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Die Wahrheit · 1903-02-27 · Heft 9 (27.2.1903) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1903
Issue
Heft 9 (27.2.1903)
Date
1903-02-27
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seit: 8. Die kDahrHtzif. 9. iie Tagesordnung erledigt und schloß der Vorsitzexde' die Versammlung Mit dem Wunsche und der Hoffnung, daß die Tohmbeehalle weiter der Erfüllung ihrer hohen Aufgaben gewachsen sein möge. B — r. Wien („Mädchen- und Frauen-Verein Bikttr-Cbaulim.") tim jüngsten Sonntag hielt Herr Dr. Sigm. Zonast im Schul- 'saale der israel. Cultusgemeinde seinen dritten Bortrag über Erste Hilfeleistung". Der Redner erörterte in diesem Vortrag -die verschiedenen Erkrankungen, welchen plötzliche Bewußtlosigkeit vorangeht. Am Schluffe seiner Ausführungen demon- .strirte der Redner noch verschiedene Verbände und gab gleichartig die nötigen Winke, um aus Utensilien, die ft* jedem Haushalt vorhanden sind, eine Tragbahre, oder sonstige für -den Krankentransport nötige Behelfe herzustellen^ Reicher Bei- Mll seitens der Erschienenen belohnte die interessanten Ausführungen. M. B. Wie«, (Sitter. Geselligkeits-Verein jüdischer Mädchen „dkspiu".) Sonntag den 1. März wird Herr Schriftsteller Marek Scherlagsigen- Novellen „Opfer aus dem Leben-, zur Vorlesung bringen. Beginn präcise Halb 4 Nachmittags im Religionssaale der Cultusgemeinde 1, Ssitenstettengaffe 2, II. Stock. Gäste herzlich willkommen. — Derselbe Verein veranstMöt Mittwoch, den 4. März, einen geselligen Familienabend mit anschließendem Tanzkränzchen im Resoursfaale, I., Reich Äeatstraß^ 3l Ein reichhaltiges Programm unter Mitwirkung hervorragender Kunstkrafte ist vorbereitet. Jßiat. (Privat-Turnuntericht.) Der städtische Lehrer und Tuvn' Leiter der Talmud-Thorafchule Leopold Richter hat im Turnsaale der Vereinsvolksschule im H. Bez., Malzgaffe Nr. 16, eine vom hohen k. st n. österr. Landesschulrate konzefsionirte Privat-Turnschule errichtet unddadurch einem allgemeinen Vedürfni ffe Rechnung getragen, da eine solche Anstalt im Bezirke noch nicht besteht. Die bewährte Lehrkraft und^ dev Umstand, daß nur wenige Kinder in einer Gruppe turnen, bürgen für «inen sicheren Erfolg auf diesem wichtigen Gebiete der körperlichen' Erziehung unserer Kinder, weshalb auch bei dem äußerst mäßigewHonora-r «ine reg« Beteiligung zu erwarten ist. Auskunft wird jeden Sonntag vo« 11—12 im Turnsaale, Malzgaffe 16, erteilt. Made«, 22. Februar. Tief beruhigend ist die Wahrnehmung für den schlicht denkenden Menschen, daß die Natur ihre auszeichnenden Gäben nicht nur an vornehm und reich Geborene verwendet, sondern Hre echten Perlen und Diamanten oft und oft auch den in Hütten Gebornen als Geburtsgeschenk in die Wiege legt. Und ein solcher von Mutter Natur reich Beschenkter ist der Knabe Emil R a u.b v o g e l. Allist im hiesigen Tempelchore, der am Sabbath Mischpatim seine Bar» Mizwa-Feier im Badener Gotteshause beging, Wer das Vorlesen der <ms der Thora, den Vortrag des Maftir und der Haftora dieses nur schwach entwickelten Knaben geschloffenen Auges anhörte, mußte sicher glauben, einen tüchtig geschulten und schon jahrelang sein Amt ansübenden Eh äsen zu hören. Geradezu sascinierend wirkte dieserklangreiche Vortrag aus alle Tempelbesucher, vielen stoffen vor Rührung die Tränen aus den Augen, und als der letzte Accord in den so herrlich und hochgetragenen Worten „Jekum Purkan min Schemajo" austönte, ging ein Staunen und leises Flüstern durch den Tempelraum, das von bewundernder Anerkennung sprach. Mit Recht bemerkt e Herr Rabbiner W. Reich in seiner Ansprache an den Eonfirmanden, hinweisend auf dessen Sangesmeister Obercantor M. Seifert, daß Gott, wenn er jemandem solch herliche Gaben verliehen hat, er dieselben auch durch den rechten Mann zur schönsten Blüthe entfalten läßt, wie die farbenreichen Blumen nur durch die Sonne zur vollen Entwicklung gelangen. Für den Nachmittag veranstaltetete das Vorstandsmitglied Herr Hotelier Sigmund Rausnitz, in seinem Salon aus eigene Kosten ein schön arrangirtes Barmitzwa-Mal, welchem sehr viele und darunter die angesehensten Gemeindemitglieder anwohnten und wo der Eonfirmand eine Ansprache nach Anleitung des Schreibers