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Die Wahrheit · 1904-11-18 · Heft 45 (18.11.1904) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1904
Issue
Heft 45 (18.11.1904)
Date
1904-11-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6. Die S 'Jc'r. 45. Im Präfidialberichte teilt derMvWtzenÄe mit,--Vaß'Mangesehenes Mitgfied der Mener KullüsgeNreindd-an den-Vorstand das'Ersuchen gerichM habe; - in'geeigneter Weise gegen' die in der Sitzung 'des m ö. Landtages vom 5. November 1904 seitens des Ländtägsabgeordneten Schneider^ gebrauchten, vom- Ländmarschalltz ungerügt tzelässrnew AeirßerünZen gegen die Juden- Stellung zu nehmen.-Das Vertreterkollegium hat - sich! mit dieser ' Anregung besaßt Md'-isteinhellig 'der Anschauung gewesen, daß'- in Ansehung der Person, welche die Ausfälle gegen die Inden finde, welche den Juden nicht Anlaß zu Beschwerden geben würde, diese Beschwerden aber erfahrungsgemäß keinerlei Erfolg haben, über die Angelegenheit zur Tagesordnung überzugehen sei. (Allgemeine Zustimmung). Der Entwurf des neuen Schulaufsichtsgesetzes, welcher auch für die israelitische Religionsgesellschaft ungünstige Bestimmungen enthält, hat dem Präsidium Anlaß gegeben, seine' Beschwerden dem Ministerpräsidenten und dem Uuterrichtsminister persönlich zur Kenntnis zu bringen. Außerdem hat es aber das Vertreterkollegium für entsprechend gefunden, daß diese Beschwerden auch schriftlich niedergelegr werden, was auch in einem an die genannten Minister gerichteten Promemoria geschehen ist. In der Plenarsitzung des Kultusvorstandes vom 5. November a. c. wurde berichtet, daß angesichts der bevorstehenden Einverleibung der Kultusgemeinde Floridsdorf zur Kultusgemeinde Wien ein Schreiben an die erstere gerichtet wurde, in welchem auf eventuell notwendig werdende Maßnahmen rücksichtlich des die angeblich beabsichtigten oder bereits erfolgten Gehaltserhöhungen von Angestellten der Floridsdorfer Gemeinde hingewiesen wurde. Hierüber ist inzwischen eine Antwort der Kultusgemeinde Floridsdorf des Inhaltes eingelaufen, daß tatsächlich Beschlüsse über Gehaltserhöhungen von Angestellten gefaßt wurden, daß diese aber in keiner Beziehung zur bevorstehenden Einverleibung stehen, und übrigens eine nennenswerte Belastung des Budgets hieraus nicht resultiere. Zur Besetzung der I. Kantorstelle in Ottakring wurde ein Konkurs ausgeschrieben. Der Präsident macht aufmerksam, daß am 15. November 1904 die feierliche Schlußsteinlegung des Merores'schen Waisenhauses stattfindet, und ersucht die Vorstandsmitglieder, sich an dieser Feier möglichst zahlreich zu beteiligen. Aus dem Finanzrapporte aus der Zeit vom 1. Jänner bis 31. Oktober 1904 hebt der Präsident hervor, daß die Kapitel ..Kultussteuer" und ..Jmmatrikulationsgebühren," ,,Beerdigungs- und Ueberführungstaxen," ..Betsitze in den Gemeindetempeln," „Trauungstaxen" ein bis zum Schlüsse des Jahres kaum mehr zu deckendes Minus gegenüber dem Präliminare pro 1904, die beiden letztgenannten Kapitel überdies ein Minus gegenüber dem Ergebnisse des Jahres 1903 aufweisen. Um der Unzulänglichkeit der Bureauräumlichkeiten teilweise abzuhelfen, wurden im Sinne eines seinerzeit gefaßten Beschlusses einige Wohnungen im Nachbarhause Seitenstettengasse 2 gemietet, welche im Laufe der nächsten Zeit der Benützung werden übergeben werden. Der für die Adaptierung erforderliche Betrag wurde vom Vertreterkollegium bewilligt. Entsprechend vielfach geäußerten Wünschen wurde in der Leopoldstadt, ferner im IX. Bezirke je eine neue Wahlsektion errichtet, so daß nunmehr im H. Bezirke drei, im H. Bezirke zwei Wahlkommissionen fungieren. Die von der Kultusgemeinde veranstaltete Wähler- Versammlung findet Samstag, den 19. November 1904, 6 Uhr abends im großen Saale des Hotel „Post" statt. An Spenden werden bekanntgegeben: Bon Frau Mathilde v. Gutmann, anläßlich der Barmizwahfeier ihres Sohnes für die Arnienanstalt.K 2000.— „ Herrn Max Ritter v. Gutmann für Stipendien an Bibel- und Talmudschüler des Wiener Bethamidrasch . „ 400.— „ Herrn Präsidenten Dr. Alfred Stern für Arme . ... „ 130.— Vom Bethausvorstande, I. Bezirk, ans einer Sammlung dem Präsidialfonde für Unterstützungen.„ 50.