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Die Wahrheit · 1903-04-03 · Heft 14 (3.4.1903) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1903
Issue
Heft 14 (3.4.1903)
Date
1903-04-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. Die Wahrheit. . Nr. 14. Standpunkt des Alten Testaments ist ein sittlicher Tiefstand, und was des Pudels Kern ist, das jüdische Volk hat der Menschheit weder in wissenschaftlicher noch in sittlicher Beziehung irgendwelche Dienste geleistet, d. h. die Juden sind in jeder - Beziehung'Parasiten. Dazu wurde also der große wissenschaftliche Apparat in Bewegung gesetzt und zu diesem Zwecke mußte sich der gelehrte deutsche Professor, der Assyriologe, ans Gebiete begeben, die ihm so ziemlich fremd sind! „Am Ende wird man Alles gewahr". War aber wirklich, so muß jeder objectiv Denkende erstaunt und verwundert fragen, die große Mühe, waren die Ausgrabungen und Forschungen hiezu notwendig? Das trifft ja jeder Bauerjuuge, möchten wir fast sagen, wen» uns der Respekt vor dem Namen Professor Delitzsch nicht zurückhielte, ohne erst Ausgrabungen und Forschungen anstellen zu müssen. Das haben schon vor Professor- Delitzsch viele Andere gethan, daß sie dem ersten besten Juden den Straßenkot nachwarfen. Und wenn derselbe in Seidenpapier gehüllt und auf diese Weise dem ganzen Judentum ins Gesicht geworfen wird, so ändert das an der Sache gar nichts. Und nicht einmal neu ist diese Methode. Herr Pros. Delitzsch hat eine stattliche Reihe geistiger Ahnen von Apion angesangeu bis auf Ernst Vergani rc. Unsere jüdischen Gelehrten, die vielgeschmähten Talmudisten waren und sind denn doch ganz andere Männer! Man zeige uns ein einziges Beispiel, daß fein jüdischer Gelehrter so tief hinabgestiegen wäre und die Wissenschaft in solcher oder ähnlicher Weise mißbraucht hätte. Dafür aber haben wir aridere Beispiele, und auf diese hiuzuweisen, sei der ausgesprochene Zweck dieser Zeilen. Männer, die nicht der künftigen Wissenschaft angehöreu. die es in ihrer Bescheidenheit abgelehnt hätten, bezw. ablehnen würden, Gelehrte genannt zu werden; Männer, die dem praktischen Leben augehören und nicht zu jenen gehören, die — wie die Lobenden von „Babel und Bibel" sich wenig geschmackvoll auszudrücken beliebten — um ihr Brod zittern, wenn nachgewiesen wird, daß der Gott der Hebräer nicht auf dem Sinai gedonnert (ipsissima verba); solche Männer haben in ihrer schlichten, unverdorbenen Denkweise stets das Nichtige getroffen, wie die angeblichen Beweise eines Franz Delitzsch so gar nichts beweisen. Ich erinnere bei dieser Gelegenheit daran, daß ein Mann, der das Studium von Bibel und Talmud gewiß i icht als Brodstudium betrieb/ der selige Freiherr Wilhelm v. Rothschild in Frankfurt a/M. seinerzeit in intimem Kreise so wunderbarschön das Nichiige traf, als er seiner Verwunderung darüber Ausdruck gab, wie die christlichen Theologen behaupten könnten, K3n bedeute in Hebräischen „Freund" und nicht schlechtweg „Nebenmensch", daß ja dann den Israeliten beim Auszüge aus Egypten geboten worden wäre vrjn 7>8v es solle ein jeder von seinem Freund (mithin von Juden) Gaben verlangen, während doch unzweifelhaft Egypter gemeint sein müssen, daher rarrw *]103 ebenfalls auch auf solche sich beziehen müsse, die nich: Freunde der Inden sind. Und ebenso wird es gewiß in jüdischen Kreisen mit Interesse ausgenommen werden, wenn ich versichere, daß ich die geistreichen Ausführungen des Herrn Rabbiner Stark (S. „Die Neuzeit Nr. 7 Jahrg. 