Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 3 (19.1.1906)
- Date
- 1906-01-19
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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'Jer. 2. Die Wahrheit Lette 7. 'Darbietungen stürmischen Applaus und mußten sich durchwegs zu Zugaben -entschließen. Den Vorträgen schloß sich ein animiertes Tanzkränzchen an. Bei den Weisen der Musikkapelle des k. u. k. Infanterieregiments Freiherr v.- Appel Nr. 60 vergnügte sich die Jugend bis zum grauenden Morgen -ary Tanze. Doch nicht nur in künstlerischer und gesellschaftlicher Hinsicht, sondern auch in materieller Beziehung ist diese Veranstaltung wohl gelungen zu nennen. Das Reinerträgnis derselben betrug nämlich die ansehnliche Summe von X 5500, welcher Betrag dem Vereinszwecke — das ist die Unterstützung der Witwen, Waisen und Wöchnerinnen — zufließt. Wien. Die Jüdische Toynbee-Halle eröffnet im Lokale der Religionsschule der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengaffe Mr. 2, folgende unentgeltliche Kurse (Einschreibgebühr X 1.— per Kurs), <an denen Unbemittelte teilnehmen können: Englisch für Anfänger: Montag und Donnerstag 7l/2 Uhr abends. Stenographie für Anfänger: Dienstag 71/2 Uhr abends. Stenographie ffür Vorgeschrittene: Mittwoch llj2 Uhr abends. Im Lokale der Toynbee-Halle, XX., Othmargaffe 46: Deutsch ^Sprachlehre): Sonntag Vormittag. Dieser Kurs ist für Jene außerordentlich wichtig, die aus anderssprachigen Ländern stammen (Galizien, Mußland, Rumänien), denn die Erwerbsfähigkeit in Wien wird durch fehlerfreies Schreiben der deutschen Sprache wesentlich erhöht. Ferner eröffnen wir, ausschließlich für Mädchen, einen täglichen, zwei Monate währenden Kurs in Maschinschreiben (Einschreibgebühr JEC 2.—). Sonst ist keinerlei Zahlung zu leisten. Das Papier stellen wir bei. Nachdem die Erlernung des Maschinschreibens größere Kosten verursacht, können wir nur eine sehr beschränkte Anzahl Mädchen ausbilden lasten. Wer an diesem Kurse teilnehmen will, muß Nachweisen, daß er fehlerfrei deutsch schreiben, mindestens 60 Worte per Minute stenographieren kann und unbemittelt ist. Anmeldungen: Montag, den 22. Jänner. 8 Uhr abends, I. Bez., Seitenstettengasse 2, II. Stock, Religionsschule. Die Anzahl der Teilnehmer ist beschränkt. Der Obmann: Dr. Jsid. Samuely. Wien (Mariahilf). Bei der am 15. d. M. stattgefundenen konftitnierenden Vorstandssitzung des Mariahilfer Tempelvereines wurden einstimmig gewählt: zum Präsidenten Herr Dr. Jakob Engel, zum Vizepräsidenten Herr Friedrich P o l l a k, zum Schriftführer Herr Hermann Liebermann. Wien. (Wohltätigkeitsakademie des Vereines .zionistischer Frauen nnd Mädchen „Fünfhaus".) Dieser Verein veranstaltet am 31. d. M. in den Verbandssälen (VI., Königsegggasse 10) unter der artistischen Leitung des Pianisten Theodor Plowitz eine musikalisch-deklamatorische Akademie mit Tanzkränzchen. Der Abend verspricht ein sehr gelungener zu werden, da das reichhaltige Programm fedem Geschmacke Rechnung trägt. Karten sind zu haben bei Frau Minna Baad, XIX., Lainzerstraße 67 und im Theaterkartenbureau Spielmann, Xt., Praterstraße 14 (Telephon 19.351). Das Rein-Erträgnis ist für die russischen Opfer bestimmt. Wien. (Verein zur Hebung der Gewerbe in der Urania.) Am Samstag, den 13. d. M. um 8 Uhr abends eröffnete der Präsident Herr Brod bei dichtgefülltem Hause den vom Vereine inszenierten Vortragsabend mit folgender Ansprache: Es gereicht mir zur besonderen Ehre, die verehrten Mitglieder und deren Damen, sowie die offiziellen Persönlichkeiten und Gäste auch einmal in diesen Räumen im Namen des Vorstandes begrüßen zu können. Jeder gebildete Wiener