Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1905
- Issue
- Heft 9 (3.3.1905)
- Date
- 1905-03-03
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Wahrheit. Seite 7. Nr. 9. Jeiteles I. Dr., Prag 5.—. Kartschmaroff, Oberkantor, Kanisza X 3.—. .Kauders Sigmund X 4.—. Kapeles Leop..X 2.-. Klein Ignaz, Raab Iv 2.—. Klein Ignaz X 5.—. Klein Bernhard X 10.—. Kohn Gust. Dr., f. k. Landesschulrat Iv 5.—. Kohn David X 5.—. Kohn S. B., Raab X 10.—. Kohn Leopold Iv 4.—. Korein S. Dr. X 10.—. Koppel Alois, ^-Ziesen b. Mattersdorf X 2.—. Kornfein Leopold, Berlin X 25.—. Kramer M., Rabbiner X 8.—. Kramer I. Dr. X 4.—. Krauß Bilmos, Neutra X 4.—. Kunstadt S-, Restaurateur X 2.—. Kann Maly, Preßburg X 2.—. Knöpflmacher, Boskowitz X 10.—. Kaiser Lipold, Galanta X 2.—. -Lehner Bertold Dr. X 10.—. Lettner A., Mattersdorf X. 4.—. Lemberger Herrm. X 2.50. Lewi Meier X 2.—. Lieben, k. Rat X 2.—. Lieben Gabriel, Prag X 2 —. Löwenstein E. Prof. X 2.—. Löwenstein I. Dr. X 2.—. Löwi Jsak & Sohn, Gloggnitz X 4.—. Meisels S. X 8.—. Atensch M. X 2.—. Modern Jakob X 5.—. Neurath Jakob X 10.—. Nenmann Heinrich S. X 5.—. N. N. X 5.—. Papo M., Rabbiner X 4.— . Perl Simon, Raab X 10.—. Perles Dr., Rabbiner X 2.—. Pfeiffer & Rast X 5.—. Pilin Teosil Dr. X 5.—. Pollak Cz. X 2.—. Pollak H- Dr. X 2.—. Pollak M. A. X 6.— . Pragan Simon, Floridsdorf X 4.—. -H. Pollaks Söhne X 4.—. Riegler Jakob, Kirchschlag X 3.-. Rosenthal Bela Dr. X 10.—. Rosenbanm, Siebenbürgen X —.80. Rosenmann M. 'Dr., Rabbiner, Floridsdorf X 4.—. Ruhig Filip X 2.— . Salzer Karl X 4.—. Salzer D. L., Rabbiner, Homonna X 2.—. Salzer Samuel, Raab X1.—, Schaalmann Josef X 10.—. Scharf Franz Iv 2.—. Schiff B. Söhne, D.-Kceutz X 4.—. Schiff B. X 4.—. Schiff Ignaz X 6.—. Schiff Nathan K 2.—. Sch.ff Samuel, D.-Krentz X 4. — . Schreiber, EOberrabbiner, Preßburg X 2.—. Schreiber Jakob/ Vag-Ujhely X 1.20. Scheinberg Moriz X10.—. Schorr Mayer, Oberkantor X 4.—. Schwarz M., Rektor X 3.—. Singer Adolf X 5.—. Stern Alfred Dr. X 5.—. Stern Jakob X 3.—. Stern Lipot, Ers.-Ujvar X 2.—. Stern M. X 6.—. Storch L., Boskowitz X 2.—. Steinberger Jos., Sziksza X 2.—. Tauber M. X 5.—. Theilheüner X 4.—. Unger Josef, Boskowitz X 1-—• Ungenannt, Raab X 3.—. Warkany W. X 4.—. Weinberger, Kultusbeamter X 2.—. Wellisch Alexander Iv 4.—. Werner M., Posen X 3.46. Werner S. X 5.—. Wengraf Adolf X 4.—. Winterberg A. X 3.—. Wolf Ernst Iv 5.—. Wolf Israel, Eisenstadr X 4.—. Weinberger Marie X 10.—. Z:ls Abraham, Preßburg X 2.—. Zuckermantl, Breslau X 2 — . Zusammen X 700.05. Gleichzeitig ersucht der Gefertigte höflichst all diejenigen Herren, die in den Besitz eines Exemplares obgenannten Werkes gelangten, und bisher wahrscheinlich vergessen hatten, einen Beitrag zu senden, selben sreundlichst an unseren Präses, Herrn Markus Bondi, X.. Untere 'Augartenstraße 15. einsenden zu wollen, da unser Verein der Unterstützung dringend bedarf. Hochachtungsvoll Simon Buchwald, Herausgeber obigen Werkes, X., Rembrandlstraße 24) Der „Verein zur Unterstützung armer kranker Israeliten" ist gerne bereit dafür zu sorgen, daß über etwaigen Wunsch weitere Exemplare zu- .gesendet werden. Prag. Am 28. Februar verschied hier der Großindustrielle Herr Seligman E l b o g en im 78. Lebensjahre. Jglau. Fräulein Sophie Brunner, Tochter