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Die Wahrheit · 1903-04-10 · Heft 15 (10.4.1903) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1903
Issue
Heft 15 (10.4.1903)
Date
1903-04-10
Page
– (sequence 8)
Language
German
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8. Sie verstanden, silberne und goldene Zähne und Augen zu machen. (Sabb. 64.) 9. Sie kannten 14 Belustigungsarten. (Ab. Sar. IT.) 10. Sie kannten Billard- und Würfelspiele. (Midr. zu Megil. u. Jerusch. Rösch. Haschanah I.) 11. Bei dem Fest der Wasierschöpfen-Freude (am 8. Tag Sukot) im Tempelhofe nahm Rabbi Gamaliel acht brennende Lichter in eine Hand, die er nacheinander in die Höhe warf und mit der länderen aufsing, ohne, daß sie einander berührten. (Tr. S. 53.) 12. Bar Kamzer schrieb mit vier Federn aus einmal. (Joma. 38.) 13. Sie kannten die verschiedene Qualität der Luft und ihre verschiedene Einwirkung auf die Gesundheit. (Ketub. 77.) 14. Sie benutzten Luftmaschinen, um schnell reisen zu können, sie hieß ein „Thurm", der in der Luft flieht. (Chag. 15) Jeb. 116.) S. Midr. Tanchuma zu Bereschit und Jalkut, 2, 367 die daselbst über die Könige Sancherib und Chiram gemachten Mittheilungen geben den Stoff zu dem Sprichwort. 15. Sie konnten in Steinfelsen Brunnen graben und voraus zu bestimmen, ob daselbst kaltes oder warmes Wasser ist. (Jerus. Talmud Schekolim 4.) 16. Die sonst sehr schwere Krone des Königs David hieng durch magnetische Vorrichtung über seinem Haupte. (Ab. Sara 44.) 17. Rab. Gamaliel konnte vermittelst einer Perspective die Meeres- und Landesstäche messen. (Erubin 43.) 18. Rabbi Josna üen Chananja wußte von einem in 70 Jahren zum Vorschein kommenden Sterne, durch den die Schiffer irre geführt werden. (Horjor 3.) 19. Sie wußten, das Haar am Kopfe und Barte zu färben, um jung zu scheinen. (Bab. Mez. 60.) 20. Sie lvußten schon, das; die Erde rund ist. (Jalk. II. 185.) Dies deutet schon ihr hebräischer Name p« von p-lausen. S. Midr, Nab., 5. Kap. Sie, die Erde, laust, den Willen ihres Herrn zu thnn. 21. Sie wnßien schon von Photographien. (Bechor. 50, Bab. Kama. 97 u. Ab. Sara, 18.) Diese Daren, die wir leicht noch vermehren könnte», genügen wohl zur Erhärinng unserer Behauptung, daß die Juden schon im grauen Alterthum ein Kunst- und Kultmvol. waren. Auch während des ganzen Mittelalters haben sie siel, mit Industrie, Agrikultur und mit Knusthandwerk befaßt, bis eine von religiöser Intoleranz und falscher Politik dnrchtränkte Gesetzgebung sie daraus verdrängte und sie auf Schacher- und Trödelhaudel beschränkte. Dabei wurden sie mit einem besonders günstigen Wucherprivilegium bechacht, um ihre hohen Juden; steuern zahlen zu könnrn. Hiedurch zogen sie sich den Groll, - Haß und Neid anderer Bekenntnisse zu. Jahrhunderte lange wmde kein Jude gesetzlich in die Handwerkerzunft ausgenommen, durste daher nicht mir Gesellen arbeiten. Nach Auffassung dieses Gesetzes wurde der Jude durch Fälschung und Mäckelung an feinem Probemeisterstück zu wiederholten Malen zurückgewiesen. Und wenn er endlich Meister wurde, da mußte er die Zeche theuer bezahlen, so daß er als armer Meister zu arbeiten an fing. Seitdem nun durch Aufhebung dieser ungerechten und für die Gesellschaft schädlichen Gesetze auch die Juden sich mit Kunsthandwerken umfänglich befassen, finden auf allen diesbezüglichen Ausstellungen auch ihre Kunsterzeugnisse mindestens in demselben Maße Anerkennung, respektive Auszeichnung, wie die ihrer andersgläubigen Collegen. Wir schließen dieses Kapitel mit einer einschlägigen Aeußerung des bereits genaitnten Dr. Johann Schleiden s. A., weiland Professor der Naturwissenschaften zu München und Dresden, aus seinem Buche „Die Bedeutung der Juden um die Erhaltung der Wissenschaften im Mittelalter". Es heißt daselbst (S. 40): „Blicken wir nun noch einmal zu, so finden wir, daß die Juden während des finsteren, geistig öden Mittelalters die Erhalter eines rationellen Landbanes, aller größeren Gewerbe,.des Seidenbaues, der Färbereien,' der Webereien, die Träger und Förderer des den Wolstand der Nationen bedingenden Welt-' Handels sind." _— (Fortsetzung folgt.) - 3u König Salomo-s Zeiten. Eine Erzählung für unsere Jugend. Von Mo ritz Antscherl.