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Die Wahrheit · 1903-05-22 · Heft 20 (22.5.1903) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1903
Issue
Heft 20 (22.5.1903)
Date
1903-05-22
Page
– (sequence 8)
Language
German
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v’j^'i r -mt-iTir^Vi<r« jjfiirr-t TirVi r i-^-i j-.nl .ffi> Seite 8 Die Wahrheit. Nr. 20. Verschiedene Kachrichten. Zkien. Am 14. d. M. fand wegen der Renovierung des Leopoldstädter Tempels im türkischen Tempel die Trauung des Fräulein Josefine Pollak, Tochter des Armenrathes und Obmannes vieler humanitärer Vereine, Herrn Josef Pollak, mit Herrn Julius Biel statt. Bei der von Herrn Rabbiner Dr. Schmied! und Herrn Obercantor Guttmann vorgenommenen Trauung waren unter vielen Andere»! anwesend: Bezirksvorsteher Niebauer, Gemeinderath Eltbogen, der Obmann des Ortsschulrathes Ferdinand Klebinder, der Präsident der türk. Cultusgemeinde, Marcus M. Russo, das Ehrenmitglied des Vereines „Rudolssbund" Obercantor Bauer, der Rabbiner des Leopoldstädter Bethausvereines „Montesiore" Dr. M. Rosenseld, die Bezirksräthe Mensch und Pollak, eine Deputation des Vereines „Rudolfsbund" unter Führung des Obmann-Stellvertreter Dr. Brady, des Schriftführers Tobias Pöck und des Cassiers Emanuel Taub, die Armenräthe Edmund Hoffmann und R. Otto, der Vorstand des Kranken-Vereines „Montefiore" unter Führung des Obmann- Stellvertreter Leopold Weinwurm, der Vorstand des Witwen und Waisenfondvereines „Montefiore" unter Führung des Obmann-Stellvertreters . Edmund Hoffmann, der Vorstand des Leopoldstädter Bethausvereines „Montefiore" unter Führung des Obmannes Jg. A. Wasservogel, des Cassiers I. Weiß, und eine Deputation des KrankenvereineC „©el&fthtlfe“. Nach der Trauung fand die Gratulation im „Hotel Europe" II., Asperngaffe statt, woselbst zahlreiche Deputationen von Körperschaften und eine große Schaar einzelner Gratulanten sich einfanden. Der Obmann des Ortschulrathes, Herr Ferd. Klebinder, hob in seiner schwungvollen Ansprache das anerkennenswerte Wirken des Herrn Josef Pollak, sowohl in Hinsicht auf dessen Eigenschaft als Armenrath als auch als Obmann humanitärer Vereine hervor; der Obmann-Stellvertreter des Krankenvereines „Montefiore" Herr Leopold Weinwurm betonte in seiner Ansprache das uneigennützige und edle Wirken dieses wackeren Mannes und richtete an ihn die Bitte, noch recht lange dem Vereine „Montefiore" als Obmann vorzustehen; der Obmann-Stellvertreter des Witwen-und Waisenfond-Vereines »Montefiore", Herr Edmund Hoffmann, brachte ebenfalls die Glückwünsche dieses Vereines vor; in herzlichster Weise gratulierte der Obmann-Stellvertreter des Vereienes„Rudolfsbund", Herr Dr. Brady, für diesen Verein; Herr Rabbiner Dr. M. Rosenfeld hob namens des Bethausvereines „Montefiore" in ausgezeichneter Rede die aufopfernde Tätigkeit des Herrn Josef Pollak im Interesse der notleidenden Nächsten hervor. Als Letzter brachte Herr Professor Nascher im launigen Worten und humorvoll wie immer seine Glückwünsche dar. Herr Josef Pollak dankte gerührt für diese so zahlreichen ihn ehrenden Beweise der Sympathie und betonte, daß ihm dieser Tag, welcher ihm so viel Ehre brachte, unvergeßlich bleiben werde. Wir können diesen Bericht nicht schließen, ohne zu betonen, daß die zahlreichen Sympathiekundgebungen, die für Herrn Josef Pollak bei diesem erfreulichen Anlasse zu Tage traten, nur der gerechte Ausdruck der Anerkennung und Dankbarkeit für seine umfassende humanitäre Thätigkeit und ein manifestes Zeichen seiner außerordentlichen Popularität gewesen sind. Wien. Samstag den 15. d. M. fand die "Bar Mizwah-Feier des Confirmanden Ignaz