Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 1 (5.1.1906)
- Date
- 1906-01-05
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10. Nr. 1. daß wir eine hervorragende Rolle im Prozeße der Befreiung Rußlands gespielt haben." Ein Stndent Grinberg war der nächste und letzte Redner. In seiner Rede mahnte er das Volk, sich nicht zu begnügen mit Fasttagen, Trauergottesdiensten und Dekorationen, deren praktische Hilfe in der jetzigen Krisis nicht genügend scheine. Er forderte das Volk zur Selbstverteidigung auf, zum Kampfe gegen die barbarische Regierung und ihre Kreaturen,, die Chuligane, die wilden Barfüßler." Nach der Haskara von mehr als 300 Namen schloß die Feier mit einem Choral von Gluck aus „Ach Elohim ifde nafschi.." Das war der erste Gottesdienst in den Tempeln nach den Krawallen. Verschiedene Nachrichten. Wien. (Predigt.) Freitag-Abend, den 5. Jänner 1905, Predigt im Leopoldstädter Tempel. Wien. Hilfsaktion der „Israelitisch en Allianz zu Wien".) Ueber Anregung der „Israelitischen Allianz zu Wien", fand am 4. d. M. in Frankfurt a. M. eine internationale Konferenz der großen Hilfsorganisationen statt, bei welcher über die einheitliche Fortführung des. Hilfswerkes in Rußland, die Versorgung der Witwen und Waisen, Be-, schlüffe gefaßt werden sollen. Als Delegierte der „Israelitischen Allianz zu Wien" sind die Herren Vizepräsident Dr. Sigmund Wahrmann und Vorstandsmitglied Wilhelm Pappen heim nach Frankfurt gereist. — Das Ergebnis der Spendensammlung der „Allianz" beträgt derzeit zirka X 780.000. In dieser Summe sind außer den bereits ausgewiesenen Sammlungen folgende seit dem 19. v. M. eingegangene Beträge enthalten: Prag, durch Dr. Arnold Rosenbacher, EL 18.720, zusammen KL 66.883 36. Verband der israelitischen Humauitätsvereine B'nai B'rith für Oesterreich E 990, zusammen EL 44.600. Repräsentanz der Landesjudenschast in Böhmen KL 629, zusammen E 3662 20. Mährisch-Ostrau E 3850 (1. Rate). Klattau E 1485. Leipa E 1146. Podgorze E 1080. Lobositz E 1010. Nachod E 1000, zusammen E 3000. Kimpolung X 939. Smichow X 900, zusammen E 3584 50. Krumau E 761. Sambor E 700. Bjelovar X 600. HoraLdiowitz E 529. Neutitschein E 507. Przemysl E 500, zusammen X 700. Ungarisch-Hrädisch E 500, zusammen E 1100. Dluste E 429. Reichenau i. B. E 491. Neumarkt E ^26.50. Bodenbach E 405. Kozlow E 400. Linz E 400, zusammen E 1000. Koprivnika E 38612. Jamnitz E 349. Auspitz E 331. Ernsdorf E 328. Neunkirchen K 300. Trembowla E 292. Witkowitz E 270. Bilin E 265. Chrudim E 245. Dornawatra E 20420. Humpoletz E 200. Reichenberg EL 200. Pirnitz E 179. Czernowitz i. B. E 161. Teplitz-Schönau E 156*50, zusammen E 3122*50. Horn E 155. Horowitz E 153. Mies E 134. Wadowize E 130. Groß-Meseritsch E 127. Pilgram E 120. Sobieslau E 116. Stockerau E 100. Budin E 100. Budweis E 50, zusammen E 2450. Proßnitz E 40. zusammen E 2340. Brüx E 44*90, zusammen E 2001*90. Pardubitz E 32, zusammen E 1096. Teichen E 10, zusammen E 1106. Mistelbach E 11, zusammen E 1012. Schuljugend zu Zborow E 10. Pilsen (avisiert) E 10.000. Sammlung des Herrn kais. Rat S. Perlberger in Klasno und E. H. Friedmann in Wielicka (avisiert) E 1042. Wien (Mariahilf). Sonntag. 7. Jänner, 5 Uhr abends, findet im Tempel, VL, Schmalzhofgaffe 3, ein Requiem für weiland k. k. Baurat Max Fleischer statt. Wien. (Vortrag aus der Geschichte der Juden in Deutschland und Oesterreich.) Donnerstag,den 11.Jänner 1906, präzise 1jsS Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekten-Bereines, LL, Eschenbachgaffe 9, ein Vortrag des Herrn Doktor M. Grunwald statt. Thema: „Eine jüdische Kaufmannsfamilie aus alter Zeit." (Fortsetzung.) Mit Vorführung von Lichtbildern. Eintritt frei. Wie». (Jüdische Toynbee-Halle, XX., Othmargafse 46.) Wochenprogramm: Samstag, den 6. Jänner: Konzert. Sonntag, den 7. Jänner, nachmittags 3 Uhr: Kinderjause; abends 