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Die Wahrheit · 1904-01-01 · Heft 1 (1.1.1904) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1904
Issue
Heft 1 (1.1.1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Die Wahrheit Nr. 1. deH Redners sickern dem Vortrage-von vorneherein das all- ^Jirtereffe. ' - - Wien Dienstag den 5. Jänner 1904, abends 7 Uhr, findet im XSL Segirfe für das 87. Vereinsjahr statt. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Neuwahl von vier Mitgliedern in den Vorstand. 3. Neu- Dichl des Ausschusses. 4. Anträge und Interpellationen. Wien. (Tagung des Religionslehrer verbau des.) Iku 28. und 29. Dezember hielt der Verband der israelitischen Religionsßehrer au den österreichischen Mittelschulen im Lokale der Religionsjchule derWiener Kultusgemeinde seine IV. Generalversammlung ab, die recht Zahlreich besucht war. Der Obmann des Verbandes, Professor Dr. Adolf ■äÖciü, begrüßte die Versammelten, insbesondere die erschienenen beiden Kize-Präsidenten der Wiener Kultusgemeinde, Dr. Alfred Stern und Dr. Gustav Kohn, sowie Herrn Vertreter Dr. Steiner und Herrn Vorsteher Dr. Berger, und erklärte nach einem dreifachen Hoch auf Se. Majestät Heu Kaiser die Versammlung für eröfinet. Der Rechenschaftsbericht des Obmannes. aus dem hervorging, das; es dem Ausschüsse gelungen ist, im Vereine mit der Wiener Kultusgemeinde einen Lehrplan für den Religions- MÄerricht an den Wiener Mittelschulen zu schaffen, sowie der Rechenschaftsbericht des Kassiers Prof. Dr. Leopold Goldhammer werden rmMnnnig zur Kenntnis genommen und dem Ausschuß das Absolutorium «teilt. Die beiden Vize-Präsidenten der Wiener Kultusgemeinde erklären stch bereit, mitzuarbeiten bei der Schaffung eines cndgiltigcn Lehrplanes und bei der Regelung der rechtlichen Verhältnisse der israelitischen Mstigionslehrer an Mittelschulen. Da der Obmann Dr. Weiß infolge uWrgroßer Ueberbürdung sich gezwungen sieht, die Obmannstelle niederzÄvgeu, wird zum Obmann der bisherige Obmannstellvertreter, Rabbiner Dr. D. Feuchtwang (Wien), gewählt, zum Schriftführer Prof. Dr. Heinrich Pollak (Wien.) In den Ausschuß werden gewählt die Herren: Professor Dr. A. Weiß, Profeffor Dr. L. Goldhammer, Professor M. Kanitz, Dr. Laugfelder, Profeffor Dr. M. Grünfeld. Professor Dr. A Kisch, URabb'met Dr. Biach. Der gewesene Obmann Professor Dr. A. Weiß und b« H. Vize-Präsident der Wiener Kultnsgemeinde, Landesschulrat Dr. Gustav Kohn, werden zu Ehrenmitgliedern des Verbandes ernannt. Wrf die Verhandlungen des Verbandstages sowie auf die an demselben größten Beschüffe, behalten wir uns vor, in einer der nächsten Mmmern Dieses Blattes des näheren zurückzukommen. Wien. Samstag, den 9. Jänner begeht Oberkantor M. Schorr Bacmizwafeier seines vorjüngsten Sohnes Maximilian. Den gottesdienstlichen Vorttag hält der Konfirmand in der Synagoge, II., LeopoldsgaDe 29, um 10 Ühr vormittags, die Festrede in der Wohnung, H., Ob. Donaustraße 47, um 1/23 Uhr nachmittags. Wien. (Literarischer Geselligkeitsverein „jüdischer MLdchen Moria".) Sonntag, den 27. d. M. hat Herr Dr. S. Krenb«ger einen hochinteressanten Vortrag über das Thema „Mädchenbildung" gehalten. Der Redner besprach die große Notwendigkeit der gründlichen, namentlich der ethischen Mädchenbildung, um das Mädchen für feinen hochwichtigen, von Natur aus gegebenen Beruf als Gattin und Mutter vorZubereiten. machte die Entwicklung und kulturelle Größe einer ■Käfern von der Vorbildung der Frau abhängig und hob ihren Einfluß auf spätere Generationen hervor. An den Vortrag schloß sich eine ungemein lebhafte Diskussion, an der die meisten der zahlreich Versammelten .cheiluahmen. Wien. (Verein jüdischer, jugendlicher Arbeiter „Leopoldstadt") Sonntag, den 3. Jänner 1904 Vereinsabend mit Bortrag des Herrn Dr. Saul Rafael Landau, Hof- und Gerichtsadvokat, über das Thema: Die jüdischen Arbeiter und die »sozialistischen Bestrebungen. Beginn 7 Uhr abends. Ort: II., Stefaniestraße 8 (Privatlokal). Gäste willkommen. Wien. (Borträge aus jüdischer Geschichte.) Montag, bm 4. Jänner 1904, präzise 7 Uhr abends, im Festsaale des N.