Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1903-03-20 · Heft 12 (20.3.1903) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1903
Issue
Heft 12 (20.3.1903)
Date
1903-03-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3062972-3063163-3063175--02403-3069075
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Desterr.-ungar. Cantaren-Zeitung. Nr. 13. Beilage zur Zeitschrift „Die Wahrheit." 23. Jarhg. Zur ürrussorganisation. Jene Collegen, welche unter Einsendung 1 Krone ihren Vertritt bereits angemeldet haben, werden ersucht, den restlichen Betrag der Aufnahmsgebühr per 3 Kronen und 2 Kronen für das I. Quartal d. I. umgehend an den Vereinscassier I. Cantor M. Blatt, Wien II., Tempelgasse 3 einzusenden, da die Mitgliedschaft zum Vereine erst mit dem Tage der Einzahlung dieser Beträge beginnt. L Gleichzeitig wird aufmerksam gemacht, daß nur jene Collegen, die diese Beträge voll eingezahlt haben, ihr Wahlrecht bei der am 2. April d. I. stattfindenden Neuwahl des Vorstandes ausüben können. Lchlejischer Lantoren Verba«-. Posen, den 10. März 1903. Auf vielseitigen Wunsch der Cultus-Beamteu der Provinz Posen wurde von dem Schlesischen Cautoren-Verbande für den 1. März eine Generalversammlung in Keiler's Hotel in Posen einberufen. Anwesend waren cirka 40 Herren, darunter der Vorsitzende des Schlesischen Cantorenverbandes, Herr Oberkantor Davidsohu aus Gleiwitz a/S und Herr Oberkantor Oswald aus Posen. Letzterer begrüßte die erschienenen Collegen mit herzlichen Worten und wünschte, daß es von dem Tage der Zusammenkunft einst heißen möge: Diesen Tag hat Gott gemacht, freuen wir Zins seiner. Herr Davidsohn dankte im Namen der Collegen und referirte alsdann über die vollbrachte Arbeit des Schlesischen Verbandes und über die noch zu vollbringende im Bunde mit Posen. Redner schilderte die Licht- und Schattenseiten des Cultusbeamtenberufes und gab die Mittel an, wodurch die Schaffensfreudigkeit und der Lebensmut gehoben werden könne. Nach dieser Rede, welche von Allen mit Enthusiasmus ausgenommen wurde, trat die Versammlung in die Tagesordnung ein. Der 1. Punkt lautete: Gründung eines Cultusbeamten^ Verbandes für Schlesien und Posen. Während der Debatte über diesen Punkt wurde der Wunsch geäußert, die Statuten des Schlesischen Verbandes der Versammlung vorlesen zu Dollen. Nach Erfüllung des Wunsches wurde als Endresultat der Diskussion der Antrag Frank-Birnbaum angenommen, dahin lautend: Es wird ein Cultusbeamten-Verband für Schlesien und Posen gegründet mit einem Gesammtvorstand von 6 Personen, bestehend aus vier schlesischen und zwei Posener College», nebenbei aber constiruirt sich eine Sektion Posen mit einem Vorstande von vier Personen, von denen zwei . zugleich zum Gesammtvorstande gehören. Die Sektion Posen Geratet ihre Angelegenheiten unter sich und legt sie dann dem Gesammtvorstande vor. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Nach kurzer Unterbrechung trat dann die Versammlung ln die Beratung des zweiten Punktes ein: Gründung einer Pensions- und Reliktenkasse. College Davidsohn führt diesen Gedanken dahin aus, eine Kasse zu gründen vorbildlich der Rabbinerkasse. Vor allen Dingen, so meint der Redner, sollen sich die Collegen eng aneinander schließen und für diese Idee Lei ihren Gemeinden mit ihrer ganzen Persönlichkeit eintreten, «ur durch die Mit- und Beihilfe der Gemeinden kann eine Sanierung der Verhältnisse der Cultusbeamten herbeigeführt werden. Die Versammlung geht freudig auf Ibie Ausführungen des