*) (Schluß.) Nur schwer entschließen sich unsere frommen Pilger dazu, 'den Tenipelberg zu verlassen, sie gehen, um am kommenden Morgen wieder „vor Gott zu erscheinen" und der feierlichen Darbringung des „Omer" von den ersten reifenden Gerstenähren beizuwohnen und dadurch dem himmlischen Vater für das neue Getreide, das demnächst reif eingeheimst werden soll, aus vollem Herzen zu danken. Die übrige Zeit, nachdem unsere Festgäste an Speise und Trank ^nach dem Segen des Ewigen" sich gekräftigt, wird zum Besuche befreundeter Familien, zum Anhören von Reden gottbegeisteter Propheten und Volkslehrer und zur Besichtigung der Sehenswürdigkeiten Jerusalems, zu deren größten nächst dem Tempel, der königliche Palast auf dem Berge Zion mit seinen Schätzen gehört, verwendet, i Unsere Reisenden kommen bei ihrem Wege durch die Stadt und um dieselbe herum an einem Thale vorbei, daß als das gefürchtete „Thal Hinnon^, als „Ge-Hinnonr‘ oder „Höllenthal" von den Begleitern unserer wißbegierigen jungen Pilgerschaar, derselben bezeichnet, wird. „Gehen wir da ohne Aufenhalt vorbei!" spricht der Vater, „in diesem Thale,! das vor Winden durch die dasselbe umgebenden Hügel geschützt ist, habeu die! heidnischen Kananiter und zuletzt die Jebusiter, bevor noch unser König j David die Stadt eroberte, ihre Kinder den Götzen zum Opfer gebracht, i und gar oft widerhallte von den Wänden ringsum das Geschrei der un-! glücklichen Geschöpfe, die, während die fanatischen Götzenanbeter die.! Pauke heftig schlugen, von ihren eigenen heidnischen Eltern mit Hilfe'! der Priester des Moloch in die glühenden Arme dieses * abscheulichen I kupfernen Götzen gelegt wurden, um nach wenigen Augenblicken ihri kurzes Dasein unter den größten Schmerzen und Qualen zu beschließen. „Verlassen wir nun so rasch als möglich die Gegend dieses „6lsi Hinnom", das an den gräßlichen Götzendienst erinnert", fährt der Vater! fort, „und danken wir Gott, daß er am Sinai Israel und durch das-! selbe der gesammten Menschheit es als zweites Gebot besonders an's j Herz legte, keinerlei Götzen anzufertigen und kein fremdes Wesen an! Stelle Gottes anzubeten und zu verehren. Denn dieser Götzendienst war > es immer, der zu den schrecklichsten Verirrungen der Menschheit geführt! hat. Danken wir Gott auch, daß, nach den mannigfachen Kriegen unseres j Königs David, Jerusalem den Heiden entrissen und dem Gottesvolke ganz überliefert wurde, damit „von Zion die Gotteslehre ausgehe und das Wort Gottes von Jerusalem"! Bald hatten unsere Pilger das Hinnomthal aus den Augen, alle atmeten leichter aus, man stieg empor und stand vor dem Palaste Salamonis, an dem dieser 13 Jahre gebaut hatte und der die seltensten Kunstschätze barg. Als sie den Thronsaal betraten, in welchem Salomo immer Recht sprach und den aus Elfenbein und Gold angefertigten Thron erblickten, zu dem 6 Stufen binaufführten, mit je 2 Löwen,! lagernd auf jeder Stufe, und je einem Löwen zur Rechten und zur! Linken des Thrones, da hörte man Worte der höchsten Bewunderung, i Noch eines sollt Ihr sehen, sprach der Vater: das Schlafgemäch unseres i großen Königs, das in Augenschein zu nehmen uns heute gestattet ist. Sechzig von den Helden Israels hielten rings um dasselbe während der Nacht ihre Wache, jeder derselben gepanzert und mit blankem Schwerte umgürtet, um den geliebten König Salomo vor jeder nächtlichen Gefahr, die ihm etwa von außen her, nie aber von seinem ihm in wahrer Liebe und Verehrung zugethanen Volke drohen sollte, zu beschützen. (Hohelied 3, 7 bis 10.) Das Himmelsbett des Königs aus Cedernholz vom Libanon angefertigt, stand auf silbernen Füßen, die Decke war von feinstem Golde, das Lager purpurn mit kostbaren Stickereien versehen, erregte die höchste Bewunderung; nicht genug sättigen konnte sich die Augen Aller an diesem wie an den anderen herrlichen Kunstwerken des Königspalastes.' *) Nach Vorträgen desselben, gehalten beim Vormittägs-Jugendgottesdienst im Wiener Stadttempel.

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