Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1904
- Issue
- Heft 13 (25.3.1904)
- Date
- 1904-03-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Die IDahrhsil Nedaklion u. Administration: Wien, Il/t Novaragasse 27. Telephon Nr. der Druckerei? 15302 Inserate 20 Hell, per Nonpareille-Zeile. Abonnementsu. Jnserlionsbeträge sind in Wien zahlbar und klagbar. «abhängige Hertfchrifi für Mische Interessen. Erscheint jeden Kreitag. Motto: ..Das Siesel Gottes ist Wahrheit!• Bezugspreis: j | Ganzjährig . . K. 12.— j | Halbjährig . . . K. 6.— [ l _ I j #itr Cultusbeainte:! Ganzjährig . . . ft. 10 — Für Ausland: Ganzjährig ... 6 Mark. Ü Nudel oder 16 Fes. Ur. 13 Wien, 2s. Mar; 1904. Inhalt: Die Zentennarseier Salomon Sulzers. — Nerschiedene Nachrichten. — Der Prophet Elias. — Inserate. Alionnements-Ginladnng. Am 3. April öeginnt das 2. Huartal des Heurigen Jahrganges und werden die geehrten Kerren Aöonnenten demgemäß um umgehende Erneuerung des Abonnements erluchs damit die regelmäßige Zusendung des Malles keine Jlnlerbrechung erleide. Abonnements-Bedingungen: vierteljährig Kr. 3.—, Halbjährig Kr. 6.—, ganzjährig Kr. 12.—. Probenummern stehen zur Verfügung. Die WeöakLion. Die Zentennarfeier Salomon S«l;rrs. „Die festlichen Veranstaltungen der beiden Tage, welche dem Andenken Salomon Sulzers zur Feier seines hundertjährigen Geburtstages gewidmet waren, werden allen Teilnehmern unvergeßlich bleiben und bilden ein Ruhmesblatt in der Geschichte der Wiener Kultusgemeinde." So äußerte sich eine hervorragende Persönlichkeit der Wiener Gemeinde über die einzig dastehende und imposante Huldigung, die am 20. und 21. März dem großen Meister des Synagogengesanges von der Wiener Kultusgemeinde und den Kantoren dargebracht j wurde. Großartig und in allen Details des Programmes ge-; lungen war die Zentennarseier, und man muß wahrhaftig im! Zweifel sein, welcher der einzelnen festlichen Veranstaltungen! die Palme zuerkannt werden soll. Die durch die rednerischen und musikalischen Leistungen glänzenden Festgottesdienste in den; beiden Synagogen Stadt und Leopoldstadt, die wahrhaft erj hebende und denkwürdige Festsitzung des österr.-ungar. Kantorenj Vereines im Sitzungssaale der Kultusgemeinde, die schöne und! pietätvolle Feier in den Räumen des „Jüdischen Museums", das in jubelnder Begeisterung verlaufene Bankett der Kantoren, sie alle trugen den Stempel der Großartigkeit und Vollendung. .Die Zeiten sind gegenwärtig eigentlich nicht besonders auf Feste gestimmt, und der Ausblick, der sich dem Judentume in Wien, in Oesterreich und außerhalb seiner Grenzen bietet, ist kein erfreulicher. Wenn aber trotz der trüben Zeiten dennoch die weitesten Kreise mit Begeisterung an der Sulzerseier teilnahmen, so hat Oberrabbiner Dr. Güdemann die richtige Erklärung für diese Erscheinung gesunden, indem er in seiner meisterhaften Rede beim ersten Festgottesdienste so treffend die großartigen Erfolge des Sulzerischen Gesanges damit begründete, daß Sulzer es verstanden hat, dem jüdischen Volke aus der Seele zu singen. Wen aber das Volk ins Herz eingeschlossen hat, den kann es auch in trüben Tagen nicht vergessen, und darum wird der Name Salomon Sulzer zu allen Zeiten mit Liebe und Begeisterung genannt werden. Und nun wollen wir dem Chronisten das Wort lassen und der Reihe nach den Verlaus der Festlichkeiten schildern. Begrüßung der auswärtigen Kantoren. Sonntag, 10 Uhr vormittags, versammelten sich sämtliche Wiener Kantoren im Sitznngssaale des österr.-ungar. Kantorenvereines zur Begrüßung ihrer auswärtigen Kollegen. An dieser Versammlung, sowie an den weiteren Festlichkeiten nahmen teil: Heller-Brünn, Goldmann-Brünn, Stößler-Neuraußnitz, Löwensohn-Eibenschitz, Kohn-Lundenburg, Weiß-Jglan, zugleich als Vertreter der Kultusgememde Iglau und des Gesangvereines „Schir-Zion" daselbst, Stransky-Melnik, May- Frauenberg, Rosenfeld-Raab, Basser-Neusatz, Buxbaum-Kroat.- Kreuz, Seiffert-Baden, Friedl-Klosterneuburg, Kuhner-Tulln, Jellinek-Oberhollabrunn, Werdisheim-Stockerau. Die Wiener Kantoren waren fast sämtliche bei den Festakten vertreten, und zwar: Singer, Bauer, Blatt, Schorr, Guttmann, Schiller, Iurberger, Ton Fachs, Knlka, Löwit, Baßl, A. Rotter, Regner, I. Schlesinger, Löwy-Floridsdors, Dünmann. Schleifer, Smotrizky, Serebrenik, Onartin, Kläger, Pekarnik, Oesterreicher, Peterselka, Hirsch, Chordirigent Heimann, Czuczka, Edelmann, Menkes, Wittmann, Weißmann, Schreibstein, Segal, Klein, Silbermann, Treuhast, Abramowilsch, Weiß, Dukes. Der I. Vizepräsident, Oberkantor I. Bauer, begrüßte die Versammlung, warf einen Rückblick aus die Entstehung des Fachblattes und des Kantorenvereines, an dessen Wiege Altmeister Sulzer als Ehrenpräsident gestanden, und forderte die Kollegen aus, an dieser Fahne, die der verewigte Meister anfgepflanzt, festzuhalten. Dies wäre der schönste Ausdruck der Pietät, die sie dem Andenken Salomon Sulzers darbringen könnten. Hieraus wurden die Details des Festprogrammes mitgeteilt und noch einige Stunden unter kollegialer Aussprache zugebracht.