-Oe. Gewerbevereines, I., Eschenbachgasse 11, Herr Dr. M. Grunwald: „Geschichte der Juden in Deutschland und Oesterreich". (Fortsetzung.) Der Eintritt ist frei. Wien. Der theologische Verein der Hörer an der israelitischcheologifchen Lehranstalt in Wien bringt hiemit zur Kenntnis, daß am 2. Jänner, um 9 Uhr, beim Morgengottesdienste, das Vereinsmitglied Herr A. Schwarz im Beth-Hamidrasch (H., Tempelgasse 3) eine Predigt abhalten wird. Wien. (Israel. Frauen - Wohltätigkeits-Verein für Hausarme.) Der Vorstand des Israel. Frauen-Wohltätigkeits-Vereines Dr Hausarme veranstaltete am 23. Dezember 1903 eine Chanukabeteilung, bei welcher 24 der würdigsten, armen Frauen mit warmen Kleidungsstücken beschenktwurden. Die größte Anzahl der Beschenkten besteht aus solchen Frauen, die in der rauhen Jahreszeit vom frühen Morgen bis spät abends außer Haus ihrem Erwerbe nachgehen, der oft so kärglich ist, daß er zur Beschaffung von wärmenden Kleidern nicht hinreicht. Die Vorstandsdamen konnten ■ dah« zu ihrer großen Befriedigung bemerken, daß die Bekleidung von ■' solchen Frauen, welche selbst für ihr täglich Brot sorgen müssen, einen doppelt wohltättgen Zweck verbindet. Wien. (Verein zur Hebung der Gewerbe.) Am Dienstag, den 5. Jänner 1904 abends 1ji8 Uhr hält der Verein im FMaale des H o te l C entra l, EL, Taborstraße 8 eine P l en arversammlung mit folgender Tag esordnung ab: 1. Demonstration und Ausstellung der „E m p i r e"-S chreibmaschine und eines B.e r viel f.äl.ti g ft.n,g s-.App a rai.e s. von unserem . Mitgliede, der^Firma Theodor WeißLEo Wien. 2. Demonstration und A ü s st e l l u n g einer pat. Händstickmaschine von unserem Mitgliede Armin Jarmai, Wien. Es werden vor dem Publikum Handarbeiten ausgeführt, welche jede D a m e i n n e rh a,l b 5 Mi nuten erlernen kann. 3. Ausstellung lithographlscher Gravüre-Arbeiten aus dem Kunst- Atelier unseres Mitgliedes, Herrn Josef Juer, Wien. 4. Diskussion, eingeleitet von unserem Mitgliede Herrn Bez.-Rat und Stadtbaum c i st e r Ed m. M e lch er, über „Wahrnehmungen bei den feuerp o l i z e i 1 i ch e n Besichtigungen der Warenhäuser, welche infolge der letzten Brandkatastrophen in Wien und Budapest dermalen durchgeführt werden. — Dämen und Gäste willkommen. Drohobycz. (A u s z e i ch n u n g.) Das Obersthofmeisteramt Sr. Majestät des Kaisers hat der Firma A. H. Zupnik, Buchdruckerei in Drohobycz, den Titel „k. u. k. Hoflieferant" verliehen. Jglau. (Jahreshauptversammlung des Tempel- G e s a n g s v e r e i n e s „S ch i r Z i o n".) Unter überaus zahlreicher Beteiligung der Vereinsgenossen fand am 13. Dezember im Probesaale die Jahresversammlung des Vereines statt. Nachdem der Vorsitzende Gustav Hellmaun die anwesenden Ehrengäste begrüßt hatte, unter welchen sich der Vorsteher der Kultusgemeinde Adolf Lieblich und dessen Stellvertreter Snnon Feldmann sowie einige Kultusräte, der Präses der „Chewra Kadischa", Wilhelm Oestreicher, nebst einigen Vertretern der hier bestehenden Vereine befanden, berichtete der Schriftführer Adolf Beuesch über die Tätigkeit der Vereinsleitung und konstatierte, daß der seit 20 Jahren bestehende Verein derzeit 70 ausübende Mitglieder (40 Damen und 30 Herren), 3 Ehrenmitglieder und gegen 200 beitragende Vereinsgenoffen zählt. Die hervorragenden gesanglichen Leistungen der Sängerschaft haben dem Vereine eine achtunggebietende Stellung in unserer Gemeinde verschafft, so daß er zu einem wichtigen Faktor des mustergiltigen Gottesdienstes geworden ist. Der Bericht gedachte ehrend des vor kurzer Zeit dahingeschiedenen Tempelvorstehers Maximilian