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Die Wahrheit · 1906-01-26 · Heft 4 (26.1.1906) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1906
Issue
Heft 4 (26.1.1906)
Date
1906-01-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 4. Die Wahrheit :elte t. Moses vorgetragenen Vers ganz wiederholt (Rezitativ); -nach : /der dritten haben Mose und das Volk unisono gesungen i -(Kollektivgesang); nach der vierten haben Moses und das Volk .Wechselweise, je einen Halbvers, gesungen (responsorisch). Die Vertreter der vier Meinungen suchen zwar dieselben aus den Einleitungsworten der Schrift zu dem Liede zu begründen; sicherlich aber hat mehr die in den Synagogen zu ihrer Zeit -herrschende Gepflogenheit beim Vortragen des Hallei und anderen Gesängen bei der Bildung ihrer Meinung über die Vortrags- Weise des Meeresliedes mitgewirkt als die einleitenden Worte: wajomru lemor. Das geht übrigens aus den eigenen Worten der vier Mischnahlehrer hervor.*) Schon zur Zeit der Tanaim wurde nämlich das Hallet .nicht überall in gleicher Weise vorgetragen. Denn die Mischnah -(Sukkah 38 a) bemerkt, daß man in Bezug auf die zweimalige Wiederholung mancher Verse, wie auch in Bezug auf das Sprechen einer Eulogie nach dem Halle! sich nach dem in der ."betreffenden Gegend bestehenden Hebung richten solle. Zur Zeit .-es Amoräers Raba (im IV. Jahrhundert) hat man das Hallet schon fast ganz so vorgetragen wie jetzt bei uns; nur einiges Wurde aus der früheren Zeit beibehalten, um an jene Zeit zu --erinnern, wo das Lesen des Hallel am Festtage nicht angeordnet wurde, und es noch viele gab, die desselben noch nicht kundig Waren (Sukkah 88 b). Nach dem Talmud (Pesachim 119 a) haben schon der Prophet Samuel, Jsai, der Vater Davids, 'dieser und seine Brüder die von uns jetzt zweimal wiederholten '.Verse' des Hallel wechselweise gesprochen. Zn bemerken wäre noch, daß die vorgeschriebene Ordnung -beim Responsieren in den späteren Jahrhunderten sehr selten 'beobachtet wurde. Die Gemeinde spricht immer auch das, was mur für den Vorbeter bestimmt ist. Das sieht man auch jetzt bei der Rezitation mancher Pintim an den hohen Festen und lann es alltäglich bei der Rezitation der Keduschah sehen, wo die Gemeinde das Nekadesch n. s. w. mitspricht oder schreit, .obgleich imBeth-Josef und Schnlchan-Aruch (Orach-Chajim125, 1) das „Weghaschen" dessen, was für den Vorbeter allein bestimmt -ist, aufs strengste perhorresziert wird. Dieselbe fromme Unordnung besteht ja in orthodoxen Gemeinden, wie ich mich aus meiner Kindheit erinnere, auch beim Vortrage der Haftorah. Was den Psalmgesang der Lewiten betrifft, so war das -ein Kollektivgesang. Ein Teil der Lewiten hat gesungen, ein anderer Teil den Gesang mit Musik begleitet. Jeder Psalm wurde in drei Absätzen, also mit zwei Pausen gesungen In den Pausen und zum Schlüsse schmetterten die Priester die Trompeten. "Am Sabbath zu Mnssaf haben übrigens die Lewiten keinen Psalm, sondern den letzten Gesang Moses Haasinu gesungen. Der Gesang wurde in sechs Abschnitte geteilt und auf sechs Sabbathe verteilt. Am Sabbath zu Mincha wurde das Meereslied und das Brunnenlied gesungen, und zwar ersteres, in zwei "Teile geteilt, an zwei Sabbathen und letzteres immer am dritten Sabbath (Rosch-Haschonoh 31 a, Tamid 33 b. Sukkah 53 b, 'Orachim 10 a und 13 b). Uerba«dstag der israelitischen Religionslehrer an den österreichischen Mittelschulen. (Schluß.) Der Obmann-Stellvertreter, Prof. Dr. Weiß, fügt zur Ergänzung des vom Obmanne vorgelegten Berichtes noch einige sehr wichtige Mitteilungen bei. Er berichtet über eine vorge- *) Der talmudkundlge Leser möge in die angegebenen Talmudstellen -selber Einsicht nehmen und dabei beachten, daß in der Auffasiung der von den Zuhörern zu wiederholenden Ruschs-Perukim eine Divergenz zwischen Raschi und Toßafoth besteht, daß nach Raschi die Zuhörer die ersten Worte des Absatzes nur einmal wiederholt, sonst aber nach jedem Vers nur immer Hallelujah gerufen hüben, während die Toßafoth der Meinung sind, daß die Anfangsworte eines jeden Perek (Absatzes) den Refrain im ganzen Absätze gebildet haben und Hallelujah nur der Refrain des ersten Absatzes war, weil