des hiesigen langjährigen, allgemein geschätzten Kantors, Herrn Karl Brunner, hat sich mit Herrn Wilhelm O r n st e i n, Wien, verlobt. Lemberg. Am 27. Februar ist der Landes- und Gerichtsadvokat 'Dr. Heinrich Gottlieb hier gestorben. Der Verblichene, der ein eifrig tätiges Mitglied unserer Kultusgemeinde war, hat sich ob feines humanen Wirkens allgemeine Sympathien erworben und sein Andenken wird in unserer Gemeinde fortleben. Dr. Heinrich G o t t l i e b war auch früher Vizepräsident der Advokatenkammer. Brody. Seit dem Beginne des zweiten Schulsemesters erteilt Herr Dr. Frost am hiesigen k. k. Gymnasium den Religionsuntericht. Er ist der Nachfolger des in weiten Kreisen bekannten, nunmehr in Ruhestand versetzten Religionsprofessors Dr. Leopold H e r z e l, der nahezu vierzig Jahre segensreich an dieser Anstalt wirkte. Ob der neu ernannte Religionslehrer ein würdiger Nachfolger Dr. Herzels ist, das überlasse ich den kompetenten Organen zur Entscheidung. Die Stelle wurde dem Herrn Dr. Frost vom galizischen Landesschulrate auf Grund seiner Befähigungszeugniffe verliehen, obwohl er bloß früher als Religionslehrer an einer Bürgerschule in Wadowiza fungierte und viele andere sich ebenfalls um diesen Posten bewarben. Dies spricht gewiß für seine Tüchtigkeit. Ob er sich aber hier auch nach einem Dr. Herzel bewähren wird, mag eine Frage der Zeit sein. Allenfalls fordert fein erstes Borgeheu in dieser kurzen Zeit seiner hiesigen Amtstätigkeit eine öffentliche Kritik heraus. Hat Herr Dr. Frost recht und taktvoll gehandelt, wenn er, noch dazu als gewesener Schüler des Herrn Dr. Herzel, ihm schon bei der ersten Ehorte pädagogische Fehler in Gegenwart des Gymnasialdirektors nachwies und seine Milde und Nachsicht, die doch die Zierde der Seelsorger sein soll, verdammte, was sogar Entrüstung bei den Schülern hervorrief? Dann, was beabsichtigt Herr Dr. Frost schon jetzt mit der Einführung der polnischen Unterrichtssprache bei dem Religionsgegenstande? Unser Gymnasium ist ja noch nicht polonisiert und die Muttersprache der hiesigen Schüler ist ja fast durchwegs -deutsch! Er als heißer Zionist sollte eher die hebräische Sprache als Bortragssprache beim Religionsunterrichte einführen, was ihm gewiß nicht so sehr übel genommen würde. Glaubt Herr Dr. Frost durch diesen Liebesdienst das polnische Herz seiner Vorgesetzten und seiner polnischen Kollegen für sich zu gewinnen? Ich könnte ihn, als einstiger jüdisch-polnischer Patriot, aus herber Erfahrung eines Befferen belehren. Jude, bleibe Jude und strebe an das Wohl der jüdischen Kinder, für welche bis nun das deutsche Gymnasium in Brody eine der größten Wohltaten ist. Bon wem geht denn die Polonisierung dieses Gymnasiums aus, das wahrlich nur einer Oase im Lande glich und so vielen jüdischen Kindern auch außerhalb der Grenzen Galiziens ihr Fortkommen und ihre Existenz verschaffte. Einige junge, unerfahrene Hitzköpfe ließen sich betören und tanzten im Reigen der Polen mit, die alles nur polonisieren wollen. Lebte jetzt Herr Leo Herzbergs Fränkel in unserer Stadt, so wäre es dazu nicht gekommen; der fehlt uns jetzt leider. „Lnpisnti snt!" Petersburg. Der russische Justizminister erlaubte 15 jüdischen Rechtsanwaltsgehilfen in Moskau in die Korporation der Rechtsanwälte einzutreten. Um