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Die Wahrheit · 1906-03-30 · Heft 13 (30.3.1906) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1906
Issue
Heft 13 (30.3.1906)
Date
1906-03-30
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 18. Die Wahrheit Seite 7. Bezirke erbaut werde, 600 Plätze fassen solle und überhaupt ein würdiges Gotteshaus errichtet werde. Nachdem noch die Herren Spitz und Spitzer für ein entschiedenes Vorgehen eingetreten waren, wurde nach durchgeführter Debatte ein Antrag des Herrn H e r l i n g e r angenommen, die Beschlußfassung bezüglich der Demission auf 4 Wochen zu vertagen, innerhalb welcher Zeit neue Verhandlungen mit dem Knltnsvorstande gepflogen werden sollen. Hoffentlich werden diese Verhandlungen zu einem beide Teile befriedigenden Resultate führen. Dies wäre umso erwünschter, da für die nächsten Tage eine behördliche Kommission angemeldet ist, die möglicher Weise auch eine Delogierung des gegenwärtigen Bethauses verlangen wird, wodurch selbst die Abhaltung eines Gottesdienstes an den bevorstehenden Pessachseiertagen in Frage gestellt wäre. Galizifcher Httssverein. Am 25. Mürz d. I., 10 Uhr vormittags, fand in den Räumlichkeiten des israel. Hnmanitütsvereines „Wien" B'nai B'rith, IX.. Universitätsstraße 4. die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Hilfsvereines für die notleidende Jüdische Bevölkerung tn Galizien statt. Den Vorsitz führte der Vizepräsident des Vereines, Herr Gottlieb Lederer. Von der Vereinsleitung waren anwesend die Herren: Dr. Emil Byk, Reichsratsabgeordneter (Lemberg), Pros. Dr. S. Ehrmann (Wien), Max Frank (Wien), Dr. Edmund Kohn (Wien), Dr. Edmund Kornfeld (Wien), kais. Rat Paul Lemberger (Wien). Dr. Wilhelm Pappenheim (Wien), Baurat Wilhelm Stiaßny (Wien), Richard Teweles (Wien), Hugo Tugendhät (Wien). Der Vorsitzende begrüßte wärmsten» die Herren k. k. Banrat Theodor Ritter von Goldschmidt, Reichsratsrbgeordneten Dr. Emil Byk und Lyzealdirektor Alois Schwarz als Vertreter der israelitischen Kultusgemeinden in Wien, Lemberg und Mährisch-Ostran, die Herren Professor Dr. Josef Pollak und Dr. Isidor Samnely als Vertreter der Bstiai Bstith-Vereinignugen „Wien" und „Eintracht" in Wien, die Herren Dr. Leopold Kahn, Johann Kremenezky und Oskar Marmorek als Vertreter des zionistischen Aktionskomitees in Wien, die Herren Dr. Arnold Ascher und Theodor Cohn als Vertreter der Baron Hirsch-Stiftung, den Herrn Dr. Richard Reis als Vertreter des Vereines zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten in Wien, dann die Mitglieder des Aufsichtsrates, die Herren Dr. Wilhelm Knöpsmacher, Julius Granichstädten, Ferdinand Löwy, das Mitglied des Schiedsgerichtes, Herrn Notar Dr. Julius Bermann, ferner die Herren Josef Frendenberg, Dr. Albert Kuh, Professor Dr. Josef Pollak. Gustav Stiaßny, Dr. Bela Tanssig. Hermann Schreiber, Jaqnes Karpeles, Julius Granichstädten, Siegfried Lemberger, Jakob S. Straßburg, sämtliche Wien, Hugo Äbeles (Brünn), Dr. Hermann Baneth (Gablonz), Dr. Emil Byk (Lemberg), Direktor Alois Schwarz (Mähr.-Ostrau), Dr. Moriz Körbel (Nen-Sandez). Viktor Knlka (Troppau) als Vertreter der Ortsgruppen Wien, Brünn, Gablonz, Lemberg,Linz. Mähr.-Ostrau, Nen-Sandez und Troppau; ferner als Vertreter der jüdischen Wochenblätter, Herrn Dr. Josef Bloch und Dr. Moritz Löwy, endlich die sonst noch erschienenen Gäste und teilte mit, daß Begrüßungs- und Entschuldigungsschreiben einlangten: Bon der Großloge für Deutschland Ü. O. B. B. in Berlin, vom Hilfskomitee für die notleidenden osteuropäischen Juden in Frankfurt a. M. von der Jewish Colonization Association in Paris. Don der Israelitischen Allianz in Wien, von Baron Albert von Rothschild in Wien, dann von Mitgliedern der Vereinsleitnng, des Aufsichtsrates. Schiedsgerichtes und von einzelnen Delegierten Wiener Ortsgruppen; auch entschuldigt er die Abwesenheit des Vereinspräsidenten, Herrn Sigmund Mayer und des zweiten Vizepräsidenten, Herrn Adolf Pick, die beide zum Kuraufenthalte auswärts weilen. Hierauf wurde in die Tagesordnung eingegangen und vom Sekretär des Vereines, Herrn Dr. Wilhelm Löwy, über die Tätigkeit des Vereines während des Jahres 1905 Bericht erstattet, der Mitteilungen