7 Uhr: „Das Auge, ein Spiegelbild der Seele." Herr Prof. Dr. König st ein. Montag, den 8. Jänner: „Ueber Volkswirtschaft." (H) Herr Leopold Spitzer. Dienstag, den 9. Jänner: Literarischer Abend. Mittwoch, den 10. Jänner: „Medizin und Aberglaube." Herr Dr. Heinrich Grün. Donnerstag, den 11. Jänner: „Ueber Milch und deren Verwertung im Haushalte." Herr Agronom S. A b r a h a m. Freitag, den 12. Jänner: Bibelvortrag. Samstag, den 13. Jänner: Konzert. Sonntag, den 14. Jänner: „Ueber Sokrates." Herr Prof. Dr. Jerusalem. Beginn der Vorträge: An Wochentagen VgÖ Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. — Samstag, den 30. Dezember 1905, fand ein Konzert statt, dessen gediegenes Programm stürmischen Beifall erweckte, Die Damen: Paal (Gesang >, Geschwister S a m u e l y (Violine und Klavier), Birnbaum (Deklamation) und die Herren Kantor Bass er (Gesang) und Günther (Klavier) hatten sich in den Dienst der guten Sache gestellt und boten gediegene künstlerische Leistungen. Da alle Mitwirkenden sich zu Zugaben bequemen mußten, währte das Konzert nahezu drei Stunden. Wien. (Verein zur Hebung der Gewerbe, I., Wipplingerstraße 25.) Am Samstag, den 13. Jänner 1906, um V,8 Uhr abends, findet im Urania-Theater, I., Wollzeile 34, ein von unserem Vereine für die Mitgliedschaft inszenierter Vortragsabend mit nachstehendem Programme, statt: I. „In 30 Minuten um die Erde", mit 88 Skioptikoubildern, von Prof. Friedrich Umlauft. II. „Ceylon, der Garten Indiens", mit 54 Skioptikonbildern, von Dr. Paul Koller, m Lebende Photographien. Stehplätze sind noch in beschränkter Anzahl gegen sofortige schriftliche Anmeldung bei der Bereinsleitung gratis erhältlich. Wien. (Verlobung.) Fräulein Hedwig Fleischer, die Töchter des Sekretärs der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union", Herrn. Siegfried F l e isch e r, hat sich mit Herrn Moriz Winter, dem Chef der gleichnamigen Wiener Seiden Warenfirma, verlobt. Wien.' Dienstag, den 16. Jänner, 2 Uhr nachmittags, findet im Leopoldstädter Tempel die Trauung des Herrn Josef G u t h, Sohn des bekannten Hoteliers M. Guth, mit Fräulein Henriette Klein statt. Wien. (Akademie.? Unter dem Titel: „Bon kleinen L e u t e N f ü r kleine Leut e" veranstaltete am 26. Dezember 1905,- in der Zeit von 3—5 Uhr nachmittags, das Damenkomitee des Hietzinger Tempelvereines, an dessen Spitze die Damen Eugenie H o ffmann, Hermine B e r n f e l d. Jda Berliner, Laura Kren berge r, Helene Hertz ka u. A. stehen, im Musiksaale der „Ottakringer Bräu", Auhofstraße 1, zugunsten des Tempelvereines eine Akademie, die massenhaft besucht war und viel Anregendes bot. Namentlich der achtjährige Violinvirtuose Ludwig Philipp Wittels und die junge Pianistin Louise Wand! entzückten die Zuschauer. In zwei Kinderstücken spielten die Kinder der Vorstände zu aller Befriedigung. Um die Regie hatte sich auch Frl. Direktor G o l d mann-Pisko verdient gemacht. Wien. Sonntag, den 24. Dezember 1905, veranstaltete der Verein „Jehudah Halevy" im zionistischen Kongreßbureau eine imposante Makkabäerfeier. Nach Begrüßung des Präsidenten stnick. phil. Barbag zündete Herr Oberkantor Levy in weihevoller Weise unter Chorbegleitung die Chanukalichter an. Hierauf deklamierte Fräulein O. Thierfeld Moriz. Rosenfelds „Chanukalichter". Die darauffolgende Festrede des Herrn stuck. phil. Carniol übte auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck- Herr Josef Grob, der mit stürmischem Beifall begrüßt wurde, trug dann ein von ihm verfaßtes Lied „Das Kind Jisroel" und „Das Lied von Rußland" unter Klavierbegleitung des Herrn Kapellmeisters N. Russottoherrlich vor, so daß er einige Zugaben machen mußte. Nach einem vorzüglichen hebräischen Gesänge des Herrn Josef Gellmann, wofür erlösenden Beifall erntete, trug ein 13jähriger Knabe ein hebräisches Gedicht von Bialik vor. Hierauf