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Die Wahrheit · 1905-12-15 · Heft 48 (15.12.1905) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1905
Issue
Heft 48 (15.12.1905)
Date
1905-12-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8. Die Wahrheit . Nr. 48. Hammerschlag in Prag (vorläufiges Ergebnis) X 20.476. Prag durch Dr. A. Rosenbacher X 46 663 96. Brünn X 19.300. Karlsbad X 7015.60. Bielitz K 493518. Smichow X 2684*50. Aussig X 2467 40. Budweis K 2400. Proßnitz X 2300. Nachod K 2000. Gablonz K 2000. Brüx K 1957. Olmütz K 1873. Boskowitz X 1837. Jägerndorf K 1603. Jglau X 1530-40. Znaim K 1300. Mißlitz X 1210. Teschen K 1096. Pardubitz X 1064. Baden K 1057 67. Holleschau X 1028. NeubydLvw X 1007. Mistelbach K 1001. Warasdin X 1000. Trautenau X 1000. Raudnitz K 1000. Nikolsburg K 1000. Komotau K 1000. Eger X 1000. Ungarisch- Brod X 1000. Görz X 938. Kgl. Weinberge X 984. Hoheuelbe X 822. Mähr.-Schönberg K 805 70. Hohenems X 750. Pkibram X 725. Krakau K 680. Brod a. d. Save X 676*50. Meluik X 611. Trebitsch X 600. Linz X 600. Leipnik X 600. Ung.-Hradisch X 600. Göding X 600. Marienbad X 534-60. Chrudim X 516 60. Schüttenhofen X 500. Partschendorf X 500. Leitmeritz-Theresienstadt X 500. Czernowitz X 500. Tachau X 486. Beneschau X 450. Neuhaus X 405. Steher X 400 St. Pölten X 400. Innsbruck X 400. Horic X 400. Bisentz X 400. Kanitz X 373. Schlan X 365. Deutschbrod X 365. Slatina X 358*93. Äarolinemhal X 357. Zwittau X 328. Oswiecim X 319. Kremsier X312*60. Sarajevo X 311. Banjaluka X 310. Djakovar X 301-30. Die Unterstützungen zur Linderung der ersten Not der Hinterbliebenen der Ermordeten in den zahlreichen heimgesuchten Gemeinden erreichten zu Lasten der vereinigten europäischen und amerikanischen Hilfsorganisationen bereits ca. X 2,000.000, wobei die Hauptausgabe für dauernde Hilfe und für die Wiederherstellung von ungezählten Tausenden ruinierter Existenzen, welche viele Millionen von Rubeln erfordern wird, noch bevorsteht, und bezügliche Beschlüfie voraussichtlich erst in einer internationalen Konferenz der Hilfsorganisationen nach der Rückkehr der in Rußland weilenden Delegierten gefaßt werden füll. Wie«. (Predigten.) Freitag-Abends, den 15. d. M., Predigt im Stadttempel und im Tempel XV., Turnergasse 22. Wien. (Iüdische Toynbee - Halle.) Samstag, den 16. d. M., wn 7 Uhr abends, findet die feierliche Eröffnung des neuen Heimes der jüdischen Toynbee-Halle, XX., Othmargasse 46 resp. 50 statt. Das Wochenprogramnl. für die Zeit vom.17. bis 23. d. M. würde wie folgt festgesetzt: Sonntag, den 17.: „Die Wahlrechts-Systeme." Herr Dr. Jos. Jerusalem. Montag, den 18.: „Ueber diätetische Küche." Herr Dr. Heinrich Grün. Dienstag, den 19.: Literarischer Abend. Herr Schrifsteller Heinrich Glücksmann. Mittwoch, den 20.: „Die Lehre vom Menschen." (Anthropologie.) Herr Prof. Dr. Jos. Pollak. Donnerstag, den 21.: „Gehorsam als Erziehungsfaktor." Herr Dr. Isidor Lederer. Frei tag, den 22.: Bibelvortrag. Samstag, den 23.: Konzer;. — In Fünfhaus, Turnergasse 22, findet im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemcinde, Samstag, den 16. d. M., ein von der Toynbee-Halle veranstalteter literarischer Abend statt. Herr Alfred. Brecher wird eine Auswahl jüdischer Gedichte zum Vortrage bringen. Der für diesen Tag daselbst anberaumt gewesene Bortrag des Herrn Prof. Dr. Josef Pollak, „lieber den sechsten Sinn", mußte für Samstag, den 23. d. M., verschoben werden. — Beginn der Vorträge: 1j2iS Uhr abends. Wie» (Geselisch.aft für Sammlung und Konservierung von Kunst- und hi st arischen Denkmälern des Judentums.) Montag, 18. Dezember 1905, 7l/2 Uhr abends präzise, findet im Festsaale des niederösterreichischen Gewerbevereines, I., Eschen- - bachgaffe 11, ein V o r t r a g des Herrn Dr. S Frankfurter, Kustos an der k. k. Wiener Universitäts-Bibliothek, über „Jüdische Grabsteine aus dem Mittelalter, ausgesunden beim