Metzl, der als eifriges Ausschußmitglied das regste Interesse dem Vereine entgegenbrachte. Durch Mitglieder und Gönner, zu denen in erster Reihe unsere verehrte Knltusgemeinde gehört, materiell sichergestellt, kennt der Verein nur eine Sorge — daß er sich stetig fortbilde. Dies ist ihm auch zum Teile gelungen. Denn gutgeschulre Sängerinnen, unter denen Frau Rosa Epstein durch ihren wohlklingenden Sologesang rühmlich hervorragt, sowie gute Männerstimmen stehen jederzeit im Dienste des Chores. An den anerkannten Erfolgen des Vereines hat der Vereinschormeister Josef Kohn hervorragenden Anteil, dessen Namen als Dirigent sowie als Musiklehrer einen guten Klang hat. Seine Kompositionen für den Tempelgesang, sowie solche für feierliche Anlässe, haben an Zahl und Wert zugenommen und finden allenthalben bei Fachkennern günstige Beurteilung. Durch Neuanschaffung gediegener Werke sowie durch Schenkungen, darunter die Spenden des Obmannstellvertreters Albert Pokorny (Männerchöre) und des Vereinsausschusses Karl Pollak (18 Stück gemischte Chöre) hat das Vereinsarchiv eine große Bereicherung erfahren. Nebst der Pflege des Gesanges richtete die Vereinsleitung und ihr Obmann auf humanitäre Bestrebungen volle Aufmerksamkeit durch Verleihung von jährlichen Unterstützungen an solche Mitglieder, welche sich dem Hochschul- oder Fachstudium widmen, durch Beiträge an Kurbedürftige, sowie durch Darlehen an würdige Bittsteller; selbst den Brudervereinen gegenüber im Schoße der Kultusgemeinde zeigte sich der Verein in dringenden Fällen dienst- und werktätig. Daß unser Oberkantor S. Weiß und der amtierende Chordirigent ihre Aufgabe in überaus anerkennenswerter Weise lösen, ist ein erfreulicher Umstand von wohltuender Wirkung. Der Vereinsbericht spricht schließlich den Wunsch aus, daß der Verein zur Abwechslung dem „heiteren Liede" mehr Aufmerksamkeit zuwende, wodurch ein Lieblingswunsch der jüngeren Mitglieder erfüllt werde. Hinweisend auf die Bedeutung des Bereinsmottos: „Ist zu Gottes Ehre ein Verein, muß er bestehst: und gedeih'n," spricht der Berichterstatter die Erwartung aus, daß der Verein zur Ehre Gottes und zum Heile des Volkes weiter wirken werde. (Anhaltender Beifall.) Der Vorsitzende dankte dem Schriftführer und pflichtete dessen Ausführungen vollends bei. Kultusvorsteher Lieblich sprach sich ebenfalls lobend über die Leistungen des Vereines aus und dankte demselben im Namen der Gemeinde, wobei er betonte, daß die guten Erfolge desselben insbesondere der zielbewußten Leitung seines Obmannes zuzu- . schreiben seien, was die lebhafteste Zustimmung der Versammlung hervorrief. Dem Vereinskassier Wilhem Pollak, der über bte Kassagebahrung berichtete, und das derzeitige Beremsvermögen in der Höhe von 10.000 Kronen auswies, wurde über Antrag des Vorsitzenden der gebührende Dank ausgesprochen. Bei der hierauf folgenden Wahl wurden der frühere Obmann Gustav Hellniann und Obmannstellvertreter Albert Pokorny einstimmig wiedergewählt, desgleichen der bisherige'Vereinsausschuß: Adolf Benesch, Jonas Heim, Karl Pollak, Wilhelm Pollak. Käthe Rosner, Sophie Sommer und Simon Weiß. Bei Punkt „Freie Einträge" der Tagesordnung wurde einem Ansuchen des Vereines „Chewra Kadischa" Folge gegeben, wofür der Präses desselben dankte. Mit einer Vertrauenskundqebung für die Bereinsleituug wurde die Versammlung geschlossen. A. B. Zabreh. Anläßlich des Chanuka-Festes fand am 17. d. M., 7 Uhr abends, in dem neurenovierten Teinpel zu Zabreh ein Festgottesdienst statt, bei welchem unter sehr zahlreichem Publikum auch eine Vertretung der isr. Kultusgemeinde M. Ostrau u. zw. der Präsident Herr Dr. Alois Hilf, die Herren Kultusräte Moriz Krasny, Dr. Emil Reick, Ignaz Reiß, Josef Weißlitz und Dr. Max Beer erschienen waren. Eingeleitet wurde derselbe

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