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Die Wahrheit · 1906-01-19 · Heft 3 (19.1.1906) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1906
Issue
Heft 3 (19.1.1906)
Date
1906-01-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8. Die Wahrheit Nr. 3. Dr. Oskar Hein, ehem. Gemeinderat Drei, die Kultusvorsteher Salo Cohn, Salo Landau, Dr. Spitzer, Emil Horner und Hermann Eltbogen, Oberlantor Singer, den Vorstand des Bethausvereines mit seinem Präsidenten Gottlieb Bettelheim und Vizepräsidenten Dr. M. Schnepp an der Spitze, Die Vorstände und Abgeordnete vieler Vereine u. v. A. Herr Gemeinderabbiner Dr. Gelb haus hielt an das Brautpaar eine tiefempfnndene Ansprache, in der er auch die hohen Verdienste der beiderseitigen Eltern würdigte. Oberkantor Kläger, sowie der treffliche Chor mit Orgel- und Harfenbegleitung unter Leitung des Dirigenten Kantor Pekarnik boten ftrilÜmte gesangliche Leistungen. . Wien. (Trauung) Sonntag den 14. d., 2x/2 Uhr nachmittags, fandim Tempel des XX. Bezirkes Kluky gaffe die Trauung des Herrn Israel Barth, Hutmacher, mit Fräulein Josefine Eigner, Tochter des GemcindesekretärsHerrn Gabriel Wigner, statt. Als Beistände fungierten die Eltern der Braut und der Obmann des Tempelvereines Kultusvorsteher Herr .Hermann Eltbogen samt Gemahlin. Den Trauungsakt zelebrierten Rabbiner Dr. Bach und Oberkautor Baffer mit Chor und Orgelbegleitung in erhebender Weise. Die zahlreich im Tempel anwesenden Festgäste beglückwünschten das Brautpaar sowie deren Familienangehörige auf das herzlichste. Mißlitz. Der unter Leitung des Herrn Oberlehrers Löwy als Obmann und unter Leitung des Herrn Oberkantors Zlotczenko als Chormeister stehende israelitische Gesangsverein in Mißlitz veranstaltete am 25. v. M. im Hotel Bader einen Unterhaltungsabend, der einen ungemein animierten Verlauf nahm und den sehr zahlreich erschienenen Gästen gewiß lange in angenehmer Erinnerung bleiben wird. Eröffnet wurde der Abend Mit dem Lustspiele „Ja, so sind sie" von Garosy, das in flottem Tempo vorzüglich gespielt wurde. Von den Darstellerinnen sei in erster Reihe Fräulein Grete Hauser genannt, die die schwierige Rolle des „Gregor" recte „Grete Hvchheim" mit ausgesprochenem Bühnentalent durchführte und an den Fräuleins Klara Kramer, Berta Angemar und Martha Horner vorzügliche Partnerirmen fand. Die hierauf zum Vortrage gebrachten Damen-, Männer- und gemischten Chöre, von Chormeister Herrn Oberkantor I. Zlotczenko mit Verve dirigiert und von Frau Oberkantor Rosa Zlotczenko vortrefflich auf dem Klaviere begleitet, zeigten den Verein aus der Höhe seines Könnens. Nicht endenwollenden Applaus ernteten Frau Oberkantor Zlotczenko für die mit brillanter Technik gespiele „Rigoletto"- Phantasie von Fr. Liszt und Herr Oberkantor Zlotczenko für die Arie des Max aus dem „Freischütz". Unstreitig glänzend waren anch die Liedervorträge der Frau Dr. 'Hedwig Schulz, Schwester unseres verehrten Kultusvorstehers Pollenz aus Brünn. Selbe sang einige lyrische Lieder und die Arie der Bettlerin aus dem „Propheten" mit vorzüglich geschulter Stimme und mit tiefer Empfindung und sah sich durch den stürmischen Applaus des Publikums zu wiederholten Zugaben veranlaßt. Schließlich sei noch erwähnt, daß der Vereinsausschuß, nachdem der Verein im abgelaufenen Bereinsjahre nicht nur drei Liedertafeln durchwegs.mit neuem Programm veranstaltete, sondern auch bei der Schillerfeier gemeinschaftlich mit dem christlichen Gesangsverein wie anläßlich des 25jährigen Jubiläums der hiesigen Feuerwehr als auch bei dem 25jährigen Jubiläum des Beteranen- Bereines hervorragend wirkte, seinem Chormeister Oberkantor Zlotczenko für seine hervorragenden Leistungen nicht nur einen schriftlichen Dank zustellte, sondern auch ein Theeservice aus Silber mit entsprechender .Gravierung zum Geschenke machte. Strakonitz Sonntag, den 31. v. M., fand im großen Saale des Hotel „Weiße Rose" eine Wohltätigkeitsakademie zu Gunsten der