College» Davidsohn. ein und verspricht kräftig für die Sache Propaganda zu machen. Als dritter Punkt der Tagesordnung folgte Beratung und endgültiger Abschluß der Statuten des Schlesischen Verbandes, als gemeinsame Satzung der neuen Vereinigung. Als vierter Punkt erfolgte die Vorstandswahl für den neubegründeten Verband von seiten der Posener College». Ans der Wahl gingen hervor: Oswald (Posen) Gold (Samter) Frank (Birnbaum) und Ravitscher (Strelno.) Genannte Herren nahmen das Amt dankend an. Den Schluß bildete eine veriranliche Sitzung, in welcher mehrere Anträge, interne Angelegenheiten betreffend, zur Abstimmung kamen. Nach ungefähr sechsstündiger Sitzung wurde die Versammlung geschlossen. College Davidsohn dankte für die rege Beteiligung, für den Feuereifer der Versammelten, dem gemeinschaftlichen Ziele zuzustreben und es bald zu erreiche». Nach dem Bilde, das sich ihm in der Sitzung dargeboten habe, könne er mit Bestimmtheit darauf rechneu, daß der Verband sich bald eine hervorragende Stellung erobert haben werde. Wünschen auch wir dem jungen Verbände, daß er sich kräftig entwickle, wachse, blühe und gedeihe zum Wohle seiner Mitglieder und aller Interessenten! F. Synagogen-Gesänge. Von Obercantor M. G o l d sie i n - Steinamanger. Besprochen von Obercantor I. Singer-Wien. (Fortsetzung und Schluß.) Die schöne componistische Begabung -Goldsteiu's zeigt sich auch bei weiterer Durchsicht des bereits früher besprochenen Lecho dodi, und zwar in der Mannigfaltigkeit der Form. Erblicken wir in der erwähnten Vertonung der einzelnen Lecho dodl-Strophen streng inhalts- und sachgemäß die geschlossene Form des Chorsatzes mit Orgelbegleitung, so tritt uns beim Üieoreri der reine Vokalsatz abwechslungsreich entgegen; ob mit dieser dargelegteu Abwechslung der Form auch thatsächlich eine Erhöhung des Eindruckes geplant und erreicht ist, soll nicht weiter erörtert werden. So viel steht fest, daß auch die Vertonung dieses Ilisoreri den vorhergehenden Compositionen sich würdig anreiht. Wie Faufarenruse klingen die ersten Töne dieses hiooreri hioorori! uns entgegen und auch die weitere Behandlung des A capella gehaltenen vierstimmigen Chorsatzes athmet eine wohlthuende musikalische Regsamkeit, ganz entsprechend dem etwas revolutionär-fromm angehauchten Texte bei Lunri auri „Erhebe Dich, mein Volk". Auch hier zeigt sich die nachahmende Musikform (überhaupt scheint die Fughette und Fuge im Allgemeinen eine Lieblingsdomäne Goldstein's zu sein) im besten Lichte, indem jede einzelne Stimme zur Geltung kommt und das Machtgebot der bei Anderen so beliebten Melodieführung der einzelne Stimme in der Gleichwertigkeit sämmtlicher Stimmen untergeht; es jubelt und drängt in allen Stimmen bei den „Textesworten" „uriuri“, „lo sewoschi“ bis die aufgeregten Elemente allmälig zu Ruhe kommen und bei Boch jechesu in das Geleise einer ganz einfachen aber einschmeichelnden Melodie gleichsam Hineingleiten. Allein die eigentliche musikalische Krönung des ganzen Lecho dodi bildet der Schluß desselben, und zwar der Boi wescholom. Als ob der Gottesfriede wie auf Sammtfittichen sich vom Himmel auf die Erde hinabsenkte, in gleicher Weise wirken die mild und zart in einander fließenden harmonischen Wendungen nach den vorausgegangen brausenden und stürmenden Aeeorden. Daß sich bei den Textesworten toch emune am stzAnlott tzwrschen der Cantor- und Tenorstimme gewissermaßen Leitmotiv-Nachahmungen geltend machen, darf in der jetzigen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.