Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1903
- Issue
- Heft 14 (3.4.1903)
- Date
- 1903-04-03
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Redaction und Ildniinistrotion: Wien, II/,. Novarägasse 27. ff. k. österr. Postkvrrcissa Check-Conto Nr. 846.'2ö1' Jnsrralr 20 Heller per Nonpareille-Zeile. Abonnements- und JnserationSbeträ^e sind in Wien zahlbar und klagbar. Unabhängige Seiifchrifi für Mische Interessen. Erscheint jeden Freitag. Motto: „Das Siegel Gottes ist Wahrheit!" Berugspreis: Ganzjährig. St 12.— Halbjährig .... ff. 6.— Für Cultusbeamte: Gaiizjährig.... ff 10.— Für Ausland: Ganzjä'arig . . .8 Mark. 6 Rubel o>er 16 FcS Nr. 14. . Wien, 3. Äpril IMS Anhalt: An unsere Leser! Die rumänischen Juden und die Armenier. — Am Ende erfährt man Alles. — Zllr Pensionsversicherung der mährischen Cultusbeamtenschaft — Versammlung der israelit Distrikts»Präsidenten. — Zur Förderung des Handwerks und der Boden» kultur unter den Jude» Deutschlands. — Zu König Saloino's Zeiten. — Verschiedene Nachrichten. — Aus dem „Oesterr.-ungar. Canoren-Verein". — Cantoren-Organisation in Deutschland. — Notizen. In unsere Leser! Unentwegt hat unser Blatt an seinem Programme, das Interesse für die erhabenen Ziele des Zudenthums in allen MenMerungsschichten zu wecken, festgehalten und dabei die Anerkennung der maßgebendsten Kreise des Judenthums gesunden. Unser Bestreben wird auch fernerhin darauf gerichtet! füllung der d.nselben in dem Berliner Staatsvertrage auferlegten j Verpflichtungen. j Zn dem Anträge wird ausgeführt, daß seit dem Abschlüsse i des Berliner Vertrages Rumänien entgegen der ihm auferlegten! Verpflichtung in einer großen Anzahl von Gesetzen und Verj Ordnungen die Juden von dem Genüsse nahezu aller körpersein, jüdisches Leben in allen seinen Erscheinungen zu pflegen, die innere Organisation mit allen Kräften zu fördern, die Vorfälle im Kemeinde- und Wereinsteven mit maßvoller und objectiver Kritik zu beurtheiten und den Kampf nach Außen mit Würde und Entschiedenheit zu führen. Solches Streben, verdient gewiss die vollste Unterstützung aller Glaubensgenossen, und indem wir dieselben drinaenest ersuchen, diese ehrliche pnblicistische Thätigkeit durch Kbonnierung unseres Mattes und durch möglichste Verbreitung desselben zu fördern, bitten wir, den Wränumerationsbetrag für das aml, April beginnende zweite Ouartalumgehend einzusenden. Abonnement: Vierteljährig Kr. 3.— Probenummern stehen zur Verfügung. Die Redaction. Die rumänischen' Äuden und die Armenier. Das Rad, das von der mächtigen Hand der amerikanischen Union in Bewegung gesetzt wurde, ist im Rollen; die öffentliche Meinung in Europa beschäftigt sich immer intensiver mit dem traurigen Schicksal der armen rumänischen Inden, und binnen kurzer Frist ist auch im österreichischen Abgeordnetenhause zweimal in dieser Angelegenheit eine Interpellation an die Negierung gerichtet worden. Die Abgeordneten Dr. Strancher und Genossen stellten nämlich in der Sitzung des österreichischen Abgeordnetenhauses vom 26. März einen Dringlichkeitsantrag beuessend die Einleitung geeigneter Maßnahmen zwecks Verhaltung der rumänischen und der türkischen Regierung zur Erlichen, politischen und wirtschaftlichen Rechte ausgeschlossen habe, wodurch die Inden dortselbst zu Parias herabgedrückt und wirtschaftlich zugrunde gerichtet, überdies aber infolge der gegen sie inszenierten gewalttätigen Exzesse zu Massenauswanverungen gezwungen werden. Die auf politische und wirtschaftliche Vernichtung der Inden abzielenden Maßnahmen sind ebenso barj barisch, wie sie eine flagrante Verletzung des Berliner Verj lrages bedeuten. Nicht minder unglücklich ist das Los der Christen! in Armenien, die, von grausamen Verfolgungen und empörender Bedrückung der türkischen Regierung und ihrer Organe heimgesucht, den brutalsten Exzessen wilder Horden schutzlos preisgegeben sind und massenweise hingeschlachtet werden. In der gesammten zivilisierten Welt erhebt sich mächtig das Verlangen, diese Entrechtungen von Menschen und Verletzungen eingegangener internationaler Verpflichtungen nicht weiter zu. dulden, vielmehr das Gewissen der Regierungen und aller gesitteten Völker zum wirksamen Schutze verfolgter und unterdrückter Volksstämme aufzurütteln. „Da auch unser Reich, so heißt es in dem Anträge schließlich, ein Rechts- und Kultnrstaat ist, überdies zu den Signatarmächten des Berliner Slaatsvertrages zählt und daher als Großmacht berufen erscheint, dessen Bej stimmungen Geltung zu verschaffen, wird der Antrag gestellt: i Die Regierung wird dringend ausgefordert, den ihr auf die! Leitung der auswärtigen Angelegenheiten des Staates gesetzlich j znstehenden Einfluß im Wege des Ministeriums des Aeußern j dahin geltend zu machen, daß die rumänische und türkische Rej giernng zur Erfüllung und Einhaltung ihrer in den Artikeln 44! und 61 des Berliner Vertrages vom 13 Juli 1878 in B'trefs j der Juden und Armenier eiugegangeuen Verpflichtungen verhalten werden." Äm Ende erfährt man Alle«. Nun ist es endlich klar und für alle Welt offenbar, was man vom ganzen „Bibel und Babel"-Rnmmel zu halten hat. Die Moral des Propheten Jesaias ist keine Moral, der