Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1904
- Issue
- Heft 42 (28.10.1904)
- Date
- 1904-10-28
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 42. Die Wahrheit Leite 7. waren sie W a s s e.r 11 e r e. Schwimme r, da der Text sagt: Fluß Menschen. Die Sagen und Märchen haben wieder einmal recht gehabt; das Tier, das wir hier wieder leibhaftig vor uns sehen, nachdem es tausend Jahre der genauen Erinnerung des Menschengeschlechtes entschwunden war, ist der Nickar, der Flußmensch! Deswegen waren und sind die Quellen und die Flüsse so heilig und durch die Volkssage geweiht, weil sich in ihnen einst das lustige Volk der Nicker. und Nixen tummelte. Deswegen sind die alten Waldbäume so geehrt und werden mit Heiligenbildern geschmückt, weil auch in ihnen in der Vorzeit lebendige ..Heilige", die Affenmenschen, hausten. Wir begreifen nunmehr die Dämonenbäume in der Bibel, und warum die lüsternen Weiber*) zu den „grünenden Bäumen" eilten, daß sich in deren Schatten die wildesten Orgien und Bacchanalien abspielten.. Es wird uns nunmehr auch verständlich, warum dieselben zügellosen Orgien, bei den Felsen an den Wasserstrudeln abgehalteu wurden. Wenn wir baziati, udumi und paputu unter einander vergleichen, so haben die paputu das altertümlichste Aussehen. Sie sind die Reste einer urältesten Fauna. Was sagt nun die Anthropologie zu diesem ganz merkwürdigen ..Fischmenschen", har er wirklich Beziehungen zum Menschengeschlecht? Ganz zweifellos, alle Mythen und Sagen, und zwar bei allen Völkern, berichten von den Nickern und Nixen, und speziell auf palüstinünsischen Boden haben wir ja den fischgestalteten Gott Dagon. Aber auch in neuester Zeit konnte man und kann man noch mit eigenen Augen sehen, daß im Menschengeschlecht durch die Vererbung die Erinnerung an den Fischmenschen noch nicht erloschen ist. Ich meine die bisher unaufgeklärte „Fischschuppenkrankheit" (Jchthyasis), bei der die gewöhnliche Haut sich in eine Art Schuppenhaut verwandelt. Um 1800 erregten in ganz Europa die „Stachelschweinmenschen" aus der irischen Familie Lambert gewaltiges Aufsehen. Der Leipziger Arzt Ti l es ins gab darüber ein sehr exakt geschriebenes Buch: Ausführliche Beschreibung und Abbildung der beiden sogenannten Stachelschweinmenschen", Altenburg 1802, heraus. Ein Blick auf die dem Buche beigegebenen Abbildungen, von denen T i l e s i u s sagt, daß er sie selbst mit der größten Genauigkeit hergestellt habe, müssen selbst einen Laien überzeugen, daß das Schuppenkleid der „Stachelschweinmenschen" mit dem der paputu vollkommen identisch ist. Es wäre nunmehr noch die Frage zu erledigen, was sagt die Biologie und Anthropologie zu der Annahme der Bastardierung von liomo sapiens mit diesen Tier- und Affenmenschen. Ist sie möglich? Es sei vor allem bemerkt, daß noch heute Sodomie getrieben wird, und zwar mit Tieren, die systematisch von dem Menschen viel weiter abstehen als die Affen, z. B. mit Hunden und Schweinen, ja sogar mit Hühnern. Es ist festgestellt, daß es bei manchen Vermischungen zu einer Fruchtentwicklung kommt, wenn auch die Jungen todt geboren werden. Es ist daher umso wahrscheinlicher, daß die die Vermischung zwischen Mensch und Affe fruchtbar ist. Die Wahrscheinlichkeit wird jedoch zur Tatsache durch Experimente, die zwar nicht direkt, aber doch indirekt von großer Beweiskraft sind. Den Aerzten M e t s ch n i k o f f und L a s s a r ist es gelungen, die spezifisch menschliche Syphilis auf Menschenaffen überzuimpfen, während die Jmpfversuche bei allen anderen Tieren mißlangen. Noch bedeutsamer sind die Versuche Friedenthals, der die nahen Beziehungen zwischen Menschen und Affen experimentell durch Ueberimpfung von Blut (Transfusion) 0 Vgl. Ezechiel, I s a i a s rc. nachwies. Meuschenblut in die Adern von Affen gebracht, fügt denselben keinen Schaden zu, während andere Tiere diesen Experimenten erliegen. Es märe noch kurz ein Einwurf zu erledigen. Sind die assyrischen Monumente und Texte verläßlich? Darauf ist zu antworten: Die als Basis unserer Untersuchung gewählten assyrischen Schrift- und Kunstdenkmäler entsprechen völlig der Wirklichkeit, sie haben genau denselben Wert, wie etwa ein Schädel- oder Skelettfund. 