— Bon-Heren JnlinL-Braunzur- BerMünglän Armevv..; -Herrn Dr...Hilhr.lm, Pappenheim für den,Erhaltuugsfond..^ .. .7. . ' ... cher israHtischen Bersorgungsanstalt . i '367-^ ' Herrn Julius Wolf für die zweistäubstnälmeU und blinden ■ ' - - - ' Kinder-des-Leiser Graf - ' 7 . 20.'-^- >, 'Herrn Dr.7Emaüuel Arnstein für fromme und. wohltätige - 7- '. 77.7:- ' SBtcEc - - ... ■. . .... ..... 10.7—; „ Herrn Philipp Bak für das Sölmbenmftitufc,';' 1Ö.-1-’ ‘ „ Frau Betty Förster für den BrigitteNauer Kindergarten 7/' 10i^ 'Herrtr Frankl-für arme israelitische" russische Auswänder/r -7-- 10.— „ - Herrn S. Scheinifürwohltätige-Zwecke.- . 7, , r . 7 5.10 . „. ^Frau BertnKnffler. für den-Perein.zur unentgeltlichen Ber- . .... .. . . .. pstegung Brnstleidender auf denrMnde,. Entnahme der Sammelbüchsen'im Leopoldstädter Tempel:' '' - Für die Armenanstalt . . ..K 21.91 „ „ Chewra-Kadischa.„ 22.87 „ „ Armen der österr.-ung. Gemeinden im heiligen Lande.. „ 11.02 „ 55.30 Im Einlaufe befinden sich: Eine Zuschrift der Chewra Kadifcha betreffend die Ernennung des Vorstandsmitgliedes derselben, Herrn Salomon Simon, zum Delegierten für die Friedhofkommifsion des Kultusvorstandes an Stelle des verstorbenen Herrn Adolf Rosenbaum, was genehmigend zur Kenntnis genommen wird. Adaptierungen im Leopold st ädter Tempel: Auf Grund einer im Frühjahre dieses Jahres vorgenommenen Feuerbeschau des Leopoldstädter Tempels wurden seitens der Behörde verschiedene Sicherheitsvorkehrungen angeordnet. Diese Anordnungen, insoferne sie keine besonderen Kosten und Schwierigkeiteil verursachten, wurden sofort durchgeführt, während zwei weitergehende Aufträge infolge der damit verbundenen Schwierigkeiten bisher nicht ausgesührt werden konnten. Diese Aufträge betreffen die Herstellung von Ausgängen in der Mitte der beiden Seitenschiffe und die Isolierung der über dem Hauptschiffe bestehenden drei Zierlichten durch Aufführung feuersicherer Lichtschächte. Behufs Ausführung dieser Aufträge hat der damit beauftragte Architekt eine gründliche Besichtigung des ganzen Tempelgebäudes vorgenommen und hat diese Besichtigung Ergebnisse gezeigt, welche über den Rahmen des behördlichen Auftrages hinausgehende Herstellungen notwendig machen. Die Untersuchung des Tempelgebäudes selbst, sowie der beiden anstoßenden Wohnhäuser ergab insbesondere Folgendes: Der hölzerne Dachstuhl des Tempels, namentlich der über dem Mittelschiffe befindliche Teil desselben ist derart, daß die Durchführung der von der Behörde geforderten Isolierung durch Aufstellung von Monier-Wänden nur dann möglich ist, wenn die in Betracht kommenden Teile des Dachstuhles vollständig rekonstruiert werden. Diese Rekonstruktion würde ziemlich bedeutende Kosten verursachen, ohne daß jedoch dem Uebelstande gründlich abgeholfen werden würde. Es hat sich daher das Vertreterkollegium der Ansicht des Architekten angeschlossen, daß es sich empfehle, wie dies auch in dem Sachverständigen-Gutachten des Zimmermeisters ausgedrückt ist, einen vollständigen Ersatz des Dachstuhles über dem Mittelschiffe und zwar durch einen eisernen Dachstuhl herzustellen; bei den beiden seitlichen Dachstühlen würde die Vornahme von Reparaturen genügen. Die Aufstellung der Monierwände könnte dann entfallen. Es hat sich weiters die Notwendigkeit ergeben, einen Teil des hölzernen Fußbodens in den Seitenschiffen neu herzustellen, ferner hat sich als zweckmäßig herausgestellt, die im Tempelgebäude befindlichen tapezierten Spieltüren durch durchsichtige Glastüren zu ersetzen. Die dekorativen Fenster im ganzen Hause, welche seit Errichtung des Tempels nicht renoviert wurden, sind in derart schadhaftem Zustande, daß namentlich auf den Gallerten durch die Lücken der Fenster eine sehr fühlbare Zugluft erzeugt wird. Es sollen, um diesem Uebelstande abzuhelfen, die alten Fenster insoweit dies möglich ist, repariert, bezw. durch neue ersetzt werden. Wichtiger als alle die vorangeführten Arbeiten erscheint jedoch dem bisherigen Zustande, daß die Besucher der I. und H. Gallerte eine gemeinsame Stiege benützen und im Parterre auch mit den aus demselben kommenden Besuchern Zusammentreffen, abzuhelfen. Zu diesem Zwecke ist die Errichtung separater Stiegen

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