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Die Wahrheit · 1905-12-01 · Heft 46 (1.12.1905) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1905
Issue
Heft 46 (1.12.1905)
Date
1905-12-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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seile 8. Die Wahrheit Nr. 46. zember 1905. Herr Rabbiner W. Reich aus Baden: Eindrücke einer Palästinareise." Mit Vorführung von Lichtbildern. Donnerstag, 21. Dezember 1905 und Donnerstag, 4.Jänner 1906. HerrDr.M-Grunwald: „Geschichte der Inden in Deutschland und Oesterreich." (Vornehmlich für die reifere Jugend.) Mir Vorführung von Lichtbildern. Donnerstag, 11. Jänner 1906. Herr Dr. D. Feuchtwang: „Altjüdische Ethik und die sittlichen Forderungen der Gegenwart." Donnerstag, 18. Jänner 1906. Herr Dr. M. Grunwald: „Geschichte der Juden in Deutschland und Oesterreich." (Vornehmlich für die reifere Jugend.) Mit Vorführung von Lichtbildern. Donnerstag, 25. Jänner 1906. Herr Dr. E. David: „Buddhismus und Judentum." Donnerstag, 1. Februar 1906. Herr Dr. M. Grunwald: „Geschichte der Juden in Deutschland und Oesterreich." (Vornehmlich für die reifere Jugend.) Mit Vorführung von Lichtbildern. Donnerstag, 8. Februar 1906. Herr Dr. A. K a m i n k a: „Don Isaak Abrabanel." (Das Zeitalter der Vertreibung der Juden aus Spanien.) Donnerstag, 15. Februar 1906. Herr Dr. M- Grunwald: „Geschichte der Juden in Deutschland und Oesterreich." Vornehmlich für die reifere Jugend.) Mit Vorführung von Lichtbildern. Die nach dem 15. Februar 1906 folgenden Vorträge werden später publiziert. Alle Vorträge finden p r äzise halb 8 Uhr aben-ds im Festsaale des Ingenieur- und Architekten-Vereines, I.. Eschenbachgaffe 9, statt. Eintritt frei. Wie». Wie wir erfahren, hat die Wiener Kultusgemeinde das an das Tempelgebäude in der Seitenstettengasie angrenzende Haus Nr. 2 käuflich erworben und beabsichtigt, dasselbe für Bureauzwecke vollkommen umzubauen. Hoffentlich wird dem Umbau eine Konkurrenz-Ausschreibung vorangehen. Wien. (Hilfsaktion der „Israelitischen Allianz z u W i e n".) Das Ergebnis der zugunsten der Opfer der Judenverfolgungen in Rußland veranstalteten Sammlung beträgt bis heute (28. November) rund K 500.000. Hievon sind ca. K 400.000 in Wien selbst gesammelt worden. Von den Filialen der „Israelitischen Allianz" und auswärtigen Kultusgemeinden waren bis zum 28. v. M. folgende in obiger Gesamtsumme enthaltene Sammlungscrgebnisse eingegangen: Prag und einige Provinzstädte Böhmens rund EL 35.000, Brünn ca. K 17.000, Bielitz EL 2200, Gablonz K 2000. Olmütz EL 1878, Ungarisch-Brod K 1000, Nikols bürg K 1100, Schüttenhofen K 500, Karolinenthal K 357, Ujvidek K 220, Tobitschau K 170, Napagedl Iv 232, Deutsch-Brod KL 365, Saybusch K 366.50, Marienbad K 330, Proßnitz K 1000, Brüx X 300, Krakau K 680, Holleschau K 1028, Zwittau E 328, Leipnik E 600, Djakovar K 301*30, Sarajevo E 311, Slatina K 35893, Cerbanitz K 36, Stanislau E 72. Es wird seitens der Leitung der Allianz in Verbindung mit den Hilfskomitees in Deutschland, Frankreich und England dafür Vorsorge getroffen, daß die Unterstützungen durch zuverlässige Organe und auf Grund eingehender Nachforschungen in allen von den Exzessen betroffenen Städten direkt den Hinterbliebenen der Ermordeten und den infolge der Krawalle der Existenz beraubten Juden zugute kommen. Das Bureau der „Israelitischen Allianz" stellt den Herren Rabbinern und Kultusvorstehern oder Vereinsobmännern zum Zwecke der Sammlung Aufrufe, Sammelbogen und Erlagscheine der Postsparkaffe bereitwillig zur Verfügung. Wien. Von einem Freunde unseres Blattes erhalten wir folgende Zuschrift: „In den letzten Tagen erschien im Buchhandel die Rede, welche Rabbiner Dr. Gelbhaus im Tempel des IX. Bezirkes anläßlich des daselbst