Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1904
- Issue
- Heft 41 (21.10.1904)
- Date
- 1904-10-21
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 41. Die Wahrheit Seite 7. "können. Die Sünde liegt auf sexuellem Gebiet, das ist klar; es kann aber wieder : nicht, wie man die Sache jetzt allegorisch deutet, von der Liebesvereinrgung Adams mit Eva gemeint sein, denn Gott macht Eva eigens, damit Adam eine Ehegefährtin habe. Wir haben bei der Paradiesesgeschichte folgende Punkte .zu beobachten:. 1. Wir wissen, daß die udumi Tiermenschen, oder wenn man will, Affenmenschen sind. 2. Wir wissen aus der. Schrift und Tradition, daß die „Schlange" der Teufel, der gefallene „Engel", der „gefallene ben-ha-elahim" ist. 8. Adam und Eva werden infolge des Sündenfalles Ilüger und „gottähnlicher". (Gen. lH. 22.) 4. Der Zustand der „Schlange" dagegen wird verschlechtert. (Gen. III, 14.) 5. Die Sünde im Paradies hat für die gesamte Menschheit die größte Bedeutung, denn ihre Folgen vererben sich. Was hat demnach Eva und die „Schlange" getan? Der Talmud*), Sabbath 21, sagt ausdrücklich: die ..Schlange" hat der Eva beigewohnt. Das war es! Das Udumusweibchen hatte sich den „Gottessöhnen" hingegeben! Die Paradiesesgeschichte ist demnach nichts' als eine etwas poetische Ausführung des trockenen Berichtes in Kapitel VI der Genesis. Nunmehr stimmt alles! Die Folgen dieser Sünde spüren wir heute noch, die Folgen dieser Sünde haben, wie der Talmud an derselben Stelle richtig sagt, ..einen Schmutz" ins Menschengeschlecht gebracht. Wir wissen heute, daß sich gewisse Krankheiten und Anlagen zum Verbrechertum vererben, wir wissen, daß sich Schönheit und Häßlichkeit vererbt. Wenn sich alles Schlechte vererbt, so muß es einen Stammvater in der Vergangenheit haben. Das ist das große tiefsinnige Wort im Buche der Weisheit, Kapitel II, Vers 24: Durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt. Und wiederum, Kapitel XIV, Vers 27: Denn der Dienst der namenlosen**) Götzen (= Tiermenschen) ist allen Uebels Anfang, Ursach und Ende. Doch wir können zwischen den assyrischen udumi und dem biblischen Adam eine noch engere Verbindung Herstellen. Wir sehen auf den Darstellungen des „schwarzen Obelisken", daß das eine aufrechtstehende udumu behaart ist. Gen. XXVII, 11 heißt es von Es au (der auch XXV, 30 E dom udumu genannt wird): Es au ist ein Is salr, ein „Zottelmann". Nun kommt gerade das Wort salr in Leviticus XVII, 7 in einem ganz merkwürdigen Zusammenhang vor, dort heißt es (nach Luther): Und mit nichten ihre Opfer hinfort den Feldteufeln (ss Irina, daemonibus) opfern, mit denen sie huren." Es ist offenbar, daß hier unter den „Feldteufeln" keine Götzenbilder, sondern lebende Wesen verstanden sind. Das fornicari vom „Götzendienst" kommt in der Bibel an zahlreichen Stellen vor, und ist ungezwungen stets nur auf die Buhlschaft mit den Tiermenschen, das sind aber die „Dämonen", zu deuten. Auch diese Deutung ist nicht ganz neu, denn schon der alte Bechart, Hierozoikon (1675), Fol. 642, hat sie. Ebenso sagt neuestens der Jesuit Pasch in seinen krasIcctiousZ dogmaticae in, 221: „Die ganze Idolatrie wird (im Alten Testament) als commercium cum. daemone (Dämonenbuhlschaft) aufgefaßt." Und zwar zitiert er: Lev. XVH, 7; Deut. XXXII, 17; I. Co r. X, 20. Aus der Jakobsgeschichte haben unwissende Exegeten alles mögliche herausgelesen. Jakob wurde da zum „jüdischen Betrüger", Gott zum Protektor der Lüge gemacht, und die Bibel in globo als unmoralisches Buch verworfen. Nebenbei wurde noch weidlich auf Roheit und Grausamkeit und die minderen ethischen Anschauungen des Alten Testamentes geschimpft. Das wird nunmehr auch anders. Es au, der Tiermensch, verkauft seine Erstgeburt um ein udumus! Schon Augustinus sagt, daß das, was Es au gegessen habe, ein „egyptisches Linsen- *) ed. Goldschmidt, Berlin. (Calvary) 1897, sehr handsame und verwendbare