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Die Wahrheit · 1903-02-13 · Heft 7 (13.2.1903) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1903
Issue
Heft 7 (13.2.1903)
Date
1903-02-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Die Wahrheit. Nr. 7. Rechtswesen, Sagen, Mythen, Legenden rc. rc. Eine umfangreiche Brieflitteratur gewährt Einblick in das intimste Leben sämmtlicher Gesellschaftskreise von den oberen Zehntausend bis zum Handwerker und Knecht. Eine hervorragende Stelle nehmen die Heldensagen, die Epen ein. Unter diesen ist es das sogenannte Jzdubar- Hilgamos (Nimrod)-Epos, welches seine Berühmtheit durch die e l s t e T a f e l erhalten hat. Diese erzählt die a l t babylonische S i n t s l u t g e s ch i ch 1 e. Und damit treten wir in weäias res, in den eigentlichen Gegenstand des Delitzsch'scheu Vortrages ein. — Ich gebe diese elfte Tafel in wörtlicher Uebersetzung wieder nach Schräder: Keilinschr. u. alt. Testam. 2. Aufl. 1883 (pag. 55 ff.); Jeremias: Jzdnbar- Nimrod (1891) pag. 32 ff.; 5öi lieft er: Keilinschristliches Textbuch (1892) pag. 71 ff.; Schräder: Keilinschristliche Bibliothek Bd. I.; Zimmern bei Günkel: Schöpfung und Chaos; Je nsen: Kosmologie und Kosmogonie der Babylonier. — Es wäre eigentlich logischer, wenn ich zuerst die babyloniche Welschöpfungssage und die famose, angebliche „Sündenfall- Darstellung" behandelte. Ich ziehe diese Anordnung vor, weil die Sintflut-Geschichte die größte und ausführlichste ist. Sie lautet: „Bituagischti sagte zu Gischtuber: Ich will dir eröffnen, o Gischtuber (Jzduber, Gilgamosch), die verborgene Sache und die Entscheidung der Götter will ich dir ansagen. Schurpack, die Stadt, welche du kennst, am Ufer des Euphrat, besteht seit alters, die Götter in ihr. Eine Sturmflut zu machen, trieb die großen Götter ihr Herz. Es war der Vorsteher ihres Vaterhauses Anu, ihr Berater der Held Bel, ihr Führer Ninib, ihr Oberster Enugi. Der Herr der Weisheit, Ea, sprach mir ihnen und erzählte ihre Rede .??.: O.! merke(t) auf! O Mann von Surippak, Sohn des Ubartutu (Kidinu-Marduk), zimmere ein Haus, baue ein Schiff, laß Hab und Gut, sorge für das Leben, bringe hinein (Lebenssamen aller Art) lebendes Geschlecht aller Art in das Schiff. Das Schiff, das du bauen sollst.Ellen werden gemessen feine Größenverhältnisse, .Ellen werde entworfen seine Breite (?) und sein Bild (?); auf den Ocean lasse es herab (?). Ich verstand es und sprach zu Ea meinem Herrn: „Zimmern, mein Herr, was du befehlst, beachte ich und werde es thun; aber, was soll ich sagen der Stadt, dem Volk und den Aeltesten: Er that den Mund aus, indem er sprach, er sagte zu mir, seinem Diener: Als Antwort sollst du so zu ihnen sagen: „Weil Bel mich haßt, will ich in eurer Stadt nicht wohnen, auf die Erde Bcl's mich nicht niederlegen, zum Meer will ich hinabsteigen, bei dem Gott Ea, meinem Herrn mich niederlasseu. Ueber Euch wird er dann regnen lassen reiche Fülle eine Masse Vogel, eine Menge Fische .... .(Lücke) die den Sturzregen senden werden über euch eiuen Regen.(fehlen 12 Zeilen.). Am fünften Tage entwarf ich seine Gestalt. In seinem Entwurf (?) waren 140 Ellen hoch seine Wände, auf 140 Ellen wurde veranschlagt die... Ich zeichnete den Rumpf, es selbst zeichnete ich. Ich baute es (?) in 6 Stockwerken, teilte es siebenfältig. Sein Inneres teilte ich in 9 Abteilungen. Ich ersah mir ein Ruder, drei Soren Erdpech goß ich aus auf die Außenseite, drei Soren Asphalt goß ich aus ins Innern.ich schlachtete Rinder, stach täglich Lämmer ab, Most, Würzwein Oel und Wein gab ich dem Volke wie Wasser ein Fest veranstaltete ich . Das Schiff war fertig. Mit allem, was ich hatte, füllte ich das Schiff; mit allem, was ich hatte an Silber, füllte ich es. Mit allem, was ich hatte an Gold, füllte ich es; mit allem, was ich hatte an lebenden Wesen, füllte ich es. Ich brachte hinauf auf das Schiff meine männliche und weibliche Hausgenoffeuschaft. Vieh des Feldes, Tiere des Feldes, Handwerker, sie alle brachte ich hinauf. Die bestimmte Zeit hatte