Baue der k. u. k. Hofburg und über andere jüdische Grabdenkmale aus Alt-Wien," unter Vorführung von Skioptikonbildern, statt. Wien. (Wohltätigkeitskonzert.) Samstag, den 9. d. M., fand im großen Musikvereinssaale zu Gunsten der Hinterbliebenen der bei den russischen Maffakres ums Leben gekommenen unglücklichen Opfer ein Wohltätigkeitskonzert statt, welches einen glänzenden Verlauf nahm. Der ernste Anlaß hätte wohl auch in der Zusammenstellung des Programmes mehr zum Ausdrucke gelangen sollen, aber trotzdem gebührt den Veranstaltern, Herren Oberkantor Böla Guttmann und k. k. Hoftnusiker Professor Josef Sulzer, Dank und Anerkennung nicht nur für ihre glanzvollen künstlerischen Darbietungen, sondern auch für das gelungene Arrangement. Das Programm wurde mit dem Prolog aus Leoncavallos „Bajazzo" durch Bela Guttmann eingxleitet, der, stürmisch begrüßt, mit seiner glanzvollen, sonoren Baritonstimme einen großen Erfolg erzielte. Meister Ignaz Brüll spielte sein „Marche ä la japanaise“ aus Op. 94, Chopin's „Jlarche funebre“. aus Op. 35 und Schubert Lißt's „Erlkönig" virtuos und mit vollendetem Geschmack. Als dritte Programmnummer trat für den als unpäßlich gemeldeter; Herrn -Adolf Ritter v. Sonnenthal Herr Emil Birron vom Deutschen Volkstheater ein. Er las Max Kalbek's „Not und Liebe" mit ausdrucksvollem -Verständnis und erntete hierfür stürmischen * Beifall, wodurch er zu einigen Zugaben gezwungen wurde, von denen wir eine allerdings nicht billigen konnten. Hierauf sang Fräulein .Charlotte v. Sebeök, k. k. Hofopernsangerin, Berdi's Arie aus „Trovatore" und Donnizetti's Arie aus „Luorezia' Borgia". Fräulein Sebeök verfügt, über einen prachtvollen, wohlklingenden Sopran und brachte ihr herrliches 'Organ in diesen zwei Arien'zur glänzenden Entfaltung, wofür sie durch stürmischen Beifall ausgezeichnet wurde. Nun erschien Prof. Josef Sulzer auf dem Podium und spielte mit vollendeter Virtuosität Josef Sulzer's „Sommernacht? und Davidoff's.„Am Springbrunnen". Sulzer's seelenvolles Cellospiel ist bekannt und. riß auch diesmal das Publikum zur Begeisterung hin, so daß er wieder und wieder dem riesigen Applaus nachgebend Zugaben leisten mußte. Hierauf sang Frau Raja Barber-Waldberg mit sinnigem Verständnis und gereifter Kunst Schubert's „Am Meer"' und H. van Eyken's „Judiths Siegeslied" und erzielte mit ihrem dunkel gefärbten großen Mezzosopran lebhafte Anerkennung. Den Abschluß des Konzertes bildeten drei Lieder : Josef Sulzer: „Abendfriede" (mit obligatem Violoncell); Jgnax Brüll: „Der Steinhauer"; H. Herrmann: „Drei Wanderer", von Bela Guttmann glänzend gesungen. Besonders das reizende Lied Josef Sulzer's „Abendfriede" war. ein Kabinettstückchen ersten Ranges und zündete durch die künstlerische Fertigkeit, mit der es zu Gehör gebracht wurde. Stürmischer Beifall lohnte die Künstler. Am Klavier bewährten sich Herr Oscar Dachs durch diskrete kunstvolle Begleitung. Das Reinerträgnis des Konzertes beläuft sich auf 2000 Kronen. Wie». (Verband der isr. Religiönslehrer an den österr. Mittelschulen). Mittwoch, den 27. Dezember, 10 Uhr vormittags findet im Saale der Religivnsschule in Wien, I., Seitenstettengaffe 2, der fünfte ordentliche Verbandstag (General-Versammlung, statt. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht des Obmannes über die Tätigkeit des Ausschusses in der abgelaufenen Bereinsperiode; 2. Bericht der Kaffaverwaltung; 3. Bericht der Revisoren; 4. Neuwahl des Ausschusses; Neuwahl der Revisoren; 6. Vorträge: 6. Freie Anträge. Vorträge und Anträge sind rechtzeitig bei dem Obmanne, Rabbiner Dr. D. Feuchtwang, Wien, XVIII., Schopenhauerstraße 27, anzumelden. Wien. (Vortragszyklus aus der Geschichte der Juden in Deut schlan du nd Oe st erreich.) Donnerstag, den 21. Dezember, präzise 1li8 Uhr abends, findet im Festsaale des Jngeuieur- und Architekten-Bereines, I., Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Dr. M. G