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Die Wahrheit · 1906-02-23 · Heft 8 (23.2.1906) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1906
Issue
Heft 8 (23.2.1906)
Date
1906-02-23
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Die Wahrheit Nr, 8. „Auch dieses ist mir versagt. Die alten Leute, bei denen ich zu Gaste bin, dürsten kaum geladen sein, auch könnte ich mir die Auslagen nicht gestatten, welche der Besuch eines so glanzvollen Festes im Gefolge hat." „Und doch müssen wir uns noch einmal sprechen," sagte der Doktor entschieden. „Ich bringe die Kinder, welche von dem heutigen Ausflüge ermüdet sind, zeitig zu Bette und benütze die mir bereits gewährte Erlaubnis, einen Gang durch die Stadt zu machen, um die Illumination anzuschauen. Kennen Sie das stille Gäßchen, welches vom Theater zum Wasserturm führt? Dort in der Nähe desselben werde ich Sie um 9 Uhr Abends erwarten." „Den altertümlichen Wasserturm habe ich heute stütz besichtigt, da mich mein Führer, der mir die Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigte, daraus aufmerksam gemacht hat. Dort treffen wir uns also. Sollte die Vorstellung bis 9 Uhr nicht beendet sein, so verlasse ich vor Schluß derselben das Theater, um Sie nicht auf mich warten zu lassen. Aber werden Sie auch sicher kommen? Kann ich auf Ihr Wort bauen?" „So fest, wie aus den ehernen Zizka, der morgen hier enthüllt wird," beteuerte Hedwig. „Das läßt sich hören," sagte der Doktor lachend, indem er in die ihm dargebotene Hand einschlua. „Also auf Wiedersehen, heute Abend!" Hedwig war mit den ihrer Obhut anvertrauten Kindern heimgekommen, wo sie von der wegen ihres langen Ausbleibens wegen besorgten Großmutter mit einem Freudenschrei begrüßt wurden. „Wo blieben Sie so lange, Fräulein?" sagte die alte Frau vorwurfsvoll, „ich hatte große Sorge um die Kinder." „Wir waren in dem Wald, es ist so hübsch kühl dort und die Kinder haben Blumen gepflückt." „In einer so unruhigen Zeit hätten Sie sich mit den Kindern nicht so weit wagen sollen, besonders in einen Wald. Wenn Ihnen was zugestoßen wäre? Ich wage gar nicht darau zu denken." „Was sollte uns gerade heute zuftoßen?" „Es ist zur Feier so viel stemdes Volk hier. Wenn Ihr angefallen worden wäret! Ich hatte solche Angst." „Aber was denfft Du. Großmama? Ich hätte das Fräulein und die Zdenka schon beschützt, ich ließe sie von Niemanden überfallen und beleidigen!" sagte der kleine Ladislaw voll Selbstgefühl. „Ja und der Herr auch, der mit uns war," fügte Klein- Zdenka hinzu. (Fortsetzung folgt.) Notiz. K. k. priv. Oesterreichisehe Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe. Die fünfzigste ordentliche General-Versammlung der Aktionäre der k. k. priv. Oesterreichischen Credit- Anstaft für Handel und Gewerbe findet Donnerstag, den 5. April d. J., abends 5*/, Uhr, im grossen Festsaale des Oesterreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines (L, Eschenbachgasse 9) statt. Gegenstände der Verb a n dlung sind: I. Jahresbericht des Verwaltungsrates. 2. Bericht des Revisions-Ausschusses über den Rechnungsabschluss des Jahres 1905 und Beschlussfassung über denselben. 3. Beschlussfassung über die Verwendung des Reinerträgnisses des Jahres 1905. 4. Antrag auf Erhöhung des Grundkapitales der Gesellschaft von 100 Millionen auf 120 Millionen Kronen durch Ausgabe von 62.500 auf den Nominalbetrag von 320 Kronen lautenden Aktien, auf die Aenderung der damit zusammenhängenden Paragraphe der Statuten und Beschlussfassung über die näheren Bestimmungen der Hinausgabe der Aktien. 5. Beschlussfassung über die Wahlen in den Verwaltungsrat nach §§ 23 und 24 der Statuten. 6. Wahl des Revisions-Ausschusses rar das Jahr 1906. Die stimmberechtigten Herren Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilzunehmen wünschen, werden hiermit eingeladen, ihre Aktien samt Coupons, oder die deren stellvertretenden Depotscheine der Anstalt spätestens am 8. März d. J. als dem statutenmässigen Endtermine zu deponieren, und zwar: in Wien bei der Liquidatur der Anstalt (L, Am Hof 6) an Wochentagen von 9 bis 12 Uhr; in Bozen, Brünn, Feldkirch, Görz, Innsbruck, Karlsbad, Lemberg, Pola, Prag, Reichenberg, Triest und Troppau bei den Filialen der Anstalt; in Budapest bei der Ungarischen Allgemeinen Creditbank; in Berlin bei der Direktion der Diskonto- Gesellschaft, oder bei der Bank für Handel und Industrie, oder bei S. Bleichröder, oder bei Mendelssohn & Co,; in Breslau bei dem Schlesischen Bankverein; in Dresden bei der