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Die Wahrheit · 1903-11-13 · Heft 42 (13.11.1903) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1903
Issue
Heft 42 (13.11.1903)
Date
1903-11-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 42__ Die Wahrheit Seile 7 Jahren sind wir mit ihr in Liebe verlobt, und sie werden wir heiraten, keine andere, träte diese andern auch im Schmucke aller Goldminen Afrikas vor uns bin. Den letzten Nachrichten zufolge hat das ostafrikanische Projekt in der Auffassung seiner Befürworter eine starke Reduktion erfahren. Man hat es bereits eingesehen, daß man an eine Ansiedelung von Millionen nicht denken könne. Lord Rothschild, tvelcher für das Projekt Interesse bezeugt haben soll, erklärte, daß er -es keineswegs für einen Weg zur Lösung der jüdischen Frage halte, ünd daß seiner Ansicht nach höchstens 15—20000 jüdische Seelen in Ostafrika angesiedelt werden könnten. Und bei einer ähnlichen Zusammenschrumpfung der Ziffern ist das zionistische Aktions - Konnte angelangt. Angesichts dessen aber fällt die leitende Idee, die eines provisorischen Staates, in sich zusammen und das ganze ostafrikanische Projekt würde nichts als ein ebenso nutzloses ivie gefährliches Experiment sein. (Schluß folgt.) Ein 50jährige« Lehrerjubiläum. Der Schulstul der israelitischen Gemeinde S. A. Ujhely versendet einen in ungarischer Sprache abgefaßten Aufruf nachfolgenden Inhaltes: Der Schulstubl der »Kaestenbaum* - Gemeindeschule erfüllt eine alte patriotische und religiöse Pflicht, - indem er das 50 jährige Jubiläum seines verdienstvollen Lehrers und im Lehrfache bedeutenden Literaten, des Herrn Israel Singer Ehrenmitglied des Ungar, israelitischen Landes-Lehrervereines und lebenslänglichen Ehrendirektors unserer Volksschule, zu feiern beschlossen hat. Der dankenswerte Eifer seiner treuen Schüler und Kollegen hat es ermöglicht, daß wir im Jahre 1885 sein 25jähriges Amtsjubiläum als Lehrer an der hiesigen Volksschule und als Religiousprofessor am hiesigen Obergymnasium unter Betheiligung der leitenden Personen der hiesigen Stadt und des Komitates entsprechend feiern konnten. Run hat er das 50jährige Jubiläum seiner Lehrtätigkeit erreicht. Im Jahre 1853 hat er von der k. u. k. Lehrerpräparandie in Brünn, die er nebst mehreren höheren Lehranstalten daselbst nach mehrjähriger Frequentation der Talmudschule des Rabbi Sämson Rafael Hirsch, weiland Mähr.-Schles. Oberlandesrabbiner in Nikolsburg, mit bestem Erfolge absolvierte, sein Volksschul-Lehrer-Diplom erhalten, wonach er bald einer Berufung an die israelitische Hauptschule zu Szegedin folgte, an weicherer 7 Jahre fungierte und sich das volle Vertrauen des hochberühmten Oberrabbiners Leopold Löw erworben hatte. Von 1860 bis 1893 wirkte er hier als Lehrer au der diesigen Volksschule, aber als Religiousprofessor am hiesigen Obergymnastum wirkte er weiter bis heute. Nebst gewissenhafter Erfüllung seiner Lehrerpflichten entwickelte er noch seit 35 Jahren eine von in- und ausländischen Fachmännern anerkannte journalistische und literarische Tätigkeit.* Außer Lehrbüchern 'verfaßte er mehrere Erziehungslehren, die ihm in weiten Kreisen Ehren erworben haben. Sein gottessälliges frommes Leben war nichts anderes, als eine ununterbrochene Kette gern einnützlicher Tätigkeit. Sein gutes Herz pochte auch für die armen Kinder, indem er vor 28 Jahren den Grund zu dem noch jetzt prosperierenden „Verein zur Bekleidung armer Schulkinder" legte, der jährlich 100—120 Kinder mit Winterkleidern und Schulbüchern versieht. Seine Schüler und Verehrer können das Jubiläum seiner 5l)jährigen Thätigkeit zu allgemeinem Wohle nicht ohne Kundgebung herzlicher Theilnahme dahin gehen lassen. Das leitende Komil« hat sich in der Hoffnung konstituirt, daß die Tausenden * In unserem Blatte sind vom Jubilar nachfolgende Arbeiten erchienen. 1. Pädagogische Aphorismen aus dem Talmud. < 2. Das Gebet als Erziehungsmittel. 3. Die Strasreden des Propheten Maleachi und ihre Verwendung auf unsere Kinder-Erziehung. 4. Ueber Kinderspiele in Bibel und Talmud. 5. Erziehungs lehren aus Ben Sir ach t.—6. Kapitel. 