Opfer der russischen Judenmaffakres statt. Um das Gelingen des Abends machte sich ein Komitee, bestehend aus den Damen Schmeichler als Präsidentin, Schermer, Fuchs, Dr. Brock, Kafka und Wedeles, sehr verdiente Ferner trugen zu dem glänzenden Verlaufe des Abends die jungen Damen Fuchs, Hoftnaun, Pereles, Rydlo, Bloch, Bachrach, Helene und Martha Kohn durch prächtiges Theaterspiel und geschmackvolle Klaviervorträge ganz besonders bei. Stürmischen Beifall entfesselten Frau Irma Schermer und Herr Oberkantor Menkes durch ihre geschulten Gesangsvorträge: der zehnjährige Rudi Menkes erregte durch die Klavierbegleitung der Vorträge feines Vaters Bewunderung. Köstlich war Techniker Herr Ehrmann , durch seinen komischen Vortrag „Der Dichter Grünspann". 300 Kronen wurden als Reinerträgnis der Alliance Jsraelite in Wien abgeführt. Brrda. Vorigen Samstag hat Herr Kantor Josua Löwy aus Deva im Budaer Haupttempel zur Probe vorgebetet und hat sein schöner Bortrag und-korrektes „Leinen" allgemeinen Beifall gefunden. Budapest. Was sterblich war an Sigmund Brödy, unserem unvergeßlichem Meister, ist Dienstag, den 9. d.M., vormittag zu Grabe getragen worden. Die Teilnahme, die sein allzu ftühes Dahinscheiden in den allerweitesten Kreisen des Landes Hervorrust, bekundete sich bei der Leichenfeier in überwältigend imposanter Art. Nicht als oft gebrauchte Zeitungsphrase, sondern als einzig richtige Ausdrucksform muß hier stehen, daß alle Schichten der Bevölkerung ihr Mitempfinden für die schmerzgebeugte Familie betätigten; im schwarzausgeschlagenen Hofe des Trauerhauses standen Kopf an Kopf gedrängt die Spitzen der Gesellschaft, die Vorstände und Mitglieder aller. jener menschenfreundlicher Vereinigungen, denen das hohe Herz Sigmund Brödys Spenden von fürstlicher Munifizenz zugewendet, die kleinen Waisen, die es großenteils ihm zu danken haben, daß sie zu ordentlichen Menschen «zogen werden können, die einfachen Landleute, denen er ein gütiger Gutsherr, die Diener der Kirche, welchen er ein nobler Patronatsherr gewesen, die Väter der Stadt, die Hervorragendsten der Kaufmannschaft, der Finanz, der Politik, die Leiter der Budapester Zeitungsunternehmen, die Mitglieder aller Redaktionen, die Vertreter des Richterstandes, die Sommitäteu der Wissenschaften und der Künste — Alle, Alle waren gekommen »m zu bekunden daß sie trauern, denn Alle, Alle haben Grund hiezu, lind von den Gesichtszügen war deutlich herabzulesen, daß kein Mensch, der an diesem sonnenhellen Wintermorgen den irdischen Resten Sigmund > Brödys die Ehre des letzten Geleites gönnte,, aus einem anderen Grunde gekommen war, als um .zu zeigen, daß er um den Dahingegangenen aufrichtig Trauer trage. Das von Brödy hinterlassene Testament ist vom 28. Dezember 1901 datiert und,enthält außer den auf die Familie bezüglichen Verfügungen des Erblassers ansehnliche Legate für humanitäre Zwecke im Betrage von L 820.000. Von diesem Betrage erhält die Pester israelitische Kultusgemeinde K 400.000; das „Adele Brödy"-Kinderspital K 360.000, von welchem Betrage K 200.000 zum Bau eines neuen Pavillons und K 16(1000 für etwaige Investitionen, Reparaturen und zur Vermehrung des Spitalfonds zu verwenden sind; endlich das Pensionsinstitut der ungarländischen Journalisten zur Ergänzung des Brödyfonds K 60.000. Dieser Fonds .ist von nun ab als „Hunderttausend-Kronen-Brodv-Stiftung" zu verwalten. Außerdem erlegte Dr. S i g m u n d Brödy dem Bürgermeister Hofrat Halmos. der Pester israel. Religiousgemeinde und der Pester Chewra Kadischa. je K 4000, zusammen K 12000 zur Verteilung au Arme. Budapest. Oberkantor S. Kw art in vom Josefstädter Tempel, in Wien, dem ein glänzender Ruf als stimmbegabter Chasen vorangegangen, hat letzten Freitag gelegentlich des Abendgottesdienstes und am Sabbats gelegentlich des Hauptgottesdienstes in der Rombachsynagoge die kantoral.cn Funktionen versehen, und zwar mit solcher Meisterschaft,' daß er den größten. Teil seiner