Allgemeinen. Deutschen Credit-Anstalt, Abteilung Dresden; in Frankfurt a. M. bei der Direktion der Diskonto-Gesellschaft oder bei der Filiale der Bank für Handel und Industrie; in Hamburg bei L. Behrens & Söhne oder M. M. Warburg & Co.; in Köln bei Sal. Oppenheim fr. & Co.; in Leipzig bei der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt in München bei Merk, Finck & Co.; in Paris bei de Rothschild Fröres. Die Aktien oder Depotscheine sind arithmetisch geordnet bei der Unterzeichneten Anstalt mittelst einer einfachen, bei den auswärtigen Deponierungsstellen mittelst doppelter Konsignation einzureichen und wird dem Einreicher hierüber eine Empfangsbestätigung erfolgt, gegen welche nach abgehaltener Generalversammlung die Aktien oder Depotscheine rückgestellt werden. Je fünfundzwanzig Aktien geben das Recht auf eine Stimme. Mehrere Besitzer von weniger als fünfundzwanzig Aktien können aus ihrer Mitte einen gemeinschaftlichen Bevollmächtigten ernennen, der an der Generalversammlung teilnehmen kann, wenn die Zahl der von ihm vertretenen Aktien wenigstens fünfundzwanzig beträgt. Wünscht ein Aktionär sein Stimmrecht durch einen anderen stimmberechtigten Aktionär auszuüben, so hat er die betreffende, auf den Namen des gewählten Vertreters lautende Vollmacht auf der Rückseite der Legitimationskarte auszustellen und eigenhändig zu unterschreiben. Diejenigen Herren Aktionäre, welche hienach in den Besitz von durch Vollmacht übertragenden Stimmen gelangen, haben die an sie übertragenen Legitimationskarten (Vollmachts-Urkunden) spätestens einen Tag vor der Generalversammlung der Direktion einzuhändigen. Es werden demzufolge dieselben eingeladen, die in ihren Händen befindlichen eigenen und an sie übertragenen Legitimationskarten vom 27. März bis inklusive 4. April d. J. in der Liquidatur der Anstalt zu den obenerwähnten Amtsstunden abzugeben, wogegen ihnen eine die Gesamtzahl der von ihnen zu führenden Stimmen ausweisende Legitimationskarte ausgefolgt werden wird. Das beste Getränk u.Nahrungsmittel fürfiebemde Kranke ist C e res-Apfelsaft der Nährmittelwerke,, GERES^JIisjsjig. Josef und Cäcilie Adler-Stiftung. Am 28. April 1906 gelangen bei der israelitischen Kultusgemeinde Wien die halbjährigen Zinsen der obigen Stiftung per K 240.— in Beträgen von K 40—60 an arme Personen israelitischer Religion behufs Bezahlung der Wohuungsmiete zur Verteilung. Die Bewerber haben die mit dem Nachweise ihrer Armut versehenen. Gesuche bis 28. Februar 1906 im Einreichungsprotokolle der Israel. Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst Gesuchsblankette unentgeltlich zu beheben sind, zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Arme Verwandte der Stifterin Frau Cäcilie Adler, sodann Witwen mit unversorgten Kindern, ältere hilfslose Frauen oder Mädchen, die sich durch Handarbeit ernähren,,. endlich dem Lehrfach ungehörige Personen werden in erster Linieberücksichtigt. Auf später einlangende Gesuche wird keine Rücksicht , genommen. Wien, 1. Februar 1906. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien. Nasette Edle von Wertheimstein’sche Ausstattungs-Stiftung. Aus der von Herrn Sigmund Edlen von Wertheimstein zum Andenken an seine Gattin, Frau Nanette Edle von Wertheimsteinbegründeten Heirats-Ausstattungs Stiftung für arme israelitische Mädchen ist für das laufende Jahr ein Stiftplatz per K 240 zu verleihen. Zu diesem Stipendium sind zunächst Mädchen aus der Verwandtschaft der Frau Nanette Edle von Wertheimstein, bei deren Abgang Mädchen aus der Verwandtschaft des Stifters, endlich in Ermanglung auch dieser, Mädchen aus der israel. Kultusgemeinde berufen. Die Gesuche sind mit Geburtschein-, dem Sitten- und Armutszeugnisse, dem Nachweise, dass sich die Petentin im Brautstande befindet und wenn das Vorzugsrecht der Verwandtschaft" geltend gemacht wird, auch mit dem diese Verwandtschaft nachweisenden mit dem Geburts- und Trauungsscheinen belegten Stammbaum bis 28. Februar 1906 im Einreichuugsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, zu überreichen, woselbst auch während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags Gesuchsblankette unentgeltlich erhältlich sind. Auszügeaus den Matriken der israel. Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Auf nicht gehörig belegte oder verspätet überreichte^ Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Wien, l. Februar 1906. Der Vorstand der israel. Kultusgemeiude Wien.

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