6. Die in diesen Blättern in Nr. 23 1902 angefangene Arbeit: Die Juden und der Talmud. Die Redattion. seiner Schüler und Verehrer gerne dazu beitragen werden, um den Namen deS geliebten und geehrten alten Lehrers zweckentsprechend zu verewigen. Wir wünschen, auf. den Namen des Jubilars eine Stiftung aufzubringen, deren Jntereffen an die israelitischen Zöglinge am hiesigen Obergymnasium als Stipendien verteilt werden sollen. Er war der erste Religionsprofessor am hiesigen Obergymnasium und er hat trotz vielseitiger, lokaler Schwierigkeiten durch seinen unermüdlichen Eifer den Religionsunterricht auf das heutige Niveau gehoben. Wir glauben, daß alle seine Schüler und Verehrer zum patriotischen und religiösen Ziele dieser Stiftung beitragen werden» damit wir seinem edeln Herzen und seiner gedachten verdienst vollen Tätigkeit ein würdiges Denkmal errichten können. Vom Jubilar wird eine Denkschrift „Reminiszenzen aus meiner 50jährigen Lehrertätigkeit" historischen und pädagogischen Inhaltes erscheinen, die den Theilnehmern gratis zugesendet werden wird. Gaben zu gedachtem wohltätigen Zwecke bitten wir an Dr. Bernhard Rosenberg. Schulpräses in S. A. Ujhely, bis 25. November gürigst senden zu wollen. Gemeindeimd^veremsbotr. J'! Me«. (Aus der Plenarsitzung des Cultusvorstandes vom 18. November 1903 unter dem Vorsitze des I. Vicepräsidenten Herrn Dr. Alfred Stern (in Abwesenheit des wegen Unwohlseins verhinderten Präsidenten Herrn kaif. Rath Heinrich Klinger). Nach Verlesung der Spenden wird im Einlaufe eine Zuschrift des Herrn Adolf Rosenbaum mit dem Danke für dir ihm zum Ausdrucke gebrachte Theilnahme anläßlich des HinscheidenS seines Sohnes bekanntgegeben; desgleichen ein Dankschreiben der Frau Dr. Anton Löwy für die Würdigung der Verdienste ihres verstorbenen Gatten seitens der Cultusgemeinde. Im Präfidialberichte theilt Herr Vicepräsident Dr. Stern den Antrag des Bertretercollegiums mit, die Ersatzwahl für den verewigten Herrn Arthur Edlen von Mises in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied der israelitischen Cultusgemeinde erst gleichzeitig mit den nächsten Neuwahlen im Jahre 1904 vorzunehmen, dagegen die durch seinen Tod freigewordene Stelle im Bertretercollegium und in mehreren Commissionen anläßlich der Neuconstituirung des Cultusvorstandes im Jänner 1904 zn besetzen. Dem Anträge des Bertretercollegiums wird zugestimmt. Weiters weist der Vorsitzende darauf hin, daß im März des Jahres 1904 ein Jahrhundert seit der Geburt des Altmeisters Professor Su l z er verflossen sein werde und daß aus diesem Anlässe eine Centennarfeier geplant sei. Die von dem zu diesem Zwecke bestellten Comits gestellten Anträge werden nach Beratung durch das Vertreterkollegium der Plenarversammlung zur Beschlußfassung vorgelegt werden. Der Vorsitzende bringt des Weiteren in Erinnerung, daß der Cultusvorstand seinerzeit in Angelegenheit der Ausschreibung der Oberlehrerstelle in der Schule II.. Untere Augartenstraße, eine Eingabe an die Behörde nach der Richtung überreicht habe, daß im Sinne des Gesetzes für diese Stelle, der Majorität der Schüler ensprechend. seitens der Petenten die Befähigung zur Ertheilung des israelitischen Religionsunterrichtes zu verlangen sei. Es könne nun constatirt werden, daß sowohl für diese Schulleiterstelle, wie auch für die Stelle eines Directors an der Knaben-Bür» gerschule II., Schwarzingergaffe, der Concurs entsprechend der Majorität der Schüler im Sinne des Gesetzes von den Petenten die Befähigung zur Ertheilung des israelitischen Religionsunterrichtes verlangt. Des Ferneren macht der Vorsitzende Mitteilung von der am 26. October 1903 durch Herrn kaif. Rath Hirsch vorgenommenen Caffa-Scontrirung, bei welcher die ordentliche Caffagebahrung constatirt wurde. Endlich gibt der Vorsitzende einen Bericht über die Einnahmen der Gemeinde bis zum 31. October 1903 unter Vergleich mit den diesbezüglichen Ziffern deS Vorjahres in der gleichen Periode. Ueber Antrag des Bertretercollegiums wird einstimmig beschlossen» den bisherigen Vertreter der israelitischen Confession im Landesschulrate, Herrn Vieeräfidenten Dr. Gustav Kohn, neuerlich für die Periode 1904 bis 1910 behufs Ernennung in Vorschlag zu bringen. Sekretär kaif. Rat Dr. Lieben referirt namens deS Vertretercollegiums in Stiftungs-Angelegenheiten. Den wichtigsten Beratungs-Gegenstand bilden die Anträge der Unterrichtscommission auf Abhaltung von Vorträgen über jüdische Geschichte, Literatur und Volkskunde. Herr Bice-Präfident Dr. Gustav Kohn begründet die. Anträge der Unterrichtscomission, denen sich das Bertretercollegium vollinhaltlich angefchloffen hak, in einem eingehenden Referate und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die Ausführung dieser Anträge geeignet sein werde, in manchen Kreisen das Interesse für das Judentum zu erhöhen und in manchen neu zu erwecken; Die Kenntniß der jüdischen Geschichte ist leider heutzutage sowohl bei der Jugend, als auch bei den Erwachsenen nur in geringem Maße vorhanden und der Vorstand wolle inen Versuch machen, auf diesem Wege eine Besserung anzubahnen. An eer sich hieran anknüpfenden Debatte beteiligen sich die Herren Salo Cohn, Ellbogen, kais. Rat Hirsch, Auspitz, Moriz Edl. v. Kuffner, Dr.

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