sang meisterhaft Herr Oberkantor Levy die Arie des „Eliasar" ans der „Jüdin" unter Klavierbegleitung des Herru Nach ob und erntete stürmischen Applaus. Die trefflich gelungene Rezitation des Herrn Josef Grob aus Scholem Aleichems „Chanukageld" wurde oft von Beifall unterbrochen und gab auch Anlaß, daß die von Herrn Grob zu Gunsten des Dichters eingeleitete Sammlung ein befriedigendes Resultat ergab. Zum Schluffe gelangte zur Aufführung die dramatische Skizze von Ben Ir „Die drei Generationen", an welcher Fräulein O. Thierfeld und die Herren stuck. phil. Barbag und stuck, rusck. Sandberg in gelungener Weise beteiligt waren. Mit Absingung der „Hatikwah" schloß die schöne Feier. — Sonntag, 31. Dezember 1905, fand im neuen Lokale des Vereines „Jehudah Halevy" ein „Scholem Aleichem- Abend" zu Gunsten des Dichters statt. Referent Herr Josef Grobwußte durch seine vortreffliche Rezitation das zahlreich erschienene Publikum. in unterhaltender Spannung zu halten, wofür er stürmischen Applaus erntete. Die Sammlung zu Gunsten des Dichters ergab ein befriedigendes Resultat. Wien. (Einweihung eines Sefer-Thora.) Im Vereine „Achduß - Israel" (Rembrandtstraße) fand Montag Abend bei zahlreicher Beteiligung der Vereinsmitglieder, des Vereinsvorstandes mit dem Obmanne S. Simon an der Spitze, und Deputationen anderer Vereine die Einweihung eines von einzelnen opferwilligen Mitgliedern gespendeten. Sefer-Thora in solennster Weise statt. Vom Kultusvorstande waren anwesend die Herren Dr. Markus Spitzer und S. L a n d a u, ferner eine Abordnung des Vereines „Marpe lanefesch". Herr Rabbiner Kram e r hielt die Festrede, in der er das Verhältnis der schriftlichen zur mündlicher Lehre in geistvoller Auseinandersetzung beleuchtete. Kantor E. Regner trug durch.vortrefflichen Gesang wesentlich bei, die Weihe des Festes zir. erhöhen, das sicherlich bei allen Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben, dürfte. — n. Baden. Durch diese Zeilen soll ein guter, frommer Gedanke mit der Empfehlung zur Nachahmung in die Oeffentlichkeit gelangen: Herr Ignaz Schischa, Präses der israelitischen Kultusgemeinde zu Wiener- Neustadt, hat anläßlich der Verheiratung seiner Tochter, am 19. November 1905, an die armen Glaubensgenossen in Jerusalem in einer Weise gedacht, die aufrichtige Herzlichkeit und warme familiäre Hinneigung für diese Aermsten der Armen bekundet. Er sandte an die dortige jüdische Volksküche „Bet-Hatawschil-Haklali" 60 Kronen mit dem Aufträge, am gedachten Hochzeilstage für 50 Arme, Männer und Frauen, ein Gastmahl, zu bereiten. Aus dem vom Vorstande dieser Anstalt an Herrn Schisch.a gelangten Antwortschreiben und demselben beigelegenen Programm geht hervor, welch dankbares Gefühl unter diesen jerusalemischen Armen für den frommen Spender herrschte, und welch innige Gebete sie bei diesem Anlasse für das Brautpaar zum Himmel sandten. Vor dem Mahle wurde von den Bedachten bei der Kossel-Maarowi das Minchagebet abgehalten, für das Brautpaar und dessen Eltern ein besonderes Gebet verrichtet, worauf sie sich in den festlich hergerichteten Speisesaal zum Male begaben. Unter lauten „Lechajim"-Rufen für die Gedenkenden Jerusalems in der- Ferne erklangen die Becher und freudige und weihevolle Stimmung herrschte unter den Gelabten. In vielen Kreisen Jerusalems wurde diese seltene Art „Zedaka" mit Lobesworten besprochen und der frommen Gesinnung des Spenders mit Dankbarkeit gedacht. I. Oberhollabrunn. Mittwoch, den 27. Dezember v. I., fand über Beranlaffung unseres verehrten Kultusgemeinde-Vorstehers, Herrn Max- W a l l i s ch, die Religionsprüfung an der öffentlichen Mädchen-Volks- und- Bürgerschule unter Anwesenheit des Herrn Direktors P e d a i n statt, welche in der glänzendsten Weise ausfiel. - Dem Religionslehrer, Herrn S. Jellinek, wurde von Seite des Bezirksrabbiners, als auch des»