Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 6 (9.2.1906)
- Date
- 1906-02-09
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10. Die Wahrheit Nr. 6. kranker und postenloser Berufskollegen, eventuell deren Witwen und Waisen i zur Aufgabe gestellt hat. Herr Salo L e m b e r g e r, der die Versammlung! leitete, erörterte zunächst in einem eingehenden Referate den Zweck des! Vereines und hob dann die besonderen Verdienste der an der Gründung des Vereines beteiligten Herren Oberkantoren Bela Guttmann, Quartin und Basier, sowie des Kantors Edelmann hervor. Namens der anwesenden Kantoren .versicherte Oberkantor Bauer und nach ihm Kantor Löwit in beredten, zu Herzen gehenden Worten die neue Vereinigung der wärmsten Unterstützung und Förderung von seiten der Wiener Kantorenschaft, und wurden bei der hierauf vorgenommenen Wahl folgende Herren in die Bereinsleitung berufen: Salo Lemberger (vom Stadttempel) als Obmann, M. Striks (vom Leopoldstädter Tempel) und H. Thiemann (vom Fünfhauser Tempel) als Obmann-Stellvertreter, S. Redlich (vom Ottakringer ' Tempel) als Schriftführer, M. Reich (vom Währinger Tempel) als Kassier, die Herren: Grodlsensky, Schwager, Hirsch, Ballaban, Kreisler, Niswirsky- Rusiotto und Hirschmann als Vorstandsmitglieder, und die Herren: Finkelstein und Dr. Leo Lemport als Revisoren. Zur Kontrolle der Kassagebarung wurden außerdem die Chordirigenten der israelitischen Kultusgemeinde Zellnik, Heimann und Porth nominiert. Ihr Fernbleiben von der Versammlung hatten entschuldigt: Chordirektor Prof. Josef Sulzer, Oberkantor Josef Singer, Oberkantor Guttmann nnd Oberkantor M. Schorr. Als erste Spende für die Humanitären Ziele des Vereines übermittelte Herr I. Kantor Schleifer K 10.—, wofür ihm der warme Dank der großen Versammlung zuteil wurde. Wie«. Die jüdisÄ-akademische Ferialverbindung „Emunah" veranstaltet Samstag, den 17. d. M., 8 Uhr abends, im Cafe „Louvre", I., Wippliugerstraße, emen internen Diskussionsabend, bei dem Gesinnungsgenoffen willkommen sind. Referent: Herr Dr. S. Krenberger. Thema: „Politische Fragen im Zionismus." Wien. Der Verein „Jehudah Halevy" veranstaltet Samstag, den 10. d. M., im Hotel Guth, II., Stefanicstraße 14, eine „Chamischah Asiar-Feier" mit einem reichhaltigen Programme, darunter die Rede des Herrn Dr. Leopold Kahn über „Rabbi Akibah". Beginn präzise l/a8 Uhr abends. Karten sind zu haben im Vereinslokale. II., Rembrandtstraße 7, im Berlage „Zion", H., Stefaniestraße 12, sowie bei der Kasia. — Sonntag, den 11. d M., 6 Uhr abends, findet ein Vortrag des Herrn Dr. Severin Landesberg über „Die soziale Lage der Juden und ihre Konsequenzen" statt. Wie«. (Verein der jüd. Lese- und Redehalle.)' Bor einem zahlreichen, zumeist aus Studierenden bestehendem Auditorium entwickelte vorige Woche Donnerstag im großen Saale des „Hotel Guth" Dozent Dr. D. Pasmanik aus Genf seine originellen und geistvollen Ideen über die sozialpolitische Ausbildung der jüd. Studenten. Der Vortragende, der bekanntlich schon öfters gegen das Nachäffen der arischen Sitten im Couleurwesen und studentischen Comment auftrat und besonders die Mensuren zwischen gleichgesinnten Stammesgenossen heftig tadelte, empfahl vorwiegend die literarische und politische Belehrung und Aufklärung zum Zwecke der Hebung der nationalen Kultur. Eine Assanierung der bestehenden Uebelstände könne wohl nicht von der Assimilation erwartet werden, jedoch von der energischen Emanzipation und Abweisung der zu weitgehenden Macht der Phrase und Formen und von der Assoziation mit gleichstrebenden und gleichgesinnten Komilitonen. Nach Dr. Pasmanik gab stuck, jur. Alex. Weiß praktische Vorschläge zur Organisation, namentlich in systematischen Vorträgen über die sozialökonomische Lage