eben dieser Absatz mit dem Worte Hallelujah beginnt. Maimunis Hilch. Chanuka ist gleicher Ansicht wie Raschi, viäs auch -Toßafoth Jom-Tow Sotah, Absch. ö, Mischnah 4. nommene Statutenänderung bezüglich der Beschlußfähigkeit der Generalversammlnng. Betreffs der Schaffung eines einheitlichen Lehrplanes hoffe er, daß schon der nächsten Generalversammlung ein günstiger Bericht vorliegen werde. Was den vom Herrn Obmanne gewünschten innigen Zusammenschluß aller Kollegen betrifft, so sei in dieser Beziehung noch manches zu wünschen. Er wünscht, daß die Berufsgenossen von einem Bande der Freundschaft und Kollegialität umschlossen seien. Redner dankt hierauf dem Obmanne, der sich mit einer Hingebung der guten Sache gewidmet, die nicht mehr überboten werden kann. Auch der Schriftführer, Dr. H. Pollak, habe mit opferwilliger Hingebung die vielen ihm obliegenden Arbeiten geleistet. Beiden Herren fei der herzlichste Dank auszusprechen. Dieser Dank wird auf Beschluß der Versammlung protokollarisch ausgesprochen. Oberrabbiner Dr. Rosenfeld in Czernowitz bittet, in allernächster Zeit der Frage eines einheitlichen Lehrplanes näher zu treten und die auswärtigen Mitglieder um ihre Meinung zu befragen, und beantragt weiters, dem gesamten Ausschuß für seine ersprießliche Tätigkeit den Dank auszusprechen. (Einstimmig angenommen.) Prof. Dr. H. Pollak dankt dem Obmannstellvertreter. für die seinem bescheidenen Wirken gezollten Worte der Anerkennung und betont, daß unter Führung des Herrn Obmannes, ihm das Amt angenehm und leicht gemacht worden sei. Rabbiner Dr. Friedmann in Straßnitz spricht auch für den einheitlichen Lehrplan und betont, daß der Jugend auch die Ethik des Judentums beiznbringen sei. Der Kassier, Prof. Dr. Goldhammer, erstattet hierauf den Kassabericht, nach welchem die Barauslagen sich auf K 509*51 beliefen, und der gegenwärtige Kassastand L 1315 61 beträgt. In Zukunft werden die jährlichen Mitgliederbeiträge mittelst Posterlagsscheiues einkassiert und nachträglich die Mitgliedskarten zugesendet werden. Oberrabbiner Dr. Rosenfeld beantragt, daß auch die größeren Gemeinden ersucht werden, den Verband zu unterstützen. (Angenommen.) Die von den Revisoren, Rabbiner Dr. Bauer und Rabbiner Dr. Reiß, vorgenommene Kassaprüfung ergab die größte Ordnung und Richtigkeit der Kassagebarung. Hierauf wird dem Ausschüsse einstimmig das Absolutorium erteilt. — Der Schriftführer verliest sodann die beiden Dankschreiben der Herren Vizepräsident Dr. Gustav Kohn und Prof. Dr. Ad. Weiß, welche in der vorigen Generalversammlung zu Ehrenmitglieder des Verbandes ernannt wurden. Professor Dr. Schorr macht die traurige Mitteilung, daß Rabb. Dr. Spinner aus Lemberg, der einen Vortrag für die Generalversammlung angesagt hatte, vor einigen Tagen plötzlich aus dem Leben geschieden sei. Die Versammlung erhebt sich zum Zeichen der Trauer von den Sitzen. Hierauf folgte die Neuwahl des Ausschusses. Der Obmann bemerkt, daß Herr Dr. Langfelder sich außer Stande erklärte, eine Wiederwahl anzunehmen, da er sich etwas müde fühle. Der Obmann spricht Herrn Dr. Langfelder für seine eifrige Mitarbeiterschaft feit dem Bestände des Vereines den besten Dank aus und gibt namens des Ausschusses die Versicherung, daß dieser Herrn Dr. Langfelder mit Bedauern scheiden sieht. Hierauf wurden folgende Herren in den Ausschuß gewühlt: Obmann: Rabbiner Dr. Feuchtwang, Schriftführer: Professor Dr. H. Pollak, Prof. Dr. Ad. Weiß, Prof. Dr. L. Goldhammer, Prof. M. Kanitz (Wien), Rabbiner u. Prof. Dr. Biach (Brüx), Prof. .Dr. Grünfeld (Brünn). Rabbiner Dr. Lazarus (Göding), Rabbiner Dr. Rosenmann (Floridsdorf). Sämtliche Herren erklärten die Wahl anzunehmen. Der Obmann dankt für das dem Ausschüsse bewiesene Vertrauen und verspricht, weiter im Interesse des Verbandes zu wirken. Hierauf hält Rabbiner Dr. Mandl ans Neulitschein seinen angekündigten Vortrag: „Das Wesen des Judentums als Lehrgegenstand an den oberen Klassen der Mittelschule". Der sehr interessante und anregende Vortrag gipfelte in folgender Zusammenfassung: Der Berbandsausschuß möge das Wesen des Judentums als Unterrichtsgegenstand an

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