Ausgabe. **) Bei Herodot II, 132 und an vielen anderen Stellen heißt der Tiermensch, mit dem Sodomie getrieben wurde, der „unaussprechliche", „namenlose". gericht" war. Nie und nimmer, ebensowenig wie Kain, konnte Esau als inferiorer Mensch des göttlichen Segens in vollem Maße teilhaftig werden. „Jakob habe ich geliebt, Esau gehaßt." (Mal. 1, 3; Rom. IX, 13.) In derselben Weise hat man der Bibel in der Geschichte von der Schändung der Dina und der fürchterlichen Rache an den „Sichemiten" Zelotismus, blutdürstige Grausamkeit und Treulosigkeit vorgeworfen. (G en. XXXIV.) Aber die H e r n e e r sind, wie schon der Name Hemor --- Wildesel besagt, keine Vollmenschen gewesen, sie waren Monstra und Tiermenschen, wie die Enakiter, Amoriter, Raphaunu. a. Ohne die Ausrottung jener dem Menschen gefährlichsten Wesen war eine Kultur und Zivilisation unmöglich! Nehmen wir von den udumi und den Riesen Abschied und wenden wir uns den Zwergen, den baziati aus dem schwarzen Obelisken zu. Auch die baziati gehen nach Menschenart anfrecht, haben jedoch sehr kurze Arme und sind zum Unterschied von den udumi Pygmäen, die aufgerichtet kaum die Höhe von 15 Meter erreicht haben dürften. Sie sind ebenso wie die udumi kurz beschwänzt. Eine Betrachtung der baziati auf dem schwarzen Obelisken muß uns überzeugen, daß die baziati mit den egyptischen Ptahfiguren und den phönizischen Pataiken identisch sind. Auf dem Sarkophag von Amathont sehen wir die geschmückten Weiber ihre Brüste zeigen, während die Zwerge (Kabiren, Patäken) herbeieilen. Unzühligemale begegnet man den Frauenfiguren m dieser unzüchtigen Haltung und ebenso häufig in noch obszöneren Stellungen. Nun wird auch Job. XIII, 3, wo von der ..schamlosen Stellung der Frauen"*) dem Leviathan gegenüber die Rede ist. verständlich! Die baziati machen mit ihren kurzen Extremitäten und ihrem sackförmigen Leib fast einen reptilienartigen Eindruck. Es fällt nunmehr auch Licht auf die vielen fettsteißigen Figurinnen, die in den prähistorischen Fundorten im ganzen Mittelmeerbecken gefunden wurden. Besonders reich an diesen ist Malta. Höchst interessant ist auch ein in dem Pfahlbau von Ripac in Bosnien gefundenes Tonstatuettchen, an welchem man wieder den plumpen, sackförmigen, das Schwimmen erleichternden Körper und die kurzen flossenartigen Extremitäten sieht. Uebrigens haben wir eiue derartige überfeiste Frauengestalt auch auf einer historischen egyptischen Darstellung verbürgt. Es ist dies die Fürstin aus Pu nt, wo gleichfalls Pfahlbauten historisch erwähnt werden. Es haben demnach derartige Wesen existiert und sind keine Phantasie der Künstler. Uebrigens kommt gerade diese Fettleibigkait heute noch in Abessynien, also ganz in der Nähe des alten Punt, vor. Ein neuer Beweis wie nachhaltig und stark die Vererbung wirkt! Auch das, daß die udumi und baziati beschwänzt gewesen sind, darf uns nicht überraschen. Heute noch werden nicht selten beschwänzte Embryonen beobachtet. Wiedersheim**) bringt sogar die Abbilduug eines beschwänzten Kindes und auf den Skulpturen von Sanchi in Ostindien sehen wir einen opfernden und tanzenden Affenmenschen, die mit einer solchen Realistik wiedergegeben sind, so daß man nicht mehr an „künstlerische Phantasie" denken kann. Was sagt nun die Anthropologie zu den Zwergen? Gerade diese Wissenschaft hat in neuester Zeit die Existenz von Zwergen unwiderleglich festgestellt, und zwar gerade auf dem Gebiete, auf dem uns unter anderen die baziati als existierend historisch verbürgt sind, nämlich in Egypten. (Forts, folgt.) Ans der Vergangenheit und Gegenwart Ungarisch-Krods. (Fortsetzung.) Der Kulturkampf. Das sturmbewegte Jahr 1848, welches alle einengenden Beschränkungen aufhob und alle Scheidewände beseitigte, welche Menschen von Menschen trennten, rüttelte auch heftig an den *) Bgl. Übersetzung bei Friedr. Delitzsch: Das Buch Hiob (1902). **) Bau des Menschen (1902).