die allgemeine Aufhebung der seit 1889 bestehenden Rechtsbeschränkung der Juden wird von Moskauer Advokaten nachgesncht. Literatur. Theodor Herzlos sämtliche zionistische Schriften. Der zionistische Nachlaß Theodor Herzl's wird, wie uns mitgeteilt wird, herausgegeben von Professor Leon Kellner, im Monat A p r i l d. I. erscheinen. Das Werk wird zwei Bände umfassen und den Titel: „T h e o d o r H e r z l's s ü m r l i ch e z i o n i st i s ch e S ch r i f r e n" führen. Es wird alle bedeutenden Aeußerungen des Zionistensührers, wie sie im handschriftlichen Nachlaß und in Publikationen und Reden vorliegen, enthalten, dazu den (im Buchhandel jetzt vergriffenen) „I u d e n st a a t". In seiner Zusammenstellung wird das Buch nicht nur ein wertvolles bleibendes Andenken der Zionisten an ihren dahingeschiedenen Führer, sondern auch den bedeutsamsten Beitrag zur Erfassung seiner Persönlichkeit und der Geschichte der von ihm geleiteten Bewegung darstellen. Das Sammelwerk wird im I ü d i s ch e n V e r l a g, B e r l i n (Chariottenburg, Herderstraße 3/4) erscheinen. Neueste Erscheinungen: Deibel Franz: „Dorothea Schlegel." Berlin KW. Mayer & Müller. Frankl Oskar: „Der Jude in den deutschen Dichtungen des XV., XVI. und XVII. Jahrhundertes." Mähr.-Ostrau. R. Papauschek. Stein Ludwig: „Sozialer Optimismus." Jena 1905. H. Costenoble. Mk. 5. (Ausführliche Besprechung obiger Werke Vorbehalten.) Feuilleton. §itt fataler flaute. Humoreske von Adolf Steinschneider. Ich heiße Isidor Kohn! Nun höre ich fragen: Was verschafft uns das Vergnügen, daß Sie uns mit Ihrem Namen bekannt machen, um den wir Sie nicht gefragt haben? Gemach meine geehrten Leserinnen und Leser. Lassen Sie mich vorerst mich Ihnen förmlich vorstellen, dann folgen die Erlebnisse welche möglicherweise Ihr Interesse erregen dürften Also ich heiße Isidor Kohn, bin 24 Jahre alt, jüdischer Religion, habe die Handelsakademie mit bestem Erfolge und den vorzüglichsten Zeugnissen absolviert, habe mich aus das Studium fremder Sprachen verlegt, bin flotter Rechner und Stenograph und trotz aller dieser günstigen Behelfe bewerbe ich mich seit vier Jahren erfolglos um — eine Stelle, denn mir fehlte ein Hauptersordernis, ohne welches man heutzutage es zu nichts bringen kann — Protektion! Ich habe, keinen Lnkel der Verwaltungsrat einer Bank oder einer Bahn ist, habe keine schöne Schwester oder Cousine, die für mich intervenieren könnte, nicht einmal die Bekanntschaft einer Köchin oder eines Stubenmädchens, einer solchen einflußreichen Persönlichkeit, außerdem bin ich Jude, was eigentlich das Haupthindernis meiner Karriere ist. Nun, da ich meine werte Persönlichkeit Ihnen vorgesührt habe, bitte ich nochmals meinen Namen in Erinnerung zu behalten, denn er ist die Grundursache aller Begebenheiten, die ich Ihnen erzählen werde. Kohn!! Kennen Sie das Verhängnisvolle dieses Namens? Schlagen Sie gefälligst Lehmanns Adressenbuch nach und Sie werden wohlgezühlte fünf- bis sechshundert dieses Namens in Wien allein in allen Variationen: Kohn, Cohn, Konn, Cohen, davon über 90/i00 Juden finden. Da sind alle Klassen und Abstufungen vertreten, vom Taglöhner bis zum Millionär, der Hausierer und der Bankdirektor, der Schustergeselle und der Professor, der Bettler und der Advokat. Sogar einen Kirchen-