43) betreffend die 7 noachidischen Gebote, daß Noah „ein frommer, tadelloser Manu" in der Bibel genannt wird, ferner das von den Lehrhäusern Sems und Ebers, . also alles, was von der Zeit vor der siuaitischen Offenbarung mitgetheilt wird, viel früher im Privatgespräche von meineni verehrten Freund, dem allgemein bekannten Kaufmann in Wien, Herrn Bernhard Hofbauer, vernommen habe. So denken und urteilen unsere gebildeten Laien, die sich mit Bibel und Talmud beschäftigen! Können wir da nicht mii dem Propheten Jesaias sprechen: „Hört auf mich, die ihr Gerechtigkeit kennt Volk, in dessen Herzen meine Lehre ist, fürchtet nicht den Spott der Leute und vor ihren Schmähungen sei euch nicht bange; denn wie ein Kleid frißt sie die Motte und wie wolle frißt sie die Schabe; aber mein Heil wird ewig bestehen und meine Hülfe irr allm Geschlechtern". L. M a r m o r st e i u, Bezirks-Rabbiner in Szenicz. Zur pestonsverstchernng der mährische» Lultusbramtenschast. In hoffnungsfreudiger Zuversicht haben die Mährischen Cultusbeamten den Beschlüssen der diesjährigen Delegiertenversammlung des mähr.-jüd. Landesmaffafondes, welcher am 23. und 24. März l. I. in Brünn stattgefunden hat, entgegengesehen denn es galt, dem Zuge der Zeit folgend, die Pensionsversicherung der gesammten mähr. Cnltusbeamtenschaft in Angriff zu nehmen. Der mährische Landesmassafond hat nunmehr in hochherziger Weise die Beamtenschaft in dieser Erwartung nicht getäuscht, sondern sein überaus humanitäres Wirken dadurch in glänzender Weise gerechtfertigt, daß derselbe die Absicht knndgab, in Gemäßheit der Statuten die Erträgnisse dieses Fondes unter anderem auch zu Pensionen für die mährischen Cultnsbeamten zu verwenden. Nach einem Cirkular des Landessanitäts- Referenten, Herrn Dr. L. Spitzer, soll nämlich dieser Zweck in dem Statute noch deutlicher zum Ausdrucke gebracht werden. In Anbetracht dieses Umstandes wäre es nunmehr Sache der mährischen Cultusgemeinden, den diesbezüglichen Vorschlägen des Curatoriums einmüthig zu entsprechen, um durch dieses Votum zu bezeugen, daß die Gemeinden die Tragweite dieser eminent wichtigen Angelegenheit für die gesummte' mährische Cultusbeamtenschast voll und ganz erfassen. Wie viel Kummer und Sorge würde bei richtiger Erwägung der Propositionen des Landesmaffafondes der Beamtenschaft erspart bleiben; wie viel Thräuen von Witwen und Waisen würden bei etwaiger Realisierung dieser von echter Menschenfreundlichkeit zeugenden Wohlfahrts-Einrichtung getrocknet werden) auf welch' echt edle Weise würde man den erhabenen Intentionen unseres Allergnädigsten Monarchen entsprechen; und wie würden sich schließlich die Cultusgemeinden selbst ein ewiges Denkmal in den Herzen ihrer Fuuctionäre setzen! Ich glaube daher den Wünschen aller Berufscollegen Ausdruck zu geben, wenn ich an die ehrsamen Vorstände der mährischen Cultusgemeinden den Appell richte, ihr Herz dieser sich jetzt darbietenden Gelegenheit hinsichtlich der Pensionsversicherung ihrer Fuuctionäre nicht zu verschließen, sondern vielmehr die Anregung des Landesmaffafondes auf das freudigste zu begrüßen. A r n o l d S t ö ß l e r. Cantor und Secretär der israel. Cultusgemeinde Olmütz. Versammlung der israelit. Distrikts-Präsidenten. Budapest, am 30. März. Die Jahresversammlung der israelitischen Gemeinde- Distriktspräsideuten wurde heute im Gebäude der Pester israel. Gemeinde abgehalteu. Au derselben nahmen teil: Emanuel Donath (Trenscsn), Martin' Schweiger (Budapest), Philipp Szilassi (Szabadka), I. M. Deutsch (Szombathely), Alexander Leopold (S;egzärd), Armin Wertheim (Szekesfehsrvar), königl. Rat Ignaz Schreiber (Györ). kön. Tafelrichter Wilhelm Lippe (Szolnok), Tr. Franz Berkovits (Nagyvä-rad). Dr. Jzso Rozsa de Varhely (Szeged), Salonion Sternthal (Temesvar), Moriz Weiß (Klausenbürg), Dr. Victor Schul (Szaßväros) und königl. Rat Joses Simon als Referent. Martin Schweiger, als Vorsitzender der letzten Versammlung, begrüßt die Erschienenen und meldet, daß Wilhelm Guttmann de Gelse und Bernhard Politzer ihr Fernbleiben entschuldigt haben. Er eriucht die Versammlung, sich einen. Vorsitzenden und dessen Stellvertreter, sowie für die Landeskanzlei einen Präsidenten zu wählen. Zum Präsidenten der Versammlung wurde Martin Schweiger, zu dessen Stellvertreter Dr. Jzso von Räzsa und zum Präsidenten der Landeskanzlei ebenfalls Martin Schweiger, zu dessen Stellvertreter Wilhelm Guttmann de. Gelse gewählt. . Hierauf legte Referent Dr. Josef Simon den Bericht der Laudeskanzlei vor. dem wir Folgendes entnehmen :

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