Katz, Enkelkind des Cantor I. Gritz, in der Fugbach-Synagoge statt. In der Wohuung hielt der Confirmand in Gegenwart vieler Gäste unter denen sich viele Mitglieder des Vorstandes des Fugbachtempels mit dem geehrten Präses Herrn Ad. Schramek, Ober- Cantor Bauer u. v. A. befanden, eine sehr hübsche Barmizwa-Rede. Maden. (Zionismus) Herr Isidor Gewitsch, der seit mehreren Monaten sich in der Badener Cultusgemeinde niedergelassen, hat mit der Idee, daselbst eine zionistische Versammlung abzuhalten, einen glücklichen Wurf gethan. Am 17. d., Nachmittag, fand diese Versammlung unter imposanter Teilnahme von ^einheimischen und auswärtigen Glaubensgenossen im Sitzungssaale der Cultusgemeinde statt und ihr würdiger Verlauf hat dem Einberufer Freude und Ehre bereitet. Mit dem hebräischen Sprichworts: „Das Ende zeigt stets auf den Anfang hin", wäre es auch am besten, der Referate des Herrn Dr. Siegmund Werner und der Frau Feigenbaum, wie des überaus geistigen Turnier zwischen Herrn Dr. Leopold Kahn und Herrn Rabbiner Wilhelm Reich nur skizzierend zu gedenken, um umso rascher zu der zionistischen Jugend zu gelangen, die mit ihrtm Feuereifer und ihrer begeistender Hingabe für die große Zionsidee die Kältesten und Fernstehendsten mit sich fortriß und für dieselbe zu gewinnen vermochte. Herr Dr. Werner, Redacteur der „Welt", sprach in einstündiger Rede über die Lage der Juden in Oesterreich, insbesondere über den traurigen 'Zustand der Juden in Galizien, erörterte dann die unerquickliche Lage der Juden im Westen und schloß mit der Pointe, daß alle diese tristen Erscheinungen zu dem Zionismus hinführen, da nur er allein imstande ist, die Verzweifelten aufzurichten, die Kalten zu erwärmen und die Indifferenten für den jüdischen Nationalismus anzuregen und so alle ^Schichten zu vereinen. Nach ihm sprach Frau Feigenbaum, Vicepräsidentin deS L zionistischen Frauenvereines in Wien, über das Thema: „Wie soll die jüdische Frau für ihr Volk wirken?" Eigentlich war für dieses Referat die Präsidentin des Vereines, Frau Dr. Sidonie Kahn, angesagt; da diese aber durch Krankheit verhindert war, mußte für sie in letzter Stunde Frau Feigenbaum eintreten, die sich ihrer Aufgabe in ausgezeichneter Weise erledigte. Die Töne die sie anschlug, so innig, so wärm, so tief empfunden, daß alle Zuhörer in tiefster Andacht ihren schlichte» Worten lauschten. Im Vortrage des. Herrn Dr. Kahn lag die wirksamste Aufklärung über den Zionismus. Seine fast zweistündige Rede, mit reichhaltigen Citaten aus der Talmud- und Midraschlitteratur, welche auf die Besetzung des heiligen Landes Hinweisen, gewürzt, bildete eine leuchtende Fackel, die selbst den trübsten Augen die Wege der Zionsbewegung erhellte. Auch die Entgegnung des Herrn Rabbiner Wilhelm Reich, der nebenbei gesagt der zionistischen Strömung nicht die Berechtigung abspricht, jedoch aus der talmudischen Litteratur ebenfalls Beweise führte, die die Pflicht der Besetzung des heiligen Landes nicht als bindend erklären, wußte er mit einer dialektischen Wendung geistreich abzuwehren und durch tatsächliche Beweise, daß der Zionismus schon sehr viele laue, init ihrem Glauben nur lose zusammenhängende akademisch graduirte Juden zu treuen und festen Anhängern ihrer Nation machte, ist er in Ehren aus dem Kampfe gezogen. So hat diese Discussion, wenn noch nicht aus die ganze Badener jüdische Bevölkerung, so doch schon auf einen sehr großen Teil derselben klärend gewirkt, was durch das Schlußwort des Präses, Herrn Moriz Lettner, bewiesen wird, der den Wunsch äußerte, es möge diese Diseusson nicht die letzte in der Badener Cultusgemeinde gewesen sein. Nach Schluß der Versammlung wurde