kennt die Bedeutung und die Wirksamkeit der U r a n i a. Sowohl unser Landesvater, als Staat, Stadt und Schule haben die .zielbewußte Tätigkeit dieser Institution wiederholt anerkannt. In derselben» werden nämlich durch Wort und Bild und Experimente -naturwissenschaftliche und technische Kenntnisse und allgemeine 'Bildung überhaupt der großen Bevölkerung auf leichtfaßlichem Anschauungswege zugeführt. Ein glänzender Erfolg dieser segensreichen Tätigkeit ist der tägliche Besuch von 3—400 Personen seit einer Reihe von Jahren trotz der eingehobenen Eintrittsgebühren. Unser Verein interessiert sich lebhaft für alle gern ein nutzt gen Institutionen, wenn dieselben keine -Sonder-, feine Parteiinteressen, keine Politik und keine Menschen- und Klassenunterschiede kennen, sondern ausschließlich von de m ehrlichen Bestreben beseelt, durchweht und durch webt sind: Humanität. Menschentum und praktisches Wissen allen Menschen ohne Unterschied zuzuführen. In diesem Sinne begrüßt unser Verein die Urania und nur in diesem Sinne bitte ich Sie um werktätige Unterstützung dieser gemeinnützigen Institution. Darauf erbat sich Regierungsrat Dr. Umlauft das Wort. Er dankte zunächst dem Präsidenten für dessen liebenswürdige Worte und gibt seiner ganz besonderen Freude Ausdruck, daß der Verein für Hebung der Gewerbe, dessen nützliches Wirken ihm seit langem bekannt ist, die Urania mit seinem so überaus zahlreichen Besuche beehrt hat. Herr Regierungsrat Umlauft skizzierte sodann mit kurzen Worten die praktischen Ziele der Urania und bat die Anwesenden um gütige Nachsicht in der Beurteilung der heutigen Vorstellung. Gleichzeitig entschuldigte er die Abwesenheit des durch Krankheit verhinderten Präsidenten der Urania. Sodann fanden die beiden ebenso lehrreichen als hochinteressanten Vorträge unter allgemeinem Beifalle der Versammlung, die sich aus den distinguiertesten Kreisen rekrutierte, statt. Der Wunsch wurde vielseitig ausgesprochen, daß dieser Abend im Vereine sich bald wiederholen möge. Wien. (Philosophische Gesellschaft.) Donnerstag, am 11. d. M., hielt sfrud. philosojdiia Viktor Stern, Sohn des Triester Rabbiner Dr. M. L. Stern, einen Vortrag, in welchem er auf Grund wichtiger Bererbungserscheinungen den einseitigen Materialismus bekämpfte. Das Thema, des jungen Lehramtskandidaten für Physik und Mathematik gab Stoff , zu einer nachfolgenden Diskussion, an welcher sich die anwesenden Herren Professoren lebhaft beteiligten. Wien. Als Nachtrag zu dem Berichte über das Jubiläum des Oberkantors I. Bauer seien noch von Gratulanten erwähnt: Kultusvorsteher Sigmund Kauders, in Vertretung der Fugbach-Synagoge die Vorstandsmitglieder Architekt Reiter, Ehrenfeld, Salomon und Julius Beck, Maler Isidor Kaufmann und Frau, die Redakteure I. Schuster und I. Grünberg, M. L. Rosenberger, Rabbiner Kramer - Wien, Rabbiner Dr. Lazarus-Göding, Dr. Katfcher-Znaim, Oberkantor Samek-Schüttenhofen, Kantor Kornitzer - Saaz, I. Kantor Peterselka - Wien, Oberkantor Lifschitz-Szabadka, Rabbiner Rudolfer-Hotzenplotz, Oberlehrer Kappelmacher- Wicn, Fr. Weißkopf-Wr. Neustadt. Anton Löw-Wien, Isidor Mazliach- Bukarest, Cafötier Werther-Wien, S. K>cn-M. Ostrau, Max Pappenheim- Wien, Zahntechniker Fillinger. Buchhändler Kauffmann-Frankfurt a. M., Fräulein Eveline Klermann. Zum Ehrengeschenke der auswärtigen Kantoren haben weiters beigetragen: Oberkantor Brod-Prag, Oberkantor Erber-Saaz, Oberkantor Popper-Eger, Kantor Münz-T. Szt. Marton, Kantor Jellinek-Oberhollabrunn und Kantor Blau-Berb6. Wien. Am 23. d. M. begeht Herr Sigm. Feldbauer, Ober- Offizial der k. k. priv. Kaiser Ferdinands-Nordbahn und Obmann des Vereines „Selbsthilfe", das