Schamasch (der Sonnengott festgesetzt. „Wenn die Sender des Flutregens am Abend einen Regen regnen lassen, dann tritt in das Schiff und verschließe das Thor des Schiffes. Jene Zeit kam. Die Sender des Flutregens ließen am Abend Regen regnen. Das Aufleuchten des Tages fürchtete ich, den Tag zu sehen hatte ich Angst; ich ging hinein in das Schiff, verschloß das Thor. Nachdem das Schiff verschlossen war, übergab ich Puzur-Bel, dem Schiffer, das Gebäude sammt seiner Habe. Als die Morgeuröthe anbrach, stieg auf am Himmel schweres Gewölk, Ramman donnerte darin, während Nebo und Marduk, der König, hervortraten und über Berg und Thal schritten. Nergal riß los..... Ninib zog einher, Ramman ließ einen Wasserguß herab. Die Amunaki erhoben die Fackeln, indem sie durch ihren Glanz das Land erhellten. Ramans Unwetter überzog den Himmel, verwandelte alles Helle (in Finsternis). — Einen Tag lang wehte der Sturm ...... wie ein Schlachtstnrm fuhren sie auf die Menschen los, so daß der Bruder nicht sah den Bruder.die Götter fürchteten die Sturmflut, sie zogen sich zurück, stiegen empor zum Himmel des Anu. Die Götter lagen wie die Hu n d e z us am menge duckt an der Ringmauer. Jschtar schrie wie eine Gebärende, es rief die Herrin der Götter, die schönstimmige : Dieses Volk (?) (die Vergangenheit umu ullu ist zu Erde (Lehm) geworden, weil ich vor den Göttern Böses anordnete, wie. ich vor den Göttern Böses anorduete, zur Vernichtung meiner Menschen den Kampf anordnete .habe ich wie mit Fischbrut das Meer gefüllt. Die Götter ser Anunaki (dii inferi) weinten mit ihr, die Götter saßen aus der Erde und weinten.. Sechs Tage und Nächte dauerte der Wind, während die Sturmflut und der Orkan das Land fegten. Als der siebente Tag kam ließ nach der Orkan, die Sturmflut hörte auf, welche gehaust hatten, wie ein Kampsgetummel. Es beruhigte sich das Meer, es schlief ein der Sturm, die Sturmflut hörte auf. Die Älldeil in Kroatien und Zlaoanie». ■ Die Geschichte des Judentums bis auf unsere Zeit ist ein sprechender Beweis dafür, daß wir falsch beurteilt wurden, weil man uns entweder gar nicht gekannt, oder verkannt hat. In früheren Tagen, als der Jude mit Andersglänbigeu gesellschaftlich nicht verkehrte, konnten die einzigen und seltenen Charaktereigenschaften und Vorzüge unseres Stammes nicht gewürdigt werden, aber auch in unserer Zeit, trotzdem die Scheidewände des finstern Mittelalters gefallen sind und wir mit andersgläubigen Bürgern vielfachen Verkehr haben, ist leider das Urtheil über uns ein falsches und ungerechtes, weil unsere edelsten Absichten und schönsten Bestrebungen infolge des noch immer nicht geschwundenen Vorurtheils verkannt werden. Diese Wahrheiten, welche unsere Geschichte unzählige Male verkündet, sielen mir ein, als die „Oesterreichische-Wochenschrift" von 23. Jänner d. I. (Nummer 4) einen Artikel unter dem Titel „Die Juden in Croatien" veröffentlichte. Da unsere Gemeinden keine-bedeutende Vergangenheit haben — der Anfang des 19. Jahrhunderts fand nur in Warasdin, Agram, Essek und Vukovar einige jüdische Familien vor, während sonst im ganzen Laude blos hier und da vereinzelt eine jüdische Familie zu finden war — hörte man selbst in jüdische» Kreisen wenig über die Juden Kroatiens und Slavoniens. — In dem dritten Viertel des früheren Jahrhundertes, vornehmlich nach dem ungarischen Freiheitskampfe, sowie nach Aufhebung der Militärgrenze, in welcher Juden nur mit besonderer Bewilligung wohnen durften, und nach der Occupation Bosniens und Herzogovinas siedelten sich jedoch, hauptsächlich aus den benachbarten ungarischen Comitaten, viele Juden hier an, und es enstand eine stattliche Zahl von Cultusgemeinden in Kroatien und Slavonien. Der angeführte Artikel hätte nun über die Juden in Kroatien eine wahrheitstreue Schilderung bringen sollen. Leider ist jedoch das Bild, das jener Artikel entworfen, kein gelungenes, ja nicht einmal ein getreues, und wer sich auf ihn berufen würde, den müßte man auf die vielen. Fehler und

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