Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1903
- Issue
- Heft 40 (30.10.1903)
- Date
- 1903-10-30
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 8. Die Wahrheit ' ‘ 40 >: Wien. 21. Oktober. 1903. Euer Wolgebocen! ES sind nun zwanzig Jhare, seit Euer Wohlgeboren berdem vom Vorstände der Äultusgemeiude für die hohen Festtage veranstalteten Gottesdienste im Musikvereinssaale als I. Kantor wirken. ' -Während dieser langjährigen Thätigkeir habe» Sie du, ch Ihren ~ weihevollen und künstlerischen,, von einem sympatischen Organ unterstützten ÄoMag die yosle Würdigung der andächtigen Belhausi-esucher /gefunden. Der. Bethausvorstand der Kultusgemeinde nimin't gerne diesen Anlaß wahr, mit Euer Wolgeboren seine besondere Anerkennung und wärmsten Dank -auszusprechen und Ihnen beüigendes Ehrenhonorar zu Lbersende». - Mit vorzüglichster Hochachtung I. Braun Dr. Gustav. Kohn Betbaus-Sekretär. Präsident. Wien. Dem Chef der Buchdruckereifirma Moriz Waitzner L' Sohn «uv Hkrausgeder der „Neuzeit"^ Herrn Bioriz Waitzner. ist. von Sr Majestät dem Kaiser dcr Titel eines kaiserlichen 3tathes verliehen worden. Zkien Der Mätzchen- und Frauen-Verein „Bikur Chaulim" gibt hiermit bekannt, daß seine Präsidentin Gisela Kobn wegen Ueberbürdung etneu vorläusig -undeschrankteu Urlaub angetreten hat. und ersucht säm'.'nt-- lichr Zuschrisren für den Verein an die Ad.effe Frau Rosa Stranski H. KrumdMMgassc IO zu richten, ferner ersucht er um Kenntnisnahme, daß die ehemaligen Vorstandsmitglieder Frl. Regine Räufteil und" Malwine Korall.dem Vereine nicht mehr angehören und ihnen daher kein Recht zusteht, Namens des Vereines zu interveniren. ' . . Nie«. „Der renomirte Ca'etier Heinrich Neuscld, Besitzer des Kaffeehauses «Schwenderhof", XIV., Mariahilserstraße 189, hat anschlie» ßend an seist großes Kaffeehaus' eine streng rituelle Restänratidneröffnet, und die Rührigkeit dieses Mannes verspricht, das Beste aufzubieten, um seinen Gästen einen angenehmen Aufenthalt in den lichtenfreundlichen Lokalitäten zu verschaffen. Da.Speisen und Getränke vorzüglich sind, so darf rerselbe aus allgemeinen Zuspruch seitens unserer Glaubensgenoffen derwcstlichen Bezirke rechnen. ' Hreöilsch. Sonntag,-den I. November 1903, findet hier die feier-" Hche. Einweihung der neüerbaüten Ceremonien-HaÜe statt. Vorerst wird <in. Festgottesdienst um 2 Uhr nachmittags in der alten Synagoge abgehalten werden. . Werau. Am 1l. d. M. wurde der in den weitesten Kreisen bekannte Oberkante? scharr aus. Wien zur Vornahme der rituellen Circum - cifivn ' zu Herrn Dr, Bermann nach. Meran . berufen. Oberkantor Schorr kam bereitwiüigstdem Rufe nach' und führte die Operation mit panneuswerter Fertigkeit und Eleganz aus, so daß er von sämmtlichen anwesenden jüdischen und nichtjüdischen Aerzten und Läien beglückwünscht wurde. Den folgenden Samstag kam er der erndringlichen Einladung des hiesigen Kuratoriums der Königswarter-Stistung nach und betete in der hiesigen Synagoge vor. Das sehr zahlreiche Publikum, das dem Gottesdienste beiwohnte, verließ erbaut und gehoben das Gotteshaus. Aufrichtiger Dank wurde Herrn Oberkaitor Schorr allenthalben gezollt. Aagy-Frörös Herr Franz Braunfeld auS M iskolcz, Bruder des Herrn Adolf Braunfeld, C »ror und Sekretär in Holleschau, der hier in den hohen Feiertagen unter allgemeinem Beifall vorzebetet hat, wurde in - der am 20. October stattgefunrenen Generalversammlung mit Acclamation zum Obercautor der hiesigen Eultusgemrinde erwählt. Herr Braunseld verfügt über eine sympathische Tenorstimme und hat uns mit scineur gelegenen Vorträge zur Andacht gestimmt und erbaut. . .... . _;. - . Litteralur. ' (Ausführliche Besprechung vorb halten.) Aüdifcker Aolkskate«der für das Jahr 5664 c t 903/4) redigiert von Dr. Theodor Zlocisti. 