Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1903
- Issue
- Heft 28 (17.7.1903)
- Date
- 1903-07-17
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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23. Iahrg. Nr. 28. Beilage zur Zeitschrift „Die Wahrheit." Zur Suherfeier. Zur Nichtigstellnngdes in voriger Nunimer veröffentlichten Aufrufes sei constatirt, daß der Hunderste Geburtstag Salomo» Sulzers auf den 30. M ä r z 1904 fällt (in voriger Nilmmer hieß es irrthümlich 4. März) und auch an diesem Tage gefeiert werden wird. Das Programm ist vom Vorstände des österr.-ungar. Cantoren-Vereines wol schon in großen Zügen durchberathen> wird aber erst nach erfolgtem Einvernehmen mit dem „Jüdischen Museum" in Wien, das für die Centennarfeier ein eigenes Comite gebildet hat, endgiltig festgesetzt werden. Hilsskasse für israelitische Cultusdeamte. Der Vorstand bet „Hilfskasse für israel. Cultusbeamten und deren Witwen und Waisen in Deutschland" versendet soeben feinen Rechenschaftsbericht über das abgelaufene Jahr, dem wir folgendes entnehmen: Den verehrlichen Mitgliedern, Freunden und Gönnern der „Hilsskasse" giebt der in der General-Versammlung vom 17. Februar 1902 gewählte Vorstalld hiermit einen Ueberblick über seine Tätigkeit im verflossenen Vereinssahre. In der erwähnten Generalversammlung wurde beschlossen, fortan auch die Standesintcressen der Vereinsmitglieder energisch wahrzunehmen. Der Vorstand der „Hilfskasse" nahm daher zu der von Herrn Prediger Bähr-Waldenburg angeregten Petition an den Deutsch-Israelitischen Gemeindebund in zustimmender Weise Stellung, und auf Veranlassung des Letzteren wurde die Bähr'sche Petition auch von einem Vorstandsmitgliede vor dem am 23. Februar 1902 stattgesundenen Gemeindetage mitvertreten. Der von den petitionirenden Kultnsbeamten geforderte Normalvertrag,' welcher vom Gemeindetag als notwendig anerkannt und durch eine von demselben ernannte Commission zur Abfassung gebracht wurde, ist uns vom Deutsch- Israelitischen Gemeindebnnd als Separat-Abdruck gütigst zur' Verfügung gestellt worden und haben wir diesen dem Jahresbericht beigefügt. In mehreren Fällen nahm der Vorstand der „Hilfskaffe" auf Ansuchen Veranlassung, bei Differenzen zwischen Gemeinden und Beamten vermittelnd einzutreten. Der Vorstand der „Hilsskasse" entfaltete während des verflossenen Vereinsjahres eine rege Propaganda über Berlin zur Gewinnung außerordentlicher Mitglieder und darf als Resultat dieser Bemühungen die erfreuliche Tatsache konstatiren, daß eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Mitgliedern mit einem regelmäßigen Jahresbeiträge, sowie Spender von einmaligen Beiträgen gewonnen worden sind. Ferner wurden sämtliche Kultusbeamten Deutschlands durch Ausruf aufgefordert, der „Hiifskasse" als Mitglieder beizutreten. Der Verein erhielt hierdurch einen Zuwachs von dreiundzwanzig ordentlichen und neun außerordentlichen Mitgliedern. An Witwen verstorbener Mitglieder und Jnvalivenunterstützungen wurden im verflossenen Vereinsjahre insgesamt 2200 Mk., an Nichtmitglieder einmalige Unterstützungen im Gesammtbetrage von 110 Mk. gezahlt. Zur Hebung des Vereinsfonds wurde am 15. Januar d. I. im großen Saale der hiesigen „Philharmonie" ein Konzert veranstaltet, dessen Reinertrag aus der Rechnungslegung ersichtlich ist. Wir wollen unseren Jahresbericht nicht schließen, ohne all den warmherzigen Gönnern unseres Vereins vom ganzen Herzen für die freundliche Bereitwilligkeit zu danken, mit der sie unser er,,Hilfskasse" als außerordentliche Mitglieder beigetreten fiitbi - Ist es doch in erster Reihe der Verdienst dieser Männer, wie auch derjenigen Wohltäter, die uns mit einmaligen Beiträgen unterstützten, unserm Verein Lebensfähigkeit verliehen zu haben, um erfolgreich seinen hohen Aufgaben gerecht werden zu können. Soll unser Verein aber das Ziel, das er sich gesteckt — eine gründliche Förderung und Besserung der ideellen und materiellen Lage der Kultusbeamten Deutschlands — einst erreichen, so ist es unbedingt erforderlich, daß sowohl von privaten Wohltätern, als auch von unseren Standesgenossen den Bestrebungen der „Hilsskaffe" ein regeres Interesse zugewendet wird. Wir richten daher auch an dieser Stelle in erster Reihe an die Kultusbeamten Deutschlands den ernsten, wohlgemeinten Mahnruf: Tretet der „Hilsskasse" als Mitglieder bei, helfet deren Ziele durch eine rührige Agitation zur Gewinung zahlreicher ordentlicher und außerordentlicher Mitglieder, ein Jeder nach seinen Kräften, fördern! Einigkeit macht stark! Der Morltaud der „Kilsskaffe für israelitische Kultusbeamte und deren Witwe« und Waisen in Deutschland" Dr. F e d o r Stern, Justizrat, Ehrenvorsitzender. A. Friedmann, 1. Vorsitzender, (Gr. Hamburgerstr. 38) A. Rosenthal, I. Epstein, L. Kalischer, Beisitzer, Beisitzer, I. Schriftführer. Haupt-Cantoren der jüdischen Gemeinde zn Berlin. Z. Schönberger, Obercantor in Potsdam, II. Vorsitzender. S. Dubowsky, Obercantor der Shn.-Gem. Ad. Jisr. in Berlin, II. Schriftführer. I. S.irasohir, H. Lewit, Obercantor, Stettin. Cantor, Berlin. Emil Benjamin, Schatzmeister, Charlottenburg, Carmerstr. 3. CONCURS. Ein Tenorist mit angenehmer Stimme, der zugleich den Chor einstudieren soll, wird sofort ausgenommen. Gehalt nach Fähigkeit und Uebereinkommen. Derjenige, der der ungarischen Sprache mächtig ist und als Aushilfs-Religionslehrer in der hiesigen Elementarschule zu verwenden ist, wird bevorzugt. Offerte und Zeugnisse sind sofort zu richten an Grünfeld Bernat, Obercantor in Nagysxebeu, Ungarn. Concurs. In der israelitischen Cultusgemeinde in Karlsbad gelangt die Stelle des II- Cantors und Kore zur Besetzung. Bewerber um diese Stelle müssen über gute Stimmmittel verfügen, musikalisch gebildet sein und die Fähigkeit besitzen, an Volksschulen Religionsunterricht zu ertheilen. Fixes Gehalt 2400 Kronen jährlich. Gesuche, welche ausführliche Angaben über Alter und Familienstand der Bewerber enthalten müssen, nebst Zeugnissen über Bildungsgang und bisherige Wirksamkeit sind bis End 9 d. M. an den Unterzeichneten Yorstand zu richten. Vorstand der israelit. Cultusgemeinde Karlsbad, den 12. Juli 1903. Der Vorsteher: X-AXd/sKrlgr Moser.