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Die Wahrheit · 1904-11-25 · Heft 46 (25.11.1904) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1904
Issue
Heft 46 (25.11.1904)
Date
1904-11-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 46. Die Wahrheit Leite 5. Dr. Moriz Asche r, Gottlieb B e t t e l h e i m, Dr. Leo Ehrentheil, Dr. Hermann Fialla Vizepräsidenten. Zranz Frankl Schriftführer. Salomon Beer, Dr. I. S. Bloch, Marcus Bondy, Kommerzialrat Eduard Doctor, Moriz Felsenburg, Direktor Alexander Hecht, S. Heit, Jacob Jaiteles, Josef I e l l i n e k, Julius K o p p st e i n, Jacob Krauß, Max Markus, Wilhelm Pappen heim, Salomon Rosner, Adolf Schramek, Samuel Steiner, Leopold Trebitsch, Dr. Paul Weisengrün, kaiserl. Rat Ignaz Wilhelm, Albert Winterberg, Julius Wolf. Für den Synagogenverein „Beth Israel": S. Deiches, Alexander Landau. Für den Bethausverein „Beth Hachneteth": Dr. Leo E h r e n t h e i l, Siegfried O r n st e i n. Für den Tempelverein Wieden und Margarethen: Adolf Hofmann, Franz Frankl. Für den Tempelverein im VI. und VII. Bezirke: Hermann L i e b e r m a n n. Für den Tempelverein im VIII. Bezirke: Hermann Beck, Jakob Moder u. Für den Tempelverein „Beth Hatfila" im IX. Bezirke: Gottlieb Bettelheim, Josef Q u i t t n e r. Für den Tempelverein im X. Bezirke: Carl S e l i g m a n n, Jac. S. S t r a ß b e r g. Für den Tempelverein im XI. Bezirke: Dr. Jacob O r n st e i n, Leopold Weiß. Für den Tempelverein im XX. Bezirke: Hermann Eltbogen. Für die vereinigten orthodoxen Vereine: S. M e i s e l s. Offizielle Wählerversarnmlnng. Im Gegensätze zu dem leidenschaftlichen und erbitterten Kampfe, der vor zwei Jahren bei den Vorstandswahlen in der Wiener Kultusgemeinde tobte, vollzieht sich die heurige Wahlkampagne, in welcher acht Mandate zur Besetzung gelangen, im Zeichen des Friedens und der Eintracht. Ein Bild dieser, im Interesse der gedeihlichen Entwicklung der Gemeinde gewiß freudigst zu begrüßenden Harmonie bot auch die vom Vorstande der Wiener Kultusgemeinde für letzten Samstag im „Hotel Post" einberufene und von zahlreichen Vorstands- und Gemeindemitgliedern besuchte Wählerversammlung, die mit Ausnahme einer etwas erregteren Debatte zum Schlüsse, im allgemeinen ruhig und würdig verlief. Den Vorsitz führte Präsident Dr. Alfred Stern, der die Versammlung mit folgender Rede eröffnete: Präsident Dr. Alfred Stern: ..Geehrte Versammlung! Ich gebe mir die Ehre, Sie sreundlichst zu begrüßen und Ihnen, die Sie so zahlreich erschienen sind, für das lebhafte Interesse, welches Sie an den bevorstehenden Kultuswahlen und damit auch an dem Geschicke unserer Gemeinde nehmen, herzlichst zu danken. Der vom Kultusvorstande über seine Tätigkeit in der Periode 1902/1903 erstattete Bericht, in welchem auch die zur Zeit der Drucklegung bekannten Daten über die Tätigkeit im Jahre 1904 ausgenommen wurden, ist in Ihren Händen, und ich glaube, daß wir von der Verlesung dieses Berichtes, den Sie, meine Herren, gewiß eifrig studiert haben, Umgang nehmen können. (Zustimmung.) Ich möchte mir aber erlauben, einige Worte diesem Berichte beizufügen: Bei der Schnelligkeit, mit welcher die Drucklegung desselben ins Werk gesetzt werden mußte, was auf den Umstand zurückzuführen ist, daß die Berichterstattung bis 1. November 1904 erweitert wurde, war es unvermeidlich, daß mancher Gegenstand nicht vollauf in der seiner Bedeutung angemessenen Weise gewürdigt worden ist. Zudem sind aber auch seither Ereignisse eingetreten, welche man nicht mit Stillschweigen übergehen kann, und deshalb sei es mir gestattet, dem in Ihren Händen befindlichen