1 K. Ein vorrrefsiübes Sammelwerk, das jedem Freunde gediegener Lektüre wärmstens anzuempfehlen ist. Besonder» Dank verdient der Herausgeber für den Abdtuck dcS Aussatzes von Graetz ^Di« Verjüngung des jüdischen Stammes". Ae: Zionismus. Eine populär-wiffenschaftliche Darlegung des WesenS und der Geschichte der ziouistlscheu Bewegung von Dr. I. B. Sapir. Autorisirte Uebcrsetzüng (nutz welcher Sprache?) von A. Benjainiu. L.4t» K. Das Werk ist preisgekrönt und wirklich lesenswert. AntHropotogie und Aioplsmus Vortrag von Dr. Aron Sandler., l K. Eine Rechtfertigung des Zionismus vom anthropologischen Standpunkt. AnderÜHum und Gutwickruugslehre. Von Dr. A. Tänzer. 2 Mk. Ein merkwürdiger Versuch, das Judenthum mit dem — Darwinismus zu-vermählen! - - Air Echtheit der moaüitische« Inschrift in Louvre aufs Neue geprüft von Dr. Albert Löwh. Wenn man weiß, welche Wichtigket dieser Jwchrifd von den wissettschastlichen Judenfeinden äla Stade und Renan Leigelegt wurde, muß man den Beweis ihrer lluechtheir, de» Löwy geti sert, mit Freuden begrüßen. , Iie Indeukrankheit, die IuKerLrauLheit von Dr. Wilhelm Si e ruhe r g. — Mit.gründlicher Sachkenntnis und. vieler Wärme triti der Verfasser der Meinung entgegen, als ob die r i t u e l l t St. ü ch < und orthodoxe Lebeusweise» der Juden die Zuckerkrankheit begünstigen. .Die Wtffenichaft kann «inen solchen Zusammenhang uicht konstatieren. tzhorat HHajim. Borträge für. das Trauerhaüs, hebräisch und deutsch von H. Rabvinowitz, Frankfurt g. M. Verlag von I. Kauffmnnn.' Das Büchlein wird namentlich jüngeren Fachleuten sehr willkommen sein. Die Soufirmationsfeier der weiblichen -Juge»»d in ihrer hochwichtigen religiösen- Bedeutung. Von Dr. Abr. Ad Schmied!. Jüdische Sagen und Legende« von Dr. Bernhard Kuttner. IN Bändchen. 1 Mk..Verlag von I. Kaüffman». Ene se h rg e fällt g eBe» arbeitung der Mäaffeü'bnchel. Uebrigens verweisen wir/auf die -Besprechung des I. Bändchens in der „W a hrhe i t" 1902. / Nr- 47. . - . Dr, I. Kahan, Znaim. - Professor War Adler s« der ^Nniver sak-'KdiLio«-. s Wr consta- ,tiren mit Vergnügen vdaß sich die „Universal-Edition" besonders ausgezeichnet hat mit' den in ihrem Verlag herausgegebenen : „Scalen und Aceord-Studien für die Violine -von Prof. M. Adler durch 2 und 3 Octaven (Ergänzungshefte fehlen)- Besonders hervorzuheben ist die wirksich verdienstliche Arbeit, Sie erleichtert dem Studierenden den schwierigen Weg-zur Herrschaft des Bogens und ves Griffbrettes, wnd es isi .hier eine Encyklopädie niedergeschrieben, unentbehrlich für Studierende und für Lehrende. Ein frischer Geist durchzieht diese Studien, Lenn-,sie beruhen auf einer neuen Zusammenstellung, und es stehtdemStudierenden eine große Auswahl zur Verfügung. Pryf, Adler genießt als feinfühliger Musiker einen guten Namen, ebenso.seine