1. Sind die Tiere durch Beischristen auf den Monumenten selbst als baziati, udumi, paputu bezeichnet. 2. Sind die Beischriften der Teil einer nüchternen Tributliste, also der Teil einer staatsrechtlichen Urkunde. Die Tiere werden in einer durchaus realen Umgebung, neben Elefanten und Kameelen genannt. Wir haben, dies sei besonders betont, keine mythischen Texte vor uns. Ebenso entstammen die allerdings spärlichen Beschreibungen der Tiere durchaus historischen Texten. 3. Ebenso verläßlich sind die Darstellungen. Die auf dem schwarzen Obelisken erscheinenden Menschen und Tiere zeigen, daß die Künstler durchaus nicht phantasierten und genügend Technik und Auffassungsgabe besaßen, um die Menschentiere naturgetreu wiedergeben zu können. Zudem ist es ja bekannt, daß die Assyrer in Tierbildern unübertroffene Realisten waren. Alles, was die Bibel erzählt, ist demnach wahr! Auch nicht in den kleinsten Details hat sie sich geirrt. Die Bibel ist nicht nur vom literarischen Standpunkte das schönste und ehrwürdigste Buch, sie ist auch, was niemand ahnen konnte, das einzige Buch, das eine richtige und exakte Kenntnis von der Entstehung des Menschengeschlechtes hat. Daß wir dies bisher nicht erkannten, daß man die Bibel immer an erster Stelle gegen die modernen naturwissenschaftlichen Anschauungen ins Treffen führte, das kommt daher, da die meisten, die berufen oder unberufen über die Bibel lästern und schimpfen, oder die Bibel über den grünen Klee als den Kodex der Orthodoxie loben, von dem hebräischen Urtext der Bibel gar keine oder nicht genügende Kenntnis haben und von dem eigentlichen Mysterium der Bibel, dem Menschentier, nichts wissen. (Schluß folgt.) Weder die ökonomische Lage der Inden in Wnßland. Unter dem Titel ..Sammlung von Materialien über die ökonomische Lage der Juden in Rußland" hat die Jewish Colonisation Association ein umfangreiches Werk herausgegeben, das auf Grund umfassender Studien in alle Verhältnisse der Juden in Rußland hineinleuchtet und damit uns einen richtigen Begriff gibt von der Größe des Elends, das dort unter unseren armen Glaubensgenossen herrscht. Ueber die Zahl der Juden, ihre Verteilung über Stadt und Land, über Zahl, Umfang, Entstehung und Entwicklung der jüdischen landwirtschaftlichen Kolonien, über ihre Beteiligung an Handwerk und Fabriksarbeit, über die jüdische Armut und die zur Milderung derselben bestehenden Vereine und Anstalten, über die von den Juden, trotz unglaublichen Druckes, selbst erhaltenen Bildungsanstalten, kurz über alles erhalten wir hier willkommene Aufklärung. Einige besonders interessante Daten wollen wir im Nachstehenden nach einer Darstellung von I. T u r o f f - Berlin wiedergeben: Die Zahl der russischen Juden belief sich bei der allgemeinen Volkszählung von 1897 auf 5,189.401, von denen 4,874.636 93*9°/0 im Ansiedlungsrayon wohnen. Ein Vergleich mit früher stattgehabter Volkszählung ergibt, daß die Juden in Polen in acht Jahren um 16*10,0, die im übrigen Ansiedlungsrayon in 17 Jahren um 22-2o/o zugenommen haben. Die nichtjüdische Bevölkerung des letztgenannten Gebietes weift aber ftir diese Zeit eine noch weit stärkere Zunahme, nämlich