Fest der silbernen Hochzeit. Aus diesem Anlässe findet Samstag, den 20. d. M., 9 Uhr vormittags, im Bethause „Montefiorc", II., Taborstraße 38, ein feierlicher Gottesdienst statt. Wien. Der Brigittenauer israel. Unterstützungs-Verein hielt Mittwoch, den 10. d. M., 8 Uhr abends, im Restaurant Philipp Haar, XX., Treustraße, seine diesjährige Generalversammlung ab, womit der Verein in das elfte Jahr seines Bestandes getreten ist. Der Obmann Herr Adolf Schreiber eröffnete die Generalversammlung. Die erschienenen Mitglieder wie insbesondere Frau Dr. Emilie Weiß, Präsidentin des Brigittenauer israel. Frauen-Unterstützungsvereines, Herrn Adoif Schramck, als Delegierten der Kultusgemeinde, die Tempel- und Kultusvorsteher Herrn Hermann Eltbogen und Herrn Heinrich Weiner, Obmann des Vereines „Die Brüder" herzlichst begrüßend, widmete er hierauf den im vorigen Jahre verstorbenen Mitgliedern Adolf Kummermann und Adolf Otte einen ehrenden Nachruf. Aber auch Freudiges, sagte Redner, habe ich zu melden. Unser Vorstandsmitglied, Cafetier Herr Ignatz Körner, der „Ballmacher", der alljährlich diese beliebt gewordene Purim-Redoute arrangiert ist von schwerer Krankheit genesen und konnte heute bereits in unserer Mitte erscheinen. Zur Besprechung des Rechenschaftsberichtes übergehend, hebt Redner hervor, daß der Verein im Vorjahre mit einem Kassastand von X 35153 abschloß, im abgelaufenen Vereinsjahre an Unterstützungen etwa X 6000 verausgabte und noch einen Saldo per X 116611 aufzuweisen in der Lage ist. Es wurden größere Bettäge an drei Bräute (hachnuaaa kalu) und einigen Geschäftsleuten, deren Existenzen bedroht waren, verabreicht, wie auch mehrere Familien vor Delogierung geschützt. Es folgte hierauf eine lebhafte Debatte, an welcher sich die Herrn Hermann Ellbogen, Sekretär Josef Kohn, Jakob Goldner, Berthold Kaiser, Heinrich Weiner rc. beteiligten. Nachdem über Antrag des Herrn Back dem Gesamrvorstande einstimmig das Absolutorium erteilt und dem Obmann Herrn Schreiber insbesondere Dank und Anerkennung gezollt wurde, hielt Herr Dr. Heinrich Schreiber einen Bortrag über das Kapitel „Armenwesen". Redner perhorresziert die Kleinarbeit auf dem Gebiete der Wohltätigkeit, da mit dem Verabreichen von Handgeld bloß das Schnorrertum gezüchtet wird. In einer der größten jüdischen Gemeinden Europas, wie es die Metropole Wien ist, müffe Großes. angestrebt und die Möglichkeit geschaffen werden, schwankende Existenzen zu befestigen, neue zu gründen und gegen die Armut, die Not, einen Damm aufzurichten. Dies wäre aber nur im Wege der Organisation, durch die Konzenttatton oder Zentralisation der verschiedenen Vereine auf breitester Basis möglich. In den Vorstand wurden gewählt die Herren: Adolf Schreiber, David Pollatschek, Jakob Goldner, Jg. Körner, Js. Pollitzer, Josef Braun, Philipp Weiß, Hermann . Kohn, Berthold Kaiser. Ch. Karpel, S. Frommer, Th. Robitschek. Zum Schluffe hielt Herr Adolf Schramek eine Ansprache und überreichte dem Obmann eine Spende für den Verein. X Oh. Wien lH o ch z e i ts fe i e r.) Am 14. d. M. fand im Tempel, IX. Bezirk, die Trauung des Fräuleins Lilly S t r a k o s ch. Tochter des Fabrikanten Herrn Rudolf S t r a k o s ch, mit Herrn Apotheker Erwin Z i f f e r e r, Sohn des Herrn Gemeinderates Donath Z i f f e r e r, statt. Das herrlich erleuchtete, blumengeschmückte Gotteshaus war von den distinguiertesten Gästen überfüllt. Man bemertte kaiserl. Rat Hirsch, Vizepräsidenten der israelittschen Kultusgemeinde, die k. k. Hofschauspieler Ritter v. Sonnenthal und Lewinsky, k. k. Kammervirtuosen Grünfeld, Herrn Baron Difttay, Generalkonsul, die Gemeinderäte v. Dorn, Almeder Mi rr-*