stattgehabten Trauergottesdienstes für die Opfer der russischen Judenmaffakres gehalten hat. Es erschiene mir nun überaus zeitgemäß, wenn unter der Aegide des Vorstandes der Wiener Kultusgemeinde sämtlichem den Wiener Synagogen aus diesem Anlaffe gehaltenen Trauerreden und auch die ausgezeichnete Rede des Herrn Oberrabbiner Dr. Güdemann in der Protestversammlung der Wiener Judenschaft in einer Broschüre herausgegeben würden. Eine derartige Broschüre dürfte vielleicht bei vielen Glaubensgenossen Absatz finden und ein namhaftes Erträgnis zu Gunsten unserer russischen Brüder abwerfen." Wien. (Hilfsaktion zugunsten derOpferderrussis ch e n Massakers.) Vom österreichisch-russischen Hilfsverein werden wir um Veröffentlichung folgenden Aufrufes ersucht: Biele Tausende friedlicher Einwohner im Süden und Südwesten des uns benachbarten Rußlands sind das Opfer brutalster und verabscheuenswerter Gewaltakte seitens des dortigen zügellosen Pöbels geworden. Unzählige Menschen jeden Alters und Standes sind unter furchtbaren Martern getötet worden, und die Ueberlebenden erscheinen ihrer ganzen Habe und des Notwendigsten zur Fortfristung ihrer Existenz beraubt und somit an den Bettelstab gebracht. Handel und Wandel stocken gegenwärtig in den von den schrecklichen Maffakers heimgesuchten Ortschaften und Städten. Die Opfer der bestialischen Vergewaltigungen wenden aber voller Verzweiflung ihre Blicke nach dem Westen Europas, wo geordnete Verhältniffe herrschen, und ersehnen und erflehen von dort Hilfe und Beistand in ihrem unbeschreiblichen Drangsal. Zuuächst erwarten sie eine philanthropische Betätigung von ihren unmittelbaren Nachbarn, den hochherzigen Oesterreichern, in erster Linie aber von den Wienern mit dem weltbekannten goldenen Herzen. Mitbürger! Laffet das unsägliche Elend der unglücklichen Opfer der russischen Ausschreitungen auf Euer menschliches Empfinden wirken! Traget nach Eueren Kräften bei zur Linderung der Not und der verzweifelten Lage der unzähligen Opfer des entmenschten russischen Pöbels! Geneigte Spenden werden erbeten an den Oesterreichischrus fischen Hilfsverein, Wien, LH, Obere Donau st raße N r. 89. Jede noch so kleine Gabe wird durch denselben dankend quittiert werden. Darüber, an welche Stelle die einlanfeuden Spenden zur Verteilung, an die Notleidenden abzuführen sein werden, werden die Unterzeichnetem seinerzeit gemeinsam beschließen. August Denk, Präsident des Niederösterreichen Gewerbevereines.. Stephan D e w o n i s k i, Präsident des Oesterreichisch-russischenHilfsvereines. Moritz Hirsch, Präsident des Oesterreichisch-ungarischen Exportvereines- Sandor Iaray, Präsident des Oesterreichisch-russischen Handelsvereines. Julius Ritter v. Kink, Präsident der Handels- und Gewerbckammer in Niederösterreich. Friedrich v. N e u m a n, Präsident des Kaufmännischen Vereines. Karl Eugen Pasternak, Ehrenpräsident des Oesterreichischrussischen Hilfsvereines. Leopold Pollack Edler v. Parnegg, Präsident des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft. Josef M. Wolfbau e Präsident des Vereines Reisender Kaufleute Oesterreich-Ungarns. Wien. Sonntag, den 26. d. M., fand im Brigittenauer Vereinstempel, XX., Treuenfelsgasse 57, bei Anwesenheit des gesamten Vorstandes unter Führung des Obmannes, Kultusvorsteher Hermann Eltbogen, sowie zahlreicher Gäste und Mitglieder, eine solenne Trauerfeier für die russischen Märtyrer statt. Oberkantor B a s s e r mit deur Chore versah in erhebendster Weise die kantorale Funktion und Rabbiner Dr. Bach hielt eine ergreifende Trauerrede. Denselben ergänzend sprach, noch Herr S. Freiberg ans Rußland. An Spenden wurde ein namhafter Betrag gesammelt. Wien. (Die Geschichte der Juden in Tirol und Vorarlberg.) Seine k. u. k. Hoheit Herr Erzherzog Eugen geruhte, das