der Juden das Heil erblickend. Dr. Birnbaum legte das Hauptgewicht auf die kulturellen Faktoren, um das Niveau des Judentums in sozialer Hinsicht zu besiern. Ltuck. Kaplansky wies darauf hin, daß in Moskau und anderwärts an den russischen Universitäten derartige Vereine bestehen, deren Mitglieder sich verpflichten, über einschlägige Themen Vorträge zu halten, wodurch der moralische Zwang zur Mitarbeit an der großen Aufgabe für die studierende Jugend tatsächlich Erfolge erzielt. Prediger Grün gab dem Wunsche Ausdruck, daß auch in religiös-ethischer Hinsicht das studentische Leben erstarken möge, dann könne eine Besserung in der sozialen Lage künftighin erzielt werden. Wie«. (Humanitärer Verein zur Unter st ützung jüd. Kurbedürftiger, unter dem Protektorate des Lekt. M. Friedmann, H., Konradgasse 6, Josefinengasse 7.) Mittwoch, den 31. Jänner, fand die erste ziemlich gut besuchte ordentl. Generalversammlung im Restaurant Herlinger statt. Nach Verlesung des Rechenschaftsberichtes erstatteten die Herren «reck. Dr. I. Braun und Lektor Friedmann eingehende Referate über die unabweisbare Notwendigkeit dieses Wohltätigkeits-Vereines. Obmann-Stellvertreter Herr Max Wagner schilderte das wohlwollende Entgegenkommen seitens des Rabbiners Dr. Ziegler und des Kultusvorstehers Moser in Karlsbad, welche einer Delegation des neuen Vereines die größtmöglichste Förderung, bezw. Berücksichtigung der Bittgesuche für Vereinsmitglieder zusagten. Unter den Anwesenden sahen wir die Vertreter des Brigittenauer Frauenvereines, ferner von „Mechisch Jeschua", „Fromme Brüder" und des „Dienstmänner-Vereines". Herr Baum, Obmann des Vereines „G-omle Chesed", befürwortete die Beschränkung der Vereiustätigkeit auf Karlsbad, mindestens sür den Anfang, und in gleichem Sinne sprachen Sekretär Josef K o h n, der die Abhaltung von Festabenden zu Gunsten des Vereines empfahl, und Frau Kath. K o h n, Vorsteherin des Brigittenauer Frauen-Vereines, In den 14gliedrigen Ausschuß wurden gewählt: Frau Dr. Blech, Frau Kach. Kohn, Frau Schächter, die Herren Prof. M'. Salzmann, Dr. Isidor Braun, Max Wagner, Lektor M. Friedmann, Jakob Heber, Dr. Wischnowitzer, Herm. Landau, S. Vogelhut, Sam. Sperling, A. Zelnik, Nath. Patzick. Wie«. Am 31. Jänner veranstaltete der „Verein zionistischer Frauen und Mädchen Fünfhaus" in den Verbandssälen eine Akademie mit anschließendem Tanzkränzchen. Dank der Rührigkeit sämtlicher Vorstandsdamen und des Herrn Direktor Plowitz fiel das Fest glänzend aus. Der Saal war dicht gefüllt und so hatte der Vorstand die Freude, dem wohltätigen Zwecke (das Reinerträgnis galt den russischen Opfern) eine ansehnliche Summe zuzuführen. St. Pöltey. (Israelitischer F r a u e n - Wohltätigkeits-Verein.) In der am 21. Jänner stattgehabten Generalversammlung wurden die Herren Rabbiner Dr. Adolf Schächter und Chewra- Kadischah-Obmann Siegfried Schwarz, in Würdigung ihrer hervorragenden Verdienste um die Gründung und Förderung des Frauenvereins, einstimmig zu Ehrenmitgliedern desselben erwählt. Die ehrende Anerkennung dieser beiden Herren, welche sich hier weit über ihren engeren Wirkungskreis hinaus die Hochachtung und Verehrung aller erworben haben und gesellschaftlich allgemeine Beliebtheit genießen, hat hier allenthalben freudigst überrascbt. St. Pölteu. (JüdischerLiteraturverein.) Am 28. Jänner fand in dem bis auf das letzte Plätzchen gefüllten Populorumsaale die Eröffnungsfeier unseres 3. Bereinsjahres statt. Zu dem Eröffnungsvortrage hatte sich in dankenswerter Bereitwilligkeit Herr Rabbiner Dr. Bach aus Wien zur Verfügung gestellt. Herr Dr. Bach, der in Begleitung seiner liebwerten Gattin und des Herrn Siegfried Rosner, eines Sohnes des unvergeßlichen Wiener Knltusvorstehers Salomon Rosner, erschienen