Anstalt. ' Schristkicher Stenographie-Nuterricht Die Leitung deS^österr. Sten'otachygr?.ph-n-Bundes erläubt sich die Leser dieses-geschätzten! Blattes; auf ihr Kurzschri t System Stenotachygraphie. (Engs.chnellsch<ift),r welches sich neben der Kürze und leichten Erlernbarkeit auch nöch badurch - -ausi zeichnet, daß es die Rechtschreibung vollkpminen berücksichtigtäufmerk sam zu machen .ynd gibt, denselben bekannt, daß. sie gegen eine /einmalige Einsendung . von 1 Krone (in Marken », für die-' Uiiterrich -sbehelfe ffi^ l> - das Briesporlö. Herren sind -Damen brieflichen. Stenographielltttervicht «rtheilt. Annteldungen sittd an den Leiter des Unterrichts-Birreaus--/Herrn Pürgerschul-Director I. Neffe V., Embelgaffe 48, zu 'sende'n//von wo auch Schffem-Einblicke unentgeltlich bezogen werden können. ,Behufs -Orientlrung aui dem Gebiete her Stenographie »vird auch die Nr.- 32 ,der Miniatur-Bibliothek'«Welches! Srenographie-System soll ich erlertten" (Preis -12 Heller in allen Buchhandlungen; wärmstens empfohlen..... Än unfcrc Glaubens- und Stammcsgenslse«! Der! Winter steht vor der Türniit all seinen Schrecken-fsir Jene, . welche Armut, bedrückt - Uns- Juden aber erfüllt sein. Nahen mit-größtem! Bangen wenn wir itnsere Blicke dorthin richten,. von wo.sich 'stets ihiederholende, denen von Kischenew ähnliche Metdungen nniangen. Mehr als bisher st-hen wir vor einer vosr Entsetzen: geleiteten'planend ziellosen Flucht unserer unglücklichen Glaubenr-Geschwister .aus. dein -Osten, die leider nur ein Verderben. dem andern in dre/Arme. führt. In den.»neisten Fällen werd^en diese Ünglücksichen. anf ihrer. rastlosen Flucht durchs Leben auf's Krankenlager gesvörfen, und wen-l nicht her Tod' ihre Leiden beendet, blicken sie beim Verlassen des Spitales - hohläugig und außer Stande, ihre Blößen zn decken, der drohenden^Zukuyst entgegen. . -; -• Es. ist heiligste Pflicht eines jeden Juden, der scineil. Körper'vor 'Kälte;u schützen vermag, seiner armen kranken Glanbensgejchwister.-zu - gedenken. *.■ ..;; J -v Der -gefertigte Verein appellirt^ in diesem Sitme an alle jüdisch.'n Herzen und bittet/ außer Verwendung stehende K eid.uNgsstüffMWrw. Frauenkleider) an die Adresse der Frau Julie Schlvärz 1l. SchiffältnM/10 AÜtigst senden zu wollen. s Fest üb'erzeu t, daß dieser von Juden-gelesene Appell nichbzyngehört >- Verhallen wirdzeichnen'allen Spendern im Voraus herzlichen sagend i für den Mädchenuyd jFrauert-Verein «Bikur Chaulim"-'. Mimi Berliner - Gisek^^ohw , drz. Schriftführerin. ~ dris fSäsidentinVr£ sti. Cdelliofer’s Voltzr-Srpdmm; IX-r JRoiÜLö Sterap.grs|^)%^ sl /beginnt am 3. Oktober die diesjährige. Saison-^mte^gänz neuem Programm und neuem Ensemble: > ° Direktor E d e 1 h o f e r, der sich vor 2.:Ja|irepimit dein polnischen Ensemble bestens eingeführtm W ien •einen Namen von gutem '•T-KJang.fgernsdhk.WtA,.wurde in letzter Zeit seitens der k. k. Statthaltem/die/ Singspiele / hallen-ConcesSion verliehen: / --/ . Direktor E d e 1 h o f e r bringt auch beuer eine:-Neuerung. I mdem er mit dem polnischen'Ensemble - eine. Deatschlüdische PossenigeseHschaft .runter der Regie Char 1 es/Sclineider^erbindet und somit un der heurigen Spielsaison seinieh! Gästen einenrdoppelten Genuss "bietet. . . Pur rittfeiie Küche/ und /gute. Getränke ' ist bestens gesorgt. /