Passach-Festes «Dienstag, den 17. April d. I.) im Saale des „Hotel Post", Wien, I., Fleischmarkt 16 und im Saale des „Hotel Zentral", II., Tabörstraße 8, um */z9Uhr vormittags anläßlich der Maskir- Andachten feierliche Gottesdienste abgehalten werden. Die Veranstaltung dieser Gottesdienste erfolgt zur Abhaltung des großen Andranges zum „Maskir" in den Gemeindetempeln. Der Eintritt ist frei. Karten werden nicht ausgegeben. Wien. An den Pessach-Feiertagen beginnt der Gottesdienst um V29 Uhr früh. Wien. Der Verein „Tefilas-Haneorim" veranstaltet am Pessachfeste im Bet-Hamidrasch, II. Tempelgasse 3, einen Gottesdienst ausschließlich für die Jugend. Beginn des Gottesdienstes abends um 6 Uhr und morgens um 8^ Uhr. Wien. (Verband der-isr. Religionslehrer an den österr. Mittelschulen.) Der Obmann des Verbandes, Rabbiner Dr. Feuchtwang, lud für Dienstag, den 27. März die Mitglieder des Ausschusses sowie den von der seiner Zeit abgehaltenen Enquete in das Komitee gewählten Rabbiner Dr. E. David, zu einer Sitzung ein, um eine neuerliche Beratung eines einheitlichen Lehrplanes für alle Mittelschulen und die Instruktionen in Angriff zu nehmen. Die Herren Rabbiner Dr. David (Wien), Dr. Lazarus (Göding) und Dr. Rosenmann (Floridsdorf» wurden ersucht, eine Revision der Vorschläge vvrzunehmen und im Anschlüsse an die von der Enquete gegebenen Anregungen und gefaßten Beschlüsse ihre Elaborate in nächster Zeit einer einzuberufenden Komite-Sitzung vorzulegen. Wien. (Verein zur Hebung der Gewerbe.) Am Sonntag, den 1. April fand im Festsaale des Niederösterr. Gewerbevereines eine Plenarversammlung des Vereines statt. Der geräumige Saal war wie bei allen Versammlungen dieses Vereines bis auf das letzte Plätzchen dicht gefüllt. Der Präsident Brod begrüßte d«e Vortragenden sowie die offizielleil Vertreter und Vertreterinnen der verschiedenen Institutionen, der Presse und die sehr zahlreichen Gäste. Mit ganz besonderen Beifalle wurde die einleitende Ansprache desselben, die den Zweck des heutigen Abends glänzend illustrierte, ausgenommen. Der Vortrag des Herrn Dr. Rudolf Kobatsch, Sekretär des Niederösterr. Gewerbevereines „Üeber die weiblichen Arbeiterinnen" sowie die erforderlichen Schritte, die zu deren Losverbesserungen notwendig geworden, erweckten bei allen anwesenden Fachleuten das lebhafteste Interesse. Darauf wurden die vom Reg. Rat Dr. Umlauft eigens für den Verein zur Hebung der Gewerbe zusammengestellten, auserlesensten Skioptikon-Bilder vorgeführt, von denen jedes einzelne mit Beifall akklamiert wurde. Unter den Anwesenden bemerkten wir die Industriellen Mendl, Fürth, Rößler, Liebermann, Weiner rc., ferner kais. Rat Dr. Krüger, die Herren Rab-" biner Dr. Feuchtwang und Dr. Grunwald, Regierungsrat und Gewerbe-Oberinspektor Kulka, den Direktor des Vereines reisender Kaufleute, die Präsidentinnen der Frauenvereine des II. und VUI. Bezirkes rc. Ihr Fernbleiben haben in zur Verlesung gebrachten Zuschriften entschuldigt: Der Protektor des Vereines Sektionschef Hofrat Dr. Wilhelm E x n e r, die. Präsidentin des Wiener Frauen-Erwerbvereines, fernes

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