war, hat mit seinem 1^/^stündigen Vortrage über: „Die größten Welteroberer in ihrem Verhältnisse zu den Juden", geradezu begeisterten Beifall entfesselt und den Wunsch rege gemacht, diesen Meister der Rede bald wieder in unserer Mitte zu sehen. Györ. Der Györer(Raaber) israelitische Frauenverein hat auch im letztverflossenen Jahre durch dessen hochherzige Präsidentin, Frau Johanna H e r z l - K e p p i ch, auf dem Gebiete der Wohltätigkeit ebenso segensreich gewirkt, wie während der langen Zeitdauer, als sie der Leitung der Vereinsangelegenheiten alle ihre seelischen' Kräfte, Unterstützt durch unsere Ausschußdamen, zur Linderung der Not unserer Hilfsbedürftigen erfolgreich gewidmet. Wieder wurden an 120 arme Schulkinder komplette, tadellose Winteranzüge verteilt, wieder wurden 150 arme Familien mit Holz für den Winter versehen und wieder erhalten für die ganze kalte Winterszeit 40 der ärmsten Schulfinder warmes Frühstück, bestehend aus Milch und Semmeln. Die von Jahr zu Jahr sich steigernde Not hiesiger Kranker, Witwen und Waisen und der aus.der Umgegend einwandernden Armen nehmen die verfügbaren Mittel unseres Vereins in ungewöhnlichem Maße in Anspruch, so daß wir zur Arrangierung von Konzerten und Bällen greifen müssen. Und in dieser Folge wurde ani 26. Jänner a. c., durch die Präsidentin, im Vereine mit dem Ausschuß ein Kostüm- und Maskenball abgehalten, an welchem tont Györ, allen besten gesellschaftlichen Ständen angehöreud, teilgenommen und einen seltenen Zuspruch, animierten Erfolg und eine brillante Einnahme zum Resultate hatte. Budapest. Samstag, den 10. d. M., 91/2 Uhr vormittags, begeht der Sohn des Herrn Professor Oberkantor Lazarus, Walther Lazarus, im Tempel in der Tabakgasse seine Barmizwah-Feier. Pisa. Der bekannte literarhistorische Schriftsteller Prof. Allesandro D' Ancona, Mitglied des italienischen Senats, wurde zum Bürgermeister von Pisa gewählt. D'Ancona ist Jude. Notiz. K. k. priv. wechselseitige Brandschaden-Versicherungs- Anstalt in Wien. Aus dem von dem Oberkurator der Anstalt Abt Alexander Karl in der Versammlung des Ausschusses am 29. v. M. erstatteten Berichte sind nachstehende Gebahrungsresultate zu entnehmen: In der Gebäude-Versicherungs-Abteilung hat sich die Zahl der Versicherungen auf 105.497 und die Versicherungssumme auf K 1.928,803.892 erhöht;- in der Mobilar-Versicherungs- Abteilung ist die Zahl der Versicherungen auf 51.424 und die Versicherungssumme auf K 371,263.519 gestiegen. Der Gesamt- Versicherungsstand beider Abteilungen erhöhte sich daher im Jahre 1905 um K 69,285.688 und beträgt K 2.300,067.411. Die Zahl der Versicherungen ist von 154.351 auf 156.921 gestiegen. Die Betriebsrechnung weist folgende Gebahrungsüberschüsse aus: In der Gebäude-Versicherungs-Abteilung K 357.564, in der Mobilar- Versicherungs-Abteilung K 37.484 und in der Hagelschaden-Versicherungs-Abteilung K 8432. Die Ueberschüsse der beiden letzteren Abteilungen fallen statutenmässig den Reservefonden zu, von dem Ueberschüsse in der Gebäude-Versicherungs-Abteilung werden den Mitgliedern K 351.593, das sind 20 Prozent ihres im Jahre 1905 vorgeschriebenen, normalmässigen Versicherungsbeitrages rückerstattet, bezw. auf ihre Beitragsleistung im Jahre 1906 gutgeschrieben, der Rest mit K 5971 wurde dem Abteilungs- Reservefonde zugewiesen. Die Anstaltsfonde erhöhten sich gegen das Vorjahr um K 29.987 und betragen zusammen K 8,275.602; hievon entfallen auf den Reservefond der Gebäude-Versicherungs- Abteilung K 6,524.781, aut jenen der Mobilar-Versicherungs- Abteilüng K 1,115.440 und auf den Reservefond der Hagelschaden- Versicherungs-Abteilung K 635.380. Woll-u.Seidenkleider reinigt man am besten mit Schichte Schwan seife (feste Kalisetfe) 8cha,^t|1'WEISSWÄSCHE