über die vom Vereine in Galizien eingeführien Hausindustrien Kleiderkonfektion, Spitzenhäkelei und Klöppelei, Fezquastenerzeugung, wie auch über Unterstützung jüdischer Ge.verbetreibender durch Verschaffung von Absatz und die fortschreitende Organisation des Vereines brachte. Im Jahre 1905 konstituierten sich folgende Ortsgruppen: Kolin (Böhmen) Jägerndorf (Schlesien), Nen-Sandez und Sambor (Galizien) Auch wurden zwei Frauen-Ortsgruppen (Krakau und Troppau) gegründet; dagegen ist die Ortsgruppe Brody als erloschen anzusehen. Zu Ende des Jahres 1905 waren also 44 Ortsgruppen konstituiert, um 3 mehr als zu Ende 1904. Im Anschlüsse an diesen Tätigkeitsbericht entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, an der sich nebst dem Vorsitzenden und dem Sekretär folgende Herren, die wir in alphabetischer Ordnung anführen, beteiligten: Dr. Josef Bloch (Wien), Reichsratsabgeordneter Dr. Emil Byk (Lemberg), Baurat Ritter von Goldschmidt (Wien), Dr. Edmund Kohn (Wien). Dr. Albert Knh (Wien), Viktor Knlka (Troppau), Dr. Wilhelm Pappenheim (Wien), Direktor Alois Schwarz (Mähr.-Ostrau). Jakob S. Straßberg (Wien) und Richard Teweles (Wien). In dieser Diskussion würbe der Vereinsleitung von mehreren Seiten unter dem Beifalle der Versammlung der Dank und die Anerkennung für ihre Tätigkeit ausgesprochen, indem hervorgehoben wurde, daß die Vereinsleitnng damit den richtigen Weg eingeschlagen habe, daß sie langsam aber zielbewußt vorgehe und sich durch das Verlangen nach großartigen in die Augen fallenden Unternehmungen in ihrem Vorgehen nicht irre machen lasse. Herr Dr. Byk spendet insbesondere der Einführung der Spitzenerzeugung in Galizien das wärmste Lob. Mehrfach wird der Wunsch ausgesprochen, es möge die Vereinsleitnng im Laufe des Jahres öfters Mitteilungen an die Ortsgruppen und an die öffentlichen Blätter gelangen lassen, damit die Bereinsmitglieder auch in der Zwischenzeit von dem Wirken des Vereines Nachricht erhalten. Dagegen wurde von einzelnen Mitgliedern der Vereinsleitnng auf die Eigenartigkeit der Tätigkeit des Hitisvereines hingewiesen, die es oft schwer, wenn nicht unmöglich mache, diesen Wunsch zu befriedigen. Der Vorsitzende erklärt aber, Veranlassung treffen zu wollen, daß ihm nach Möglichkeit und Tunlichkeit Genüge geleistet werde. Herr Knlka (Troppau) gibt die Anregung, daß der Verein in einem der Steinbrüche des Redners eine Steinmetzschule zur Heranbildung von Inden zum Steinmetzgewerbe errichte. Nachdem verschiedene Anfragen, die von den Sitzungsteilnehmern gestellt wurden, von dem Vorsitzenden beantwortet worden waren, erstattete der Obmann des Aufsichtsrates, Herr Dr. Wilhelm Knöpfmacher, über die finanzielle Gebarung der Vereinsleitnng einen eingehenden Bericht, der in dem Anträge gipfelte, ihr das Absolutorium zu erteilen. Dieser Antrag wurde seitens der Generalversammlung einstimmig genehmigt. Hierauf wurde ebenfalls einstimmig beschlossen, die Statuten in dem Sinne zu ändern, daß der engere Ausschuß anstatt aus 9 ans 11 Mitgliedern zu bestehen habe und daß 5 davon zur Beschlußfähigkeit hinreichen. Bei den sodann vorgenommenen Wahlen wurden mit Stimmeneinhelligkeit gewählt, und zwar a) in die Vereinsleitung die Herren: Med. Dr. S. Ehrman, k. k. Professor, Jur. Dr. Gustav Kohn, Mitglied des Landesschulrates, Hilhelm Kux, Direktor, Paul Lemberger, kais. Rat, Siegmund Mayer, Heinrich Pollak, Richard Teweles, sämtlich aus Wien, ferner aus Galizien die Herren: Jur. Dr. Emil Byk (Lemberg). Reichsratsabgeordneter, Anton Rudolf Fleischt lLemberg), Med. Dr. Hermann Hirsch (Krakau); ferner d) in den A u f s i ch t s r a t die Herren: Julius G r a n i ch st ä d t e n, Jur. Dr. Wilhelm Knöpfmacher, Jur. Dr. Leopold Kohn, Ferdinand Löwy. Wilhelm Pappenheim, Med. Dr. Isidor S a m u e l y. Theodor W a n t o ch; endlich o) in das Schiedsgericht die Herren: Wilhelm A n n i n g e r, kais. Rat, Michel Benies, Jur. Dr. Julius Bermann, k. k. Notar, Phil. Dr. Moriz G ü d e m a n n, Oberrabbiner, Jur. Dr. Alois Klemperer, Isidor Popper, Leopold Sachs, kais. Rat, Jur. Dr. Alfred Stern. Julius Wolf, Josef Zucker. Mit Ausnahme des Herrn Fleisch! (Lemberg), der zum erstenmale

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