Berichte einige Worte beizufügen. Vor allem muß ich auf die besonders segensreiche Tätigkeit des Damenkomitees der Versorgungsanstalt Hinweisen, welcher im Berichte nur wenige Zeilen gewidmet sind. Es ist fünf Jahre her, seit die Kommission für die Versorgungsanstalt ein Komitee von Ehrendamen zur Seite gestellt erhielt. Dieses Komitee, an dessen Spitze Frau Diamant steht, kann mit großer Befriedigung auf seine Erfolge zurückblicken. Nebst der Fürsorge, die es den Insassen der Versorgungsanstalt gegenüber in außerordentlich hingebungsvoller Weise sich angelegen sein läßt, kommt das ersprießliche Wirken dieses Ehrendameu-Komitee auch in ökonomischer Beziehung zum Ausdruck, indem schon im ersten Jahre feiner Tätigkeit eine bedeutende Verminderung der Pflegekosten zu verzeichnen war. (Bravo ) So betrugen die Verpflegskosten im Jahre 1898 pro Kopf und Tag X 1 39. während schon im Jab.re 1899, unmittelbar nach dem Beginne der Tätigkeit des Damenkomitees, sich die Köllen auf X 1'32 vermindert hatten. Ich fühle mich deshalb verpflichtet, auch an dieser Stelle dem Ehren-Damen-Komitee, und insbesondere der rührigen Präsidentin desselben Frau Jda Diamant, den wärmsten Dank auszusprechen. (Bravo!) Sie dürfen eben nicht übersehen, daß der Vorteil der ohne Schädigung der Insassen erzielten Ersparnis auch nach der Richtung seinen segensreichen Einfluß geltend macht, daß wir in die Lage versetzt werden, einer größeren Anzahl von Bewerbern Aufnahme in die Versorgungs-Anstalt zu gewähren. Ich muß ferner mit uneingeschränktem Lob der Tätigkeit des „Verbandes zur Unterstützung armer israel. Wöchnerinnen" gedenken. — Wie Sie wissen, sind in diesem Verbände die israel. Fraueu-Wohltätigkeits-Vereine Wiens vertreten, und da ist es insbesondere die Präsidentin Frau Baronin Königswarter, sind es ferner die Vize-Präsidentinnen Frau Bertha Kohn und Rosa Zifferer, die Schriftführerin Frau Johanna Fröhlich, die mit dem Ausdrucke des besonderen Dankes für ihre Tätigkeit ich namhaft zu machen mir hiermit erlaube. (Bravo!) Meine Herren! In dem Berichte ist — ich möchte sagen — als wunder Punkt die Bemerkung enthalten, daß im Vergleiche mit dem Ergebnisse früherer Jahre die Zahl der in der letzten Berichtsperiode errichteten Stiftungen und Widmungen eine bedeutende Abnahme aufzuweifen hatten, indem sämtliche in den letzten zwei Jahren zugewachsenen Stiftungen und Widmungen nicht einmal den Betrag von X 300.000.— erreichen. Kaum war dieser Bericht gedruckt und in Ihren Händen, als wir durch eine Spende überrascht wurden, welche weitaus das Maß dessen übersteigt, was wir bisher zu erhalten gewohnt waren, durch eine Spende, welche es uns ermöglicht, eines unseren ältesten Wohltätigkeits-Institute, das Krankenhaus der israel. Gemeinde, einer größeren Anzahl von Hilfe-Suchenden als bisher zugänglich zu machen. Wie sehr uns diese Spende erfreut, wie notwendig sie uns war, mag aus folgenden nur in Kürze zu erwähnenden Daten hervorgehen. Wir haben heute in unserem erweiterten jüdischen Krankenhause einen Belegraum für 150 Betten. Von diesen 150 Betten konnten aber aus finanziellen Rücksichten durchschnittlich nur 123 pro Tag belegt werden und ungeachtet des bedeutenden Zuschusses von jährlich X 180.000 bis X 200.000.— , der aus Gemeilidemitteln zu den Zinsen der Stiftungen für das Spital geleistet wird, lag es nahe, daß eine Reduktion in dem Belege dieser 123 Betten hätte eintreten müssen. Sie mögen ermessen, wie schmerzlich es den Kultusvorstand berührt hätte, wenn er, gezwungen durch die finanziellen Ver-

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