r u n w a! d statt. Thema: „Das Frankfurter Ghetto." (Mit Vorführung von Lichtbildern.) Eintritt frei. Wien. Se. Majestät der Kaiser hat dem türkischen Generalkonsul in Wien, Herrn Ladislaus v. Dirsztay, die österreichische Baronie verliehen. Wien. Der Rudolfsbund zur Bekleidung der armen Schulkinder ohne Unterschied der Konfession, unter der Leitung des Armenrates Josef Pollak, veranstaltet am 16. Dezember 1905, l/28 Uhr, im Saale des „Hotel Central" zum fünfzehnten Male einen mit der Kinderbekleidung verbundenen Vortragsabend unter Mitwirkung der Damen Brasdorfer, Wohlmuth, und der Herren Becker, Rotter, Reß, Rix, Crovetto u. A. Wien. (Theologischer Verein der Hörer an der isr. th eo l. L e h ransta lt in. Wien.) Die diesjährige Chanuka- Feier findet Samstag, den 23. Dezember l. I., um 1/39 Uhr abends, im Festsaale des Hotel Central (X., Taborstraße 6) statt. Ihre gefällige Mitwirkung haben zugesagt die Herren: Dr. Leo Ascher, Komponist^ Oberkantor Bela Guttmann und Eduard Strauß, Mitglied des Josefstädter und Lustspieltheaters. Wien. (Eine Strafanzeize gegen Bürgermeister Dr. Lueger). Bei der Wiener Staatsanwaltschaft langte eine Strafanzeige gegen Bürgermeister Dr. Lueger ein, in der unter Bezug auf seine vielerörterte Rede, die er in einer christlichsozialen Versammlung in Franz Josefsland hielt, seine Verfolgung nach § 302 St.-G. wegen Anfreizung gegen eine Religionsgenossenschaft gefordert wird. Die Anzeige trägt die Unterschriften eines Ingenieurs, zweier Mediziner und eines Juristen. Es wird darin ausgeführt, daß die Unterzeichneten sich in ihrer Sicherheit bedroht fühlen und daß ihrs Wissens auch eine große Anzahl ihrer Glaubensgenossen durch die inkriminierte Rede in Unruhe versetzt wurde. Wien. (Restaurant T o n e l l o) Wie wir vernehmen, wird dieses in Wien außerordentlich renommierte alte Restaurant auf kurze Zeit vom 10. d. M. ab gesperrt werden, nachdem das Gebäude an der Ferdinandsbrücke, in welchem Herr Tonello sein Restaurant hatte, nunmehr demoliert werden muß. Herr Tonello wird sein neues prachtvolles Etablissement unweit des alten Gebäudes im Hause „Zum Rotenturmtore" an der neuen Marienbrücke Anfang Februar wieder eröffnen. Wien. Der Vorstand des „Theresien-Kreuzer-Vereines zur Unterstützung armer israelitischer Schulkinder" nahm Mittwoch, den 13. Dezember d. I. um 5 Uhr nachmittags im Vereinshause, X., Untere Augartenstraße 35, die alljährlich übliche Verteilung von Winterkleidern an die Zöglinge des Vereines vor. Nach Beendigung derselben wurden die zahlreich anwesenden Gäste zur Besichtigung der Mädchen-Arbeitsschule undder Arbeitsräume des Knabenhortes eingeladen. Wien. Herr Leopold Löwinger, welcher seit 44 Jahren in Wien wohnt und sich als tüchtiger Schachet bewährt hat, feiert am 30. d. M. seinen 70. Geburtstag. Herr Löwinger war in der Fleischbank des Herrn S. Beier, II., Komödiengasse, zirka 38 Jahre als Schochet und Maschgiach angestellt und amtiert derselbe derzeit bei der Kultusgemeinde noch in vollster Rüstigkeit. Floridsdorf. (Jubiläumsfeier.) Einen glänzenden Verlauf nahm der am 7. d. M. in Bartsch' Theatersaal. aus Anlaß des 25jährigen Bestehens seitens des Israelitischen Frauenwohltätigkeitsvereines veranstaltete Theaterabend. Nach einem von Frl. Markus wirkungsvoll gesprochenen Festprolog folgte eine Aufführung der Posse „Frühere Verhältnisse", in der Frl. Minna Deutsch, Frl. Elsa Kohn und Herr Dukes hervorragende Leistungen boten. Insbesondere Frl. M. Deutsch verriet reiches Bühnentalent. Die Rolle des Mufft lag in den Händen des Schriftstellers I. S ch w ä tz e r. In einem zweiten Einakter waren es insbesondere die beiden gleichnamigen Kusinen Helene G r ü n w a l d, die stürmisch akklamiert wurden. Frl. P r a g a n, Herr Deutsch, Herr König und Herr Max Kohn boten gleichfalls über das Maß des Dilettantismus hinaus-

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