massenhaft herbeigeströmteu Zuhörer im Sturme für sich, gewann. Und in der Tat verfügt S. Kwartin über nicht gewöhnliche Qualitäten und ist auch kein Chasen, von denen zwölf gerade ein Dutzend gehen. Er verfügt über einen äußerst angenehm klingenden Tenor, hat einestarke, dabei aber doch sehr schmiegsame Stimme, die sich ins Ohr hineinschmeichelt. Er bewies durch seinen Vortrag, daß er sich - ein großesmusikalisches Wissen angeeignet und daß er es im höheren Kunstgesang schon ziemlich weit gebracht hat. Sein H a s ch k i w e n u, seine Kedusch a. u. A. waren echte Perlen des Gesanges und haben die Beter entzückt. Alles in allem ist der junge, erst 31 Jahre alte Mann eine sympathische- Erscheinung, gleich vorzüglich als Kantor wie als Chasan und würde ln jedem Tempel mit Orgelbegleitung seinen Platz als Oberkantor in Ehren behaupten; doch die Rombachsynagoge sucht was anderes, deshalb ist seine Akzeptation, so wünschenswert sie auch wäre, doch mehr als zweifelhaft. Nach dem Gottesdienste erscholl lauter Beifall. Oberkantor Professor Adolf Lazarus, welcher als Sachverständiger bei den Probevorträgen zugegen war, äußerte sich in der schmeichelhaftesten Weise über die künstlerischen Darbietungen des Herrn S. K w a r t i n. Budapest. Der Vorstand der Pester isr. Religionsgemeinde hat: in dankbarer Würdigung des pflichttreuen und gewissenhaften Wirkens ihres unvergeßlichen Oberkantors Jakob Bachmann, sowie ihres Chefs der Gemeindekanzlei Theodor Glück deren Gräber mit prächtigen Pyramiden aus grauem Marmor schmücken lassen. Die zweifache Grabmalenthüllung hat nun am Donnerstag, den 4. d. M. stattgefünden. Troß des ungünstigen Frostwetters (warum ein solcher Akt der Pietät gerade in eisstärrender Winterszeit vor sich gehen mußte, ist uns wohl unbegreiflich) fand sich ein zahlreiches Trauerpublikum auf dem Gräberfelde des Centralfriedhofes lisr. Abteilung) ein. Wir bemerkten Abordnungen der Gemeinde und dersChewra Kadischa und viele Verehrer, Gönner uud Freunde der beiden Heimgegangenen. Außerdem waren die beiderseitigen Verwandten anwesend. Oberkantor Professor Adolf La z a r u swelchem die Kantoren Keller, Licht und Ja'kobo v i t s assistierten, besorgte im Vereine mit dem Tempel- und Synagogen-Chorpersonale die rituelle Funktion am Grabe seines unsterblichen Kollegen Bachmann. Hier hielt Rabbiner Moses Feldmann eine tiefempfundene, gedankenreiche Trauerrede. Von B a ch m a n n s Grabstätte weg begaben sich alle Anwesenden zudem Grabe Theodor Glücks,, allwo der Generalsekretär der Gemeinde Dr. Julius Weißburg eine formvollendete Gedenkrede hielt.___D. H. 8. Milte Viele Hunderte israelitische Kinder in der Brigittenau sind der bittersten Not preisgegeben. Sie leiden Hunger und frieren. Wir bitten unsere Glaubensgenossen: Nehmet euch dieser armen zarten Kinder an und helfet nach eueren Kräften, damit die im Lokale, XX., Kluckygasse Nr. 7, bereits begonnene Aus- . speisung im notwendigen Umfange fortgeführt werden könne.. Spenden nimmt entgegen: Das gefertigte Komitee für die Verköstigung israelitischer Kinder in der Brigittenau und die Kassa der israelitischen Kultusgemeinde in Wien, I., Seiteystettengasse 4, I. Stock. Dr. Alfred Berger, Heinrich Weiner, Kultusvorstand, Obmann des Vereines „Brüder", I., Judenplatz 8. IX., Pramergasse 1. Von den zahlreichen jetzt im Handel vorkommenden Speisefetten aus Kokosnüssen kann man die Marke „Ceres" ganz besonders empfehlen. Sie hat wegen ihrer vorzüglichen, immer gleichen Qualität in kürzester Zeit überall Freunde gefunden und wird nicht nur in den Küchen der wohlhabenden Kreise, sondern ihrer Billigkeit wegen .auch in den ärmsten Familien verwendet. Woll-^Seidenkleider reinigt man am besten mit Schichts Schwanseife (feste Kaliseife) sch6n|t|' WEISSV/ÄSCHE 1 U si d 9 b d fi <L a ii d 9 b ki < j' n n 9 li n 9 1] 9 9 9 <3 S s t T j II ( II t h n d 9 ki v e a e d ■c; r n 5 G 6 d u I:

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