durch Frau Gewitsch für die von den russischen Behörden den Räubern und Mordbrennern preisgegebenen Juden in Kischenew eine Geldsammlung veranstaltet, welche 93 Kronen ergab. Hatte man aber bisher nur gereiste Männer in der Werkstatt dieser geistigen Bewegung gesehen, so sollte nun auch beim Sommers, der Abend im Hotel Nausnitz abgehalten wurde, die zionistische Jugend zur Geltung zu kommen. Die Bar-Kochba-, Bar Giora-Jwria- und Leo Pinsker-Vereinigungen ivaren stark vertreten. Unwillkürlich »rußte man mit dem Profeten ausrufen: „Erhebe deine Augen und siehe, alle sind sie versammelt um dich." Ja, die jüdischen Studenten, von welchen ehedern sehr viele den Uebertritt auf die Universität mit dein Austritt aus dem Judentum verbinden zu müssen glaubten, sind durch die zionistischen Vereinigungen tapfere Verteidiger ihres Volkes und Glaubens geworden, und wie sie da nun, in gehobener Stimmung vereinigt um den Tisch herumsaßen, alle eines Sinnes, eines Gedankens, eines Glaubens, sich tapfer Karmelwei» zutranken und unter Vorsitz des altjungen Dr. Kahn hebräisch-zionistische Lieder anstimmten. drängte sich uns ein anderer profetischer Ausspruch auf: „Und du wirst sprechen in deinem Herzen, wer hat mir diese geboren, war ich nicht verlassen und verödet, gebannt und gemieden, wer hat ruir diese großgezogen, war ich nicht allein gelassen, wo kämen diese her?" Nun, sie kommen von dort her, wo die große erhabene Idee des Zionsgedankens auskeimte, und wenn diese Idee in alle Herzen Eingang gesunden haben wird, wird der weitere Ausspruch Jefaias sich bewahrheiten: „Wirf ab das Joch von deinem Halse gefangene Zionstochter" und Israel wird frei und froh, unbeengt von allen Fesseln leben. Infeld. Kundmachung. Die Privatisten-Prüfungen aus israelitischer lieligion für Schüler (Schülerinnen) an Volks- und Bürgerschulen finden für das II. Semester des Schuljahres 1902—1903 nach folgender Eintheilung statt: Für Schüler (Schülerinnen) wohnhaft im Bezirke Tag und Stunde der Frü/ung i Ort der Prüfung j I., II.. XI., XX. Freitag 29. Mai \ s- „ 5. Juni Z S „ 12. „ „ 19. „ (.£•=.£ 26 t3 P v 6". „ q 2 2 i) » 1. Bez., Seitenstettengasse Nr. 2, II. Stock Religionsschule. III. bis incl. X. und XIX. Dienstag 16. Juni \ *3 £ Freitag 19. „ Dienstag 23. „ 1 Freitag 26. „ J ° J I. Bez., Seitenstettengasse Nr. 2, II. Stock Religionsschule. XII.—XV. Sonnt. 21. Juni 9—11 Uhr Mittw. 24. „ 4—6 Uhr XV. Bez., Turnergasse 22, Gemeindehaus XVI-XVIC. Mort. 2q. Juni 10— 12 Uhr XVI. Bez., Hubergasse 8, Gemeindehaus XVIII. Sonnt. 21. Juni 10—12 Uhr „ 28. „ 11-12 „ Mont. 29. n 10-12 „ XVIH. Bez, Schopenhauerstrasse 39, Gemeindehaus Die Prüfungstaxe betragt K. 6.— und wird in Vorhinein an der Ca';sa der Cultusgemeinde, I. Bez., Seitenstettengasse 4, oder bei der entsprechenden Amtsleitung im XV., XVI. oder XVIII. Bezirk zwischen 9—12 Uhr entrichtet. Die Quittung dst dem Examinator vorzulegen. Der im I. Semester geloste Erlagschein über die Prüfungstaxe gilt auch für das II. Semester des laufenden Schuljahres. Da nur eine geringe Anzahl von Schülern an einem Prüfungstermine geprüft werden kann, wild dem P. T. Publikum im eigenen Interesse driugendst empfohlen die Prüfung in der betreffenden Kanzlei vorher anzumelden. Wien, am 15. Mai 1903. Der Vorstand der Israel. Cultusgemeinde Wien. nac btri Sa Mi wir sua Da obu (15: füll All, licht biefi bucj com 4 2 Syl Bra (16S Lau! „Mi uichi Litu gkwi Früc von (Che Dies' Obei dank: trägt miste Rabl selbe. zur Sulz grün! blieb, Poetis Salo nie d Litur ist r feiten Zeitei zu |u mit L Madr compl Ehre für se gelben Schm, üütii mmm SSM

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