dieser Zeilen in inniger und herzlicher Weise an die Anwesenden hielt. Nach Schluß derselben überreichte ihm der Cultusvorsteher, Herr Moriz Leitner, einen Diamantring als Ehrengabe der Cultusgemeinde, und Obmann Herr Max Löbl eine schöne silberne Uhr und Kette als Anerkennungszeichen des hiesigen Geselligkeitsvereines. Außerdem betheiligten sich Andere mit anderen Aufmerksamkeiten in klingender Münze und Wertgegenständen. Mit dem Vortrage des Sulzer'schen Confirmationsliedes und eines stimmungsvollen Liedes von Mendelssohn durch Obercantor Seifert und den Chor schloß die schöne und weihevolle Feier. J. J. Lruuunr. Die Trauung unseres Rabbiners, Herrn Dr. Leovold Hirsch, mit Fräulein Mathilde Anscherlik aus Sobieslau findet Dienstag, den 3. März, Nachmittaas, im „Hotel Bristol" in Prag statt. irrcßvurg. Sonntag, den 8. Februar fand hier im festlich beleuchteten Tcm der israelischen Religionsgemeinde die Trauung der Fräulein Johanna Tritsch, Tochter des Herr» Adolf Tritsch und des Frau Bertha, geb. Mandl, mit Herrm Advlf Bleier aus Littiz statt. Die Trauungszeremonie nahm Herr Rabbiner Dr. Funk vor, währ Kid'Obercantor Hoffmann den gesanglichen Teil' mit Chor und Orgel untw'Leitung des Herrn Chilf executirte. Sbelkertmrandermng. He':r Obercantor Josef Schön früher in Austerlitz, Mähren, wurd^m Tachau, Böhmen, einstimmig zum Cantor gewählt und'hat seinen Posten bEs anfangs d. M. angetreten. Herr Samuel E s chkena si, CiMüsbeamter in Troppsrr,. wurde, nach glänzend bestandenem Probevortrage, zum Obevcantor in Turn »Severin akzeptirt und»mird seinen Posten am 1. April d. I» antreten. Änsruf.! Die im Jahre 1878 erfolgte Occirpatio» fand hier blos--! 2—3 Familien? eingeborener Israeliten vo-r, dere Zahl sich.; durch Einwanderung von meist mittellosem Glaubensgenossen i ans Oesterreich-Nugairn so weit vermehrte,..daß die hohe Landes-! regierung mit Erlag vom 18. April 189&, Zahl 47.446/1, die i Constitnirung einer israel. Cultusgemeinde in Tolnya,Tuzla i gestattet und deren Statuten genehmigt hat.! Was für die Völker des Westens die Rationalität, ist! für die Balkan-Völker Religion und Cnltuis; für diese Idee j dringen sie die größten- Opfer; das Ansehen und die Achtung! der Mitglieder einer Religions-Genossenschaft hängt eng zui sammen mit dev Wunde des Cnltus. - Nachdem sich a-ber laut Kostenvorarifchfag der Bau eiues j erhebenden Gottesdienstes würdigen Tempels' bei der größten! Einschränkung und Sparsamkeit aus circa 25.000 Kronen I stellen dürfte, wir selbst aber bei noch größerem Opfer diesen l Betrag unter unseren wenigen und mindsr-beurrttelten hierortigen... j Glaubensgenossen UMnöglich aufzubringen im Stande sind, so sehen wir uns: gezwungen, in Anbetracht derrexponirten Stellung der eingewanderten Israeliten, der Cnltus Mission, die sie zu. erfüllen berufen siird, des Ausspruches unserer Weisen b"l: daß; rpm sA« nyatw prr an unsere auswärtigen Glaubensgenossen und Vereine mit dev Bitte zu wenden:: uns mit einem Schärslein zur Erbauung eines Gotteshauses zu unterstützen,,damit Mts dieser gottgeweihte Ort eine Stätte der Erhebung und des - Zusammenschlusses, ein Feld segMsreicher Saat und segansvoller Ernte werde. Spenden bitten wir an den Unterzeichneten Präses zu richten. Doln ha T uz l a (Bosnien), im.Februar 1903. Mor itz Liß ka, Präses der israell Cultus-Gemeinde D. Tuhla. Kunibnachung. Es. wird hiermit zur Kenntnis gebracht, dass auschliesslich die naehbenannten Yerkaufsstellen für Koscherfleisch unter der besonderen Aufsicht des Babbinates der Cultusgemeinde stehen: Im 1. Bez. Ignatz Weinstein, Seitenstettengasse 3. „ 2. „ 3. Axelrad, Krummbaumgasse 2. n 2. „ 3. Be iss, Leopoldsgassse 31. , 5. „ Job. Fleischhacker, Schönbrunnerstr. 15. „ 14. „ Ernst Fuchs, Sechshauserstrasse 35. „ 16. „ Heinrich K o h n, Ottakringerstrasse 86. * , 16. „ Anna Willner vormals Weiss, Grundsteingasse 12. , 16. „ Franz Schwad osch, Hofferplatz 10, „ 19. „ Adalbert W ilh elm, Döblinger Hauptstr. 77. * 20. „ Eli Kalter, Jägerstrasse 22. Nur für die hiergenannten Verkaufsstellen übernimmt das Babbinat die Verantwortlichkeit in Betreff des Kaschrixs. - - 'S ■per Vorstand der israel Cultusgemeinde Wien.

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