soeben in seinen ersten Bänden erschienene Werk „Die Geschichte der Juden in Tirol und Vorarlberg" entgegenzunehmeu und dem Ver-7 fasser, Herrn Dr. A. Tänzer, Rabbiner in Meran, in einem huldvollen Schreiben seinen Dank aussprechen zu lassen. Wien. Der israelitischeFrauen-Wohltätigkeit s- Verein im VIEL Bezirke der Stadt Wien veranstaltete unter Leitung seiner überaus rührigen und verdienstvollen Präsidentin, Frau Amalia B e ck, Sonntag, den 26. November, 1/25 Uhr, im Tempel, VIII., Neudeggergasse 12, die alljährlich übliche Kinderbekleidung. Ans diesem Anlasse wurde ein Fest-Gottesdienst mit Soli, Chor und Instrumental- Orchester unter gefälliger Mitwirkung einiger Vorstandsdamen abgehalten.. Wien. Angesichts der zunehmenden Gleichgültigkeit gegen alles Jüdische und der um sich greifenden Unkenntnis der hebräischen Sprache und ihres Schrifttums dürfen alle Inden Wiens es mit Freude begrüßen, daß hier ein Verein gegründet wird, der den Zweck hat, dem eingerissenen Uebel zu steuern Der Verein wird den Namen führen: Jüdischer B i l d u n g s v e r e i n „R a s ch i" und hat die Aufgabe: Unterrichtsvorträge und Lehrkurse in Bibel, hebräischer Sprache und Literatur, sowie jüdischer Geschichte zu veranstalten; ferner sind Veranstaltungen zu treffen, die geeignet sind, das jüdische Bewußtsein und die jüdische Solidarität zu stärken. Die konstituierende Versammlung findet D i e n st a g, den 5. Dezember 1905, um 8 Uhr abends, im Zeremoniensaale, IX., Müllnergasse 21, statt, zu der alle Interessenten höflichst eingeladen werden. Beitrittserklärungen sind zu richten an Alfred Meißner, IX., Porzellangasse 24 a. Wien. Sonntag, den 3. Dezember, 4 Uhr nachmittags, findet im „Cafä Concordia", I., Concordiaplatz, die VH. ordentliche General-Versammlung des humanitären Geselligkeitsvereines „Die Szeniczer in Wien" statt. Wien. Die geehrten Glaubensgenossen werden zu der Sonntag, den 3. Dezember, 4 Uhr nachmittags, im israelitischen Bethause „NLäoseU LML’at" stattfindenden Trauerfeier zu Ende Lodloscliiin der Märtyrer unserer Glaubensbrüder in Rußland, höflichst eingeladen. Die Trauerrede hält der bekannte hebräische Literat Rabbiner Alexander Lövisohn aus Jerusalem. Sniatyn. Sonntag, den 19. d. M., 4 Uhr nachmittags, fand im Tempel der hiesigen Gemeinde ein Trauergottesdienst für die jüdischen Märtyrer in Rußland statt. Herr Rabbiner A. M. Stein berg hielt die Trauerrede, die eine tiefe Wirkung auf das gesamte Publikum ausübte- Hierauf trug der Kantor das EI mole racliamim vor. Der darauffolgende Montag wurde zum Fasttag bestimmt. B. T. Budapest. In hiesigen jüdischen Kreisen bildet jetzt die Tragödie eines Kantors das Tagesgespräch. Nach dem Tode des Oberkantors Jakob B a ch m a n n wurde die Stelle eines Oberkantors für den Rombach- Tempel ausgeschrieben. Unter den vielen Reflektanten befand sich auch der junge Kantor Josef Tkacz aus Kischenew. Die herrliche Stimme und die musikalischen Qualitäten des jungen Mannes haben das Budapester Publikum dermaßen gefangen genommen, daß der Kischenewer Kantor einhellig zum Nachfolger Bachmanns gewählt wurde. Tkacz. fuhr nun nach Hause, um seine dortigen Angelegenheiten in Ordnung zu bringen und dann seinen Posten in Budapest anzutreten. Doch sollte es leider nicht dazu kommen. Denn wie Kischenewer Briefe melden, wurde Tkacz während der letzten Metzeleien in Kischenew mit samt seiner Familie vom „Schwarzen Hundert" niedergemetzelt. Magdeburg. Wie der „Magdeburger Zeitung" ans Petersburg von autoritativer Seite gemeldet wird, hat Graf Witte die Aufhebung aller bisherigen Judengesetze und die völlige Gleichstellung der Juden durchgesetzt. Schicht3 feste Spezialität für Wolle and Seide. Gibt auch Hie schönsteWeißwäsche

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